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Santiment: Die Daten- und Informationsplattform für die Kryptomärkte

Santiment arbeitet daran eine Daten- und Informationsplattform für Kryptomärkte zu erstellen, über die sich User frei ihre relevanten Datengrundlagen zusammenstellen können. Am ehesten lässt sich dies mit den Geschäftsmodellen von Bloomberg oder Thomson Reuters vergleichen. Santiment wird am 04.07.17 einen ICO abhalten. Im Folgenden wird ein Überblick zu Santiment und dem anstehenden ICO geliefert und abschließend eine persönliche Einschätzung zu diesem gegeben.

Santiment

Santiment baut eine Plattform für jegliche Form von relevanten Daten im Bereich der Kryptomärkte. User können auf bestimmte Features kostenfrei zugreifen und detaillierte, beziehungsweise spezielle Daten mit Hilfe des Santiment Tokens (SAN) erwerben. Dies erfolgt mittels sogenanntem Staking, das heißt, dass Token für eine bestimmte Zeit weggeschlossen werden um so zusätzlichen Wert zu generieren. Kurz gesagt kann ich beispielsweise 100 SAN staken um neben den kostenfreien Daten ebenfalls spezielle Informationsgrundlagen freizuschalten. Hierdurch wird freies Supply weggeschlossen, was zu einer Knappheit auf dem freien Markt führt. Je mehr Anwender ihre Token staken, desto höher wird auch der Preis von SAN-Token sein.

Als Kunden der Plattform identifiziert das Projekt drei verschiedene Arten von Usern:

  1. Professionelle Krypto-Trader und -Investoren (z.B. Hedge Funds oder sogenannte Whales)
  2. “Normale” Krypto-Trader und -Investoren (z.B. mich)
  3. Externe Daten- und Informationsanbieter (z.B. Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen)

Alle diese drei Arten von Usern sind auf der Suche nach aussagekräftige Daten und Informationen, wenngleich unterschiedlich in Form, Detailschärfe und Menge. Normale Krypto-Trader können auf freie Informationen zugreifen oder aber SAN Token staken um auf weitere persönlich ausgewählte Information zuzugreifen. So kann sich jeder Trader und Investor sein persönliches Santiment-Terminal zusammenstellen, auf dem relevante Daten oder Feeds angezeigt werden. Genauso verhält es sich für professionelle Investoren. Diese können ihrerseits relevante Informationen anzeigen lassen und müssen hierfür voraussichtlich eine höhere Anzahl an SAN staken. Die dritte Gruppe der Kunden umfasst beispielsweise Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen, welche selbst SAN staken um ihrem Kundenstamm Zugriff auf Santiment-Daten zu ermöglichen. Als Beispiel kann hier Iconomi aufgeführt werden, welches frühzeitig in Santiment investiert hat – wahrscheinlich um Iconomi Kunden auf die Daten der Santiment Plattform zugreifen lassen zu können. So baut Santiment eine anpassbare Plattform, auf der jeder Nutzer sich seine Daten individuell zusammenstellen kann.

utility

Im Februar 2017 hat Santiment in einem Presale 18% der Token verkauft. Die dort gesammelten Mittel hat das Team genutzt um eine App zu entwickeln, welche sich aktuell in der Alpha Version befindet. Diese umfasst zum jetzigen Zeitpunkt unter anderem bereits Charts mit historischen Preisentwicklungen verschiedener Coins und ein krypto-finanzielles Spiel, welches Daten für die Sentimentanalyse zukünftiger Preisentwicklungen von Kryptowährungen sammelt. Santiment plant ein Terminal, wie es beispielsweise Bloomberg für “reguläre” Märkte anbietet, das sowohl im Browser als auch mobil aufzurufen ist. Die bereits zu weiten Teilen entwickelte App verkürzt daher das Zeitfenster der notwendigen zukünftigen Entwicklung.

santiment Terminal

Um den Zugang zur Plattform zu erleichtern kann der Zugang zu bestimmten Kanälen von Marktinformationen ebenfalls durch Euro oder Dollar erkauft werden. Kanäle können beispielsweise ICO-Analyse, Marktinformationen oder rechtliche Updates umfassen. Neben offiziellen Santiment-Kanälen können ebenfalls Partner Kanäle erstellen um ihre relevanten Informationen zu Verfügung zu stellen und gegebenenfalls zu verkaufen. Außer Kanälen werden ebenfalls Datafeeds angeboten, welche spezielle Einblicke beziehungsweise Muster von Kryptomärkten offenlegen. Solche Feeds können beispielsweise auf Sentimentanalyse basieren und Informationen hinsichtlich der Volatilität, Akkumulation oder Trollboxen liefern.

