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Decentraland: Virtual Reality Plattform auf Ethereum

Decentraland arbeitet an einer VR (Virtual Reality) Plattform, welche auf der Ethereum Blockchain läuft. Anwender können virtuelles Land kaufen und auf diesem Inhalte gestalten, welche sie dann wiederum verkaufen können. Am 17. August startet das Projekt seinen ICO. Ich muss zugeben, dass ich das Projekt auf den ersten Blick nicht ernst genommen haben, auf den zweiten Blick halte ich es aber für äußerst interessant.

Decentraland

Die Idee von Decentraland ist es ein virtuelles Ökosystem zu erstellen, welches komplett im Besitz seiner Community ist. Zum jetzigen Zeitpunkt sind vergleichbare Ökosysteme in der Hand von einzelnen Unternehmen, wodurch hohe gebühren, Restriktionen und Willkür. Durch Nutzung der Ethereum Blockchain als Basistechnologie kann volle Transparenz sichergestellt werden. Virtuelles Land (LAND) wird über Smart Contracts zur Verfügung gestellt. Somit erhalten die jeweiligen Entwickler von Anwendungen auch die vollständige Vergütung für ihre Arbeit und müssen keine Gebühren an einen Provider zahlen.

Bei LAND handelt es sich um eine endliche und einmalige Ressource, die beispielsweise mit Ethereum Name System (ENS) Domains vergleichbar ist. Somit wird der grundlegende Preis von LAND bei zunehmender Nachfrage steigen. Besitzer von LAND können jegliche Form von Content darauf verankern. Hierbei könnte es sich beispielsweise um statischen 3D-Content oder virtuelle Shops handeln.

Für Anwendungen im Decentraland-Ökosystem lassen sich jede Menge Beispiele aufzählen. So können beispielsweise Anwendungen im Bereich Gaming oder Gambling erstellt werden, welche diverse Features, wie virtuelle Objekte, Texturen, Klänge, Zahlungen etc. besitzen können. Jeglicher Content kann angepasst oder verändert werden, wodurch sich eine Art Wettbewerb entwickeln wird. Da Advertising auch in Decentraland möglich ist, kann beispielsweise eine virtuelle Kopie des Time Square in New York programmiert werden, woraus Werbende den Besitzer des LAND für Anzeigen bezahlen.

Auf der technischen Seite besitzt das Decentraland-Protokoll drei verschiedene Layer:

  • Auf dem Consenus Layer wird Besitz sichergestellt.
  • Auf dem Land Content Layer wird sichergestellt, dass sie virtuelle Assets in das System laden lassen.
  •  Auf dem Real-time Layer können User direkt miteinander interagieren.

Das Team hat bereits eine Demoversion fertiggestellt und eine Roadmap veröffentlicht. Hierfür und für mehr Informationen kann man sich das Whitepaper oder die Website ansehen.

Team

team decentraland

Das Team von Decentraland liest sich sehr beeindruckend, da hier sehr viel Blockchain-Expertise zu finden ist. Esteban Ordano und Manuel Araoz sind beide Co-Founder von Open Zeppelin, dem möglicherweise geachtetsten Untenehmen für Smart Contract Auditing. Open Zeppelin hat unter anderem die Crowdsale Contracts von Projekten wie Golem, Brave order Blockchain Capital auf Herz und Nieren überprüft. Zusätzlich gehen aus dem Decentraland weitere Blockchain-Projekte und -Lösungen, wie Proof of Existence, Streamium oder Bitcore hervor. Adviser des Projekts sind außerdem namenhafte Größen, wie Luis Cuence (Gründer Aragon) oder Jake Brukhman (Gründer CoinFund). Alles in allem versammelt sich bei Decentraland ein enormes Blockchain-Wissen, mit einem Team, das weitläufige Kontakte hat.

ICO

ico distribution

Am 17. August startet Decentraland seinen ICO, in dem 40% aller MANA Tokens verkauft werden. LAND ist ein unbewegliches digitales Asset und kann mittels MANA (1000 MANA = 1 LAND) erworben werden.

 

bonus levels

Der ICO hat ein Cap bei $20 Mio. und besitzt verschiedene Bonusstufen, die von 40% Bonus bis auf 0% im Zeitverlauf absinken.

 

 

Was ich von dem Projekt halte

Ich muss zugeben, dass ich das Projekt auf den ersten Blick nicht wirklich ernst genommen habe. Dies hat sich nach einem zweiten Blick allerdings geändert. Aus diesem Grund kann ich allen Lesern nur empfehlen, sich etwas genauer mit Decentraland zu beschäftigen (beispielsweise 1-2 YouTube Videos gucken). Meiner Meinung nach kann Decentraland durchaus zu einem sehr großen und erfolgreichen Projekt heranwachsen, was auch an der Güte des Teams liegt.

VR Hardware und Software wird im Zeitverlauf immer günstiger und zeitgleich besser werden, weshalb kein Zweifel besteht, dass der VR-Markt wächst. Unter den Lesern des Altcoinspekulanten herrscht wahrscheinlich ebenfalls die Meinung, dass der Blockchain-Markt ebenfalls weiter wächst. So befindet sich Decentraland ist zwei starken Wachstumsmärkten und bietet Investoren so die potentielle Möglichkeit das Wachstum beider Märkte mitzunehmen. Die Kombination der Technologien VR und Blockchain ermöglicht es Zentralisierung auszuschließen und somit fair und transparent virtuelles Land zu erwerben und zu „bebauen“.

Als endliche und nicht-bewegliche Ressource steigt der Wert von LAND bzw. MANA mit höherer Nutzung des Netzwerks, worauf potentielle Investoren spekulieren können. Sollte man ein Interesse am ICO haben, sollte man ganz klar direkt investieren um den höchstmöglichen Bonus von 40% mitzunehmen. Der ICO wird meiner Meinung nach nicht augenblicklich dicke Renditen bringen und sollte daher als mittel- bis langfristiges Projekt angesehen werden. Es ist einfach unrealistisch, dass VR-Produkte in kürzester Zeit Mainstream werden – in 3 bis 4 Jahren halte ich es allerdings für durchaus möglich.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert oder werden in diese investieren.(Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Exklusiv: Das Pre-ICO von Modum!–Ein Gastbeitrag von Markus Bohl

Heute findet eine exklusive Premiere beim Altcoinspekulant statt. Etwas, was es in dieser Form noch niemals auf diesem Blog gegeben hat: Die exklusive Ankündigung eines Pre-ICO mit sattem Rabatt auf den Ausgabepreis und einer äußerst geringen Zeichnungssumme. Also genau die Faktoren welche ein Pre-ICO im Verhältnis zu einem späteren ICO umso interessanter machen! Genau diese Chance hat mich dazu bewogen noch einen letzten Beitrag hier zu verfassen. Es geht um das Pre-ICO von Modum. Bei Modum handelt es sich um ein Schweizer Start-Up mit Sitz in Zürich. Modum wurde zwar erst im Jahr 2016 gegründet hat aber bereits einen Blitzstart hingelegt und wurde beim Schweizer Förderprogramm „Kickstart Accelerator“ mit dem ersten Preis in der Kategorie „Future & Emerging Technologies“ ausgezeichnet und hat bereits bezahlte Pilotprojekte mit grossen Playern im Schweizer Markt erfolgreich abgeschlossen.

