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Decentraland: Virtual Reality Plattform auf Ethereum

Decentraland arbeitet an einer VR (Virtual Reality) Plattform, welche auf der Ethereum Blockchain läuft. Anwender können virtuelles Land kaufen und auf diesem Inhalte gestalten, welche sie dann wiederum verkaufen können. Am 17. August startet das Projekt seinen ICO. Ich muss zugeben, dass ich das Projekt auf den ersten Blick nicht ernst genommen haben, auf den zweiten Blick halte ich es aber für äußerst interessant.

Decentraland

Die Idee von Decentraland ist es ein virtuelles Ökosystem zu erstellen, welches komplett im Besitz seiner Community ist. Zum jetzigen Zeitpunkt sind vergleichbare Ökosysteme in der Hand von einzelnen Unternehmen, wodurch hohe gebühren, Restriktionen und Willkür. Durch Nutzung der Ethereum Blockchain als Basistechnologie kann volle Transparenz sichergestellt werden. Virtuelles Land (LAND) wird über Smart Contracts zur Verfügung gestellt. Somit erhalten die jeweiligen Entwickler von Anwendungen auch die vollständige Vergütung für ihre Arbeit und müssen keine Gebühren an einen Provider zahlen.

Bei LAND handelt es sich um eine endliche und einmalige Ressource, die beispielsweise mit Ethereum Name System (ENS) Domains vergleichbar ist. Somit wird der grundlegende Preis von LAND bei zunehmender Nachfrage steigen. Besitzer von LAND können jegliche Form von Content darauf verankern. Hierbei könnte es sich beispielsweise um statischen 3D-Content oder virtuelle Shops handeln.

Für Anwendungen im Decentraland-Ökosystem lassen sich jede Menge Beispiele aufzählen. So können beispielsweise Anwendungen im Bereich Gaming oder Gambling erstellt werden, welche diverse Features, wie virtuelle Objekte, Texturen, Klänge, Zahlungen etc. besitzen können. Jeglicher Content kann angepasst oder verändert werden, wodurch sich eine Art Wettbewerb entwickeln wird. Da Advertising auch in Decentraland möglich ist, kann beispielsweise eine virtuelle Kopie des Time Square in New York programmiert werden, woraus Werbende den Besitzer des LAND für Anzeigen bezahlen.

Auf der technischen Seite besitzt das Decentraland-Protokoll drei verschiedene Layer:

  • Auf dem Consenus Layer wird Besitz sichergestellt.
  • Auf dem Land Content Layer wird sichergestellt, dass sie virtuelle Assets in das System laden lassen.
  •  Auf dem Real-time Layer können User direkt miteinander interagieren.

Das Team hat bereits eine Demoversion fertiggestellt und eine Roadmap veröffentlicht. Hierfür und für mehr Informationen kann man sich das Whitepaper oder die Website ansehen.

Team

team decentraland

Das Team von Decentraland liest sich sehr beeindruckend, da hier sehr viel Blockchain-Expertise zu finden ist. Esteban Ordano und Manuel Araoz sind beide Co-Founder von Open Zeppelin, dem möglicherweise geachtetsten Untenehmen für Smart Contract Auditing. Open Zeppelin hat unter anderem die Crowdsale Contracts von Projekten wie Golem, Brave order Blockchain Capital auf Herz und Nieren überprüft. Zusätzlich gehen aus dem Decentraland weitere Blockchain-Projekte und -Lösungen, wie Proof of Existence, Streamium oder Bitcore hervor. Adviser des Projekts sind außerdem namenhafte Größen, wie Luis Cuence (Gründer Aragon) oder Jake Brukhman (Gründer CoinFund). Alles in allem versammelt sich bei Decentraland ein enormes Blockchain-Wissen, mit einem Team, das weitläufige Kontakte hat.

ICO

ico distribution

Am 17. August startet Decentraland seinen ICO, in dem 40% aller MANA Tokens verkauft werden. LAND ist ein unbewegliches digitales Asset und kann mittels MANA (1000 MANA = 1 LAND) erworben werden.

 

bonus levels

Der ICO hat ein Cap bei $20 Mio. und besitzt verschiedene Bonusstufen, die von 40% Bonus bis auf 0% im Zeitverlauf absinken.

 

 

Was ich von dem Projekt halte

Ich muss zugeben, dass ich das Projekt auf den ersten Blick nicht wirklich ernst genommen habe. Dies hat sich nach einem zweiten Blick allerdings geändert. Aus diesem Grund kann ich allen Lesern nur empfehlen, sich etwas genauer mit Decentraland zu beschäftigen (beispielsweise 1-2 YouTube Videos gucken). Meiner Meinung nach kann Decentraland durchaus zu einem sehr großen und erfolgreichen Projekt heranwachsen, was auch an der Güte des Teams liegt.

