Decentraland: Virtual Reality Plattform auf Ethereum

Decentraland arbeitet an einer VR (Virtual Reality) Plattform, welche auf der Ethereum Blockchain läuft. Anwender können virtuelles Land kaufen und auf diesem Inhalte gestalten, welche sie dann wiederum verkaufen können. Am 17. August startet das Projekt seinen ICO. Ich muss zugeben, dass ich das Projekt auf den ersten Blick nicht ernst genommen haben, auf den zweiten Blick halte ich es aber für äußerst interessant.

Decentraland

Die Idee von Decentraland ist es ein virtuelles Ökosystem zu erstellen, welches komplett im Besitz seiner Community ist. Zum jetzigen Zeitpunkt sind vergleichbare Ökosysteme in der Hand von einzelnen Unternehmen, wodurch hohe gebühren, Restriktionen und Willkür. Durch Nutzung der Ethereum Blockchain als Basistechnologie kann volle Transparenz sichergestellt werden. Virtuelles Land (LAND) wird über Smart Contracts zur Verfügung gestellt. Somit erhalten die jeweiligen Entwickler von Anwendungen auch die vollständige Vergütung für ihre Arbeit und müssen keine Gebühren an einen Provider zahlen.

Bei LAND handelt es sich um eine endliche und einmalige Ressource, die beispielsweise mit Ethereum Name System (ENS) Domains vergleichbar ist. Somit wird der grundlegende Preis von LAND bei zunehmender Nachfrage steigen. Besitzer von LAND können jegliche Form von Content darauf verankern. Hierbei könnte es sich beispielsweise um statischen 3D-Content oder virtuelle Shops handeln.

Für Anwendungen im Decentraland-Ökosystem lassen sich jede Menge Beispiele aufzählen. So können beispielsweise Anwendungen im Bereich Gaming oder Gambling erstellt werden, welche diverse Features, wie virtuelle Objekte, Texturen, Klänge, Zahlungen etc. besitzen können. Jeglicher Content kann angepasst oder verändert werden, wodurch sich eine Art Wettbewerb entwickeln wird. Da Advertising auch in Decentraland möglich ist, kann beispielsweise eine virtuelle Kopie des Time Square in New York programmiert werden, woraus Werbende den Besitzer des LAND für Anzeigen bezahlen.

Auf der technischen Seite besitzt das Decentraland-Protokoll drei verschiedene Layer:

  • Auf dem Consenus Layer wird Besitz sichergestellt.
  • Auf dem Land Content Layer wird sichergestellt, dass sie virtuelle Assets in das System laden lassen.
  •  Auf dem Real-time Layer können User direkt miteinander interagieren.

Das Team hat bereits eine Demoversion fertiggestellt und eine Roadmap veröffentlicht. Hierfür und für mehr Informationen kann man sich das Whitepaper oder die Website ansehen.

Team

team decentraland

Das Team von Decentraland liest sich sehr beeindruckend, da hier sehr viel Blockchain-Expertise zu finden ist. Esteban Ordano und Manuel Araoz sind beide Co-Founder von Open Zeppelin, dem möglicherweise geachtetsten Untenehmen für Smart Contract Auditing. Open Zeppelin hat unter anderem die Crowdsale Contracts von Projekten wie Golem, Brave order Blockchain Capital auf Herz und Nieren überprüft. Zusätzlich gehen aus dem Decentraland weitere Blockchain-Projekte und -Lösungen, wie Proof of Existence, Streamium oder Bitcore hervor. Adviser des Projekts sind außerdem namenhafte Größen, wie Luis Cuence (Gründer Aragon) oder Jake Brukhman (Gründer CoinFund). Alles in allem versammelt sich bei Decentraland ein enormes Blockchain-Wissen, mit einem Team, das weitläufige Kontakte hat.

ICO

ico distribution

Am 17. August startet Decentraland seinen ICO, in dem 40% aller MANA Tokens verkauft werden. LAND ist ein unbewegliches digitales Asset und kann mittels MANA (1000 MANA = 1 LAND) erworben werden.

 

bonus levels

Der ICO hat ein Cap bei $20 Mio. und besitzt verschiedene Bonusstufen, die von 40% Bonus bis auf 0% im Zeitverlauf absinken.

 

 

Was ich von dem Projekt halte

Ich muss zugeben, dass ich das Projekt auf den ersten Blick nicht wirklich ernst genommen habe. Dies hat sich nach einem zweiten Blick allerdings geändert. Aus diesem Grund kann ich allen Lesern nur empfehlen, sich etwas genauer mit Decentraland zu beschäftigen (beispielsweise 1-2 YouTube Videos gucken). Meiner Meinung nach kann Decentraland durchaus zu einem sehr großen und erfolgreichen Projekt heranwachsen, was auch an der Güte des Teams liegt.

VR Hardware und Software wird im Zeitverlauf immer günstiger und zeitgleich besser werden, weshalb kein Zweifel besteht, dass der VR-Markt wächst. Unter den Lesern des Altcoinspekulanten herrscht wahrscheinlich ebenfalls die Meinung, dass der Blockchain-Markt ebenfalls weiter wächst. So befindet sich Decentraland ist zwei starken Wachstumsmärkten und bietet Investoren so die potentielle Möglichkeit das Wachstum beider Märkte mitzunehmen. Die Kombination der Technologien VR und Blockchain ermöglicht es Zentralisierung auszuschließen und somit fair und transparent virtuelles Land zu erwerben und zu „bebauen“.

Als endliche und nicht-bewegliche Ressource steigt der Wert von LAND bzw. MANA mit höherer Nutzung des Netzwerks, worauf potentielle Investoren spekulieren können. Sollte man ein Interesse am ICO haben, sollte man ganz klar direkt investieren um den höchstmöglichen Bonus von 40% mitzunehmen. Der ICO wird meiner Meinung nach nicht augenblicklich dicke Renditen bringen und sollte daher als mittel- bis langfristiges Projekt angesehen werden. Es ist einfach unrealistisch, dass VR-Produkte in kürzester Zeit Mainstream werden – in 3 bis 4 Jahren halte ich es allerdings für durchaus möglich.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert oder werden in diese investieren.(Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Exklusiv: Das Pre-ICO von Modum!–Ein Gastbeitrag von Markus Bohl

Heute findet eine exklusive Premiere beim Altcoinspekulant statt. Etwas, was es in dieser Form noch niemals auf diesem Blog gegeben hat: Die exklusive Ankündigung eines Pre-ICO mit sattem Rabatt auf den Ausgabepreis und einer äußerst geringen Zeichnungssumme. Also genau die Faktoren welche ein Pre-ICO im Verhältnis zu einem späteren ICO umso interessanter machen! Genau diese Chance hat mich dazu bewogen noch einen letzten Beitrag hier zu verfassen. Es geht um das Pre-ICO von Modum. Bei Modum handelt es sich um ein Schweizer Start-Up mit Sitz in Zürich. Modum wurde zwar erst im Jahr 2016 gegründet hat aber bereits einen Blitzstart hingelegt und wurde beim Schweizer Förderprogramm „Kickstart Accelerator“ mit dem ersten Preis in der Kategorie „Future & Emerging Technologies“ ausgezeichnet und hat bereits bezahlte Pilotprojekte mit grossen Playern im Schweizer Markt erfolgreich abgeschlossen.

Das Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik der Universität Zürich eine technische Lösung entwickelt, um die Temperatur beim Transport von Medikamenten zu überwachen. Dabei wird ein Sensor in das Medikamentenpaket beigelegt und zeichnet die Temperatur während des Transports auf. Beim Empfänger werden die Daten des Sensors dann ausgelesen und direkt an die Ethereum Blockchain übermittelt und darin gespeichert. Damit sind sie fälschungssicher und nachträglich nicht mehr veränderbar. Diese Technologie soll Kostenersparnisse von bis zu 50% ermöglichen, da bei einem Einsatz der üblichen Kühltransporter auch Medikamente gekühlt werden, bei denen dies nicht zwingend notwendig wäre. Dies hängt mit regulatorischen Vorgaben zusammen, die eine Temperaturüberwachung für sämtliche Medikamente vorsieht, auch für Temperatur-unempfindliche. Solche Medikamente könnten dann in der Zukunft schlicht per Postpaket inklusive eines Sensors verschickt werden, was eine erhebliche Kosteneinsparung bedeuten würde. Die Hardware ist kurz vor der Serienreife und soll bereits im August voll funktional vorliegen. Zu diesem Zeitpunkt kommt evtl. auch ein Deal mit der Schweizer Post zustande, welche mit dem Einsatz von Modum-Sensoren viele zusätzliche Paketkunden zusätzlich gewinnen könnte. Also eine Win-Win-Situation. Für die Zukunft sind weitere Sensoren und Anwendungsgebiete geplant. So könnten die Sensoren auch bei Lebensmittellieferungen zum Einsatz kommen. Oder lichtempfindliche Sensoren, welche feststellen können, ob das Paket während des Versands geöffnet worden ist. Oder Erschütterungssensoren, welcher fragilen Transportgütern wie Glas oder Flatscreen-Monitoren beigelegt werden. Es gibt bereits vielfache Ideen für eine Weiterentwicklung mit verschiedensten Anwendungsgebieten.