Das Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik der Universität Zürich eine technische Lösung entwickelt, um die Temperatur beim Transport von Medikamenten zu überwachen. Dabei wird ein Sensor in das Medikamentenpaket beigelegt und zeichnet die Temperatur während des Transports auf. Beim Empfänger werden die Daten des Sensors dann ausgelesen und direkt an die Ethereum Blockchain übermittelt und darin gespeichert. Damit sind sie fälschungssicher und nachträglich nicht mehr veränderbar. Diese Technologie soll Kostenersparnisse von bis zu 50% ermöglichen, da bei einem Einsatz der üblichen Kühltransporter auch Medikamente gekühlt werden, bei denen dies nicht zwingend notwendig wäre. Dies hängt mit regulatorischen Vorgaben zusammen, die eine Temperaturüberwachung für sämtliche Medikamente vorsieht, auch für Temperatur-unempfindliche. Solche Medikamente könnten dann in der Zukunft schlicht per Postpaket inklusive eines Sensors verschickt werden, was eine erhebliche Kosteneinsparung bedeuten würde. Die Hardware ist kurz vor der Serienreife und soll bereits im August voll funktional vorliegen. Zu diesem Zeitpunkt kommt evtl. auch ein Deal mit der Schweizer Post zustande, welche mit dem Einsatz von Modum-Sensoren viele zusätzliche Paketkunden zusätzlich gewinnen könnte. Also eine Win-Win-Situation. Für die Zukunft sind weitere Sensoren und Anwendungsgebiete geplant. So könnten die Sensoren auch bei Lebensmittellieferungen zum Einsatz kommen. Oder lichtempfindliche Sensoren, welche feststellen können, ob das Paket während des Versands geöffnet worden ist. Oder Erschütterungssensoren, welcher fragilen Transportgütern wie Glas oder Flatscreen-Monitoren beigelegt werden. Es gibt bereits vielfache Ideen für eine Weiterentwicklung mit verschiedensten Anwendungsgebieten.

modum idee

Kommen wir zu den Details des ICOs: Zunächst findet das Pre-ICO statt. Dabei werden maximal 2.1 Millionen der 30 Millionen Token angeboten. Der Rabatt liegt dabei bei 50% auf den Ausgabepreis von USD 1.00. Beim Pre-ICO kann also eine Gesamtsumme von maximal USD 1.05 Millionen investiert werden. Die Tokens geben den Investoren das Recht, am Gewinn von modum.io zu partizipieren, indem Zahlungen in Höhe der beschlossenen Dividenden an die Tokenholder ausgeschüttet werden. Das Pre-ICO dient in erster Linie dazu, die Kosten für das ICO abzudecken und fällt deshalb nicht besonders groß aus. Ist das Pre-ICO überzeichnet, fallen die Investoren in die jeweils vorgesehenen Bonustöpfe des ICO, mit etwas tieferen Bonis, was selbstverständlich dann auch klar angezeigt wird. Das offizielle ICO soll im September stattfinden. Dabei werden nochmals bis zu 18 Millionen Token angeboten. Sollten hier nicht alle Token verkauft werden können, werden die überzähligen Anteile konsequent ausgebucht/verbrannt. Es bleiben 10 Millionen Token übrig. Hier kommt eine weitere interessante Besonderheit bei Modum ins Spiel: Diese fließen nicht einfach den Modum-Eigentümern zu, sondern sie müssen sich die Token über erreichte Milestones Stück für Stück verdienen. Das spannende dabei ist, dass die Token-Halter selbst über das Erreichen dieser Milestones abstimmen werden. Nur wenn die Mehrheit zustimmt, werden die Token Stück für Stück freigeben. Eine hervorragende Idee auch die Community aktiv zu halten und auch ein Beweis dafür, dass es das Modum-Team ernst meint der Weiterentwicklung. Wenn Sie nicht liefern und die Community nicht überzeugt werden kann, dann fällt auch ihr Anteil an Modum-Token viel kleiner aus. Ein Mechanismus den man sich für jedes ICO gerne wünschen würde.

Neben der Weiterentwicklung verschiedenster Sensoren je nach Anwendungsbereich ist Modum auch anderen Crypto-Protokollen gegenüber offen. So sind bereits die Meilensteine definiert, dass in der Zukunft auch IOTA, Tezos oder ein anderes Protokoll für die Anbindung der Sensoren genutzt werden können. Das Team will sich nicht auf Jahre hinweg an Ethereum binden und ist hier flexibel.

Fazit: Modum bietet ein sehr gutes Gesamtpaket. Das Team hat in kurzer Zeit sehr viel erreicht und bietet sehr gute Zukunftsperspektiven. Modum nutzt die Blockchain auf sinnvolle Art und Weise und ist nicht irgendein ERC 20-Apptoken. Die Firma hat in ihrem einjährigen Bestehen schon ein bemerkenswertes Tempo vorgelegt und es deutet vieles darauf hin, dass die nächsten Jahre äußerst erfolgreich werden können.

Die Nachfrage nach dem Pre-ICO wird das Angebot bei Weitem übersteigen. Das Altcoinspekulant-Team muss deshalb zu besonderen Mitteln greifen um das Community-Building zu ermöglichen: Interessenten können sich zwar ab dem 8. August unter https://modum.io/tokensale für den Pre-ICO mit Ihrer E-Mail Adresse anmelden und das Whitepaper und weitere Informationen bekommen, die Möglichkeit des Investierens bekommen allerdings nur vorab ausgewählte wichtige Multiplikatoren der Crypto-Community. Es steht eben nur eine beschränkte Anzahl von Tokens im Pre-ICO zur Verfügung und diese müssen sinnvoll im Hinblick auf das zukünftige Community-Building verteilt werden. Modum bittet um Verständnis für diese restriktive Vorgehensweise. Aber nur so lässt sich vermeiden, dass sich wenige „ICO-Flipper“ ohne langfristiges Interesse einen Großteil der Token nur unter spekulativen Gesichtspunkten sichern. Und ab September dann steht das „große“ ICO allen Investoren ohne Einschränkung offen. Wer also jetzt leer ausgeht hat bereits in wenigen Wochen eine erneute Chance!

