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Tezos: Die sich selbst anpassende Blockchain

Tezos. Jeder, der sich mit Altcoins und ICOs beschäftigt, hat zwangsweise bereits diesen Namen gehört. Nach dem Entwicklungs-Start in 2014 beginnt nun am 1. Juli um 8 Uhr morgens deutscher Zeit das Initial Coin Offering!

Welche Probleme will Tezos lösen?

Folgendes Beispiel wird zur Verdeutlichung der aktuellen Situation in der Krypto-Welt verwendet (Quelle: Tezos Position Paper, Seite 3):

Man stelle sich den Vergleich zwischen Krypto-Währungen und einem Smartphone vor. Alle paar Wochen erscheint ein neues Smartphone auf dem Markt, oft ausgestattet mit neuen Features und neuer Technik. Obwohl Menschen, die ein altes Smartphone besitzen, eventuell neidisch auf diejenigen mit dem neuesten Modell sein können, bedeutet dies nicht, dass die alten Smartphones nicht mehr funktionieren. Was würde sich ändern, wenn nun alte Smartphones nicht mehr mit den neuen Modellen/Designs kompatibel wären? Der Wert eines Smartphones wäre abhängig von den Nutzern genau dieses Modells, viel geringer!

Eine solche Situation haben wir zurzeit betreffend Kryptowährungen. Für jede neue Innovation entsteht zurzeit eine neue Blockchain, es werden kaum bestehende Chains verbessert. Wie auch, wenn die einzigen Möglichkeiten eine Sidechain oder eine Fork sind. Weiterhin wird von Tezos angesprochen, dass in etablierten Proof-of-Work Systemen anstatt der Stakeholder einige große Mining Pools immer mehr Macht bezüglich Netzwerkentscheidungen bekommen/haben.

Wie löst Tezos die angesprochenen Probleme?

Tezos ist eine Blockchain, welche sich verändern kann. Dies wird realisiert, indem Stakeholder mehrheitlich, anhand bestimmter Regeln, für eine Veränderung stimmen.  (Je mehr Token man besitzt, desto mehr Stimmrechte hat man). Diese wurde zuvor in einem Testnetz getestet. Subjekt der Veränderung kann, wortwörtlich, alles sein. Das Wort „alles“ schließt hier sogar die Bedingungen einer Abstimmung und Annahme einer Veränderung mit ein. Weiterhin verwendet Tezos zu Beginn anstatt Proof-of-Work einen „Delegated Proof-of-Stake“ (DPOS) Algorithmus, welcher es jedem Tezos Halter ermöglicht, an der Blockerstellung teilzunehmen (oder einen Delegierten für sich zu bestimmen; je höher dabei der Tezos-Betrag hinter einem Delegierten, desto öfter wird dieser Blöcke erstellen). Aufgrund des Potenzials zur Veränderung ist es allerdings auch möglich, dass in Zukunft dieses System verändert wird, beispielsweise hin zu einem Proof-of-Work Algorithmus oder sogar zu einem zentralisierten Protokoll (die Tezos Foundation vermutet einen Verbleib beim DPOS). Ein besonderes Augenmerk haben die Entwickler bei der Programmierung auf die mathematische Beweisbarkeit des Codes gelegt (mathematische Beweise von Software sind aufwendig, stellen aber sicher, dass sich keine Logik-Fehler im Code befinden). Um die Beweisbarkeit zu vereinfachen wurde Tezos in der Programmiersprache OCaml geschrieben (als Smart Contract Sprache wurde Michelson verwendet).

Smart Contracts? Check. 100% private Transaktionen? Geplant.

Ähnlich wie Ethereum, sind auch in Tezos die Erstellung von Smart-Contracts (ein Stück Code hinter einer Adresse, welcher durch eine Transaktion zu dieser Adresse eine vorbestimmte Aktion durchführt) möglich. Ein Unterschied ist dabei, dass Smart Contracts in Tezos nur eine begrenzte Anzahl an Schritten zur Ausführung zur Verfügung haben (in Ethereum ist diese unbegrenzt, allerdings steigen die Transaktionskosten proportional zur Komplexität). Da die meisten Smart Contracts nicht allzu kompliziert sind, sind in Tezos die Anzahl der Schritte, die pro Transaktion durchgeführt werden können, begrenzt. Dies verhindert laut dem Position-Paper zudem CPU-basierte DDoS Attacken. Als ein zusätzliches Feature sind komplett anonyme Transaktionen, wie zum Beispiel ZCash sie ermöglicht, geplant (nicht umsonst wird der Leiter des ZCash Projekts, Zooko Wilcox, als Berater aufgeführt). Dazu soll zunächst ein spezieller Token auf der Tezos Blockchain eingeführt werden. Dieser würde ZCash Technologie verwenden und wäre 1 zu 1 gegen Tezos eintauschbar. Langfristig ist dieses Feature für die komplette Tezos Blockchain geplant.