modum idee

Kommen wir zu den Details des ICOs: Zunächst findet das Pre-ICO statt. Dabei werden maximal 2.1 Millionen der 30 Millionen Token angeboten. Der Rabatt liegt dabei bei 50% auf den Ausgabepreis von USD 1.00. Beim Pre-ICO kann also eine Gesamtsumme von maximal USD 1.05 Millionen investiert werden. Die Tokens geben den Investoren das Recht, am Gewinn von modum.io zu partizipieren, indem Zahlungen in Höhe der beschlossenen Dividenden an die Tokenholder ausgeschüttet werden. Das Pre-ICO dient in erster Linie dazu, die Kosten für das ICO abzudecken und fällt deshalb nicht besonders groß aus. Ist das Pre-ICO überzeichnet, fallen die Investoren in die jeweils vorgesehenen Bonustöpfe des ICO, mit etwas tieferen Bonis, was selbstverständlich dann auch klar angezeigt wird. Das offizielle ICO soll im September stattfinden. Dabei werden nochmals bis zu 18 Millionen Token angeboten. Sollten hier nicht alle Token verkauft werden können, werden die überzähligen Anteile konsequent ausgebucht/verbrannt. Es bleiben 10 Millionen Token übrig. Hier kommt eine weitere interessante Besonderheit bei Modum ins Spiel: Diese fließen nicht einfach den Modum-Eigentümern zu, sondern sie müssen sich die Token über erreichte Milestones Stück für Stück verdienen. Das spannende dabei ist, dass die Token-Halter selbst über das Erreichen dieser Milestones abstimmen werden. Nur wenn die Mehrheit zustimmt, werden die Token Stück für Stück freigeben. Eine hervorragende Idee auch die Community aktiv zu halten und auch ein Beweis dafür, dass es das Modum-Team ernst meint der Weiterentwicklung. Wenn Sie nicht liefern und die Community nicht überzeugt werden kann, dann fällt auch ihr Anteil an Modum-Token viel kleiner aus. Ein Mechanismus den man sich für jedes ICO gerne wünschen würde.

Neben der Weiterentwicklung verschiedenster Sensoren je nach Anwendungsbereich ist Modum auch anderen Crypto-Protokollen gegenüber offen. So sind bereits die Meilensteine definiert, dass in der Zukunft auch IOTA, Tezos oder ein anderes Protokoll für die Anbindung der Sensoren genutzt werden können. Das Team will sich nicht auf Jahre hinweg an Ethereum binden und ist hier flexibel.

Fazit: Modum bietet ein sehr gutes Gesamtpaket. Das Team hat in kurzer Zeit sehr viel erreicht und bietet sehr gute Zukunftsperspektiven. Modum nutzt die Blockchain auf sinnvolle Art und Weise und ist nicht irgendein ERC 20-Apptoken. Die Firma hat in ihrem einjährigen Bestehen schon ein bemerkenswertes Tempo vorgelegt und es deutet vieles darauf hin, dass die nächsten Jahre äußerst erfolgreich werden können.

Die Nachfrage nach dem Pre-ICO wird das Angebot bei Weitem übersteigen. Das Altcoinspekulant-Team muss deshalb zu besonderen Mitteln greifen um das Community-Building zu ermöglichen: Interessenten können sich zwar ab dem 8. August unter https://modum.io/tokensale für den Pre-ICO mit Ihrer E-Mail Adresse anmelden und das Whitepaper und weitere Informationen bekommen, die Möglichkeit des Investierens bekommen allerdings nur vorab ausgewählte wichtige Multiplikatoren der Crypto-Community. Es steht eben nur eine beschränkte Anzahl von Tokens im Pre-ICO zur Verfügung und diese müssen sinnvoll im Hinblick auf das zukünftige Community-Building verteilt werden. Modum bittet um Verständnis für diese restriktive Vorgehensweise. Aber nur so lässt sich vermeiden, dass sich wenige „ICO-Flipper“ ohne langfristiges Interesse einen Großteil der Token nur unter spekulativen Gesichtspunkten sichern. Und ab September dann steht das „große“ ICO allen Investoren ohne Einschränkung offen. Wer also jetzt leer ausgeht hat bereits in wenigen Wochen eine erneute Chance!

-Markus Bohl

Disclaimer: Hinweis auf Interessenkonflikt – Der Autor wird selbst in das Modum Pre-ICO investieren.

Nametoken-Das dezentrale Domain-Ökosystem

Inmitten einer schwierigen Phase des ICO-Marktes wagt Nametoken die ersten Schritte. Warum ich das Projekt trotz der aktuellen Lage interessant finde, erkläre ich in diesem Post.

Was ist das Projekt Nametoken?

Nametoken ist ein Projekt, dass sich rund um einen gigantischen, stetig wachsenden Markt dreht: den Markt der Internet Domains.

Domain Markt.jpg
Quelle: denic.de

Einzelne Teammitglieder von Nametoken haben dabei schon in der Vergangenheit erfolgreich mit Domains gehandelt und wollen dies nun skaliert und professionell auf Basis der Blockchaintechnologie fortführen. Hierzu will Nametoken einen Online-Handelsplatz für Domains mit Hilfe von Ethereum aufbauen. Der Kauf, Verkauf sowie viele weitere Features werden dabei über Smart Contracts abgewickelt. Im Verhältnis zu herkömmlichen Handelsplätzen können so eine Menge Gebühren eingespart werden. Sämtliche Aktionen wären somit billiger und auch noch transparent auf der Blockchain nachvollziehbar.

Das Initial Coin Offering von Nametoken startet heute und soll maximal 18000 Bitcoin bis zum 30. September über verschiedene Bonusstufen einbringen. Besonders dabei ist, dass 90% aller Token an die Investoren ausgeschüttet werden, und nur 7% für das Team und 3% für   Legal/Advisory zurückbleiben. Nicht verkaufte Token werden am Ende des ICO für Belohnungen im Markt verwendet.  Außerdem soll das Token deflationär sein (Gegenteil von inflationär), d.h mit 50% der erzielten Gewinne des Projekts sollen Token aufgekauft und „vernichtet“ werden, um so den Preis der verbleibenden Token zu steigern. Die Allokation der eingesammelten Bitcoin wird dabei wie folgt aussehen:

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Demnach würde Nametoken nicht nur einen Handelsplatz erstellen, sondern zugleich auch selbst in vielversprechende Domains investieren. Wie bereits erwähnt werden hier 50% vom Gewinn für den Kauf von Token verwendet, der Rest wird reinvestiert. Um das Projekt und seine Ziele im Detail zu verstehen, war Jens Peterssen (Mitgründer und CEO neben Frank Menze, dem Gründer von Druckerpatronen.de) so freundlich mir einige Fragen zu beantworten.

jenspeterssen

Hi Jens, danke dass du dir die Zeit nimmst meine Fragen bezüglich Nametoken zu beantworten. Im Vorfeld habe ich das Projekt schon grob umrissen, jetzt soll es ein bisschen mehr ins Detail gehen. Zunächst einmal: Wie kam es zu der Idee hinter Nametoken und den ersten Schritten?

Die Idee hinter Nametoken ist bereits in den letzten Jahren gereift. Durch unser Kerngeschäft, dem Domainhandel, hielten wir es schon immer für sinnvoll, eine eigene Domain Plattform auf die Beine zu stellen. Für unser Domainportfolio haben wir bereits einige Algorithmen, die uns bei der Suche nach potenziellen Domaininteressenten helfen, programmiert.

Dadurch, dass wir seit einiger Zeit selbst in Cryptowährungen investieren (Bitcoin, Altcoins sowie ICOs), fanden wir es eine gute Idee, diese beiden Dinge zu kombinieren.

Laut euren Angaben wollt ihr 18000 BTC (ohne Berücksichtigung der Boni) mit eurem ICO einsammeln. Das ist für ein Start-Up sehr viel Geld. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

JP: Ohne die nötigen Strukturen kann man kein vernünftiges Projekt im Bereich Domains auf die Beine stellen. Alleine die Entwicklungs- sowie Marketingkosten sind immens. Heutzutage gibt es nach wie vor lediglich Sedo als seriöse Domainhandelsplattform. Andere kleinere Plattformen sind entweder an der Umsetzung oder am Marketing gescheitert. Wir möchten diesen Fehler nicht machen.

Weiterhin möchten wir unsere Expertise als Domain Broker dazu nutzen, über Nametoken attraktive Domains zu kaufen und wieder zu verkaufen. Dieses Business betreiben wir nun schon seit über 20 Jahren mit großem Erfolg. Der ICO würde uns die Möglichkeit geben, dieses Business zu skalieren – von dem Erlös werden die Nutzer von Nametoken ebenfalls profitieren.

Neben der Akquirierung von Domains und deren Verkauf ist auch die Entwicklung eines Dezentralen Domain-Marktplatzes geplant. Inwieweit wird sich dieser aufgrund der Dezentralität von herkömmlichen Anbietern unterscheiden und wie groß sind hier die Einsparungen hinsichtlich Gebühren?