-Markus Bohl

Disclaimer: Hinweis auf Interessenkonflikt – Der Autor wird selbst in das Modum Pre-ICO investieren.

Nametoken-Das dezentrale Domain-Ökosystem

Inmitten einer schwierigen Phase des ICO-Marktes wagt Nametoken die ersten Schritte. Warum ich das Projekt trotz der aktuellen Lage interessant finde, erkläre ich in diesem Post.

Was ist das Projekt Nametoken?

Nametoken ist ein Projekt, dass sich rund um einen gigantischen, stetig wachsenden Markt dreht: den Markt der Internet Domains.

Domain Markt.jpg
Quelle: denic.de

Einzelne Teammitglieder von Nametoken haben dabei schon in der Vergangenheit erfolgreich mit Domains gehandelt und wollen dies nun skaliert und professionell auf Basis der Blockchaintechnologie fortführen. Hierzu will Nametoken einen Online-Handelsplatz für Domains mit Hilfe von Ethereum aufbauen. Der Kauf, Verkauf sowie viele weitere Features werden dabei über Smart Contracts abgewickelt. Im Verhältnis zu herkömmlichen Handelsplätzen können so eine Menge Gebühren eingespart werden. Sämtliche Aktionen wären somit billiger und auch noch transparent auf der Blockchain nachvollziehbar.

Das Initial Coin Offering von Nametoken startet heute und soll maximal 18000 Bitcoin bis zum 30. September über verschiedene Bonusstufen einbringen. Besonders dabei ist, dass 90% aller Token an die Investoren ausgeschüttet werden, und nur 7% für das Team und 3% für   Legal/Advisory zurückbleiben. Nicht verkaufte Token werden am Ende des ICO für Belohnungen im Markt verwendet.  Außerdem soll das Token deflationär sein (Gegenteil von inflationär), d.h mit 50% der erzielten Gewinne des Projekts sollen Token aufgekauft und „vernichtet“ werden, um so den Preis der verbleibenden Token zu steigern. Die Allokation der eingesammelten Bitcoin wird dabei wie folgt aussehen:

Nametoken Distribution.jpg

Demnach würde Nametoken nicht nur einen Handelsplatz erstellen, sondern zugleich auch selbst in vielversprechende Domains investieren. Wie bereits erwähnt werden hier 50% vom Gewinn für den Kauf von Token verwendet, der Rest wird reinvestiert. Um das Projekt und seine Ziele im Detail zu verstehen, war Jens Peterssen (Mitgründer und CEO neben Frank Menze, dem Gründer von Druckerpatronen.de) so freundlich mir einige Fragen zu beantworten.

jenspeterssen

Hi Jens, danke dass du dir die Zeit nimmst meine Fragen bezüglich Nametoken zu beantworten. Im Vorfeld habe ich das Projekt schon grob umrissen, jetzt soll es ein bisschen mehr ins Detail gehen. Zunächst einmal: Wie kam es zu der Idee hinter Nametoken und den ersten Schritten?

Die Idee hinter Nametoken ist bereits in den letzten Jahren gereift. Durch unser Kerngeschäft, dem Domainhandel, hielten wir es schon immer für sinnvoll, eine eigene Domain Plattform auf die Beine zu stellen. Für unser Domainportfolio haben wir bereits einige Algorithmen, die uns bei der Suche nach potenziellen Domaininteressenten helfen, programmiert.

Dadurch, dass wir seit einiger Zeit selbst in Cryptowährungen investieren (Bitcoin, Altcoins sowie ICOs), fanden wir es eine gute Idee, diese beiden Dinge zu kombinieren.

Laut euren Angaben wollt ihr 18000 BTC (ohne Berücksichtigung der Boni) mit eurem ICO einsammeln. Das ist für ein Start-Up sehr viel Geld. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

JP: Ohne die nötigen Strukturen kann man kein vernünftiges Projekt im Bereich Domains auf die Beine stellen. Alleine die Entwicklungs- sowie Marketingkosten sind immens. Heutzutage gibt es nach wie vor lediglich Sedo als seriöse Domainhandelsplattform. Andere kleinere Plattformen sind entweder an der Umsetzung oder am Marketing gescheitert. Wir möchten diesen Fehler nicht machen.

Weiterhin möchten wir unsere Expertise als Domain Broker dazu nutzen, über Nametoken attraktive Domains zu kaufen und wieder zu verkaufen. Dieses Business betreiben wir nun schon seit über 20 Jahren mit großem Erfolg. Der ICO würde uns die Möglichkeit geben, dieses Business zu skalieren – von dem Erlös werden die Nutzer von Nametoken ebenfalls profitieren.

Neben der Akquirierung von Domains und deren Verkauf ist auch die Entwicklung eines Dezentralen Domain-Marktplatzes geplant. Inwieweit wird sich dieser aufgrund der Dezentralität von herkömmlichen Anbietern unterscheiden und wie groß sind hier die Einsparungen hinsichtlich Gebühren?

JP: Er wird sich immens von anderen unterscheiden. Zum Einen arbeiten wir bereits mit automatisierten Methoden, um Domains besser vermarkten zu können. Durch Nametoken wird dieser Algorithmus noch viel weiter verfeinert. So möchten wir unsere User einbinden, um Domains besser bewerten zu können. Die User können „spielerisch“ (Stichwort „Tinder for Domains“) mit Hilfe unserer App Domains bewerten, Daten pflegen und vieles mehr. Für diese Nutzung werden sie Nametokens erwirtschaften können. Somit können unsere bestehenden Algorithmen in Verbindung mit User Generated Big Data dafür sorgen, dass Domainverkäufer den perfekten Käufer finden können. Das Ganze ist einzigartig. Es ist noch nie Jemandem gelungen, eine Domainplattform zu starten, bei dem der Nutzer nahezu perfekte Ergebnisse erhält. Derzeit ist es ja meist so, dass man bei Millionen von eingestellten und nicht verschlagwortenden Domains den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Auch im Hinblick auf Gebühren werden wir deutlich günstiger sein. Während man auf herkömmlichen Plattformen für einen Domaintransfer bis zu 15% Gebühren zahlen muss, können wir alles über Smart Contracts erheblich vereinfachen, so dass wir am Ende bei ca. 1% Gebühr landen werden.

Werdet ihr neben herkömmlichen Domains auch in .eth Domains investieren?