Das Tezos Team & die Foundation

Die Tezos Blockchain wird primär von Dynamic Ledger Solutions Inc., einem US basierten Unternehmen entwickelt. Gegründet wurde dieses Unternehmen unter anderem von Kathleen und Arthur Breitman. Weiterhin stehen momentan 10 weitere Core Entwickler hinter Tezos, die hauptsächlich in Paris ansässig sind. Diese werden besonders im Anfangsstadium die Entwicklung und Adaption von Tezos vorantreiben. Das Entwicklerteam kooperiert dabei mit OCamlPro, einer Softwarefirma, die sich auf die Programmiersprache OCaml spezialisiert hat. Die Gründer von Tezos hielten es für sinnvoll, dass die ersten Schritte auch durch eine Tezos Foundation unterstützt werden. Diese ist unabhängig und in der Schweiz angesiedelt. Sie besteht zurzeit aus Johann Gevers, Diego Ponz, und Guido Schmitz- Krummacher und besitzt, beginnend ab dem Genesis Block, ein einjähriges Vetorecht bezüglich Veränderungen der Tezos Blockchain.

tezos plan

Das Initial Coin Offering

Sämtliche Infos können unter https://crowdfund.tezos.com gefunden werden (stelle sicher, dass du die richtige Seite besuchst!). Start des Initial Coin Offerings ist der 1. Juli um 8 Uhr morgens und dauert 2000 BTC Blocks (ca 2 Wochen). Dabei gibt es einen Bonus, der sich, beginnend bei 20%, alle 400 BTC Blocks (ca. 2 Tage und 18 Stunden) verringert.

tezos bonus

Zwischen September 2016 und März 2017 wurden bereits $612,000 von Hedge-Fonds zur Finanzierung einiger letzter Schritte gesammelt. Diese werden mit einem Bonus über 31,48% in dem ICO berücksichtigt. Weiterhin hat der Milliardär Tim Draper angekündigt, in Tezos zu investieren. Zu Beachten ist für Anleger, dass es bei Tezos kein ICO-limit gibt.

Insgesamt finde ich Tezos persönlich sehr spannend und kann kaum erwarten, wie die Evolution dieser Blockchain beginnt. Es gibt jedoch einen wichtigen Punkt, weshalb ich nicht an dem ICO teilnehmen werde: Es gibt, wie bereits erwähnt, kein ICO-Limit. In der Vergangenheit wurden bei ICOs stark steigende Geldbeträge eingesammelt, und Tezos ist ein bereits seit längerer Zeit gehyptes Projekt.

ICO trend
ICO Trend; Quelle: Twitter @myetherwallet

Ich vermute daher, dass sämtliche Interessenten innerhalb der zwei Wochen in das Projekt investieren werden. Dies wiederum resultiert meiner Meinung nach in einem  neuen Rekord bezüglich des eingesammelten Geldes. Dadurch gibt es kaum Raum für kurzfristige und mittelfristige Gewinne und es ist eventuell mit einem Preisverfall nach der ICO zu rechnen, bei dem sich potentielle Interessenten günstig in das Projekt einkaufen können. Dieses Szenario ist abhängig davon, wie viel tatsächlich während dem ICO investiert wird. Ich empfehle daher diesen genau zu verfolgen. Außerdem ist es bei dezentralisierten Steuerungen wichtig, dass die Token gut verteilt sind und nicht nur auf Börsen „rumliegen“. Sollte dies der Fall sein, so hätte das Tezos Team zusammen mit den Hedge-Fonds vermutlich den größten Stimmenanteil.

-Lukas Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Das Altcoinjahr 2016 geht durchwachsen zu Ende

wasserglas
Das Jahr 2016 wird Altcoininvestoren als irrwitzige Achterbahnfahrt in Erinnerung bleiben. Hatten wir es zunächst mit extrem starken Bullenmarkt zu tun, welcher sogar die Jahresendrallye von 2013 in den Schatten stellte, kam Mitte des Jahres die Wende. Stand die Altcoinrallye 2013 noch unter der Speerspitze von Litecoin, war der diesjährige Bullenmarkt und der anschliessende Niedergang ganz klar von Ethereum geprägt. Die Wende kam mit dem missglückten DAO, welcher zwar im Endeffekt für die Investoren doch relativ schadlos abgewickelt wurde, allerdings führten die anschliessenden Hardforks dazu, dass Ethereum aus der Spur geriert und damit die Hauptantriebsfeder des Altcoinbullenmarkts. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte führte dann der Kursanstieg des Bitcoin, welcher in einem neuen EUR-Allzeithoch gipfelte, zum weiteren Niedergang der Altcoins. Hier spiegelt sich ein grosser Unterschied zum Bärenmarkt 2014/2015 wieder, als Bitcoin und Altcoins gemeinsam in den Sog nach unten gerissen wurden. Auch die unglaubliche Masse an ICOs, welche am Altcoinmarkt trotz durchwachsender Qualität in den Markt gedrückt wurden, führte zu weiteren Kursverlusten. Der klassische ICO-Schweinezyklus, welchen wir in kleinerer Form auch im Jahr 2014 erleben durften. Zuletzt gingen auch die Handelsvolumen an den Altcoinbörsen stark zurück. Die Bitcoin-Dominanz bei der Marktkapitalisierung stieg auf 87.5%.