JP: Er wird sich immens von anderen unterscheiden. Zum Einen arbeiten wir bereits mit automatisierten Methoden, um Domains besser vermarkten zu können. Durch Nametoken wird dieser Algorithmus noch viel weiter verfeinert. So möchten wir unsere User einbinden, um Domains besser bewerten zu können. Die User können „spielerisch“ (Stichwort „Tinder for Domains“) mit Hilfe unserer App Domains bewerten, Daten pflegen und vieles mehr. Für diese Nutzung werden sie Nametokens erwirtschaften können. Somit können unsere bestehenden Algorithmen in Verbindung mit User Generated Big Data dafür sorgen, dass Domainverkäufer den perfekten Käufer finden können. Das Ganze ist einzigartig. Es ist noch nie Jemandem gelungen, eine Domainplattform zu starten, bei dem der Nutzer nahezu perfekte Ergebnisse erhält. Derzeit ist es ja meist so, dass man bei Millionen von eingestellten und nicht verschlagwortenden Domains den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Auch im Hinblick auf Gebühren werden wir deutlich günstiger sein. Während man auf herkömmlichen Plattformen für einen Domaintransfer bis zu 15% Gebühren zahlen muss, können wir alles über Smart Contracts erheblich vereinfachen, so dass wir am Ende bei ca. 1% Gebühr landen werden.

Werdet ihr neben herkömmlichen Domains auch in .eth Domains investieren?

JP: Die ganzen neuen Endungen sollte man erst einmal vorsichtig genießen. Es gibt Endungen, wie zum Beispiel .shop, die haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Welche von den anderen neuen Endungen, wozu auch .eth gehören wird, interessant sein werden, wird sich erst noch zeigen. Unser Gespür hat uns hier bisher immer geholfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Als Nutzer soll man für die Registrierung, den Kauf und vieles mehr von Domains NAT Token erhalten. Woher kommen diese?

JP: Diese NAT Tokens werden hauptsächlich aus den erzielten Gebühren vergütet.

Weiterhin soll euer bewährter Domain-Bewertungs-Algorithmus mit Daten von Benutzern gepaart werden. Kannst du mir mehr darüber verraten?

JP: Auf die meisten Punkte bin ich bereits vorher eingegangen. Zu viel möchte ich noch nicht Preis geben. Erste Tests zeigen allerdings schon: Das Ganze funktioniert und wird Domainhändlern eine Menge Spass bereiten!

Zu guter Letzt: Welche Risiken und Chancen siehst du in den kommenden Monaten, und wo siehst du Nametoken in einem Jahr?

JP: Die Risiken befinden wir für sehr Überschaubar. Auf Grund unserer Expertise und Erfolgen der Vergangenheit können wir den Domainmarkt und die Chancen sehr gut einschätzen.

Wir sind sehr Überzeugt von unserem Projekt, so dass ich hier vielmehr die Chancen sehe. Der Domainmarkt wächst von Jahr zu Jahr. Immer mehr Firmen drängen ins Netz. Und ohne eine vernünftige Domain hat man kaum eine Chance, dort zu bestehen. Dies wird den Wert von Domains weiter steigern.

Wie sagte Bill Gates schon in den Neunzigern? „Domains have and will continue to go up in value faster than any other commodity ever known to man.“ Der Nametoken wird in einem Jahr an vielen Exchanges vertreten sein. Spätestens in einem Jahr wird auch unser Domainmarktplatz online gehen.

Persönliche Einschätzung

Insgesamt möchte ich abschließend sagen, dass das Team sowie der Use-Case hinter Nametoken für mich, trotz hoher Zielsetzungen, positiv aussieht. Allerdings muss man in der aktuellen Marktlage aufpassen, zu welchem Zeitpunkt man investiert, da aktuell die meisten ICOs aufgrund ihres hohen Caps nach der ICO unter dem ICO-Preis gehandelt werden (sollte man keine Boni in dem ICO bekommen haben). Eine Mögliche Lösung ist hier die Hälfte seines geplanten Investments im Zeitraum des 50% Bonusses zu tätigen und die andere Hälfte nach dem Ende des ICO. Weiterhin sollte man genau beobachten, wie viele Token in dem ICO letztendlich verkauft worden sind und wie groß der hieraus resultierende Reward-Pool ist. Anders als bei anderen ICOs muss hier aber auch darauf vertraut werden, dass die Investitionen des Teams in Domains lohnen sind, da sowohl ein großer Teil der Gelder hier verwendet wird, als auch die Deflation des Tokens hiervon abhängt.

-Lukas Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Investment vs. Spekulation vs. Spiel anhand des Beispiels Minereum (MNE)

In diesem Post möchte ich auf die Unterschiede von Spekulant und Investor eingehen, sowie die aktuelle Marktsituation erklären und anhand dessen das Projekt Minereum analysieren.

Investor vs. Spekulant vs. Spieler

Ein Investment liegt immer dann vor, wenn nach einer gründlichen Analyse in erster Linie Sicherheit und erst im Anschluß daran eine zufriedenstellende Rendite steht. – Benjamin Graham 

Verwendet man Grahams Sichtweise kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass der gesamte Krypto Markt kein Investment darstellt, sondern höchstens Spekulation. Dies ist der Fall durch das vergleichsweise geringe Alter des Markts und die vielen (teilweise unvorhergesehenen) Gefahren für diesen. Während Graham eine vergleichsweise negative Meinung über den Spekulanten hat (mit Spekulation verdient man langfristig kein Geld) und sich auf die Analyse des Investors fokussiert, unterscheidet der Börsenguru André Kostolany zusätzlich zwischen Spekulanten und Spielern. Die erstere Gruppe macht sich Gedanken um ihre spekulative Anlage und hat zuvor den Markt analysiert. Die Spieler hingegen spielen wortwörtlich mit ihrem Geld und informieren sich nicht, bevor sie eine Anlage tätigen. Ein weiterer Unterschied ist das Durchhaltevermögen und der Umgang mit Emotionen. Der Spieler neigt zu „Panic-Sells“ und lässt sich vom Markt leicht beeinflussen, wohingegen der Spekulant wohl überlegt und mit wenig Emotionen vorgeht.

Die aktuelle Situation

Nach einem sehr langen Bullenmarkt und einem drastischen Anstieg von ICOs und deren eingesammelten Volumina ist der komplette Krypto Markt seit circa einer Woche in einem Abwärtstrend. Es stellt sich die Frage, wie es zu diesen intensiven Bullenmärkten und Abwärtstrends kommen kann. Um diese Frage beantworten zu können muss man zuerst folgendes verstehen: Der Preis (sei es an der Börse oder am Krypto-Markt) wird nur direkt durch die Nachfrage beeinflusst. Wird mehr gekauft als verkauft steigt der Preis und umgekehrt. Positive oder negative Nachrichten wirken sich nur dann auf den Preis aus, wenn aufgrund dieser Spekulanten und/oder Spieler zum Kauf oder Verkauf bewegt werden. Nun zum ersten Teil der Frage: Wie konnte es zu so einem gigantischen Bullenmarkt kommen, der zu enormen Gewinnen bei nahezu jeder Coin führte?

Ein Hauptgrund hierfür ist sicherlich der konstante Zufluss an Spekulanten, die Kryptowährungen „entdeckt“ haben und so für eine steigende Nachfrage (und somit einen steigenden Preis) nach Bitcoin erzeugt haben. Hier kommt nun die Psychologie der bereits im Markt vorhandenen Spieler (aus denen der Krypto Markt hauptsächlich besteht) ins Spiel. Diese bemerken, dass der Bitcoin Kurs steigt und kaufen nun auch mehr Bitcoin, da sie davon ausgehen sich in einer starken Aufwärtsbewegung zu befinden. Dieser Effekt verstärkt sich natürlich mit steigendem Kurs weiter. Wie kommt nun der Anstieg nicht nur von Bitcoin sondern des gesamten Marktes zustande?

Zunächst hängen viele Altcoins von den Kursbewegungen von Bitcoin ab, da die Stimmung der Spieler an Bitcoin gekoppelt ist. Durch die Euphorie des Bitcoin Anstiegs und die meist ausschließlich positive Erfahrung vorangegangener Investments (beispielsweise ICOs) steigt nun die Nachfrage nach Altcoins. Auch hier gibt es den Effekt, dass ein Anstieg an sich sich selbst verstärkt. Am Hochpunkt der Aufwärtsspirale gibt es kaum eine Möglichkeit sein Geld sinnvoll anzulegen, da jede Coin bereits stark angestiegen ist. Zu diesem Zeitpunkt stürzen sich Spieler auf sämtliche Chancen ihr Geld anzulegen, wobei ihnen dabei völlig egal scheint welchen Use-case ein Projekt hat oder bei welchem Preis es steht. Dies führt beispielsweise zu Rekord-ICOs wie wir sie in letzter Zeit häufiger gesehen haben (BAT, Banco, Tezos…). Anleger hoffen dabei, basierend auf den überaus positiven Emotionen, die in der Vergangenheit mit einem ICO verbunden wurden, auf schnelle Gewinne. Dabei wird vernachlässigt, dass vergangene ICOs im wesentlich kleineren Rahmen und mit geringer Reichweite abgehalten wurden. So konnte nach dem ICO der Preis ansteigen. Bei den aktuell aufkommenden Projekten investieren allerdings große Teile des Marktes bereits während der ICO und nicht danach. Hierdurch kommt es zu einer Überbewertung und die Nachfrage (zusammen mit dem Preis) fällt nach dem ICO. Aktuell sollte man also das Ende der ICOs abwarten und später zu günstigeren Preisen ggf. kaufen.