Ein weiteres, meiner Meinung nach äußerst relevantes, Feature ist die “Sanbase”. Diese soll eine Art Wikipedia für Kryptoprojekte und -währungen werden. Researcher und Partner von Santiment recherchieren hierzu relevante Informationen, stellen diese bereit und aktualisieren diese sobald es möglich ist. Nutzer des Netzwerks können Änderungen und Updates vorschlagen beziehungsweise bemängeln, sodass eine Art Wikipedia für Kryptomärkte entsteht. Ein gewissen Maß an zentraler Verwaltung ist hier allerdings notwendig um Missbrauch auszuschließen und Researcher für ihre Arbeit entlohnen zu können. Die Umsetzung einer solchen Lösung begrüße ich sehr, da ich selber bezeugen kann, wie aufwendig und kleinteilig die Recherche einzelner Projekte sein kann.

Im kürzlich veröffentlichten Whitepaper Draft wird das Projekt detailliert erläutert und eine Roadmap aufgeführt. Für das jahr 2017 werden neben der Durchführung des Crowdsales und der Veröffentlichung des Whitepapers  die Veröffentlichung der App sowie der Erstellung zweier erster Datafeeds (Preishistorie und Slack-Sentimentanalyse) geplant. Bis in das Jahr 2018 sollen über 200 Datafeeds, diverse Informationskanäle und verschiedene Sentiment-Tracker in die Plattform integriert werden.

ICO

 

santiment ico verteilungAm 04.07.2017 startet Santiment den Verkauf 54% der kompletten Token des Netzwerks in einem ICO. 18% der Token wurden bereits im Februar im Presale verkauft und 18% behält das Team ein. Die restlichen 10% verteilen sich auf Network Rewards (also Ausschüttungen bestimmte Teilnehmer im Santiment Netzwerk) und Berater/Partner. Somit werden insgesamt 72% aller Token öffentlich ausgeschüttet, was im vergleich zu anderen aktuellen ICOs ein vergleichsweise hoher Wert ist.

SAN ist ein Ethereum-Token, der folglich über einen Smart Contract zum Preis 1 ETH = 1000 SAN verkauft wird. Hierbei ist ein minimales Cap von 15.000 ETH und ein maximales Cap von 45.000 ETH festgelegt. Aktuell entspricht das MaxCap somit etwa $15,2 Millionen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen ICO-Mania at Santiment einen dreistufigen Plan für den Verkauf der Token geplant. So soll effektiv ausgeschlossen werden, dass einzelne Investoren sehr große Positionen kaufen und eine unvorteilhafte Distribution auftritt (wie es beispielsweise beim BAT ICO der Fall war). In der ersten Stufe können Mitglieder der Santiment Community einen Teil des ICOs kaufen. Hierzu müssen sie sich auf eine Whitelist eintragen und einen minimalen und einen maximalen Betrag ihres Investments angeben. Am Whitelisting-Prozess kann aktuell noch jeder partizipieren. Hierzu muss man Mitglied im Santiment Slack (Link) sein und den santiment Newsletter abonniert haben (Link). Mittels dieser Informationen kann man sich dann eintragen. Die zweite Stufe des ICO (25-35% des Crowdsales) wird über den Cofound.it Priority Pass abgewickelt. Cofound.it hat vor kurzem selbst einen ICO durchgeführt und versteht sich als Plattform für Blockchain Venture Capital. Im dritten Schritt wird der Crowdsale dann vollkommen für alle Teilnehmer geöffnet.

Einschätzung

Kryptomärkte erfreuen sich aktuell einem so hohen Wachstum, dass einzelne Exchanges am absoluten Limit ihrer Kapazitäten operieren und nicht mehr mal weitere Coins adden können. Meiner Einschätzung nach ergibt sich für Santiment schon jetzt ein sehr großer Kundenstamm, welcher ohne Probleme die langfristige Profitabilität des Netzwerks gewährleisten kann. Dies ist allerdings selbstverständlich klar abhängig von der Güte der angebotenen Informationen. Tatsächlich existieren diverse Nischenanbieter, die einzelne Aspekte der Santiment Produkte abdecken, allerdings fehlt ein übergreifender Anbieter. Meiner Meinung nach bietet das Projekt eine äußerst vielversprechende Chance frühzeitigen Zugriff auf eine überlegene Informationsgrundlage zu gewinnen. Sobald der tatsächliche Mehrwert der Plattform der breiten Masse klar wird, wird zu einem Netzwerkeffekt kommen und mehr und mehr Nutzer werden die Produkte aufrufen und selbst Produkte generieren. Hierdurch werden die vorliegenden Daten zunehmends besser, wodurch wiederum weitere Nutzer gewonnen werden. Da Datenzugriff über Staken der Token erzeugt wird, führt eine höhere Nutzung des Netzwerks zu einer zunehmenden Knappheit von SAN – und folglich einem steigenden Wert der Token.

Als Alpha-Tester der App und nach diversen persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Mitgliedern des Santiment Teams bin ich der vollen Überzeugung, dass sie die gesetzten Ziele erreichen können.