VR Hardware und Software wird im Zeitverlauf immer günstiger und zeitgleich besser werden, weshalb kein Zweifel besteht, dass der VR-Markt wächst. Unter den Lesern des Altcoinspekulanten herrscht wahrscheinlich ebenfalls die Meinung, dass der Blockchain-Markt ebenfalls weiter wächst. So befindet sich Decentraland ist zwei starken Wachstumsmärkten und bietet Investoren so die potentielle Möglichkeit das Wachstum beider Märkte mitzunehmen. Die Kombination der Technologien VR und Blockchain ermöglicht es Zentralisierung auszuschließen und somit fair und transparent virtuelles Land zu erwerben und zu „bebauen“.

Als endliche und nicht-bewegliche Ressource steigt der Wert von LAND bzw. MANA mit höherer Nutzung des Netzwerks, worauf potentielle Investoren spekulieren können. Sollte man ein Interesse am ICO haben, sollte man ganz klar direkt investieren um den höchstmöglichen Bonus von 40% mitzunehmen. Der ICO wird meiner Meinung nach nicht augenblicklich dicke Renditen bringen und sollte daher als mittel- bis langfristiges Projekt angesehen werden. Es ist einfach unrealistisch, dass VR-Produkte in kürzester Zeit Mainstream werden – in 3 bis 4 Jahren halte ich es allerdings für durchaus möglich.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert oder werden in diese investieren.(Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Santiment: Die Daten- und Informationsplattform für die Kryptomärkte

Santiment arbeitet daran eine Daten- und Informationsplattform für Kryptomärkte zu erstellen, über die sich User frei ihre relevanten Datengrundlagen zusammenstellen können. Am ehesten lässt sich dies mit den Geschäftsmodellen von Bloomberg oder Thomson Reuters vergleichen. Santiment wird am 04.07.17 einen ICO abhalten. Im Folgenden wird ein Überblick zu Santiment und dem anstehenden ICO geliefert und abschließend eine persönliche Einschätzung zu diesem gegeben.

Santiment

Santiment baut eine Plattform für jegliche Form von relevanten Daten im Bereich der Kryptomärkte. User können auf bestimmte Features kostenfrei zugreifen und detaillierte, beziehungsweise spezielle Daten mit Hilfe des Santiment Tokens (SAN) erwerben. Dies erfolgt mittels sogenanntem Staking, das heißt, dass Token für eine bestimmte Zeit weggeschlossen werden um so zusätzlichen Wert zu generieren. Kurz gesagt kann ich beispielsweise 100 SAN staken um neben den kostenfreien Daten ebenfalls spezielle Informationsgrundlagen freizuschalten. Hierdurch wird freies Supply weggeschlossen, was zu einer Knappheit auf dem freien Markt führt. Je mehr Anwender ihre Token staken, desto höher wird auch der Preis von SAN-Token sein.

Als Kunden der Plattform identifiziert das Projekt drei verschiedene Arten von Usern:

  1. Professionelle Krypto-Trader und -Investoren (z.B. Hedge Funds oder sogenannte Whales)
  2. “Normale” Krypto-Trader und -Investoren (z.B. mich)
  3. Externe Daten- und Informationsanbieter (z.B. Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen)

Alle diese drei Arten von Usern sind auf der Suche nach aussagekräftige Daten und Informationen, wenngleich unterschiedlich in Form, Detailschärfe und Menge. Normale Krypto-Trader können auf freie Informationen zugreifen oder aber SAN Token staken um auf weitere persönlich ausgewählte Information zuzugreifen. So kann sich jeder Trader und Investor sein persönliches Santiment-Terminal zusammenstellen, auf dem relevante Daten oder Feeds angezeigt werden. Genauso verhält es sich für professionelle Investoren. Diese können ihrerseits relevante Informationen anzeigen lassen und müssen hierfür voraussichtlich eine höhere Anzahl an SAN staken. Die dritte Gruppe der Kunden umfasst beispielsweise Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen, welche selbst SAN staken um ihrem Kundenstamm Zugriff auf Santiment-Daten zu ermöglichen. Als Beispiel kann hier Iconomi aufgeführt werden, welches frühzeitig in Santiment investiert hat – wahrscheinlich um Iconomi Kunden auf die Daten der Santiment Plattform zugreifen lassen zu können. So baut Santiment eine anpassbare Plattform, auf der jeder Nutzer sich seine Daten individuell zusammenstellen kann.

utility

Im Februar 2017 hat Santiment in einem Presale 18% der Token verkauft. Die dort gesammelten Mittel hat das Team genutzt um eine App zu entwickeln, welche sich aktuell in der Alpha Version befindet. Diese umfasst zum jetzigen Zeitpunkt unter anderem bereits Charts mit historischen Preisentwicklungen verschiedener Coins und ein krypto-finanzielles Spiel, welches Daten für die Sentimentanalyse zukünftiger Preisentwicklungen von Kryptowährungen sammelt. Santiment plant ein Terminal, wie es beispielsweise Bloomberg für “reguläre” Märkte anbietet, das sowohl im Browser als auch mobil aufzurufen ist. Die bereits zu weiten Teilen entwickelte App verkürzt daher das Zeitfenster der notwendigen zukünftigen Entwicklung.