Ist dieser Hochpunkt erreicht und ein Großteil der Coins am Markt überbewertet, reicht schon ein kleines Ereignis um den Markt in einen Abwärtstrend zu stürzen. Im aktuellen Fall ist dies höchstwahrscheinlich die Angst vor einer Bitcoin-Fork gewesen. Die ersten Anleger beginnen nun, durch Emotionen verleitet, (noch) mit Gewinn zu verkaufen. Der Preis allerdings beginnt nun aufgrund eines Überangebotes am Markt zu fallen. Wie auch beim Aufwärtstrend kommt es hier zu einer Verstärkung der Abwärtsbewegung durch das fallen der Kurse an sich: Die Anleger bekommen Angst vor Verlusten und verkaufen sogar teilweise tatsächlich mit Verlust, da sie einen noch tieferen Sturz des Marktes vermuten. Diese Spirale endet in einer Unterbewertung verschiedener Coins zu der Spekulanten wieder zu einem Kauf bereit sind.

Buy-Sell
Ein ganz normaler Tag am spielerdominierten Krypto Markt

Bei diesen Stürzen (aber nicht nur bei diesen, sondern auch langfristig gesehen) verlieren besonders Projekte, die einen schwachen Use-case oder fast keine technologische Weiterentwicklung aufweisen.

Es ist also empfehlenswert zu jeder Zeit zum Kreis der Spekulanten zu gehören und sich Gedanken um jede Geldanlage zu machen. Ansonsten kann es schnell passieren, dass man in Projekte mit schwachem Use-case investiert, die langfristig keine Chance am Markt haben. Zudem ist man ohne die nötigen Nachforschungen viel anfälliger für Panikverkäufe oder emotionsgesteuertes Verhalten. Folgende Fragen können bei der Evaluation eines Projektes helfen:

  • Besitzt der Use-case einen gesellschaftlichen Mehrwert oder stellt das Projekt einen technologischen Fortschritt dar?
  • Bin ich persönlich vom Erfolg des Projektes überzeugt? (Diese Frage darf man nicht unterschätzen. Man selbst muss mit einer Geldanlage leben können, ansonsten ist man anfälliger für Panikverkäufe. Man muss bei einer guten Anlage emotional in der Lage sein einen Bärenmarkt zu überstehen!)
  • Wer steht hinter dem Projekt? Wer sind die Entwickler? Welche Reputation genießen diese?
  • Gibt es fertige und echte Anwendungsfälle (oder mit welcher Wahrscheinlichkeit wird es diese geben)?
  • Ist das Projekt eine Kopie existierender Technologie?

Anhand dieser Erkenntnisse möchte ich nun auf Minereum eingehen.

Was ist Minereum?

Minereum ist ein Token, welches sich über einen Ethereum smart contract eigenständig mined. Das Mining ist dabei an das der Ethereum Blockchain geknüpft. Hierzu wurden zu Beginn Ethereum Adressen (sogenannte Genesis Adressen) auf verschiedenen Foren gesammelt, die nun pro ETH Block je 0.00032 MNE automatisch erhalten. Insgesamt erhält jede der existierenden Genesis Adressen über einen Zeitraum von ca. 47 Jahren 32000 Minereum Coins. Minerum arbeitet daran, einen einfachen Service zur Erstellung von ERC23 und ERC20 Token (>was ist ERC20?) für Jedermann anzubieten. Dieser Service funktioniert bereits für ERC20 tokens und kostet momentan 1 MNE (Minerum). Zusätzlich soll bald eine App entwickelt werden, die basierend auf GPS Koordinaten Minereum verteilt und so möglichst viele neue Nutzer mit der Krypto-Welt vertraut machen soll. Weiterhin sind laut der Roadmap eventuell eine Lotterie sowie ein Minereum Faucet geplant. Momentan sind circa 571.114 MNE im Umlauf, wobei sich der Preis von einem MNE auf etwa $1,3 (mit einem Allzeithoch von extremen $12) beläuft. Minereum wird auf Livecoin, HitBTC und Cryptopia gehandelt.

Analyse von Minereum hinsichtlich einer überlegten Spekulation

Hier möchte ich zunächst auf den Mining Prozess von Minereum eingehen. Dabei stellt sich mir als erstes die Frage, warum Minereum überhaupt „Mining“ benötigt. Es werden hier Token basierend auf ETH Blocks ausgeschüttet, aber genauso gut hätte man einfach sämtliche Token sofort zur Verfügung stellen können, da keine Miner benötigt werden. Das smart contract Mining ist aber laut Minereum Webseite das Alleinstellungsmerkmal. Zudem besteht besteht die Frage, ob Minereum es schaffen kann einen zukunftsträchtigen Use-Case zu etablieren. Das Erstellen von eigenen ERC20/23 Token mit nur einer Minereum Transaktion ist zwar ein nettes Gimmick, kann aber langfristig nicht genug Nachfrage generieren (höchstens Spielerei, da auch hinter den meisten erzeugten Token vermutlich kein Use-case stehen wird). Auch eine Lotterie und die oben erwähnte App bilden noch keinen gut durchdachten real-life Use-Case. Bezüglich des Entwicklers oder des Teams hinter Minereum findet man auf der Webseite nichts. Zusätzlich muss man noch erwähnen, dass die Distribution von Minereum nicht wirklich fair genannt werden kann, da es durchaus Partizipationen mit weit mehr als einer Genesis Adresse gab.

Zusammenfassend stellt Minereum für mich keine überzeugende Geldanlage dar. Der aktuelle Use-case wirkt schwach und dies wird durch die Roadmap nicht genug kompensiert. Dies bedeutet nicht, dass man durch Spielerei nicht doch Gewinne mit MNE machen kann, allerdings schätzte ich das Risiko für eine überlegte Spekulation als zu hoch ein.

Zuletzt noch zwei Buchempfehlungen zum Thema Investition und Spekulation:

-Lukas Fiedler

Coinlend: der benutzerfreundliche Bot für Margin-Lending

Margin Lending stellt eine attraktive Möglichkeit für Langzeitinvestoren dar, mit lagernden Coins oder USD zusätzlich Geld zu verdienen. Dieser Post beschäftigt sich mit dem Grundprinzip Margin Lending und einem Bot, der den lending Vorgang automatisiert.

(Margin) Lending-Was ist das überhaupt?

Lending bedeutet nichts anderes als etwas zu Verleihen. Entsprechend bezogen auf die Krypto-Welt: Bitcoin, Altcoins, oder auch USD zu einem bestimmten Zinssatz zu verleihen. Dazu gibt es verschiedene Seiten, auf denen man als Privatperson an andere Privatperson Kredite vergeben kann. Dies ist für diesen Post aber nicht weiter von Belang. Im Gegensatz zum Lending beschreibt das sogenannte Margin-Lending das verleihen von Coins/USD an Trader, die mit dem geliehenen Geld auf den Anstieg oder den Fall einer Coin wetten. Ersteres wird als Long-Position, letzteres als Short-Position bezeichnet.

Wie funktioniert ein Short/Long?

Ein Beispiel: Ernie denkt, dass das Währungspaar BTC/USD fallen wird. Da Ernie auf den fallenden Preis wetten möchte, leiht er sich auf Poloniex (oder Bitfinex) durch Margin-Lending einen Bitcoin von Frank. Somit ist Ernie nun verpflichtet Frank zu gegebener Zeit in der Zukunft einen Bitcoin plus Zinsen zurückzuzahlen. Ernie verkauft den geliehenen Bitcoin anschließend für 2600USD. Am Tag darauf ist der Bitcoin Preis gefallen und ein Bitcoin kostet nur noch 2200USD. Das sind großartige Neuigkeiten für Ernie, denn er kann jetzt den Bitcoin, den er Frank schuldet, für 2200USD zurückkaufen. Sein Gewinn würde sich somit auf 400USD abzüglich der Zinsen für Frank belaufen. Analog würde ein Long ablaufen, nur dass sich Ernie in diesem Fall USD leihen würde um Bitcoin zu kaufen. Frank ist in diesem Beispiel der Verleiher, der mit seinen auf der Börse lagernden Coins Zinsgewinne erzielt.

Margin Lending: Welche Risiken bestehen beim Verleihen?

Was würde jetzt allerdings passieren, wenn in dem oben genannten Beispiel der BTC/USD Kurs stark ansteigt und Ernie nicht genug Geld hat, um den Bitcoin zurückzuzahlen? Dies ist durch die Börsen gelöst, die Margin-Trading & Lending anbieten (zu den bekanntesten gehören Poloniex und Bitfinex): Möchte man einen Long oder Short eingehen, so haftet man automatisch mit seinen restlichen Coins/USD hierfür. Geht ein Short/Long nach hinten los, so wird dieser zudem automatisch geschlossen, sobald der Verlust die Absicherungsgrenze erreicht. Das Risiko, dass geliehenes Geld nicht zurückgezahlt wird ist also extrem unwahrscheinlich und ist nur dann überhaupt möglich, wenn der automatisierte Prozess, der den Verlust mit der verfügbaren Sicherheit vergleicht, überlastet und somit „verspätet“ ist (ein solcher Fall ist mir bis heute nicht bekannt geworden und ist äußerst unwahrscheinlich). Ein tatsächliches Risiko hingegen stellt die Börse an sich sowie der komplette Krypto-Markt dar. Während das Risiko des Zusammenbruchs des kompletten Krypto-Markts ein eher geringes Risiko darstellt, kann die Börse auf der man Lending betreibt jederzeit gehackt werden. Weiterhin muss man bedenken, dass man nicht einfach aus einem laufendem Verleih „aussteigen“ kann. Die Liquidität ist somit eingeschränkt.

Margin Lending: Welcher Gewinn kann erzielt werden?