Sehr angenehm finde ich, dass Santiment einen “normalen” ICO ohne Unwägbarkeiten durchführt. So gibt es kein Hidden Cap wie bei Projekten wie Status oder Bancor, sondern die maximale Funding-Höhe ist mit 45.000 ETH klar. Das Cap entspricht einer geeigneten Höhe, sodass das Santiment-Team wachsen kann, das Produkt entwickelt werden kann und zeitgleich noch viel Raum für Wachstum besteht. Hier ist ein Multiplikator von x2-x3 absolut vorstellbar, allerdings sind auch deutlich höhere Zuwächse denkbar.

Zusammengefasst halte ich Santiment für ein äußerst vielversprechendes Projekt, dessen geplanten Produkte ich aktuell klar vermisse. Mit zunehmenden Nutzerzahlen wird immer mehr Supply zwecks Staking weggeschlossen, wodurch es durchaus lohnend sein könnte, dieses frühzeitig zu erwerben.

 

Disclaimer: Der Autor arbeitet mit Santiment in beratender Tätigkeit zusammen (Link) und ist selbst in oben genannte Kryptowährungen investiert.

Firstblood ICO innerhalb von zwei Minuten ausverkauft!

maf7107booklet.inddDie gestrige Nachtschicht hatte sich für die meisten Europäer nicht ausgezahlt: Als sie um kurz vor 2:00 Uhr über Ethereum in das ICO von Firstblood.io einkaufen wollten, war es für die meisten zu spät. Nur ganz wenige hatten das Glück ihre Zeichnungs-Order innerhalb von nur 4 Blöcken zu platzieren. Neben zeitlicher Schnelligkeit war es noch nötig die Gebührenhöhe zu vervielfachen um die eigene Transaktion vor den Konkurrenten durchzubekommen. Damit hat Firstblood.io in meinen Augen einen neuen ICO-Rekord aufgestellt: 5.5 Millionen Dollar in nur zwei Minuten. Dann war das Zeichnungsfester dicht und keine Transaktion wurde mehr bestätigt. Die Zeichnung selbst verlief vollautomatisch über einen Ethereum Smart Contract. Dieser stellte automatisch ab, nachdem das Limit von 465‘313 ETH erreicht worden war. Der krumme Etherbetrag entsprach dem exakten Kurs von 5.5 Millionen Dollar beim Zeichnungsbeginn.

Um was handelt es sich bei Firstblood.io denn? Ich werde nicht zu sehr ins Detail gehen, da wir ja keine Chance haben mehr haben sie zu zeichnen. Und im Nachhinein zum 4x oder 5x an einer Altcoinbörse, darauf werde ich mich nicht einlassen. Ich hatte den schnellen Ausverkauf bereits vermutet, so dass ich bewusst nicht über dieses interessante ICO gebloggt habe, da ich sonst mit vielen enttäuschten Lesern gerechnet hätte, welche sich sinnlos die Nacht auf den Montag um die Ohren geschlagen hätten. Das hatte den Grund, da bereits die chinesische Kryto-Börse yunbi sich rund 90% der Anteile gesichert hatte. Es gingen also nur noch rund 500‘000 Dollar in den freien Verkauf und innerhalb der ersten Stunde lockte noch ein Bonus von 70%, was die Nachfrage zusätzlich anheizte. Aus der sogenannten Power-Hour wurde so nur eine „Power-Minute“. Bei Firstblood handelt es sich um eine Plattform, welche E-Sport-Events über die Blockchain ermöglichen will. Ein riesiger Markt, insbesondere in Asien. Das Team stammt auch überwiegend aus Asien, was zu der für uns unglücklichen Zeichnungs-Startzeit in tiefster Nacht geführt hatte.

Fazit: Für mich zeigt sich hier, wie schnell und erfolgversprechend ICOs über Ethereum Smart Contracts durchgeführt werden können. Das war ja nicht das erste Mal, auch Digix oder der DAO zogen ja Kapital an wie ein Magnet. Für mich ist das trotz der andauernden Attacken ein sehr bullisches Signal für Ethereum (ETH). Ich weiss um weitere interessante Neuemissionen, welche in den nächsten Monaten über Ethereum Kapital sammeln wollen. Und auch hier deuten sich Millionenerfolge an. Und um an diesen Neuemissionen partizipieren zu können, braucht man Ethereum und zwar ETH – nicht Ethereum Classic. Ich stufe deshalb trotz der aktuell widrigen Umstände Ethereum von Halten auf Kaufen herauf mit einem mittelfristigen Kursziel von über 0.03 BTC, behalte meine negative Einschätzung für Ethereum Classic aber weiterhin bei.

PS: Das richtige Logo von Firstblood sieht so aus:
firstblood

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Ethereum Classic Nachschlag für DAO-Investoren

ETCDie DAO-Investoren können sich auf eine Ausschüttung in Ethereum Classic freuen. Nachdem bereits vor einigen Wochen der Umtausch im Originalverhältnis von 100 DAO in 1 ETH über die Bühne ging, wobei selbst Altcoinbörsen wie Poloniex den Umtausch übernahmen, bekommen DAO-Investoren nun Dank der sogenannten Whitehat-Hackertruppe auch einen Nachschlag in ETC. Das war möglich, da die Whitehats Teile des DAO auch unter dem ETC-Chain unter ihre Kontrolle brachten. Hier ist das optisch sehr schön dargestellt. Man muss sich einfach an die doppelte Sichtweise gewöhnen, es gab nach dem Fork von ETH/ETC den DAO eben auf beiden Chains. Und zunächst schien vieles darauf hinzudeuten, dass DAO-Investoren auf Ethereum Classic komplett verzichten müssten.

Wie kommt man als DAO-Investor an Ethereum Classic? Zunächst einmal ist völlig egal, ob man den DAO im Moment noch hält, logischerweise haben die meisten Investoren ihre DAO-Kontrakte bereits zu Beginn August in Ethereum (ETH) umgewandelt. Wichtig ist nur die DAO-Kontrakte zum Zeitpunkt des Forks am 20. Juli gehalten zu haben. Wer den DAO über die gängigen Altcoinbörsen wie Poloniex, Bittrex oder Kraken erworben hat, konnte sich über eine automatische Ausschüttung freuen, die bereits in den letzten Tagen stattgefunden hat. Wer wie ich den DAO über das Ethereum-Mist-Wallet gezeichnet hat, muss hingegen etwas Zeit investieren:

Zunächst einmal ist es wichtig sich Ethereum Classic herunterzuladen, sofern man es noch nicht installiert hat. Dies ist hier zu bekommen. Wenn die Wallet synchron ist müssen dann die hier erklärten Schritte durchgeführt werden. Es ist nicht schwierig, ich glaube ich habe es in gerade einmal zwei Minuten geschafft (Copy & Paste). Als Dank für ihren Einsatz habe ich den „DAO-Whitehats“ auch 5% gespendet, ich finde das gehört sich. Denn sie haben einen guten Job gemacht, ungefähr 60% der ETC welche im DAO lagen, bekam ich so zurück. Insgesamt bekommt ein DAO-Investor nun für 100 DAO Anteile 1 Etherum und ungefähr 0.6 ETC. Das sind beachtliche Summen, die hier an die Investoren zurückfliessen, schliesslich weist jedes ETC aktuell immerhin einen Marktwert von 1.41 Dollar auf.

Fazit: Die ehrenwerten Gentlemen der Whitehats sorgen dafür, dass für kaum einen DAO-Investor (je nach Einstiegszeitpunkt) ein finanzieller Verlust auf EUR- oder USD-Basis entstanden ist. Das Image von Ethereum wurde dadurch insgesamt aufpoliert. Insgesamt sehe ich ETH wieder positiver. Die Krise wurde rückblickend ordentlich und fair gelöst. Bei ETC behalte ich meine kritische Meinung bei, es kann nur einen geben und das wird der Chain sein, welcher von Vitalik Buterin und seinen vielen Anhängern unterstützt werden wird (ETH). ETC wird als eine Altcoin von vielen enden und sich vermutlich nicht in den Top 10 halten können, trotz großer Twitter-Fangemeinde.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Poloniex: Umtauschmöglichkeit für DAO in Ethereum

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Die größte und bedeutendste Altcoinbörse Poloniex bietet jetzt den Umtausch von „The DAO“ in Ethereum (ETH) an. Dieser Umtausch ist selbstverständlich auch über die Mist-Wallet und andere ETH-Clients möglich. Und von dort auch sicherer, allerdings auch schwieriger, was diese Anleitung zum Umtausch von DAO bei Mist zeigt. Poloniex hat das sehr komfortabel und selbsterklärend gelöst. Dazu muss man sich lediglich hier einloggen: https://poloniex.com/dao/ und die Anzahl an DAO zum Umtausch in Ethereum eingeben:
DAO Poloniex
Für 1000 DAO erhält man 10 Ethereum (ETH). Das funktioniert sehr einfach und ist kostenfrei. Wichtig ist natürlich, dass Poloniex nur DAO-Kontrakte umtauschen kann, welche sich in der Wallet bei Poloniex befinden. Der Umtausch ist nach wenigen Minuten erfolgt. Freilich empfiehlt sich bei Poloniex nicht zuviel Ethereum auf Dauer zu lassen (siehe Bitfinex). Lieber auf der eigenen Wallet wie Mist oder als Paper-Wallet.

Noch ein paar Worte zu Ethereum Classic (ETC): Zunächst einmal hier eine Anleitung wie man umsonst an Ethereum Classic kommen kann, sofern man Pre-Fork Ethereum besessen hat. Das funktioniert aber nur bei Pre-Fork Ethereum nicht beim DAO. Wer DAO besitzt wird kein ETC erhalten weil der DAO dort noch ohne Bailout existiert, also quasi leergeräumt bzw. sich im Würgegriff des Hackers befindet. Hier schön beschrieben. Ethereum Classic wird zudem von Ethereum-Chef Vitalik Buterin nicht weiterentwickelt werden. Er wird Ethereum (ETH) treu bleiben, das stellte er unmissverständlich klar. Ich halte den aktuellen Höhenflug von ETC deshalb für ausgereizt; mittelfristig wird ETC nur eine Altcoin von Vielen sein und nicht an die Marktkapitalisierung von Ethereum heran kommen. Der aktuelle Kurs von 0.0049 BTC bzw. 2.70 USD mit einer Marktkapitalisierung von 220 Millionen Dollar sollte zum Ausstieg genutzt werden.