santiment Terminal

Um den Zugang zur Plattform zu erleichtern kann der Zugang zu bestimmten Kanälen von Marktinformationen ebenfalls durch Euro oder Dollar erkauft werden. Kanäle können beispielsweise ICO-Analyse, Marktinformationen oder rechtliche Updates umfassen. Neben offiziellen Santiment-Kanälen können ebenfalls Partner Kanäle erstellen um ihre relevanten Informationen zu Verfügung zu stellen und gegebenenfalls zu verkaufen. Außer Kanälen werden ebenfalls Datafeeds angeboten, welche spezielle Einblicke beziehungsweise Muster von Kryptomärkten offenlegen. Solche Feeds können beispielsweise auf Sentimentanalyse basieren und Informationen hinsichtlich der Volatilität, Akkumulation oder Trollboxen liefern.

Ein weiteres, meiner Meinung nach äußerst relevantes, Feature ist die “Sanbase”. Diese soll eine Art Wikipedia für Kryptoprojekte und -währungen werden. Researcher und Partner von Santiment recherchieren hierzu relevante Informationen, stellen diese bereit und aktualisieren diese sobald es möglich ist. Nutzer des Netzwerks können Änderungen und Updates vorschlagen beziehungsweise bemängeln, sodass eine Art Wikipedia für Kryptomärkte entsteht. Ein gewissen Maß an zentraler Verwaltung ist hier allerdings notwendig um Missbrauch auszuschließen und Researcher für ihre Arbeit entlohnen zu können. Die Umsetzung einer solchen Lösung begrüße ich sehr, da ich selber bezeugen kann, wie aufwendig und kleinteilig die Recherche einzelner Projekte sein kann.

Im kürzlich veröffentlichten Whitepaper Draft wird das Projekt detailliert erläutert und eine Roadmap aufgeführt. Für das jahr 2017 werden neben der Durchführung des Crowdsales und der Veröffentlichung des Whitepapers  die Veröffentlichung der App sowie der Erstellung zweier erster Datafeeds (Preishistorie und Slack-Sentimentanalyse) geplant. Bis in das Jahr 2018 sollen über 200 Datafeeds, diverse Informationskanäle und verschiedene Sentiment-Tracker in die Plattform integriert werden.

ICO

 

santiment ico verteilungAm 04.07.2017 startet Santiment den Verkauf 54% der kompletten Token des Netzwerks in einem ICO. 18% der Token wurden bereits im Februar im Presale verkauft und 18% behält das Team ein. Die restlichen 10% verteilen sich auf Network Rewards (also Ausschüttungen bestimmte Teilnehmer im Santiment Netzwerk) und Berater/Partner. Somit werden insgesamt 72% aller Token öffentlich ausgeschüttet, was im vergleich zu anderen aktuellen ICOs ein vergleichsweise hoher Wert ist.

SAN ist ein Ethereum-Token, der folglich über einen Smart Contract zum Preis 1 ETH = 1000 SAN verkauft wird. Hierbei ist ein minimales Cap von 15.000 ETH und ein maximales Cap von 45.000 ETH festgelegt. Aktuell entspricht das MaxCap somit etwa $15,2 Millionen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen ICO-Mania at Santiment einen dreistufigen Plan für den Verkauf der Token geplant. So soll effektiv ausgeschlossen werden, dass einzelne Investoren sehr große Positionen kaufen und eine unvorteilhafte Distribution auftritt (wie es beispielsweise beim BAT ICO der Fall war). In der ersten Stufe können Mitglieder der Santiment Community einen Teil des ICOs kaufen. Hierzu müssen sie sich auf eine Whitelist eintragen und einen minimalen und einen maximalen Betrag ihres Investments angeben. Am Whitelisting-Prozess kann aktuell noch jeder partizipieren. Hierzu muss man Mitglied im Santiment Slack (Link) sein und den santiment Newsletter abonniert haben (Link). Mittels dieser Informationen kann man sich dann eintragen. Die zweite Stufe des ICO (25-35% des Crowdsales) wird über den Cofound.it Priority Pass abgewickelt. Cofound.it hat vor kurzem selbst einen ICO durchgeführt und versteht sich als Plattform für Blockchain Venture Capital. Im dritten Schritt wird der Crowdsale dann vollkommen für alle Teilnehmer geöffnet.

Einschätzung

Kryptomärkte erfreuen sich aktuell einem so hohen Wachstum, dass einzelne Exchanges am absoluten Limit ihrer Kapazitäten operieren und nicht mehr mal weitere Coins adden können. Meiner Einschätzung nach ergibt sich für Santiment schon jetzt ein sehr großer Kundenstamm, welcher ohne Probleme die langfristige Profitabilität des Netzwerks gewährleisten kann. Dies ist allerdings selbstverständlich klar abhängig von der Güte der angebotenen Informationen. Tatsächlich existieren diverse Nischenanbieter, die einzelne Aspekte der Santiment Produkte abdecken, allerdings fehlt ein übergreifender Anbieter. Meiner Meinung nach bietet das Projekt eine äußerst vielversprechende Chance frühzeitigen Zugriff auf eine überlegene Informationsgrundlage zu gewinnen. Sobald der tatsächliche Mehrwert der Plattform der breiten Masse klar wird, wird zu einem Netzwerkeffekt kommen und mehr und mehr Nutzer werden die Produkte aufrufen und selbst Produkte generieren. Hierdurch werden die vorliegenden Daten zunehmends besser, wodurch wiederum weitere Nutzer gewonnen werden. Da Datenzugriff über Staken der Token erzeugt wird, führt eine höhere Nutzung des Netzwerks zu einer zunehmenden Knappheit von SAN – und folglich einem steigenden Wert der Token.