Dennoch sind die eben genannten Risiken verglichen mit dem Trading von Altcoins relativ gering. Da die Zinssätze wie auch beim Altcoinhandel durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden, sind diese relativ variabel und bewegen sich circa zwischen 0.02% und 0.04% pro Tag. Auch wenn das erstmal gering klingt, summiert sich das über ein Jahr zu 7-10% auf, was teilweise sogar besser ist als sein Geld am Aktienmarkt anzulegen. Hier sei angemerkt, dass die Börsen einen Betrag von 15% des Gewinns für sich behalten. Um mit dem Verleihen zu beginnen, muss man zunächst die zu Verleihenden Coins auf das Lending Wallet des Börsenaccounts bewegen. Anschließend kann man manuell beginnen damit Coins zu verleihen, langfristig ist dies aber zu viel Aufwand, weshalb ich an dieser Stelle den Coinlend Bot vorstellen möchte.

coinlend zinsen
Aktuelle Zinnsätze pro Jahr bei gleichbleibenden Zinnsätzen pro Tag

Der Coinlend Bot

Anstatt seine Lendings manuell zu verwalten kann man diese durch die Börsen API und einen Bot automatisch gestalten lassen. Dies verursacht wesentlich weniger Arbeit und garantiert, dass seine Coins durchgängig verliehen sind. Hierzu gibt es verschiedene open source Optionen, die allerdings für Einsteiger nicht besonders geeignet sind. An dieser Stelle kommt Coinlend ins Spiel. Coinlend ist ein kleines, über Deutschland verteiltes Entwicklerteam, welches einen Bot speziell für Margin Lending auf Poloniex und Bitfinex entwickelt hat. Um den Bot zu verwenden, muss man sich lediglich einen Account auf www.coinlend.de erstellen und die entsprechende API Schnittstelle der Börse mit diesem verlinken. Der Bot ist zwar nicht Open Source, hat aber meiner Meinung nach ein paar bestechende Features, die ihn für Einsteiger äußerst geeignet machen:

  • Der Bot verleiht automatisch nach dem besten Zinssatz. Jeder Verleih kann durch Feedback bewertet werden, durch das sich der Algorithmus des Bot verbessert
  • Einfaches und verständliches User Interface, gepaart mit guten Tutorials
  • Kein Risiko durch das hinterlegen von API Keys! Diese können so angelegt werden, dass sie keinen Zugriff auf Trading, Funding oder Account Informationen haben. Der Coinlend Bot kann also nur Geld verleihen-niemals mehr!
  • Neben der Fähigkeit einzustellen, welche Coins verliehen werden sollen, kann man auch eine gewünschte Menge reservieren, die nicht verliehen werden soll. Weiterhin gibt es die Option immer nur für maximal 2 Tage zu verleihen.
  • Der Bot ist komplett gratis und wird nur über freiwillige Spenden finanziert

Momentan kann man mit Coinlend lediglich auf Poloniex und Bitfinex verleihen, allerdings ist eine Erweiterung um z.B Quoine geplant. Hier geht es zu den entsprechenden Tutorials zu Poloniex und Bitfinex. Es gilt dabei zu beachten, dass diese jeweils eine Mindestverleihgrenze haben. Die spezifischen Mindestwerte können in der Coinlend FAQ gefunden werden.

Einschätzung

Meiner Meinung nach stellt Margin-Lending eine attraktive, zusätzliche Einnahmequelle für Langzeitinvestoren sowie für Investoren mit niedriger Risikobereitschaft dar. Um hier das Risiko möglichst gering zu halten, rate ich davon ab mit seinem gesamten Portfolio Margin Lending zu betreiben und die für das Lending bereitgestellten Mittel über die verfügbaren Börsen zu verteilen. Zudem halte ich Coinlend für eine sehr gute Option, um Margin Lending automatisiert zu betreiben.

Wichtiges Update: Die entsprechenden Kursgewinne der Coins, die man zum Lending benutzt sind NICHT nach einem Jahr steuerfrei, sondern erst nach 10 Jahren und die Ertraege aus dem Lending werden pauschal mit 25% versteuert. 

-Lukas Fiedler

Tezos: Die sich selbst anpassende Blockchain

Tezos. Jeder, der sich mit Altcoins und ICOs beschäftigt, hat zwangsweise bereits diesen Namen gehört. Nach dem Entwicklungs-Start in 2014 beginnt nun am 1. Juli um 8 Uhr morgens deutscher Zeit das Initial Coin Offering!

Welche Probleme will Tezos lösen?

Folgendes Beispiel wird zur Verdeutlichung der aktuellen Situation in der Krypto-Welt verwendet (Quelle: Tezos Position Paper, Seite 3):

Man stelle sich den Vergleich zwischen Krypto-Währungen und einem Smartphone vor. Alle paar Wochen erscheint ein neues Smartphone auf dem Markt, oft ausgestattet mit neuen Features und neuer Technik. Obwohl Menschen, die ein altes Smartphone besitzen, eventuell neidisch auf diejenigen mit dem neuesten Modell sein können, bedeutet dies nicht, dass die alten Smartphones nicht mehr funktionieren. Was würde sich ändern, wenn nun alte Smartphones nicht mehr mit den neuen Modellen/Designs kompatibel wären? Der Wert eines Smartphones wäre abhängig von den Nutzern genau dieses Modells, viel geringer!

Eine solche Situation haben wir zurzeit betreffend Kryptowährungen. Für jede neue Innovation entsteht zurzeit eine neue Blockchain, es werden kaum bestehende Chains verbessert. Wie auch, wenn die einzigen Möglichkeiten eine Sidechain oder eine Fork sind. Weiterhin wird von Tezos angesprochen, dass in etablierten Proof-of-Work Systemen anstatt der Stakeholder einige große Mining Pools immer mehr Macht bezüglich Netzwerkentscheidungen bekommen/haben.

Wie löst Tezos die angesprochenen Probleme?

Tezos ist eine Blockchain, welche sich verändern kann. Dies wird realisiert, indem Stakeholder mehrheitlich, anhand bestimmter Regeln, für eine Veränderung stimmen.  (Je mehr Token man besitzt, desto mehr Stimmrechte hat man). Diese wurde zuvor in einem Testnetz getestet. Subjekt der Veränderung kann, wortwörtlich, alles sein. Das Wort „alles“ schließt hier sogar die Bedingungen einer Abstimmung und Annahme einer Veränderung mit ein. Weiterhin verwendet Tezos zu Beginn anstatt Proof-of-Work einen „Delegated Proof-of-Stake“ (DPOS) Algorithmus, welcher es jedem Tezos Halter ermöglicht, an der Blockerstellung teilzunehmen (oder einen Delegierten für sich zu bestimmen; je höher dabei der Tezos-Betrag hinter einem Delegierten, desto öfter wird dieser Blöcke erstellen). Aufgrund des Potenzials zur Veränderung ist es allerdings auch möglich, dass in Zukunft dieses System verändert wird, beispielsweise hin zu einem Proof-of-Work Algorithmus oder sogar zu einem zentralisierten Protokoll (die Tezos Foundation vermutet einen Verbleib beim DPOS). Ein besonderes Augenmerk haben die Entwickler bei der Programmierung auf die mathematische Beweisbarkeit des Codes gelegt (mathematische Beweise von Software sind aufwendig, stellen aber sicher, dass sich keine Logik-Fehler im Code befinden). Um die Beweisbarkeit zu vereinfachen wurde Tezos in der Programmiersprache OCaml geschrieben (als Smart Contract Sprache wurde Michelson verwendet).

Smart Contracts? Check. 100% private Transaktionen? Geplant.

Ähnlich wie Ethereum, sind auch in Tezos die Erstellung von Smart-Contracts (ein Stück Code hinter einer Adresse, welcher durch eine Transaktion zu dieser Adresse eine vorbestimmte Aktion durchführt) möglich. Ein Unterschied ist dabei, dass Smart Contracts in Tezos nur eine begrenzte Anzahl an Schritten zur Ausführung zur Verfügung haben (in Ethereum ist diese unbegrenzt, allerdings steigen die Transaktionskosten proportional zur Komplexität). Da die meisten Smart Contracts nicht allzu kompliziert sind, sind in Tezos die Anzahl der Schritte, die pro Transaktion durchgeführt werden können, begrenzt. Dies verhindert laut dem Position-Paper zudem CPU-basierte DDoS Attacken. Als ein zusätzliches Feature sind komplett anonyme Transaktionen, wie zum Beispiel ZCash sie ermöglicht, geplant (nicht umsonst wird der Leiter des ZCash Projekts, Zooko Wilcox, als Berater aufgeführt). Dazu soll zunächst ein spezieller Token auf der Tezos Blockchain eingeführt werden. Dieser würde ZCash Technologie verwenden und wäre 1 zu 1 gegen Tezos eintauschbar. Langfristig ist dieses Feature für die komplette Tezos Blockchain geplant.

Das Tezos Team & die Foundation

Die Tezos Blockchain wird primär von Dynamic Ledger Solutions Inc., einem US basierten Unternehmen entwickelt. Gegründet wurde dieses Unternehmen unter anderem von Kathleen und Arthur Breitman. Weiterhin stehen momentan 10 weitere Core Entwickler hinter Tezos, die hauptsächlich in Paris ansässig sind. Diese werden besonders im Anfangsstadium die Entwicklung und Adaption von Tezos vorantreiben. Das Entwicklerteam kooperiert dabei mit OCamlPro, einer Softwarefirma, die sich auf die Programmiersprache OCaml spezialisiert hat. Die Gründer von Tezos hielten es für sinnvoll, dass die ersten Schritte auch durch eine Tezos Foundation unterstützt werden. Diese ist unabhängig und in der Schweiz angesiedelt. Sie besteht zurzeit aus Johann Gevers, Diego Ponz, und Guido Schmitz- Krummacher und besitzt, beginnend ab dem Genesis Block, ein einjähriges Vetorecht bezüglich Veränderungen der Tezos Blockchain.

tezos plan

Das Initial Coin Offering

Sämtliche Infos können unter https://crowdfund.tezos.com gefunden werden (stelle sicher, dass du die richtige Seite besuchst!). Start des Initial Coin Offerings ist der 1. Juli um 8 Uhr morgens und dauert 2000 BTC Blocks (ca 2 Wochen). Dabei gibt es einen Bonus, der sich, beginnend bei 20%, alle 400 BTC Blocks (ca. 2 Tage und 18 Stunden) verringert.

tezos bonus

Zwischen September 2016 und März 2017 wurden bereits $612,000 von Hedge-Fonds zur Finanzierung einiger letzter Schritte gesammelt. Diese werden mit einem Bonus über 31,48% in dem ICO berücksichtigt. Weiterhin hat der Milliardär Tim Draper angekündigt, in Tezos zu investieren. Zu Beachten ist für Anleger, dass es bei Tezos kein ICO-limit gibt.

Insgesamt finde ich Tezos persönlich sehr spannend und kann kaum erwarten, wie die Evolution dieser Blockchain beginnt. Es gibt jedoch einen wichtigen Punkt, weshalb ich nicht an dem ICO teilnehmen werde: Es gibt, wie bereits erwähnt, kein ICO-Limit. In der Vergangenheit wurden bei ICOs stark steigende Geldbeträge eingesammelt, und Tezos ist ein bereits seit längerer Zeit gehyptes Projekt.

ICO trend
ICO Trend; Quelle: Twitter @myetherwallet

Ich vermute daher, dass sämtliche Interessenten innerhalb der zwei Wochen in das Projekt investieren werden. Dies wiederum resultiert meiner Meinung nach in einem  neuen Rekord bezüglich des eingesammelten Geldes. Dadurch gibt es kaum Raum für kurzfristige und mittelfristige Gewinne und es ist eventuell mit einem Preisverfall nach der ICO zu rechnen, bei dem sich potentielle Interessenten günstig in das Projekt einkaufen können. Dieses Szenario ist abhängig davon, wie viel tatsächlich während dem ICO investiert wird. Ich empfehle daher diesen genau zu verfolgen. Außerdem ist es bei dezentralisierten Steuerungen wichtig, dass die Token gut verteilt sind und nicht nur auf Börsen „rumliegen“. Sollte dies der Fall sein, so hätte das Tezos Team zusammen mit den Hedge-Fonds vermutlich den größten Stimmenanteil.

-Lukas Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Santiment: Die Daten- und Informationsplattform für die Kryptomärkte

Santiment arbeitet daran eine Daten- und Informationsplattform für Kryptomärkte zu erstellen, über die sich User frei ihre relevanten Datengrundlagen zusammenstellen können. Am ehesten lässt sich dies mit den Geschäftsmodellen von Bloomberg oder Thomson Reuters vergleichen. Santiment wird am 04.07.17 einen ICO abhalten. Im Folgenden wird ein Überblick zu Santiment und dem anstehenden ICO geliefert und abschließend eine persönliche Einschätzung zu diesem gegeben.

Santiment

Santiment baut eine Plattform für jegliche Form von relevanten Daten im Bereich der Kryptomärkte. User können auf bestimmte Features kostenfrei zugreifen und detaillierte, beziehungsweise spezielle Daten mit Hilfe des Santiment Tokens (SAN) erwerben. Dies erfolgt mittels sogenanntem Staking, das heißt, dass Token für eine bestimmte Zeit weggeschlossen werden um so zusätzlichen Wert zu generieren. Kurz gesagt kann ich beispielsweise 100 SAN staken um neben den kostenfreien Daten ebenfalls spezielle Informationsgrundlagen freizuschalten. Hierdurch wird freies Supply weggeschlossen, was zu einer Knappheit auf dem freien Markt führt. Je mehr Anwender ihre Token staken, desto höher wird auch der Preis von SAN-Token sein.

Als Kunden der Plattform identifiziert das Projekt drei verschiedene Arten von Usern:

  1. Professionelle Krypto-Trader und -Investoren (z.B. Hedge Funds oder sogenannte Whales)
  2. “Normale” Krypto-Trader und -Investoren (z.B. mich)
  3. Externe Daten- und Informationsanbieter (z.B. Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen)

Alle diese drei Arten von Usern sind auf der Suche nach aussagekräftige Daten und Informationen, wenngleich unterschiedlich in Form, Detailschärfe und Menge. Normale Krypto-Trader können auf freie Informationen zugreifen oder aber SAN Token staken um auf weitere persönlich ausgewählte Information zuzugreifen. So kann sich jeder Trader und Investor sein persönliches Santiment-Terminal zusammenstellen, auf dem relevante Daten oder Feeds angezeigt werden. Genauso verhält es sich für professionelle Investoren. Diese können ihrerseits relevante Informationen anzeigen lassen und müssen hierfür voraussichtlich eine höhere Anzahl an SAN staken. Die dritte Gruppe der Kunden umfasst beispielsweise Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen, welche selbst SAN staken um ihrem Kundenstamm Zugriff auf Santiment-Daten zu ermöglichen. Als Beispiel kann hier Iconomi aufgeführt werden, welches frühzeitig in Santiment investiert hat – wahrscheinlich um Iconomi Kunden auf die Daten der Santiment Plattform zugreifen lassen zu können. So baut Santiment eine anpassbare Plattform, auf der jeder Nutzer sich seine Daten individuell zusammenstellen kann.

utility

Im Februar 2017 hat Santiment in einem Presale 18% der Token verkauft. Die dort gesammelten Mittel hat das Team genutzt um eine App zu entwickeln, welche sich aktuell in der Alpha Version befindet. Diese umfasst zum jetzigen Zeitpunkt unter anderem bereits Charts mit historischen Preisentwicklungen verschiedener Coins und ein krypto-finanzielles Spiel, welches Daten für die Sentimentanalyse zukünftiger Preisentwicklungen von Kryptowährungen sammelt. Santiment plant ein Terminal, wie es beispielsweise Bloomberg für “reguläre” Märkte anbietet, das sowohl im Browser als auch mobil aufzurufen ist. Die bereits zu weiten Teilen entwickelte App verkürzt daher das Zeitfenster der notwendigen zukünftigen Entwicklung.

santiment Terminal

Um den Zugang zur Plattform zu erleichtern kann der Zugang zu bestimmten Kanälen von Marktinformationen ebenfalls durch Euro oder Dollar erkauft werden. Kanäle können beispielsweise ICO-Analyse, Marktinformationen oder rechtliche Updates umfassen. Neben offiziellen Santiment-Kanälen können ebenfalls Partner Kanäle erstellen um ihre relevanten Informationen zu Verfügung zu stellen und gegebenenfalls zu verkaufen. Außer Kanälen werden ebenfalls Datafeeds angeboten, welche spezielle Einblicke beziehungsweise Muster von Kryptomärkten offenlegen. Solche Feeds können beispielsweise auf Sentimentanalyse basieren und Informationen hinsichtlich der Volatilität, Akkumulation oder Trollboxen liefern.

Ein weiteres, meiner Meinung nach äußerst relevantes, Feature ist die “Sanbase”. Diese soll eine Art Wikipedia für Kryptoprojekte und -währungen werden. Researcher und Partner von Santiment recherchieren hierzu relevante Informationen, stellen diese bereit und aktualisieren diese sobald es möglich ist. Nutzer des Netzwerks können Änderungen und Updates vorschlagen beziehungsweise bemängeln, sodass eine Art Wikipedia für Kryptomärkte entsteht. Ein gewissen Maß an zentraler Verwaltung ist hier allerdings notwendig um Missbrauch auszuschließen und Researcher für ihre Arbeit entlohnen zu können. Die Umsetzung einer solchen Lösung begrüße ich sehr, da ich selber bezeugen kann, wie aufwendig und kleinteilig die Recherche einzelner Projekte sein kann.

Im kürzlich veröffentlichten Whitepaper Draft wird das Projekt detailliert erläutert und eine Roadmap aufgeführt. Für das jahr 2017 werden neben der Durchführung des Crowdsales und der Veröffentlichung des Whitepapers  die Veröffentlichung der App sowie der Erstellung zweier erster Datafeeds (Preishistorie und Slack-Sentimentanalyse) geplant. Bis in das Jahr 2018 sollen über 200 Datafeeds, diverse Informationskanäle und verschiedene Sentiment-Tracker in die Plattform integriert werden.

ICO

 

santiment ico verteilungAm 04.07.2017 startet Santiment den Verkauf 54% der kompletten Token des Netzwerks in einem ICO. 18% der Token wurden bereits im Februar im Presale verkauft und 18% behält das Team ein. Die restlichen 10% verteilen sich auf Network Rewards (also Ausschüttungen bestimmte Teilnehmer im Santiment Netzwerk) und Berater/Partner. Somit werden insgesamt 72% aller Token öffentlich ausgeschüttet, was im vergleich zu anderen aktuellen ICOs ein vergleichsweise hoher Wert ist.

SAN ist ein Ethereum-Token, der folglich über einen Smart Contract zum Preis 1 ETH = 1000 SAN verkauft wird. Hierbei ist ein minimales Cap von 15.000 ETH und ein maximales Cap von 45.000 ETH festgelegt. Aktuell entspricht das MaxCap somit etwa $15,2 Millionen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen ICO-Mania at Santiment einen dreistufigen Plan für den Verkauf der Token geplant. So soll effektiv ausgeschlossen werden, dass einzelne Investoren sehr große Positionen kaufen und eine unvorteilhafte Distribution auftritt (wie es beispielsweise beim BAT ICO der Fall war). In der ersten Stufe können Mitglieder der Santiment Community einen Teil des ICOs kaufen. Hierzu müssen sie sich auf eine Whitelist eintragen und einen minimalen und einen maximalen Betrag ihres Investments angeben. Am Whitelisting-Prozess kann aktuell noch jeder partizipieren. Hierzu muss man Mitglied im Santiment Slack (Link) sein und den santiment Newsletter abonniert haben (Link). Mittels dieser Informationen kann man sich dann eintragen. Die zweite Stufe des ICO (25-35% des Crowdsales) wird über den Cofound.it Priority Pass abgewickelt. Cofound.it hat vor kurzem selbst einen ICO durchgeführt und versteht sich als Plattform für Blockchain Venture Capital. Im dritten Schritt wird der Crowdsale dann vollkommen für alle Teilnehmer geöffnet.

Einschätzung

Kryptomärkte erfreuen sich aktuell einem so hohen Wachstum, dass einzelne Exchanges am absoluten Limit ihrer Kapazitäten operieren und nicht mehr mal weitere Coins adden können. Meiner Einschätzung nach ergibt sich für Santiment schon jetzt ein sehr großer Kundenstamm, welcher ohne Probleme die langfristige Profitabilität des Netzwerks gewährleisten kann. Dies ist allerdings selbstverständlich klar abhängig von der Güte der angebotenen Informationen. Tatsächlich existieren diverse Nischenanbieter, die einzelne Aspekte der Santiment Produkte abdecken, allerdings fehlt ein übergreifender Anbieter. Meiner Meinung nach bietet das Projekt eine äußerst vielversprechende Chance frühzeitigen Zugriff auf eine überlegene Informationsgrundlage zu gewinnen. Sobald der tatsächliche Mehrwert der Plattform der breiten Masse klar wird, wird zu einem Netzwerkeffekt kommen und mehr und mehr Nutzer werden die Produkte aufrufen und selbst Produkte generieren. Hierdurch werden die vorliegenden Daten zunehmends besser, wodurch wiederum weitere Nutzer gewonnen werden. Da Datenzugriff über Staken der Token erzeugt wird, führt eine höhere Nutzung des Netzwerks zu einer zunehmenden Knappheit von SAN – und folglich einem steigenden Wert der Token.

Als Alpha-Tester der App und nach diversen persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Mitgliedern des Santiment Teams bin ich der vollen Überzeugung, dass sie die gesetzten Ziele erreichen können.

Sehr angenehm finde ich, dass Santiment einen “normalen” ICO ohne Unwägbarkeiten durchführt. So gibt es kein Hidden Cap wie bei Projekten wie Status oder Bancor, sondern die maximale Funding-Höhe ist mit 45.000 ETH klar. Das Cap entspricht einer geeigneten Höhe, sodass das Santiment-Team wachsen kann, das Produkt entwickelt werden kann und zeitgleich noch viel Raum für Wachstum besteht. Hier ist ein Multiplikator von x2-x3 absolut vorstellbar, allerdings sind auch deutlich höhere Zuwächse denkbar.

Zusammengefasst halte ich Santiment für ein äußerst vielversprechendes Projekt, dessen geplanten Produkte ich aktuell klar vermisse. Mit zunehmenden Nutzerzahlen wird immer mehr Supply zwecks Staking weggeschlossen, wodurch es durchaus lohnend sein könnte, dieses frühzeitig zu erwerben.

 

Disclaimer: Der Autor arbeitet mit Santiment in beratender Tätigkeit zusammen (Link) und ist selbst in oben genannte Kryptowährungen investiert.

IOTA: an Update on Token Distribution and Exchange Launch


Vorwort von Lukas Fiedler: Mit dem neuen Autoren Team versucht der Altcoinspekulant nun seine Artikel auch einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Daher ist dies der erste Post auf Englisch, dem zu gegebener Zeit weitere folgen werden. Feedback hierzu ist gerne erwünscht. Sollte sich eine breite Mehrheit der Leser für ausschließlich deutschsprachige Artikel aussprechen, so werden wir hierfür eine Lösung finden (ggf. z.B Übersetzung).

Hauptartikel von Dr. Ingo Fiedler:

IOTA is a third generation blockchain that is actually working without blocks and without a chain. It uses the concept of a tangle instead. This allows to solve three crucial issues that severely limit current blockchain solutions. The IOTA protocol

  1. is highly scalable,
  2. has zero transaction costs, and
  3. allows offline transactions.

This makes IOTA the perfect fit for a Machine Based Economy, that is, the Internet of Things as I laid out before in in a series of blog posts.

IOTA is different compared to other blockchain innovations. Instead of building hype and become listed on an exchange as fast as possible to the current wave of enthusiasm that many already consider a bubble, IOTA was developed for years with the sole purpose of getting things done before anything else. This includes a lot of collaborations with heavyweights from various industries for real world use cases rendering IOTA a technology solving actual problems instead of a technology searching for problems it can solve. Recently the IOTA mainnet was upgraded and the network is now fast and stable clearing the way to the first exchange listing on Bitfinex on the 13th of June 2017.

As a guest author of Altcoinspekulant I take this as an opportunity to reflect on the updated distribution of IOTA tokens that can be analyzed by the latest snapshot from 09th June 2017 and compare it to the distribution after the last two snapshots. This will give us insights into how IOTA has grown and spread across the community in the past months.

Since no mining process is involved in IOTA, all 2,779,530,283,277,761 Iota or roughly 2,800,000 Gigaiota (Gi) exist since the very beginning. All of these tokens were sold to investors in an ICO that ran from 25th November to 21st December 2015. That is, no tokens were kept by the developers. Instead the developers used the collected Bitcoin to finance themselves and the technology. In addition, the IOTA community built its reputation as being generous donators and financed various projects in the meantime while the developers have set up a foundation (“Stiftung”) in Berlin to further foster the non-profit character of IOTA.

On November 27th around 48% of all Iota was claimed by their owners. Until the 4th of February, additional 12% of Iota was claimed for a total of 60%. The number of addresses with a positive balance increased from 472 to 657 (+39%) and the number of addresses with more than 1 Gi increased from 334 to 494 (+48%). The time to claim IOTA ran out before the recent snapshot so that now all tokens are issued – with all unclaimed tokens now being in the sphere of the developers. It is not known how much remained unclaimed, but a good guess could be to add the top two addresses, which are known to belong to the foundation/the devs. This would be 406,834Gi or around 14.6% of total supply.

Over the past months the OTC (“over the counter”) trading of IOTA intensified with the help of Yassin and his exchange ran on a slack channel (it is closed by now in anticipation of the trading launch at Bitfinex). Before the snapshot there were still 1,151 traders with a positive IOTA balance at YDX (Yassin’s slack) – these are more positive balances than addresses with positive balances existed at the snapshot on 04th February 2017. Adding the balances from YDX to the addresses at the snapshot (and taking out the IOTA address of the exchange) yields 5,229 IOTA addresses with a positive balance on the 9th June 2017. That is +696% than on the 04th February and +1,008% more than in the 27th November and it shows that IOTA got much more widespread recently.

Given that all claimed IOTA are in circulation, it is no wonder that the number of addresses increased for all sizes of holdings. At the same time, addresses with smaller balances increased much stronger than high value addresses: for example addresses with more than 1Gi increased from 494 to 2,851 (+477%) since the last snapshot while those with more than 10,000Gi increased from 48 to 55 (+15%). This suggests that new addresses are less often whales compared to old addresses and that tokens are distributed from the old investors to new investors.

27th November 2016

04th February 2017

09th June 2017

Total Supply in Gi

2,779,530

2,779,530

2,779,530

Total distributed

1,331,355

1,683,137

2,779,530

Total addresses with positive balance

472

657

5,229

Total addresses > 1Gi

334

494

2,850

Total addresses >10 Gi

307

455

1,770

Total addresses >100 Gi

266

385

899

Total addresses >1,000 Gi

171

233

385

Total addresses > 10,000 Gi

39

48

55

Largest address in Gi

86,046

86,046

86,046

% of ten largest addresses

34.92%

29.22%

22,38%

GINI-coefficient

81.82%

82.16%

90,65%

Change in %
11/16-02/17
Change in %
11/16-06/17
Change in %
02/17-06/17
Total Supply in Gi 0% 0% 0%
Total distributed +26% +108% +65%
Total addresses with positive balance +39% +1,008% +696%
Total addresses > 1Gi +48% +754% +477%
Total addresses >10 Gi +48% +477% +289%
Total addresses >100 Gi +45% +238% +134%
Total addresses >1,000 Gi +36% +126% +65%
Total addresses > 10,000 Gi +23% +44% +15%
Largest address in Gi 0% 0% 0%
% of ten largest addresses -5.7% -36% -23%
GINI-coefficient +0.34% +10.79% +10.33%

This drain of tokens from the large addresses to the new addresses can also be seen by the % holdings of the top ten addresses: it decreased from 35% in November to 29% in February to 22% in June. (The Foundation funds were taken out of consideration here, since they were not included in the earlier snapshots. Also, the balance of Yassin’s exchange was excluded, since it represents many smaller investors.)