Also schlechte Aussichten für 2017 bei Altcoins? Ich denke nicht! Die nächste Konsolidierung beim Bitcoin folgt bestimmt. Die nächste Debatte um Blocksizes oder Segregated Witness mit grosser Sicherheit auch. Das wird zu Umschichtungen aus dem Bitcoin in Altcoins führen. Als zusätzlicher Effekt werden durch den starken Kursanstieg bei Bitcoins viele Neu-Investoren gewonnen, von denen sich der eine oder andere nach erfolgreicher Bitcoin-Investition auch mit Altcoins auseinandersetzen wird. Dadurch wird eine neue Generation von Investoren gewonnen werden. Zusätzlich gibt es auch im Bärenmarkt interessante und spannende Leuchtturmprojekte, welche über ein gutes Chance/Risikoprofil verfügen. Denken wir an die Gratis-Verteilung von Byteball welche im Jahr 2017 weiter fortgesetzt werden wird (90% werden noch verteilt, erst 10% sind am 25. Dezember verteilt worden). Auch stehen mit Tezos und irgendwann vielleicht sogar eMunie interessante ICOs in den Startlöchern. Das Altcoinjahr 2017 dürfte also dennoch vielversprechend werden!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Glück, Erfolg und Gesundheit!

Kurzfristig keine Besserung an den Altcoinmärkten

altcoinsMan kann es nicht verhehlen: Die Altcoinmärkte sind außer Tritt geraten. Die Diskrepanz zwischen Bitcoin-Gewinnen und schwachen Altcoins hält nun seit einigen Monaten an. Aktuell beträgt die Bitcoin-Dominanz 85.8%, das ist der höchste Wert seit dem Februar. Noch im Oktober lag der Wert bei 79%. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Altcoins gegenüber dem Bitcoin um rund 27.6% verloren haben in diesen wenigen Wochen. Die Marktkapitalisierung der Altcoins sank im gleichen Zeitraum von 2.5 Milliarden Dollar auf 1.9 Milliarden Dollar. Hier ist vor allem Ethereum zu nennen, welches von Hardfork zu Hardfork taumelt. Zudem haben ICOs deutlich an Reiz verloren. Es gab zu viele davon in zu kurzer Zeit. Dadurch konnten sich auch keine nennenswerten Kursgewinne mehr entwickeln.

Kurzfristig scheint keine Besserung in Sicht. Investoren rate ich Ruhe zu bewahren und die Krise mit einer möglichst hohen prozentualen Position des Portfolios in Bitcoin auszusitzen. Dennoch bin ich weiterhin davon überzeugt, dass es sich nur um einer vorübergehende Eintrübung handelt. Der Bitcoin konnte in den letzten Monaten weitere Neu-Investoren finden. Das beweist die Anzahl von Wallets von Blockchain.info. Es bleibt dabei, dass ein Teil dieser Investoren auch Interesse am Altcoinmarkt haben wird zu einem späteren Zeitpunkt. Diese Investoren von Morgen sind die Grundlagen für die Kursgewinne bei Altcoins 2017. Dabei dürfte aber gelten, dass vor allem neue Coins profitieren. Das Rad der Geschichte dreht sich unermüdlich. Bei Altcoins gilt eben: Neue Besen kehren gut! Byteball, Tezos und IOTA stehen in den Startlöchern und werden dabei Aufmerksamkeit von bestehenden Coins absorbieren. Die durchschnittliche Performance von Altcoins hinkt der des Bitcoin hinterher. Wer aber Flexibilität zeigt und die Pferde regelmässig wechselt, kann finanziell durchaus profitieren. Lieber zu oft verkaufen als zu lange halten. Die Wahrscheinlichkeiten arbeiten bei Altcoins gegen einen, ähnlich wie im Spielcasino: „Gewinnen kann man, verlieren muss man!“ Ich verweise dabei auf ehemalige Topcoins von 2013 wie Quark, Anoncoin oder Worldcoin:
Yesterday’s Heros, but forgotten today!

Projekte wie NxtArdor zeigen, dass selbst brillante Leistungen nach einer gewissen Zeit nicht mehr vom Markt honoriert werden und zum Nischendasein bei einer Marktkapitalisierung von unter 20 Millionen verdammt sind. Enden Sie nicht als Bagholder, im Zweifel bitte bestehende Altcoinpositionen verkaufen. Dann haben sie die nötige Liquidität welche nötig ist um die 2-3 interessanten ICOs in den nächsten Monaten mitzumachen bzw. beim Byteball-Airdrop ab Weihnachten.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert.