Dragonchain ICO: Disney’s Blockchain-Netzwerk

Dragonchain ist ein Projekt, dessen Entwicklung von der Disney Corporation in Seattle begonnen wurde. Jetzt wurde das Projekt von der non-Profit Dragonchain Foundation als open source Projekt übernommen. Am 2. Oktober hat das Projekt seinen Tokensale gestartet. Hierzu nutzen sie einen fairen Ansatz, was ich als wirklich gute Methode oder Indikator für ein ernstzunehmendes Projekt sehe. Bis zum 02. November sammelt das Projekt Ether und Bitcoin ein und verteilt Tokens im Anschluss daran auf Basis des relativen Investments jedes Teilnehmers – es gibt keine Boni oder Caps.

Dragonchain

Die Dragonchain Blockchain soll die einfache Einbindung von echten Business-Anwendungen auf einer Blockchain ermögliche. Dies wird durch Features wie Datenschutz, der Möglichkeit ein Projekt mit oder ohne Kryptowährung aufzusetzen, Multi-Currency Support oder Smart Contracts in verschiedenen Programmiersprachen (unter anderem Java, Python, NodeKs und C#).

Aktuelle Blockchain-Plattformen sind nicht unbeding geeignet, wenn Anwender skalierbare und sichere Anwendungen ausführen wollen. Die Dragonchain Blockchain soll eben diese Lücke schließen und wurde von einem multi-nationalen Unternehmen vor diesem Hintergund entwickelt. Neben der Möglichkeit Smart Contracts in diversen Programmiersprachen erstellen zu können wird die Plattform einen Marktplatz für eben jene besitzen. Programmierer sind so in der Lage einmal erstellte Contracts beliebig oft zu verkaufen. Als währungsagnostische Plattform können Unternehmen frei wählen, ob sie in ihrer Anwendung eine komplementäre Währung benötigen oder nicht. Dies stellt ebenfalls ein wünschenswertes Feature für Unternehmen dar, da Kryptwährungen doch einer hohen Volatilität und niedriger Liquidität unterliegen, was teilweise negative Aspekte für Projekte haben kann. Das Dragonchain Team arbeitet gerade an einer Serverless-Architecture: Die Kombination von Cloud-Computing und einer Blockchain-Plattform ist ein wichtiger Schritt hin zur vollständigen Sicherheit von Anwendungen, da hierdurch der Ausfall zentraler Instanzen ausgeschlossen werden kann.

Unter folgendem Link führt Dragonchain eine Liste relevanter Use Cases auf, die über ihre Plattform umgesetzt werden können. Tatsächlich arbeiten bereits einige Unternehen an Dragonchain Anwendungen. Hierbei handelt es sich unter anderem um Anwendungen im Bereich Proof-of-Authenticity und Digital Identity.

dragonchain consensus
Die fünf standardisierten Konsenslevel der Dragonchain

Die Architektur der Dragonchain bietet fünf standardisierte Level der Konsensfindung (im Vergleich zu einem Level bei anderen Plattformen). Hierduch kann sichergestellt werden, dass das Maß an Vertrauen und Sicherheit hinsichtlich anderer Teilnehmer, Konsumenten oder aber Daten im Netzwerk klar definiert werden kann. Jedes Projekt ist in der Lage die entsprechenden Sicherheits- und Verifikationslevel anzupassen um Risiken auszuschließen. Mehr Details und technische Einzelheiten können auf der Dragonchain Website gefunden werden.

DragonFund Incubator

Das Dragonchain Team wird einen Inkubator betreuen, unter dessen Dach Projekte betreut erstellt werden können und auf eine Fülle von Hilfe zugreifen können. Der Fokus des Inkubators liegt hierbei klar auf langfristigem Erfolg von Projekten.