Ethereum (ETH) ist aktuell ebenfalls nur eine Halteposition. Die Unsicherheiten um den DAO und den Fork + ETC müssen zuerst einmal verdaut werden. Zudem dürfte ein gewisser Verkaufsdruck auf Ethereum lasten, da viele DAO-Umtauscher ihre Ethereum nicht behalten werden, sondern wieder in Bitcoin umwechseln werden. Auf der anderen Seite ist das Ethereum-Ökosystem das aktivste neben Bitcoin und besitzt mit Vitalik Buterin eine visionäre Führungspersönlichkeit, welche auch grossen Anklang bei den Medien findet. Die Summe der Fakten ergibt für mich folgendes Bild:
Ethereum (ETH) -> Halten
Ethereum (ETC) -> Verkaufen

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Altcoinmarkt: Rückblick und Ausblick

Nxt Ardor by nxt.org

Die letzten Wochen waren sehr dynamisch an den Altcoinmärkten. Die Volatilität war sehr hoch. Hier eine kleine Zusammenfassung ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ethereum / The DAO: Nach langem hin und her kam letzte Woche der Hardfork, welcher es ermöglicht, dass der DAO ohne Verlust wieder in Ethereum umgewandelt werden kann und der Hacker leer ausgeht (bei Poloniex wird es demnächst den Umtausch geben von DAO in Ethereum, wer es über die Mist-Wallet machen will, hier eine Anleitung dazu). Nicht jeder trug die Entscheidung mit, einige Miner haben den Hardfork zur Abspaltung genutzt, so dass es jetzt zusätzlich noch Ethereum Classic gibt. Die führte zur interessanten Situation, dass nun jeder der Ethereum bei Poloniex deponiert hatte nun auch über Ethereum Classic verfügt. Für mich wird das nur ein kurzzeitiges Zwischenspiel sein, Ethereum Classic bleibt ohne Chance. Auch ich halte die Entscheidung eines „Bailouts“ für den DAO für richtig. Wenn die Community die Chance hat Unrecht zu verhindern, dann ist eben nicht nur der Code das Gesetz. Wir leben nicht in Skynet. Der Code hat nicht immer recht, sondern er wurde von Individuen programmiert, die Fehler machen können. Wenn solche Fehler behoben werden können, dann sollte man es auch entsprechend umsetzen. Freilich ist Ethereum immer noch etwas angeschlagen, es wird einige Monate dauern bis Ethereum für Altcoininvestoren wieder interessant wird. Aktuell aber auf jeden Fall eine Halteposition.

Nxtcoin [Nxt]: In meinem letzten Beitrag kündigte ich die Entscheidung an zwischen Evolution und Revolution. Die Entwickler haben sich nun durchgesetzt und bisher gibt Ihnen der Erfolg recht. Nxt wird also aufgesplittet. Jeder der Nxt hält bekommt im Verhältnis 1 zu 1 noch Ardor hinzu. Dabei werden regelmässig Snapshots der Nxt-Halter zwischen dem 14. Juli und dem 12. Oktober erstellt. Wer in diesem Zeitraum durchgängig seine Nxt hält, bekommt exakt 1 Ardor je Nxt hinzu. Erfreulicherweise haben sich die grössten Altcoinbörsen ebenfalls bereit erklärt dies zu unterstützen. Nxt hat es dabei wieder geschafft in den Fokus zu kommen und die Marktkapitalisierung stieg stark an. Selbst das Forbes Magzin berichtete. Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung 26.5 Millionen Dollar. Das muss noch nicht das Ende sein, aber eine Konsolidierung ist möglich, schliesslich hat sich Nxt seit dem Tief mehr als vervierfacht. Auf jeden Fall zeigt die Weiterenwicklung mit Ardor, dass Nxt lebt und weiterhin eines der interessantesten Crypto-2.0-Projekte ist.

Waves: Waves leidet noch etwas darunter, bei der ICO mit Bitcoin überschwemmt geworden zu sein. Jeder Kursanstieg über das Level von 0.00032 BTC, wird von ICO-Haltern abverkauft. Genau dort befindet sich nämlich der Break-Even, für jemanden der mit 10% Bonus beim ICO investiert hatte. Es war hier richtig beim ICO vorsichtig zu sein. Gleichwohl hat das Waves-Team bisher weitgehend überzeugt. WavesLite als selbstaktualisierende Chrome-App ist sehr benutzerfreundlich. Zudem hat Waves noch zwei Asse im Ärmel: Das Mainnet startet erst noch und wir wohl doch grosse Teile der Nxt-Asset-Exchange anziehen. Zudem steht immer noch das Poloniex-Listing aus, welches ebenfalls einen zusätzlichen Push geben sollte. Beide Faktoren machen Waves derzeit eher zu einer Kaufempfehlung.

Emercoin [EMC]: Hier hat der lange erwartete Pump stattgefunden. An der Problematik, dass es sich überwiegend um eine One-Man-Show handelt ohne nennenswerte Community, hat sich aber nicht geändert. Die aktuelle Marktkapitalisierung von 28 Millionen Dollar ist überzogen (Platz 10), wer jetzt nicht Gewinne mitnimmt, wird es später wohl bitter bereuen.

Und Steem? Der Überflieger der letzten Tage mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 327 Millionen Dollar? Diese Geschichte verdient einen separaten Beitrag, demnächst hier.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Der Bitcoin-Hype von heute ist der Altcoin-Superboom von morgen!

Bitcoin zieht Altcoins hoch
Der Bitcoin marschiert nicht nur, er springt förmlich zu immer höheren Kursen! Vor fünf Stunden wurde mit 715 Dollar ein neues Zwei-Jahres-Hoch erreicht. War die Ursache das bevorstehende Halving, der Kaufdruck aus China, der vielleicht bevorstehende Brexit oder war der Bitcoin einfach reif nach längerer Seitwärtsbewegung? Vermutlich eine Mischung all dieser Gründe. Die Altcoins konnten erwartungsgemäß nur schwer mithalten und haben insgesamt betrachtet auf Bitcoin-Basis weiter an Boden verloren. Der Altcoin-Dax Coinoindex fiel unter die 700 Punkte-Marke und notiert aktuell bei 690 Punkten. Interessant ist allerdings, dass sich dieses Tendenz in den letzten 48 Stunden nicht weiter fortsetzte, trotz weiter steigender Bitcoinpreise. Altcoins scheinen also bereits ihren Boden gefunden zu haben. Die Talsole auf Bitcoin-Basis scheint durchschritten. Ich schreibe auf Bitcoin-Basis; in Dollar oder Euro gerechnet notieren Altcoins oftmals nahe ihrer Allzeithochs.

Und nun wird es interessant: Bereits heute konnte sich das Bild umkehren. Der Bitcoin stieg auf Tagesbasis knapp 6%, Ethereum und der DAO legten um 14% zu:
Bitcoin Ethereum Marktkapitalisierung
Die Situation an den Altcoinmärkten kann man aktuell mit einem Katapult vergleichen, welches voll angespannt ist und nur noch eines Auslösers bedarf. Dazu reicht zum Beispiel bereits eine leichte Abkühlung des aktuellen Bitcoin-Höhenfluges und an diesem Tag wird der breite Altcoinmarkt um mindestens 20% steigen. Der Coinoindex wird mittelfristig die Marke von 1’000 Punkten zurückerobern. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit. Die Bitcoin-Gewinne von heute sind die Altcoin-Gewinne von morgen!

Wo sollte man sich aktuell positionieren: Als Ethereum-Bulle muss ich natürlich auf Ethereum und den DAO (faktisch ein Ethereum-Derivat) hinweisen. Beide sehe ich bei über 0.03 Bitcoin nach dem Anstieg. Vergessen wir nicht dass Ethereum neues Geld anzieht wie ein Magnet; hierzu reichen bereits die überschwänglichen Presseberichte mit denen die Massenmedien uns in den nächsten Tagen beglücken werden. Wir werden viele neue Anleger an den Märkten sehen und die meisten werden Ethereum als zweite Kryptowährung erwerben. Ebenfalls Potential sehe ich für Dash, Lisk, Counterparty, Nem, Emercoin und Factom. Auch das WAVES-ICO sollte einen guten Verlauf nehmen, allerdings werden die Zeichnungsgewinne deutlich schmaler als bei Lisk ausfallen. IOTA wird ebenfalls eine zweistellige Millionenmarktkapitalisierung erreichen, allerdings wird ein Börsenstart nicht innerhalb der nächsten zwei Wochen erwartet.

Schlechter sieht es für „yesterday’s heroes“ aus: Die typischen BTC-e Altcoins um Peercoin, Litecoin, Novacoin, Namecoin und Primecoin werden im aktuellen Altcoinboom keine entscheidende Rolle mehr spielen. Neue Besen kehren gut gilt hier leider für die „alten Alts“. Aber mit den restlichen Altcoins sollten insgesamt betrachtet deutliche Kursgewinne zu erzielen sein.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Bitcoin-Ausbruch wird dem Altcoinmarkt helfen!

Bitcoin-Bullmarket @cointelegraph 
Interessanterweise gibt es im aktuellen Krypto-Bullenmarkt auf kurzfristiger Basis eine äußerst hohe Korrelation zwischen Bitcoin-Anstiegen und Altcoin-Kursverlusten. Dies war Ende 2013 nicht der Fall, bei dem stetig steigende Bitcoin-Notierungen zu noch deutlich höheren Altcoinkursen führte. Wenn damals der Bitcoin um 3% anzog konnte man bei Litecoin eine Kursentwicklung von ungefähr 10% erwarten.