Als Alpha-Tester der App und nach diversen persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Mitgliedern des Santiment Teams bin ich der vollen Überzeugung, dass sie die gesetzten Ziele erreichen können.

Sehr angenehm finde ich, dass Santiment einen “normalen” ICO ohne Unwägbarkeiten durchführt. So gibt es kein Hidden Cap wie bei Projekten wie Status oder Bancor, sondern die maximale Funding-Höhe ist mit 45.000 ETH klar. Das Cap entspricht einer geeigneten Höhe, sodass das Santiment-Team wachsen kann, das Produkt entwickelt werden kann und zeitgleich noch viel Raum für Wachstum besteht. Hier ist ein Multiplikator von x2-x3 absolut vorstellbar, allerdings sind auch deutlich höhere Zuwächse denkbar.

Zusammengefasst halte ich Santiment für ein äußerst vielversprechendes Projekt, dessen geplanten Produkte ich aktuell klar vermisse. Mit zunehmenden Nutzerzahlen wird immer mehr Supply zwecks Staking weggeschlossen, wodurch es durchaus lohnend sein könnte, dieses frühzeitig zu erwerben.

 

Disclaimer: Der Autor arbeitet mit Santiment in beratender Tätigkeit zusammen (Link) und ist selbst in oben genannte Kryptowährungen investiert.

Bancor ICO im Detail: Maßgeschneiderte Token für jedermann

In vier Tagen (12.06.2017) steht der Bancor ICO an. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um ein sehr vielversprechendes Projekt, weshalb ich das Projekt, die Investmentkonditionen und meine persönliche Meinung vorstellen will.

Bancor

Bancor ist eine Plattform auf der Ethereum Blockchain, die es ermöglicht “Smart Tokens” zu erstellen, die durch eine oder mehrere zugrundeliegende Reservewährungen (wie beispielsweise Ethereum und den “hauseigenen” Bancor Token, BGT) besichert werden. Ethereum und Bancor wird in einem Smart Contract eingefroren und Anwender können eine beliebige Konversionsrate wählen. Hier ein simples Beispiel:

  • Ich verfüge eine Konversionsrate von 0,001 ETH und 1 BGT pro AST (AltcoinSpekulantToken) in den Smart Contract und transferiere 10 ETH und 10.000 BGT dorthin.
  • Der Smart Contract erstellt 10.000 neue AST und schickt mir diese zu.
  • Andere Personen können nun ebenfalls ETH und BGT an the Contract schicken und im Gegenzug AST erhalten.
  • Ich schicke 5.000 AST an den Smart Contract und erhalte im Gegenzug wieder 5 ETH und 5.000 BGT ausgeschüttet.

Somit erstellt Bancor einen Service für eine Art Zentralbank-Smart-Contract, bei dem die vorliegende Geldpolitik immer klar vorhersehbar und unveränderlich ist. Dies ermöglicht diverse Anwendungsfälle, die es in dieser Form aktuell noch nicht gibt.

bij

 

Use Case ETF:

Mit Bancor kann eine Art Blockchain-ETF erstellt werden, der diverse (auf Ethereum-basierende) Tokens als Basiswährungen nutzt. So kann man beispielsweise einen Token erstellen, der als zugrundeliegenden Wert genau 50% GNT (Golem) und 50% MLN (Melon) besitzt. Dies lässt sich beliebig erweitern, sodass ein einzelner Bancor Token ein Portfolio von einer Vielzahl von ERC20 Token (ERC20 ist der Ethereum Standard-Token, den alle Projekte nutzen) entsprechen kann. Ein solcher Portfolio-Token kann auf Kryptobörsen gehandelt werden, so dass Anleger direkt mittels Bitcoin, Euro oder Dollar ein diversifiziertes Kryptoportfolio in Form eines einzigen Tokens erwerben können.