JP: Die ganzen neuen Endungen sollte man erst einmal vorsichtig genießen. Es gibt Endungen, wie zum Beispiel .shop, die haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Welche von den anderen neuen Endungen, wozu auch .eth gehören wird, interessant sein werden, wird sich erst noch zeigen. Unser Gespür hat uns hier bisher immer geholfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Als Nutzer soll man für die Registrierung, den Kauf und vieles mehr von Domains NAT Token erhalten. Woher kommen diese?

JP: Diese NAT Tokens werden hauptsächlich aus den erzielten Gebühren vergütet.

Weiterhin soll euer bewährter Domain-Bewertungs-Algorithmus mit Daten von Benutzern gepaart werden. Kannst du mir mehr darüber verraten?

JP: Auf die meisten Punkte bin ich bereits vorher eingegangen. Zu viel möchte ich noch nicht Preis geben. Erste Tests zeigen allerdings schon: Das Ganze funktioniert und wird Domainhändlern eine Menge Spass bereiten!

Zu guter Letzt: Welche Risiken und Chancen siehst du in den kommenden Monaten, und wo siehst du Nametoken in einem Jahr?

JP: Die Risiken befinden wir für sehr Überschaubar. Auf Grund unserer Expertise und Erfolgen der Vergangenheit können wir den Domainmarkt und die Chancen sehr gut einschätzen.

Wir sind sehr Überzeugt von unserem Projekt, so dass ich hier vielmehr die Chancen sehe. Der Domainmarkt wächst von Jahr zu Jahr. Immer mehr Firmen drängen ins Netz. Und ohne eine vernünftige Domain hat man kaum eine Chance, dort zu bestehen. Dies wird den Wert von Domains weiter steigern.

Wie sagte Bill Gates schon in den Neunzigern? „Domains have and will continue to go up in value faster than any other commodity ever known to man.“ Der Nametoken wird in einem Jahr an vielen Exchanges vertreten sein. Spätestens in einem Jahr wird auch unser Domainmarktplatz online gehen.

Persönliche Einschätzung

Insgesamt möchte ich abschließend sagen, dass das Team sowie der Use-Case hinter Nametoken für mich, trotz hoher Zielsetzungen, positiv aussieht. Allerdings muss man in der aktuellen Marktlage aufpassen, zu welchem Zeitpunkt man investiert, da aktuell die meisten ICOs aufgrund ihres hohen Caps nach der ICO unter dem ICO-Preis gehandelt werden (sollte man keine Boni in dem ICO bekommen haben). Eine Mögliche Lösung ist hier die Hälfte seines geplanten Investments im Zeitraum des 50% Bonusses zu tätigen und die andere Hälfte nach dem Ende des ICO. Weiterhin sollte man genau beobachten, wie viele Token in dem ICO letztendlich verkauft worden sind und wie groß der hieraus resultierende Reward-Pool ist. Anders als bei anderen ICOs muss hier aber auch darauf vertraut werden, dass die Investitionen des Teams in Domains lohnen sind, da sowohl ein großer Teil der Gelder hier verwendet wird, als auch die Deflation des Tokens hiervon abhängt.

-Lukas Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Bancor ICO im Detail: Maßgeschneiderte Token für jedermann

In vier Tagen (12.06.2017) steht der Bancor ICO an. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um ein sehr vielversprechendes Projekt, weshalb ich das Projekt, die Investmentkonditionen und meine persönliche Meinung vorstellen will.

Bancor

Bancor ist eine Plattform auf der Ethereum Blockchain, die es ermöglicht “Smart Tokens” zu erstellen, die durch eine oder mehrere zugrundeliegende Reservewährungen (wie beispielsweise Ethereum und den “hauseigenen” Bancor Token, BGT) besichert werden. Ethereum und Bancor wird in einem Smart Contract eingefroren und Anwender können eine beliebige Konversionsrate wählen. Hier ein simples Beispiel:

  • Ich verfüge eine Konversionsrate von 0,001 ETH und 1 BGT pro AST (AltcoinSpekulantToken) in den Smart Contract und transferiere 10 ETH und 10.000 BGT dorthin.
  • Der Smart Contract erstellt 10.000 neue AST und schickt mir diese zu.
  • Andere Personen können nun ebenfalls ETH und BGT an the Contract schicken und im Gegenzug AST erhalten.
  • Ich schicke 5.000 AST an den Smart Contract und erhalte im Gegenzug wieder 5 ETH und 5.000 BGT ausgeschüttet.

Somit erstellt Bancor einen Service für eine Art Zentralbank-Smart-Contract, bei dem die vorliegende Geldpolitik immer klar vorhersehbar und unveränderlich ist. Dies ermöglicht diverse Anwendungsfälle, die es in dieser Form aktuell noch nicht gibt.

bij

 

Use Case ETF:

Mit Bancor kann eine Art Blockchain-ETF erstellt werden, der diverse (auf Ethereum-basierende) Tokens als Basiswährungen nutzt. So kann man beispielsweise einen Token erstellen, der als zugrundeliegenden Wert genau 50% GNT (Golem) und 50% MLN (Melon) besitzt. Dies lässt sich beliebig erweitern, sodass ein einzelner Bancor Token ein Portfolio von einer Vielzahl von ERC20 Token (ERC20 ist der Ethereum Standard-Token, den alle Projekte nutzen) entsprechen kann. Ein solcher Portfolio-Token kann auf Kryptobörsen gehandelt werden, so dass Anleger direkt mittels Bitcoin, Euro oder Dollar ein diversifiziertes Kryptoportfolio in Form eines einzigen Tokens erwerben können.

Weitere Use Cases: Crowdfunding, Lokalwährungen & Exchange:

Weitere Anwendungsfälle umfassen die Finanzierung von Unternehmen in Form von Crowdfunding, den dezentralen Tausch von Token oder die Generierung von komplementären Währungen für spezielle Zwecke wie Kundenbindung. So können mittels des Bancor Protokolls Währungen oder Token für bestimmte Zwecke erstellt werden, die einen tatsächlichen Gegenwert haben und einfach nach Nutzung wieder zurückgetauscht werden können. Spannend ist außerdem, dass Reserven auch eingezahlt werden können, ohne dass Smart Tokens ausgeschüttet werden. Beim Anwendungsfalls des Tauschs von Tokens kann im Smart Contract eine Gebühr verankert werden. Wann immer ich dieses Contract nutze um beispielsweise Augur gegen Gnosis zu tauschen zahle ich eine bestimmte Gebühr (bspw. 0,01%, also günstiger als auf Kryptobörsen). Diese Gebühr wird der zugrundeliegenden Reserve hinzugefügt, sodass sich der Wert aller dieser Smart Tokens erhöht. Streng genommen handelt es sich dann um eine dezentrale Kryptobörse, bei der Halter von Smart Tokens sämtliche Gebühren erhalten.

chatbot

Token und/oder Crowdsale mittels Chatbot: Chatbots dürften vielen Lesern ja beispielsweise durch das Byteball Wallet bereits bekannt sein. Falls ordentlich implementiert, halte ich Chatbots für tolle Features. Bancor gestaltet ihr Produkt so, dass Anwender ohne technische Kenntnisse mittels eines Chatbots Smart Token erstellen können. Eine solche Anwenderfreundlichkeit halte ich für sehr vorteilhaft. Theoretisch könnte man Bancor Token in Zukunft auf jeder Internetplattform, jeder Mensa und jedem Volksfest sehen. Neben Telegram, WeChat und Status.IM wird ein Chatbot im Facebook Messenger unterstützt.

Im Rahmen ihrer Bountykampagne präsentiert Bancor aktuell das Potential ihres Produktes. Interessierte Personen können sich für die Kampagne anmelden und bekommen für entsprechende Leistungen spezielle Ethereum-Token. So könnten Individuen, die Bugs in der Bancor Software finden ECoins (BNCECO) Tokens erhalten. Nach Ablauf des ICOs und darüber hinaus können Teilnehmer des Bug Bounties ihre Token gegen Bancor Token eintauschen. Insgesamt existieren fünf verschiedene Bountytoken für verschiedene Kampagnen.

bancor network tokenDer Bancor Network Token (BGT) wird eine einzige Reserve in Form von Ethereum (aus Teilen des ICOs) als Liquiditätsreserve in dem (Haupt-) Smart Contract verankern. Hierdurch wird ein intrinsischer Wert des Tokens sichergestellt. Als Besitzer von BGT besitzt man somit jederzeit die Option seine Token wieder gegen ETH umzutauschen. Smart Token nutzen dann BGT als (eine der theoretisch vielen) Reserven und verbinden sich dadurch mit dem Bancor Netzwerk. Hierdurch entsteht eine Finanzstruktur, durch die mit höherer Nutzung des Netzwerks der entsprechende Bedarf nach BGT steigt. Somit führt eine höhere Nutzung des Bancor Protokolls zu einem steigenden Tokenpreis. Interessant ist auch, dass mit einem steigenden Preis des Bancor Tokens automatisch alle mit Bancor generierten Währungen im Preis steigen, da diese ja zumindest einen Teil BGT als Reserve halten.

Initial Coin Offering

Bancor nutzt Bitcoin Suisse als Möglichkeit des Presales. Hier können Investoren sich mit Fiatwährungen wie Euro vor Start des ICOs einkaufen. Die Konditionen entsprechen denen des normalen ICOs abzüglich einer statischen Gebühr in Höhe von 100 CHF und einer variablen Gebühr von bis zu 1,5%. Aufgrund der Gebühren ergibt diese Art der Partizipation nur unter bestimmten Voraussetzungen (wie Zeitmangel oder hohen Summen) Sinn. Sobald der ICO startet, werden diese vorab erworbenen Funds (maximal 20.000 ETH Wert) dem regulären ICO hinzugefügt.

Am 12.06.2017 startet Bancor seinen eigentlichen ICO. Der prinzipielle Ablauf sieht vor, dass Teilnehmer ETH an einen Smart Contract senden und im Gegenzug BGT erhalten. Allerdings sollte man einen genauen Blick auf die ICO-Bedingungen werfen, da hier einige Besonderheiten vorliegen:

bancor ico verteilung

Im eigentlichen Tokensale werden nur die Hälfte aller existenten Token Investoren zum Verkauf angeboten. Das ist ein vergleichsweise geringer Wert, vor dem Hintergrund des Overfundings anderer ICOs, wie beispielsweise BAT oder Gnosis, aber nicht verwunderlich. Wieso mehr abgeben als notwendig? Insgesamt bekommt das Team, Berater und Gründer 10% und werden weitere 20% als Operating Budget in einer Foundation halten. Partner und die Bounty-Kampagne verbuchen 20%.

Zur maximalen Funding-Höhe ist nur bekannt, dass es ein Hidden Cap gibt, welches offengelegt wird, sobald 80% dieses Caps erreicht wurde. Zusätzlich ist diese Beschränkung innerhalb der ersten Stunde des ICOs deaktiviert, sodass dort das Cap überschritten werden könnte und der ICO folglich nach einer Stunde beendet würde. Diese Regelung soll sicherstellen, dass ein Szenario wie beim BAT ausgeschlossen werden kann und jeder interessierte Investor auch investieren kann. So ist leider vollkommen unklar, ob Bancor gerne 20, 50 oder 100 Mio. Dollar einnehmen möchte. Die maximale Laufzeit des ICOs beträgt 14 Tage und gegen Zahlungen von einem ETH erhalten Teilnehmer 100 BNT.

Einschätzung

Bancor stellt meiner Meinung nach eine sehr gute Idee und ein vielversprechendes Projekt dar. Unter “normalen” ICO-Konditionen würde ich daher augenblicklich zu einem Investment raten. Leider stellen die Distribution, das Hidden Cap und die einstündige Aufhebung des Caps Probleme dar.

Es ist aus Investorensicht unglücklich zu wissen, dass die Hälfte aller Token in Händen der Entwickler, Partner oder ähnlichen Stellen sind. Auch wenn diese Funds gevested sind (sie können erst ab einem bestimmten Zeitpunkt oder zu bestimmten Konditionen ausgezahlt und/oder verkauft werden) besteht für einen langfristig denkenden ICO-Teilnehmer die Gefahr, dass eine dieser Parteien große Anteile verkauft und somit den Preis drückt.

Beim BAT ICO vor einigen Tagen konnte man die riesige Nachfrage nach guten ICOs sehen: Investoren versuchten insgesamt 836.123 ETH (*$262 = $219 Mio.) in den ICO einzuzahlen und es gelang nur sehr wenigen Investoren innerhalb weniger Sekunden erfolgreich daran teilzunehmen. Crypto-Investoren haben im letzten Jahr sehr viel Geld verdient und suchen nun nach Möglichkeiten dieses Geld unterzubringen. Es erscheint daher möglich, dass innerhalb der ersten Stunde das Hidden Cap (wo auch immer es liegt) bei weitem überschritten wird und Bancor eine Summe von $100 Mio. einsammelt. Ein so hohes Funding birgt die Gefahr, dass sehr hohes Wachstum kaum noch möglich ist. So wäre von Anfang an halbwegs klar, dass Bancor niemals eine Rendite wie Ethereum oder Iota erbringen kann. Diese Aussage ist allerdings nicht wirklich relevant, da man bei einem ICO natürlich insgeheim auf IOTA-ähnliche Renditen hofft, letztendlich und langfristig aber mit einem “bescheidenen” mal-2 bis mal-3 hochzufrieden ist und auch sein sollte. In Kryptomärkten haben wir aktuell den angenehmen Zustand in Multiples und nicht in Prozentwerten zu denken. Dieses mal-2 bis mal-3 Potential sehe ich bei Bancor, da die Anwendungsfälle des Bancor Protokolls gut sind und meiner Meinung nach auch nachgefragt werden.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Altcoinbärenmarkt zu Ende: Jetzt wird es spannend!