Im aktuellen Bitcoin-Bullenmarkt, der wie ein Gewitter über uns hereinbrach (fast 100 Dollar-Anstieg in der Spitze innerhalb von fünf Tagen) wurden die Altcoins allerdings ziemlich gerupft. Abzulesen am „Altcoin-Dax“ Coinoindex welcher innerhalb einer Woche um knapp 20% verlor. Nahezu zu einem Spiegelbild der Bitcoin-Preisentwicklung hat sich Ethereum entwickelt: Geht es beim Bitcoin hoch, fällt Ethereum, im Gegenzug, wenn Bitcoin verliert, steigt Ethereum. Kurzsichtige Zeitgenossen interpretieren daraus folgendes: „Der starke Bitcoin schadet den Altcoinmärkten“.
Allerdings: Nichts könnte falscher als das sein. Wichtig für Altcoins sind für mich sogenannte Leuchtfeuer. Das sind Storys und Nachrichten, die über die überschaubare Kyptoszene hinausragen und damit zumindest das Potential aufweisen, die restlichen 99.9% der Bevölkerung zu erreichen. Das war zum Beispiel der Fall als Ethereum die Markkapitalisierung von über einer Milliarde geknackt hat oder auch beim DAO (Stichwort Titelseite New York Times). Und auch der aktuelle Bitcoin-Kursanstieg schafft wieder News (Handelsblatt heute) . Und diese News bringen uns mittelfristig neue Investoren. Und das ist auch wichtig, es gibt in Deutschland vermutlich mehr Ü-Eier-Sammler, Planespotter, Synchronschwimmer oder Buddelschiff-Bauer als Altcoinvestoren.

Und das Spiel beginnt dann oft wie folgt: Zaghafte Investition in Bitcoin. Nach einigen Wochen dann erste Versuche mit der ersten Altcoin (früher Litecoin, heute Ethereum). Nach einiger Zeit dann größere und breitere Investitionen in den Altcoinmarkt. Das ist natürlich ein Musterbeispiel, viele bleiben beim Bitcoin „hängen“. Wichtig ist mir aber dabei folgendes: Aktuell haben alle Altcoins zusammen eine Markkaptialisierung von 2.1 Milliarden Dollar. Der aktuelle Bitcoin-Hype wird den Effekt haben, dass wir hier in wenigen Monaten bereits bei 3.0 Milliarden Dollar stehen werden. Die Verluste innerhalb der letzten Tage sind die Kursgewinne von morgen! Der aktuelle Cryptobullenmarkt ist weiterhin völlig intakt und wird den Investoren noch viel Freude bereiten.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Bitcoin, Ethereum und den DAO investiert

Götterdämmerung: Ethereum triumphiert – Bitcoin wankt

Ethereum Banner @Cointelegraph.com

Der Siegeszug von Ethereum nimmt kein Ende: Gehörte die Coin bereits seit Dezember zu den großen Gewinnern, konnte Ethereum Ende Januar an Litecoin vorbeiziehen. Damals brachte Ethereum die stattliche Marktkapitalisierung von 170 Millionen Dollar auf die Waage. Wer hätte damals gedacht, dass dieser Anstieg noch steiler werden würde? Nahezu ohne jeden Rücksetzer oder nur den Hauch einer Konsolidierung schießt Ethereum heute auf eine Marktkapitalisierung von 950 Millionen Dollar, die Milliarde fest im Visier. Ein Ether kostet aktuell 12.25 Dollar. Nur um die Dimensionen zu verdeutlichen: Der Kurs war vor zwei Monaten noch bei unter einem Dollar. Was wir aktuell erleben wird nicht nur Altcoin-Geschichte schreiben. Litecoin war zwar im November 2013 noch etwas höher (kurzzeitig eine Milliarde Dollar), damals war aber ein Bitcoin-Bullenmarkt. Hier ist es umgekehrt: Ethereum steigt weil enorm viel Geld aus dem Bitcoin in Ethereum umgeschichtet wird. Der Bitcoin schwächelt momentan. Und auf einmal ist der Abstand gar nicht mehr so massiv: Aktuell ist der Bitcoin nur noch gut das Sechsfache von Ethereum wert. Das ist der geringste Vorsprung, welcher er einer Altcoin gegenüber je hatte. Ethereum ist zudem die erste Altcoin, der es gelingt, massiv frische Gelder zu gewinnen, die vorher nicht in der Kryptolandschaft investiert waren. Ethereum hat mit Vitalik Buterin ein Gesicht:

Vitalik Buterin @Cointelegraph.com
Vitalik Buterin @Cointelegraph.com

Ein Gesicht welches die Medien lieben, während der Bitcoin zurzeit nur durch den Streit wegen der Blocksize Schlagzeilen macht. Aktuell sieht der Bitcoin gegenüber Ethereum ziemlich alt aus.