Weitere Use Cases: Crowdfunding, Lokalwährungen & Exchange:

Weitere Anwendungsfälle umfassen die Finanzierung von Unternehmen in Form von Crowdfunding, den dezentralen Tausch von Token oder die Generierung von komplementären Währungen für spezielle Zwecke wie Kundenbindung. So können mittels des Bancor Protokolls Währungen oder Token für bestimmte Zwecke erstellt werden, die einen tatsächlichen Gegenwert haben und einfach nach Nutzung wieder zurückgetauscht werden können. Spannend ist außerdem, dass Reserven auch eingezahlt werden können, ohne dass Smart Tokens ausgeschüttet werden. Beim Anwendungsfalls des Tauschs von Tokens kann im Smart Contract eine Gebühr verankert werden. Wann immer ich dieses Contract nutze um beispielsweise Augur gegen Gnosis zu tauschen zahle ich eine bestimmte Gebühr (bspw. 0,01%, also günstiger als auf Kryptobörsen). Diese Gebühr wird der zugrundeliegenden Reserve hinzugefügt, sodass sich der Wert aller dieser Smart Tokens erhöht. Streng genommen handelt es sich dann um eine dezentrale Kryptobörse, bei der Halter von Smart Tokens sämtliche Gebühren erhalten.

chatbot

Token und/oder Crowdsale mittels Chatbot: Chatbots dürften vielen Lesern ja beispielsweise durch das Byteball Wallet bereits bekannt sein. Falls ordentlich implementiert, halte ich Chatbots für tolle Features. Bancor gestaltet ihr Produkt so, dass Anwender ohne technische Kenntnisse mittels eines Chatbots Smart Token erstellen können. Eine solche Anwenderfreundlichkeit halte ich für sehr vorteilhaft. Theoretisch könnte man Bancor Token in Zukunft auf jeder Internetplattform, jeder Mensa und jedem Volksfest sehen. Neben Telegram, WeChat und Status.IM wird ein Chatbot im Facebook Messenger unterstützt.

Im Rahmen ihrer Bountykampagne präsentiert Bancor aktuell das Potential ihres Produktes. Interessierte Personen können sich für die Kampagne anmelden und bekommen für entsprechende Leistungen spezielle Ethereum-Token. So könnten Individuen, die Bugs in der Bancor Software finden ECoins (BNCECO) Tokens erhalten. Nach Ablauf des ICOs und darüber hinaus können Teilnehmer des Bug Bounties ihre Token gegen Bancor Token eintauschen. Insgesamt existieren fünf verschiedene Bountytoken für verschiedene Kampagnen.

bancor network tokenDer Bancor Network Token (BGT) wird eine einzige Reserve in Form von Ethereum (aus Teilen des ICOs) als Liquiditätsreserve in dem (Haupt-) Smart Contract verankern. Hierdurch wird ein intrinsischer Wert des Tokens sichergestellt. Als Besitzer von BGT besitzt man somit jederzeit die Option seine Token wieder gegen ETH umzutauschen. Smart Token nutzen dann BGT als (eine der theoretisch vielen) Reserven und verbinden sich dadurch mit dem Bancor Netzwerk. Hierdurch entsteht eine Finanzstruktur, durch die mit höherer Nutzung des Netzwerks der entsprechende Bedarf nach BGT steigt. Somit führt eine höhere Nutzung des Bancor Protokolls zu einem steigenden Tokenpreis. Interessant ist auch, dass mit einem steigenden Preis des Bancor Tokens automatisch alle mit Bancor generierten Währungen im Preis steigen, da diese ja zumindest einen Teil BGT als Reserve halten.

Initial Coin Offering

Bancor nutzt Bitcoin Suisse als Möglichkeit des Presales. Hier können Investoren sich mit Fiatwährungen wie Euro vor Start des ICOs einkaufen. Die Konditionen entsprechen denen des normalen ICOs abzüglich einer statischen Gebühr in Höhe von 100 CHF und einer variablen Gebühr von bis zu 1,5%. Aufgrund der Gebühren ergibt diese Art der Partizipation nur unter bestimmten Voraussetzungen (wie Zeitmangel oder hohen Summen) Sinn. Sobald der ICO startet, werden diese vorab erworbenen Funds (maximal 20.000 ETH Wert) dem regulären ICO hinzugefügt.

Am 12.06.2017 startet Bancor seinen eigentlichen ICO. Der prinzipielle Ablauf sieht vor, dass Teilnehmer ETH an einen Smart Contract senden und im Gegenzug BGT erhalten. Allerdings sollte man einen genauen Blick auf die ICO-Bedingungen werfen, da hier einige Besonderheiten vorliegen:

bancor ico verteilung

Im eigentlichen Tokensale werden nur die Hälfte aller existenten Token Investoren zum Verkauf angeboten. Das ist ein vergleichsweise geringer Wert, vor dem Hintergrund des Overfundings anderer ICOs, wie beispielsweise BAT oder Gnosis, aber nicht verwunderlich. Wieso mehr abgeben als notwendig? Insgesamt bekommt das Team, Berater und Gründer 10% und werden weitere 20% als Operating Budget in einer Foundation halten. Partner und die Bounty-Kampagne verbuchen 20%.