altsareback
Der Bitcoin kennt aktuell kein Halten mehr. Im Moment ist er so teuer wie eine Unze Gold. Das war noch niemals der Fall. Interessant ist, dass nun endlich die Bewegung eingesetzt hat, auf welche die Altcoinvestoren mehrere Monate warten mussten: Altcoins outperformen heute den Bitcoin, der Bärenmarkt ist damit ganz offiziell zu Ende. Nun ist das Tal der Tränen (in EUR oder Dollar gerechnet war es eh kein Problem) bei den Altcoins endlich durchschritten. Es wird ein spannendes Jahr werden, das zeichnet sich jetzt ab. Der aktuell parabolische Anstieg beim Bitcoin (heute über 120 Dollar höher) wird zu rasanten Rücksetzern führen, bei denen zusätzliches Geld in die Altcoins strömen wird. Zudem wird die Medienberichterstattung über den Bitcoin und Kryptowährungen weiter zunehmen. Die Medien werden morgen voll von Vergleichen zwischen Gold und Bitcoin sein. Die aktuelle Kryptowährungshausse verspricht deshalb diejenige von 2013/2014 weit in den Schatten zu stellen. Meine aktuellen Favoriten sind Ethereum, Lisk, Nxt, Waves, Byteball, Europecoin und Ardor. Der Monero ist mir fast zu gut gelaufen; Litecoin lebt nur von seiner Vergangenheit. Dash erscheint mir gegenüber Monero im Hintertreffen zu sein und Ethereum Classic (ETC) hat meiner Ansicht nach keine Chance gegenüber Ethereum (ETH) und taugt nur als Tradingvehikel.

Viel Erfolg an den Märkten!

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert.

Das Altcoinjahr 2016 geht durchwachsen zu Ende

wasserglas
Das Jahr 2016 wird Altcoininvestoren als irrwitzige Achterbahnfahrt in Erinnerung bleiben. Hatten wir es zunächst mit extrem starken Bullenmarkt zu tun, welcher sogar die Jahresendrallye von 2013 in den Schatten stellte, kam Mitte des Jahres die Wende. Stand die Altcoinrallye 2013 noch unter der Speerspitze von Litecoin, war der diesjährige Bullenmarkt und der anschliessende Niedergang ganz klar von Ethereum geprägt. Die Wende kam mit dem missglückten DAO, welcher zwar im Endeffekt für die Investoren doch relativ schadlos abgewickelt wurde, allerdings führten die anschliessenden Hardforks dazu, dass Ethereum aus der Spur geriert und damit die Hauptantriebsfeder des Altcoinbullenmarkts. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte führte dann der Kursanstieg des Bitcoin, welcher in einem neuen EUR-Allzeithoch gipfelte, zum weiteren Niedergang der Altcoins. Hier spiegelt sich ein grosser Unterschied zum Bärenmarkt 2014/2015 wieder, als Bitcoin und Altcoins gemeinsam in den Sog nach unten gerissen wurden. Auch die unglaubliche Masse an ICOs, welche am Altcoinmarkt trotz durchwachsender Qualität in den Markt gedrückt wurden, führte zu weiteren Kursverlusten. Der klassische ICO-Schweinezyklus, welchen wir in kleinerer Form auch im Jahr 2014 erleben durften. Zuletzt gingen auch die Handelsvolumen an den Altcoinbörsen stark zurück. Die Bitcoin-Dominanz bei der Marktkapitalisierung stieg auf 87.5%.

Also schlechte Aussichten für 2017 bei Altcoins? Ich denke nicht! Die nächste Konsolidierung beim Bitcoin folgt bestimmt. Die nächste Debatte um Blocksizes oder Segregated Witness mit grosser Sicherheit auch. Das wird zu Umschichtungen aus dem Bitcoin in Altcoins führen. Als zusätzlicher Effekt werden durch den starken Kursanstieg bei Bitcoins viele Neu-Investoren gewonnen, von denen sich der eine oder andere nach erfolgreicher Bitcoin-Investition auch mit Altcoins auseinandersetzen wird. Dadurch wird eine neue Generation von Investoren gewonnen werden. Zusätzlich gibt es auch im Bärenmarkt interessante und spannende Leuchtturmprojekte, welche über ein gutes Chance/Risikoprofil verfügen. Denken wir an die Gratis-Verteilung von Byteball welche im Jahr 2017 weiter fortgesetzt werden wird (90% werden noch verteilt, erst 10% sind am 25. Dezember verteilt worden). Auch stehen mit Tezos und irgendwann vielleicht sogar eMunie interessante ICOs in den Startlöchern. Das Altcoinjahr 2017 dürfte also dennoch vielversprechend werden!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Glück, Erfolg und Gesundheit!

Firstblood ICO innerhalb von zwei Minuten ausverkauft!

maf7107booklet.inddDie gestrige Nachtschicht hatte sich für die meisten Europäer nicht ausgezahlt: Als sie um kurz vor 2:00 Uhr über Ethereum in das ICO von Firstblood.io einkaufen wollten, war es für die meisten zu spät. Nur ganz wenige hatten das Glück ihre Zeichnungs-Order innerhalb von nur 4 Blöcken zu platzieren. Neben zeitlicher Schnelligkeit war es noch nötig die Gebührenhöhe zu vervielfachen um die eigene Transaktion vor den Konkurrenten durchzubekommen. Damit hat Firstblood.io in meinen Augen einen neuen ICO-Rekord aufgestellt: 5.5 Millionen Dollar in nur zwei Minuten. Dann war das Zeichnungsfester dicht und keine Transaktion wurde mehr bestätigt. Die Zeichnung selbst verlief vollautomatisch über einen Ethereum Smart Contract. Dieser stellte automatisch ab, nachdem das Limit von 465‘313 ETH erreicht worden war. Der krumme Etherbetrag entsprach dem exakten Kurs von 5.5 Millionen Dollar beim Zeichnungsbeginn.

Um was handelt es sich bei Firstblood.io denn? Ich werde nicht zu sehr ins Detail gehen, da wir ja keine Chance haben mehr haben sie zu zeichnen. Und im Nachhinein zum 4x oder 5x an einer Altcoinbörse, darauf werde ich mich nicht einlassen. Ich hatte den schnellen Ausverkauf bereits vermutet, so dass ich bewusst nicht über dieses interessante ICO gebloggt habe, da ich sonst mit vielen enttäuschten Lesern gerechnet hätte, welche sich sinnlos die Nacht auf den Montag um die Ohren geschlagen hätten. Das hatte den Grund, da bereits die chinesische Kryto-Börse yunbi sich rund 90% der Anteile gesichert hatte. Es gingen also nur noch rund 500‘000 Dollar in den freien Verkauf und innerhalb der ersten Stunde lockte noch ein Bonus von 70%, was die Nachfrage zusätzlich anheizte. Aus der sogenannten Power-Hour wurde so nur eine „Power-Minute“. Bei Firstblood handelt es sich um eine Plattform, welche E-Sport-Events über die Blockchain ermöglichen will. Ein riesiger Markt, insbesondere in Asien. Das Team stammt auch überwiegend aus Asien, was zu der für uns unglücklichen Zeichnungs-Startzeit in tiefster Nacht geführt hatte.

Fazit: Für mich zeigt sich hier, wie schnell und erfolgversprechend ICOs über Ethereum Smart Contracts durchgeführt werden können. Das war ja nicht das erste Mal, auch Digix oder der DAO zogen ja Kapital an wie ein Magnet. Für mich ist das trotz der andauernden Attacken ein sehr bullisches Signal für Ethereum (ETH). Ich weiss um weitere interessante Neuemissionen, welche in den nächsten Monaten über Ethereum Kapital sammeln wollen. Und auch hier deuten sich Millionenerfolge an. Und um an diesen Neuemissionen partizipieren zu können, braucht man Ethereum und zwar ETH – nicht Ethereum Classic. Ich stufe deshalb trotz der aktuell widrigen Umstände Ethereum von Halten auf Kaufen herauf mit einem mittelfristigen Kursziel von über 0.03 BTC, behalte meine negative Einschätzung für Ethereum Classic aber weiterhin bei.

PS: Das richtige Logo von Firstblood sieht so aus:
firstblood

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Ethereum Classic Nachschlag für DAO-Investoren

ETCDie DAO-Investoren können sich auf eine Ausschüttung in Ethereum Classic freuen. Nachdem bereits vor einigen Wochen der Umtausch im Originalverhältnis von 100 DAO in 1 ETH über die Bühne ging, wobei selbst Altcoinbörsen wie Poloniex den Umtausch übernahmen, bekommen DAO-Investoren nun Dank der sogenannten Whitehat-Hackertruppe auch einen Nachschlag in ETC. Das war möglich, da die Whitehats Teile des DAO auch unter dem ETC-Chain unter ihre Kontrolle brachten. Hier ist das optisch sehr schön dargestellt. Man muss sich einfach an die doppelte Sichtweise gewöhnen, es gab nach dem Fork von ETH/ETC den DAO eben auf beiden Chains. Und zunächst schien vieles darauf hinzudeuten, dass DAO-Investoren auf Ethereum Classic komplett verzichten müssten.

Wie kommt man als DAO-Investor an Ethereum Classic? Zunächst einmal ist völlig egal, ob man den DAO im Moment noch hält, logischerweise haben die meisten Investoren ihre DAO-Kontrakte bereits zu Beginn August in Ethereum (ETH) umgewandelt. Wichtig ist nur die DAO-Kontrakte zum Zeitpunkt des Forks am 20. Juli gehalten zu haben. Wer den DAO über die gängigen Altcoinbörsen wie Poloniex, Bittrex oder Kraken erworben hat, konnte sich über eine automatische Ausschüttung freuen, die bereits in den letzten Tagen stattgefunden hat. Wer wie ich den DAO über das Ethereum-Mist-Wallet gezeichnet hat, muss hingegen etwas Zeit investieren:

Zunächst einmal ist es wichtig sich Ethereum Classic herunterzuladen, sofern man es noch nicht installiert hat. Dies ist hier zu bekommen. Wenn die Wallet synchron ist müssen dann die hier erklärten Schritte durchgeführt werden. Es ist nicht schwierig, ich glaube ich habe es in gerade einmal zwei Minuten geschafft (Copy & Paste). Als Dank für ihren Einsatz habe ich den „DAO-Whitehats“ auch 5% gespendet, ich finde das gehört sich. Denn sie haben einen guten Job gemacht, ungefähr 60% der ETC welche im DAO lagen, bekam ich so zurück. Insgesamt bekommt ein DAO-Investor nun für 100 DAO Anteile 1 Etherum und ungefähr 0.6 ETC. Das sind beachtliche Summen, die hier an die Investoren zurückfliessen, schliesslich weist jedes ETC aktuell immerhin einen Marktwert von 1.41 Dollar auf.

Fazit: Die ehrenwerten Gentlemen der Whitehats sorgen dafür, dass für kaum einen DAO-Investor (je nach Einstiegszeitpunkt) ein finanzieller Verlust auf EUR- oder USD-Basis entstanden ist. Das Image von Ethereum wurde dadurch insgesamt aufpoliert. Insgesamt sehe ich ETH wieder positiver. Die Krise wurde rückblickend ordentlich und fair gelöst. Bei ETC behalte ich meine kritische Meinung bei, es kann nur einen geben und das wird der Chain sein, welcher von Vitalik Buterin und seinen vielen Anhängern unterstützt werden wird (ETH). ETC wird als eine Altcoin von vielen enden und sich vermutlich nicht in den Top 10 halten können, trotz großer Twitter-Fangemeinde.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Poloniex: Umtauschmöglichkeit für DAO in Ethereum

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Die größte und bedeutendste Altcoinbörse Poloniex bietet jetzt den Umtausch von „The DAO“ in Ethereum (ETH) an. Dieser Umtausch ist selbstverständlich auch über die Mist-Wallet und andere ETH-Clients möglich. Und von dort auch sicherer, allerdings auch schwieriger, was diese Anleitung zum Umtausch von DAO bei Mist zeigt. Poloniex hat das sehr komfortabel und selbsterklärend gelöst. Dazu muss man sich lediglich hier einloggen: https://poloniex.com/dao/ und die Anzahl an DAO zum Umtausch in Ethereum eingeben:
DAO Poloniex
Für 1000 DAO erhält man 10 Ethereum (ETH). Das funktioniert sehr einfach und ist kostenfrei. Wichtig ist natürlich, dass Poloniex nur DAO-Kontrakte umtauschen kann, welche sich in der Wallet bei Poloniex befinden. Der Umtausch ist nach wenigen Minuten erfolgt. Freilich empfiehlt sich bei Poloniex nicht zuviel Ethereum auf Dauer zu lassen (siehe Bitfinex). Lieber auf der eigenen Wallet wie Mist oder als Paper-Wallet.