Aber wie heißt es so schön: „Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.“ Ethereum hat aktuell noch nicht die Infrastruktur, welcher der Bitcoin aufweist. Fast jede Großstadt hat Bitcoin-Automaten und es gibt viele Akzeptanzstellen. Zudem darf man bei aller Euphorie nicht vergessen, dass das Ethereum-Team im Januar mit Gavin Wood, einen ihrer bisherigen Hauptprogrammierer verloren hat. Auch ist bei Ethereum noch vieles nicht verwirklicht, was versprochen wurde. Die Visionen von Vitalik Buterin sind groß, es fehlt aber größtenteils noch die Praxisumsetzung. Wichtig auch zu erwähnen, dass Ethereum gegenüber dem Bitcoin eine relativ große Inflation aufweist. Ethereum weist eben kein festes Coinlimit auf, durch den Umstieg auf Proof-of-Stake wird sich der Anteil von Ethereum jedes Jahr weiter erhöhen, während beim Bitcoin bei 21 Millionen definitiv Schluss sein wird.

Und nicht zu vergessen: Ethereum ist wie Bitcoin eine klassische Blockchain-Coin. Was ist aber, wenn die Zukunft von Coins ohne Blockchain dominiert wird, wie jetzt z.B. mit IOTA ein Vertreter an den Start geht? Für mich ist IOTA deshalb die erste 3.0 Coin.
Vieles ist noch offen, es bleibt auf jeden Fall spannend. Vielleicht sogar spannender als in den verrückten Monaten um den Jahreswechsel 2013/14.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Ethereum und IOTA investiert.

Ethereum schreibt Geschichte und verdängt Litecoin als führende Altcoin

Gestern war ein historischer Tag in der noch jungen Altcoin-Geschichte. Seit über vier Jahren thronte Litecoin unangefochten an der Spitze aller Altoins (Ripple ist für mich ein zentralisiertes Zahlungssystem, keine klassische Altcoin). Nun ist Ethereum mit großem Momentum fulminant vorbei gezogen. Lag die Marktkapitalisierung von Ethereum vor einem Monat noch bei 66 Millionen Dollar, schnellte sie nun hoch auf 170 Millionen, während Litecoin bei 138 Millionen vor sich her dümpelt. Ein Ether kostet jetzt 2.21 Dollar.

Vitalik Buterins Team muss freilich noch liefern. Momentan verspricht Ethereum Vieles, aber es ist eben auch das meiste davon noch in Entwicklung und nicht fertig. Was die Märkte aber elektrisiert hat ist die  Zusammenarbeit mit Microsoft beim Blockchain-Netzwerk Azure. Ethereum scheint in Zusammenarbeit mit Microsoft in der Lage zu sein, die Blockchain zu einem interessanten Geschäftsmodell zu machen.

Ähnliches bewegte die Märkte beim kleineren Wettbewerber NEM. NEM war bis zum Dezember stetig gefallen und längst aus den Top 20 aller Altcoins heraus gefallen. Die Markkapitalisierung betrug nur noch eine Million Dollar. Dann kam die Ankündigung, dass der Blockchain von NEM von zwei japanischen Unternehmen eingesetzt werden würde. Auf einmal zeigte sich die Praxistauglichkeit von NEM und der Kurs erhob sich wie ein Phönix aus der Asche. Er vervierfachte sich innerhalb von einem Monat und liegt jetzt bei vier Millionen Dollar.

Welche Lehren ziehen wir daraus: Zunächst einmal bestätigt sich meine lange gehegte Vermutung, dass Litecoins Führungsstellung nur aus der Vergangenheit heraus zu erklären ist und damit eine Rückeroberung des Altcointhrons unwahrscheinlich geworden ist. Im Gegenteil, weitere innovative Altcoins werden an Litecoin im Laufe der Zeit vorbei ziehen. Die starken Kursanstiege (welche nicht nur Ethereum und NEM betrafen, auch Dash, Factom und ettliche weitere konnten profitieren) zeigen aber auch, dass wir uns in einem erneuten Bullenmarkt für Altcoins befinden. Der Coinoindex (der Dax der Top 20 Altcoins) stieg seit Mitte Dezember um rund 25% auf aktuell 610 Punkte.

Es handelt sich aber um einen sehr selektiven Bullenmarkt. Die Investoren sind nicht mehr so naiv wie vor 2-3 Jahren, als alle Altcoins gleichmäßig vom Bullenmarkt profitieren konnten. Es wird sehr selektiv investiert und das wichtigste Kriterium ist: Kann diese Altcoin in der richtigen Wirtschaft Verwendung finden? Und das ist natürlich auch gut und richtig so. Ethereum nimmt dabei eine wichtige Eisbrecherstellung wahr, da Vitalik Buterin ein Medienliebling ist. Die verstärkte Berichterstattung wird dabei helfen, dass insgesamt mehr Geld in die Altcoinmärkte fließen wird. Dieses Kapital wird Treibstoff sein für diesen neuen Bullenmarkt. Und Altcoins welche eine konkrete Verwendung in der Realwirtschaft versprechen (zum Beispiel im Internet der Dinge), werden die größten Nutznießer dieses Geldsegens sein.