Zur maximalen Funding-Höhe ist nur bekannt, dass es ein Hidden Cap gibt, welches offengelegt wird, sobald 80% dieses Caps erreicht wurde. Zusätzlich ist diese Beschränkung innerhalb der ersten Stunde des ICOs deaktiviert, sodass dort das Cap überschritten werden könnte und der ICO folglich nach einer Stunde beendet würde. Diese Regelung soll sicherstellen, dass ein Szenario wie beim BAT ausgeschlossen werden kann und jeder interessierte Investor auch investieren kann. So ist leider vollkommen unklar, ob Bancor gerne 20, 50 oder 100 Mio. Dollar einnehmen möchte. Die maximale Laufzeit des ICOs beträgt 14 Tage und gegen Zahlungen von einem ETH erhalten Teilnehmer 100 BNT.

Einschätzung

Bancor stellt meiner Meinung nach eine sehr gute Idee und ein vielversprechendes Projekt dar. Unter “normalen” ICO-Konditionen würde ich daher augenblicklich zu einem Investment raten. Leider stellen die Distribution, das Hidden Cap und die einstündige Aufhebung des Caps Probleme dar.

Es ist aus Investorensicht unglücklich zu wissen, dass die Hälfte aller Token in Händen der Entwickler, Partner oder ähnlichen Stellen sind. Auch wenn diese Funds gevested sind (sie können erst ab einem bestimmten Zeitpunkt oder zu bestimmten Konditionen ausgezahlt und/oder verkauft werden) besteht für einen langfristig denkenden ICO-Teilnehmer die Gefahr, dass eine dieser Parteien große Anteile verkauft und somit den Preis drückt.

Beim BAT ICO vor einigen Tagen konnte man die riesige Nachfrage nach guten ICOs sehen: Investoren versuchten insgesamt 836.123 ETH (*$262 = $219 Mio.) in den ICO einzuzahlen und es gelang nur sehr wenigen Investoren innerhalb weniger Sekunden erfolgreich daran teilzunehmen. Crypto-Investoren haben im letzten Jahr sehr viel Geld verdient und suchen nun nach Möglichkeiten dieses Geld unterzubringen. Es erscheint daher möglich, dass innerhalb der ersten Stunde das Hidden Cap (wo auch immer es liegt) bei weitem überschritten wird und Bancor eine Summe von $100 Mio. einsammelt. Ein so hohes Funding birgt die Gefahr, dass sehr hohes Wachstum kaum noch möglich ist. So wäre von Anfang an halbwegs klar, dass Bancor niemals eine Rendite wie Ethereum oder Iota erbringen kann. Diese Aussage ist allerdings nicht wirklich relevant, da man bei einem ICO natürlich insgeheim auf IOTA-ähnliche Renditen hofft, letztendlich und langfristig aber mit einem “bescheidenen” mal-2 bis mal-3 hochzufrieden ist und auch sein sollte. In Kryptomärkten haben wir aktuell den angenehmen Zustand in Multiples und nicht in Prozentwerten zu denken. Dieses mal-2 bis mal-3 Potential sehe ich bei Bancor, da die Anwendungsfälle des Bancor Protokolls gut sind und meiner Meinung nach auch nachgefragt werden.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Air: Digitale Identität auf der Blockchain + Interview

Air ist ein Produkt des IT-Unternehmens Sphre, welches mittels Blockchain Anwendern eine sichere digitale Identität ermöglichen will. Das Projekt wird am 01. Juni einen ICO starten, um die Produktentwicklung zu finanzieren.

Daren Seymour, Direktor von Sphre, war so nett mir einige Fragen zu dem Projekt zu beantworten. Als Grundlage für das folgende Interview werde ich vorab einen kurzen Überblick über das Projekt liefern. Abschließend beschreibe ich noch meine persönliche Einschätzung des Projekts und des anstehenden ICOs.

Air

Mit Air möchte Sphre eine Plattform für sichere digitale Identitäten erstellen. Als Basistechnologie hierfür wird die “private” Hyperledger-Blockchain genutzt – im Gegensatz zu der Vielzahl von neuen Projekten, die auf Ethereum basieren. Hyperledger lässt sich als privat ansehen, da nur ausgewählte Netzwerkteilnehmer Transaktionen bestätigen dürfen. Als Blockchain nutzt Hyperledger kein Proof of Work, sondern Practical Byzantine Fault Tolerance (PBFT). Oberflächlich lässt sich diese Methode des Konsens als: “7 von 10 müssen zustimmen” beschreiben. Vertrauenswürdige Netzwerkteilnehmer validieren Transaktionen im Netzwerk und sobald eine notwendige Anzahl von Konsens erreicht ist, gilt die Transaktion als bestätigt. Dieser Ansatz bietet Vorteile in Form von Skalierbarkeit und geringen Transaktionskosten, aber auch Nachteile in Form von direkten Abhängigkeiten und einem geringeren Maß an Dezentralisierung. Persönlich halte ich die Wahl von Hyperledger für durchaus nachvollziehbar, da man so in einer vergleichsweise sicheren beziehungsweise ruhigen Umgebung agiert. Durch die hohe Skalierbarkeit lassen sich Prozesse für Mikrotransaktionen gestalten, die so in Bitcoin oder Ethereum noch nicht möglich sind (es aber wohl zukünftig durch das Lightning Network und das Raiden Network sein werden). Da im Hyperledger-Netzwerk keine Miner entlohnt werden müssen, verzichtet das Netzwerk komplett auf eine native Kryptowährung. Air wird aus diesem Grund Token (XID) in Form von Omnilayer-Assets erstellen. Omni (ehemals Mastercoin) ist kurz gefasst ein Protokoll, welches es ermöglicht Token beziehungsweise Assets auf der Bitcoin-Blockchain zu erstellen. Andere Projekte, wie Maidsafe oder Tether, nutzen ebenfalls Omni.