Unternehmen/Start-ups  können über den Inkubator auf standardisierte Prozesse zugreifen um den erfolgreichen Start ihres Projekts gewährleisten zu können. Zusätzlich existiert ein Dashboard, über welches Projekte miteinander verglichen werden können und Zugriff auf Hilfe in Form von rechtlichem, ökonomischem oder technischem Beistand besteht. Mit Hilfe des Inkubators und des Team kann das komplette Geschäftsmodell, die Systemarchitektur und weitere relevante Aspekte geplant werden.

Die Dragon Tokens stellen Miktolizenzen dar, welche den Zugriff auf die Dragonchain Blockchain ermöglichen. Das Team befindet sich grade im Prozess diese Technologie patentieren zu lassen.

Team & Berater

Das Dragonchain Team besteht aus acht Personen, wobei Joe Roets der CEO und Chief Architect der Plattform ist. Joe hat weitgehende Erfahrungen im Bereich Blockchain und hat als Sr. Software Architect die Entwicklung der Dragonchain noch unter Disney mitgeführt. Die anderen sieben Teammitglieder bestehen aus vier Entwicklern und drei Mitarbeitern im Bereich Business/Marketing.

Unter den Beratern des Projekts sind einige sehr bekannte Köpfe aus der Kryptoszene. Hierbei fällt natürlich zuerst Jeff Garzik, Gründer von bloq und wichtiges Mitglieder der Bitcoin-Szene (als ehemaliger Bitcoin Core Developer) auf. Weitere Berater sind unter anderem Ed Fries (Co-Founder von Xbox), Chris Boscolo (Gründer lifeID) oder Collin Lahay (Gründer Gambit).

Tokensale

Der Dragonchain Tokensale läuft zwischen dem 02.10. und 02.11. Das Unternehmen kann sowohl Ether als auch Bitcoin akzeptieren, da der ICO läuft nicht über einen Smart Contract abgewickelt wird. Ohne jede Form von Bonus oder Cap können Investoren im Laufe dieser 30 Tage Funds schicken und erhalten immer den gleichen Deal: Ingesamt 433,494,437 werden erstellt, die dann wie in Folge dargestellt verteilt werden.

tokensale.png

Überlegungen zum Projekt

Die Dragonchain besitzt einige sehr interessante Features, durch welche klar ein Mehrwert geschaffen wird. Die Lösung wurde anfangs von einem großen Konzern entwickelt, was zu einem höheren Vertrauen in die Technologie und der Features seitens von anderen Unternehmen führen sollte. Die Dragonchain kann quasi direkt genutzt werden, weshalb keine langen Entwicklungsphasen zu erwarten sind, bis erste Projekte die Blockchain nutzen (tatsächlich werden ja bereits Lösungen auf Dragonchain entwickelt).

Das ICO-Modell ist äußerst fair, was verschiedene Konsequenzen hat. Einerseits zeigt es, dass das Dragonchain Team nicht darauf hinarbeiten den Preis der Tokens möglichst schnell zu pumpen, sondern ein wirkliches Produkt mit einem langfristigen Geschäftsmodell erstellen will. Hieraus resultiert allerdings, dass sehr kurzfristig nicht mit einem sehr hohen Preisansteig zu rechnen ist. Für sogenanntes „ICO-Flipping“, also kaufen und sofort nach Börsenstart wieder verkaufen, ist Dragonchain wahrscheinlich nicht geeignet. Ich gehen eher von einem kontinuierlich steigendem Tokenpreis aus, der nicht unter den ICO-Preis fallen wird. Teilnehmer im ICO stoßen ihre Token nicht schnell ab, sondern setzen auf den langfristigen Erfolg des Projekts. Dadurch sollte es ein sehr geringes Verkaufsangebot geben.

Angenehm ist es, dass man keinerlei Zeitdruck hat. Es spielt keine Rolle, ob man heute oder in 3 Wochen am Tokensale teilnimmt. Die Konditionen sind immer gleich. So ergibt sich einerseits die Möglichkeit direkt zu investieren und andererseits die Möglichkeit abzuwarten, den Verlauf des ICOs zu beobachten und auf Basis dessen zu entscheiden.

Hier gehts zu Dragonchain.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert oder werden in diese investieren.(Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

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