Noch ein paar Worte zu Ethereum Classic (ETC): Zunächst einmal hier eine Anleitung wie man umsonst an Ethereum Classic kommen kann, sofern man Pre-Fork Ethereum besessen hat. Das funktioniert aber nur bei Pre-Fork Ethereum nicht beim DAO. Wer DAO besitzt wird kein ETC erhalten weil der DAO dort noch ohne Bailout existiert, also quasi leergeräumt bzw. sich im Würgegriff des Hackers befindet. Hier schön beschrieben. Ethereum Classic wird zudem von Ethereum-Chef Vitalik Buterin nicht weiterentwickelt werden. Er wird Ethereum (ETH) treu bleiben, das stellte er unmissverständlich klar. Ich halte den aktuellen Höhenflug von ETC deshalb für ausgereizt; mittelfristig wird ETC nur eine Altcoin von Vielen sein und nicht an die Marktkapitalisierung von Ethereum heran kommen. Der aktuelle Kurs von 0.0049 BTC bzw. 2.70 USD mit einer Marktkapitalisierung von 220 Millionen Dollar sollte zum Ausstieg genutzt werden.

Ethereum (ETH) ist aktuell ebenfalls nur eine Halteposition. Die Unsicherheiten um den DAO und den Fork + ETC müssen zuerst einmal verdaut werden. Zudem dürfte ein gewisser Verkaufsdruck auf Ethereum lasten, da viele DAO-Umtauscher ihre Ethereum nicht behalten werden, sondern wieder in Bitcoin umwechseln werden. Auf der anderen Seite ist das Ethereum-Ökosystem das aktivste neben Bitcoin und besitzt mit Vitalik Buterin eine visionäre Führungspersönlichkeit, welche auch grossen Anklang bei den Medien findet. Die Summe der Fakten ergibt für mich folgendes Bild:
Ethereum (ETH) -> Halten
Ethereum (ETC) -> Verkaufen

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert

Altcoinmarkt: Rückblick und Ausblick

Nxt Ardor by nxt.org

Die letzten Wochen waren sehr dynamisch an den Altcoinmärkten. Die Volatilität war sehr hoch. Hier eine kleine Zusammenfassung ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ethereum / The DAO: Nach langem hin und her kam letzte Woche der Hardfork, welcher es ermöglicht, dass der DAO ohne Verlust wieder in Ethereum umgewandelt werden kann und der Hacker leer ausgeht (bei Poloniex wird es demnächst den Umtausch geben von DAO in Ethereum, wer es über die Mist-Wallet machen will, hier eine Anleitung dazu). Nicht jeder trug die Entscheidung mit, einige Miner haben den Hardfork zur Abspaltung genutzt, so dass es jetzt zusätzlich noch Ethereum Classic gibt. Die führte zur interessanten Situation, dass nun jeder der Ethereum bei Poloniex deponiert hatte nun auch über Ethereum Classic verfügt. Für mich wird das nur ein kurzzeitiges Zwischenspiel sein, Ethereum Classic bleibt ohne Chance. Auch ich halte die Entscheidung eines „Bailouts“ für den DAO für richtig. Wenn die Community die Chance hat Unrecht zu verhindern, dann ist eben nicht nur der Code das Gesetz. Wir leben nicht in Skynet. Der Code hat nicht immer recht, sondern er wurde von Individuen programmiert, die Fehler machen können. Wenn solche Fehler behoben werden können, dann sollte man es auch entsprechend umsetzen. Freilich ist Ethereum immer noch etwas angeschlagen, es wird einige Monate dauern bis Ethereum für Altcoininvestoren wieder interessant wird. Aktuell aber auf jeden Fall eine Halteposition.

Nxtcoin [Nxt]: In meinem letzten Beitrag kündigte ich die Entscheidung an zwischen Evolution und Revolution. Die Entwickler haben sich nun durchgesetzt und bisher gibt Ihnen der Erfolg recht. Nxt wird also aufgesplittet. Jeder der Nxt hält bekommt im Verhältnis 1 zu 1 noch Ardor hinzu. Dabei werden regelmässig Snapshots der Nxt-Halter zwischen dem 14. Juli und dem 12. Oktober erstellt. Wer in diesem Zeitraum durchgängig seine Nxt hält, bekommt exakt 1 Ardor je Nxt hinzu. Erfreulicherweise haben sich die grössten Altcoinbörsen ebenfalls bereit erklärt dies zu unterstützen. Nxt hat es dabei wieder geschafft in den Fokus zu kommen und die Marktkapitalisierung stieg stark an. Selbst das Forbes Magzin berichtete. Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung 26.5 Millionen Dollar. Das muss noch nicht das Ende sein, aber eine Konsolidierung ist möglich, schliesslich hat sich Nxt seit dem Tief mehr als vervierfacht. Auf jeden Fall zeigt die Weiterenwicklung mit Ardor, dass Nxt lebt und weiterhin eines der interessantesten Crypto-2.0-Projekte ist.

Waves: Waves leidet noch etwas darunter, bei der ICO mit Bitcoin überschwemmt geworden zu sein. Jeder Kursanstieg über das Level von 0.00032 BTC, wird von ICO-Haltern abverkauft. Genau dort befindet sich nämlich der Break-Even, für jemanden der mit 10% Bonus beim ICO investiert hatte. Es war hier richtig beim ICO vorsichtig zu sein. Gleichwohl hat das Waves-Team bisher weitgehend überzeugt. WavesLite als selbstaktualisierende Chrome-App ist sehr benutzerfreundlich. Zudem hat Waves noch zwei Asse im Ärmel: Das Mainnet startet erst noch und wir wohl doch grosse Teile der Nxt-Asset-Exchange anziehen. Zudem steht immer noch das Poloniex-Listing aus, welches ebenfalls einen zusätzlichen Push geben sollte. Beide Faktoren machen Waves derzeit eher zu einer Kaufempfehlung.

Emercoin [EMC]: Hier hat der lange erwartete Pump stattgefunden. An der Problematik, dass es sich überwiegend um eine One-Man-Show handelt ohne nennenswerte Community, hat sich aber nicht geändert. Die aktuelle Marktkapitalisierung von 28 Millionen Dollar ist überzogen (Platz 10), wer jetzt nicht Gewinne mitnimmt, wird es später wohl bitter bereuen.

Und Steem? Der Überflieger der letzten Tage mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 327 Millionen Dollar? Diese Geschichte verdient einen separaten Beitrag, demnächst hier.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in den oben erwähnten Kryptowährungen selbst investiert