Technisch gliedert sich die Anwendung in drei essentielle Bausteine:

  1. Smart Contracts (bzw. in Hyperledger nennt es sich Chaincode), um zugrundeliegende Prozesse darzustellen, zugänglich zu machen und sicherzustellen.
  2. API, die Dritte nutzen können, um mit Nutzern der Plattform zu interagieren. Nutzer können hierbei beispielsweise Personen, Unternehmen, Organisationen oder Geräte sein.
  3. Eine App, durch welche Anwender zu jeder Zeit Zugriff auf ihre digitale Identität haben, indem sie Transaktionen prüfen oder veranlassen. Anwender erhalten eine Mikrotransaktion in Höhe von einem XID Token (der Token von Air), wenn sie sich erfolgreich verifiziert haben.

aircycle

Überblick der Hauptaktivitäten im Air Netzwerk: User verdienen XID auf Basis ihrer Identität und Transaktionen. Content Provider machen Usern Informationen auf Basis derer festgelegten Interessen zugänglich. Ausschließlich interessierte User bekommen entsprechende Informationen angezeigt und werden hierfür in Form von XID entlohnt. Data Analytics Provider fragen Netzwerkuser für Datenzugriff an und entlohnen gewährte Zugriffe mit XID.

Am 01. Juni startet Air seinen ICO, in dem 90% aller XID Tokens veräußert werden. Die übrigen 10% setzen sich aus einer Beteiligung für die Gründer in Höhe von 2,5%, einem Bug Bounty in Höhe von 6,5% und generellen Bounties in Höhe von 1% aller Tokens zusammen. Zusammen existieren somit 55 Mio. XID, welche nach Abschluss des ICOs verteilt werden.

Der Token-Sale gliedert sich in drei Bonusstufen. Die ersten 25% der 50 Mio. XID werden zum Preis von 0.0000760 BTC pro XID verkauft (20% Bonus für die ersten 950 Bitcoin). Danach werden weitere 30% mit einem Bonus von 10% (0.0000855 BTC/XID, insgesamt 1282.5 Bitcoin) verkauft, bis die restlichen 45% ohne Bonus zu einem Preis von 0.0000950 veräußert werden. Die restlichen 45% entsprechen einer Summe von 2137.5 Bitcoin. Somit möchte Sphre mit dem Air ICO maximal 4370 Bitcoin einnehmen. Eingesammelte Bitcoin werden in einer Escrow-Adresse gehalten und auf Basis verschiedener Meilensteine freigegeben. Sollte man am ICO teilnehmen wollen, ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass man während der ersten Bonusstufe investiert.

Interview

DS

Daren Seymour ist Director des IT-Unternehmens Sphre, welches sich auf Lösungen der Blockchain- und Quantum-Computing-Technologie spezialisiert hat. Er arbeitet seit über 25 Jahren als IT-Spezialist.

Hi Daren, thank you for answering my questions on your project. I believe that digital identity is one of blockchain’s most promising use cases, as it offers so many different applications. I provided a brief introduction to Air, so readers will have a fundamental knowledge of your project. Could you elaborate how you came up with the idea of Air?

DS: Many thanks for this opportunity. The idea for Air really came via the realisation of the full potential of blockchain within the digital identity arena and how we could allow individuals to control and commercialise their identity data for their own benefit, this was a paradigm changing moment! In an increasingly digital society, personal data has become a new form of currency. The biggest challenge for our leaders today in my view is to establish the trust that enables that currency to flow, and our aim is quite simply to facilitate this for consumers and enterprises.

Is Air your first blockchain project?

DS: No, however my previous projects were based on research requirements only, so Air is my first publicly shared project.

You are building Air on Hyperledger and use the Omnilayer for token creation. Why did you choose these platforms (and not Ethereum)?

DS: Ethereum is a great platform for sure. However Hyperledger was selected for initial development due to its modular design approach, and also its implementation of Practical Byzantine Fault Tolerance (PBFT) based consensus. This allows for very large-scale transaction scaling which is a key consideration in regards to identity based transactions.

For Omnilayer there were several considerations, the first of which was liquidity, as Omnilayer is integrated with numerous top exchanges and has a massive pool of existing assets. Secondly, ease of application integration, and finally, the stability of the Bitcoin blockchain as our first ‘connector’. However we will consider further connectors in the future, and Ethereum would certainly be on the list as the platform continues to stabilise and implement its roadmap, in particular Casper.

Various other (blockchain) projects like the Digital Identity Foundation (DIF), Cambridge Blockchain or Uport are working on digital identity solutions. What is your opinion on other digital identity projects and why do you think Air stands out?

DS: Yes, these are all great initiatives for sure. I think that Air stands out because of its modular technology approach. We will also implement a novel approach to user adoption whereby the individual will receive an XID digital token micropayment to their Air consumer application digital wallet, when a successful identity transaction has taken place, and we feel that this builds a new paradigm not just for digital identity, but for digital economic engagement.

With Eon and Ctrl, you are already working on additional use cases for medical data and access rights on the Air platform. Which use cases do you find most relevant on top of digital identity?

DS: There are many, if you think about how many times per day an individual transacts using some form of identity credential, from online login to banking and healthcare. However, I think the rise of automation and the inevitable implementation of Universal Basic Income is a key topic. If we imagine a world where most jobs are automated, and therefore most jobs no longer exist, then how can an individual increase their person income? This is one of the areas that we are exploring with Air, that being the enablement of an individual to monetise their digital identity and personal data for their own financial benefit.

Another interesting area is Artificial Intelligence ‘Automated Trust Verification’.  An example of this is that today, I leave my home and I trust myself to drive my car to my destination, but in the future an Artificial Intelligence will drive my car for me, but how do I know that I can trust my car to deliver me safely, should I rely on implicit trust as in effect, my car will make all driving decisions and is therefore an ‘identity’?  This is where I will be able to independently verify my car’s AI identity history, and not just my car, but every car of the same type, to ensure that my car is not being driven by HAL from the film 2001. I see such systems as increasingly important as more and more AI based ‘identities’ enter our lives.

When can we expect an MVP and/or a full product?

DS: We expect the Air Platform to be live and ready for use by the end of 2017.

Einschätzung

Meiner Meinung nach bietet das ICO aus verschiedenen Gründen eine durchaus vielversprechende Gelegenheit. Digitale Identität stellt möglicherweise den „besten“ Anwendungsfall für Blockchaintechnologie dar, da hierdurch erst eine Vielzahl von weiteren Use Cases, wie Identifikation und Bezahlung im Onlinehandel, ermöglicht werden. Air arbeitet aktuell schon an Anwendungsfällen für Healthcare und Zugriffsrechte.

Mit dem aktuell stark schwankenden Bitcoinpreis entspricht das 4370 BTC Cap von Air einem Gegenwert von etwas über (4370 * 1980€ =) 8,65 Mio. Euro. Mit einer Marktkapitalisierung von 8,65 Mio. Euro würde sich das Projekt aktuell auf Platz 95 der Kryptoprojekte auf Coinmarketcap befinden. Ich empfehle jedem Leser einmal den Link anzuklicken und sich selbst ein Bild zu machen, ob Air bei den Projekten mit einem Cap von ca. 8-9 Mio. Euro richtig liegt oder ob noch Luft nach oben besteht. ICOs mit geringem Cap bieten prinzipiell die Möglichkeit höherer prozentualer Zuwächse im Vergleich zu ICOs mit höherem Fundingvolumen. Beispiele hierfür sind Next (etwa x1600 in BTC bzw. x4600 in Dollar seit dem ICO), Foldingcoin oder in näherer Vergangenheit Spectrecoin. Diese Projekte stellen allerdings seltene Perlen dar, da vergleichsweise viel mehr Projekte mit niedrigem Funding untergegangen sind. Aus diesem Grund halte ich es für prinzipiell sinnvoll in mittelgroße Projekte mit einem ICO Cap zu investieren. Hier besteht ein geringere Ausfallwahrscheinlichkeit aber es gibt viel Raum für Wachstum. Ich denke, dass Air kurzfristig eine Marktkapitalisierung von mindestens 20 Millionen Euro erreichen kann, wodurch sich ein ICO-Investment mehr als verdoppeln würde. Die Token werden kurzfristig nach dem ICO handelbar sein, weshalb die Möglichkeit besteht, dass XID schnell auf Exchanges gelistet wird. Sämtliche relevanten Börsen führen Omnitoken (wie beispielsweise Maidsafe oder Tether Dollar), sodass eine Integration leicht vonstatten gehen sollte.

Das Unternehmen Sphre arbeitet mit Air an einem Anwendungsfall, der jedem Mensch auf der Welt Vorteile bringen kann. Aus diesem Grund halte ich viel von dem Projekt und werde am ICO teilnehmen. Air stellt verschiedene neue Eigenschaften eines ICOs dar, was zusätzlich zu Aufmerksamkeit führen wird: Erster ICO zum Thema Digital Identity und erstes ICO Projekt auf Hyperledger. Ich sehe sowohl kurzfristiges als auch langfristiges Ertragspotential bei dem Projekt. Eine Strategie kann sein, auf einen kurzfristigen Preisanstieg zu warten, das initiale Investment abzuziehen, und in Folge mit sogenannten “Free Bags” restliche XID Token langfristig zu halten.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in oben genannte Kryptowährungen selbst investiert.