IMAGE 2017-06-11 17:26:41

While the concentration among the top group has decreased, the GINI coefficient as a general measure of wealth has actually increased from 82% to 91%. Since the wealth of the top holders has decreased, this can only be due to the sharp increase in lower value addresses.

IMAGE 2017-06-11 17:26:39IMAGE 2017-06-11 17:23:13

For comparison: the GINI coefficient of global wealth was 91.5% in 2015 and for Bitcoin, the GINI coefficient lies at 99% suggesting a much higher concentration of wealth. With the launch of exchange trading it is to expected that IOTAs will change hands from early investors to new investors. This will distribute the tokens across a larger user base and further reduce the risk of a token being hijacked by a small group of investors making the token their play ball to, for example, manipulate prices.

For investors in the crypto space the big question in whether IOTA is a good investment. The short answer is a big YES. IOTA is the only technology in the blockchain space with scalable real world applications. It is still young and needs development. But it has a huge potential to become the one protocol of the Internet of Things and the backbone of a Machine Based Economy. This makes IOTA a must for everyone looking for a long-term investment in the crypto space.

The question is when to invest: before the exchange launch or afterwards? On the OTC market the price increased from 0.068BTC/GI (or 0.000068BTC/Mi) to 0.2BTC/Gi (or 0.0002BTC/Mi) in anticipation of the trading launch. Some people raise the voice that whales will use the opportunity to load off some of their investment leading to a decrease in price. Both points are valid: (1) it is perfectly sensibly for early investors to reduce risk by rebalance their portfolio by taking some profits, some selling pressure is indeed to be expected and (2) Exchange listing will expose IOTA to many new traders and others. Since IOTA was trading OTC for such a long time already, it can be expected that many early investors already sold off parts of their investment. At the same time, not all potential investors have trusted the current escrow system in slack channels and are waiting for a regular exchange to launch trading. A further increase in price is thus not unlikely – but might be priced in already.

Of course, there is no way of predicting the actual price action due to an exchange launch. And this is why potential investors should focus on the long term. Investors looking to buy IOTA might want to use one part of their funds to buy OTC before the exchange launch, another part at exchange launch and a third part in 2-4 weeks, when most of the price action has settled. The acquired IOTA should then be locked away for the long term or, even better, used for the development of new applications on this fabulous technology.

-Dr. Ingo Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Bancor ICO im Detail: Maßgeschneiderte Token für jedermann

In vier Tagen (12.06.2017) steht der Bancor ICO an. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um ein sehr vielversprechendes Projekt, weshalb ich das Projekt, die Investmentkonditionen und meine persönliche Meinung vorstellen will.

Bancor

Bancor ist eine Plattform auf der Ethereum Blockchain, die es ermöglicht “Smart Tokens” zu erstellen, die durch eine oder mehrere zugrundeliegende Reservewährungen (wie beispielsweise Ethereum und den “hauseigenen” Bancor Token, BGT) besichert werden. Ethereum und Bancor wird in einem Smart Contract eingefroren und Anwender können eine beliebige Konversionsrate wählen. Hier ein simples Beispiel:

  • Ich verfüge eine Konversionsrate von 0,001 ETH und 1 BGT pro AST (AltcoinSpekulantToken) in den Smart Contract und transferiere 10 ETH und 10.000 BGT dorthin.
  • Der Smart Contract erstellt 10.000 neue AST und schickt mir diese zu.
  • Andere Personen können nun ebenfalls ETH und BGT an the Contract schicken und im Gegenzug AST erhalten.
  • Ich schicke 5.000 AST an den Smart Contract und erhalte im Gegenzug wieder 5 ETH und 5.000 BGT ausgeschüttet.

Somit erstellt Bancor einen Service für eine Art Zentralbank-Smart-Contract, bei dem die vorliegende Geldpolitik immer klar vorhersehbar und unveränderlich ist. Dies ermöglicht diverse Anwendungsfälle, die es in dieser Form aktuell noch nicht gibt.

bij

 

Use Case ETF:

Mit Bancor kann eine Art Blockchain-ETF erstellt werden, der diverse (auf Ethereum-basierende) Tokens als Basiswährungen nutzt. So kann man beispielsweise einen Token erstellen, der als zugrundeliegenden Wert genau 50% GNT (Golem) und 50% MLN (Melon) besitzt. Dies lässt sich beliebig erweitern, sodass ein einzelner Bancor Token ein Portfolio von einer Vielzahl von ERC20 Token (ERC20 ist der Ethereum Standard-Token, den alle Projekte nutzen) entsprechen kann. Ein solcher Portfolio-Token kann auf Kryptobörsen gehandelt werden, so dass Anleger direkt mittels Bitcoin, Euro oder Dollar ein diversifiziertes Kryptoportfolio in Form eines einzigen Tokens erwerben können.

Weitere Use Cases: Crowdfunding, Lokalwährungen & Exchange:

Weitere Anwendungsfälle umfassen die Finanzierung von Unternehmen in Form von Crowdfunding, den dezentralen Tausch von Token oder die Generierung von komplementären Währungen für spezielle Zwecke wie Kundenbindung. So können mittels des Bancor Protokolls Währungen oder Token für bestimmte Zwecke erstellt werden, die einen tatsächlichen Gegenwert haben und einfach nach Nutzung wieder zurückgetauscht werden können. Spannend ist außerdem, dass Reserven auch eingezahlt werden können, ohne dass Smart Tokens ausgeschüttet werden. Beim Anwendungsfalls des Tauschs von Tokens kann im Smart Contract eine Gebühr verankert werden. Wann immer ich dieses Contract nutze um beispielsweise Augur gegen Gnosis zu tauschen zahle ich eine bestimmte Gebühr (bspw. 0,01%, also günstiger als auf Kryptobörsen). Diese Gebühr wird der zugrundeliegenden Reserve hinzugefügt, sodass sich der Wert aller dieser Smart Tokens erhöht. Streng genommen handelt es sich dann um eine dezentrale Kryptobörse, bei der Halter von Smart Tokens sämtliche Gebühren erhalten.

chatbot

Token und/oder Crowdsale mittels Chatbot: Chatbots dürften vielen Lesern ja beispielsweise durch das Byteball Wallet bereits bekannt sein. Falls ordentlich implementiert, halte ich Chatbots für tolle Features. Bancor gestaltet ihr Produkt so, dass Anwender ohne technische Kenntnisse mittels eines Chatbots Smart Token erstellen können. Eine solche Anwenderfreundlichkeit halte ich für sehr vorteilhaft. Theoretisch könnte man Bancor Token in Zukunft auf jeder Internetplattform, jeder Mensa und jedem Volksfest sehen. Neben Telegram, WeChat und Status.IM wird ein Chatbot im Facebook Messenger unterstützt.

Im Rahmen ihrer Bountykampagne präsentiert Bancor aktuell das Potential ihres Produktes. Interessierte Personen können sich für die Kampagne anmelden und bekommen für entsprechende Leistungen spezielle Ethereum-Token. So könnten Individuen, die Bugs in der Bancor Software finden ECoins (BNCECO) Tokens erhalten. Nach Ablauf des ICOs und darüber hinaus können Teilnehmer des Bug Bounties ihre Token gegen Bancor Token eintauschen. Insgesamt existieren fünf verschiedene Bountytoken für verschiedene Kampagnen.

bancor network tokenDer Bancor Network Token (BGT) wird eine einzige Reserve in Form von Ethereum (aus Teilen des ICOs) als Liquiditätsreserve in dem (Haupt-) Smart Contract verankern. Hierdurch wird ein intrinsischer Wert des Tokens sichergestellt. Als Besitzer von BGT besitzt man somit jederzeit die Option seine Token wieder gegen ETH umzutauschen. Smart Token nutzen dann BGT als (eine der theoretisch vielen) Reserven und verbinden sich dadurch mit dem Bancor Netzwerk. Hierdurch entsteht eine Finanzstruktur, durch die mit höherer Nutzung des Netzwerks der entsprechende Bedarf nach BGT steigt. Somit führt eine höhere Nutzung des Bancor Protokolls zu einem steigenden Tokenpreis. Interessant ist auch, dass mit einem steigenden Preis des Bancor Tokens automatisch alle mit Bancor generierten Währungen im Preis steigen, da diese ja zumindest einen Teil BGT als Reserve halten.

Initial Coin Offering

Bancor nutzt Bitcoin Suisse als Möglichkeit des Presales. Hier können Investoren sich mit Fiatwährungen wie Euro vor Start des ICOs einkaufen. Die Konditionen entsprechen denen des normalen ICOs abzüglich einer statischen Gebühr in Höhe von 100 CHF und einer variablen Gebühr von bis zu 1,5%. Aufgrund der Gebühren ergibt diese Art der Partizipation nur unter bestimmten Voraussetzungen (wie Zeitmangel oder hohen Summen) Sinn. Sobald der ICO startet, werden diese vorab erworbenen Funds (maximal 20.000 ETH Wert) dem regulären ICO hinzugefügt.

Am 12.06.2017 startet Bancor seinen eigentlichen ICO. Der prinzipielle Ablauf sieht vor, dass Teilnehmer ETH an einen Smart Contract senden und im Gegenzug BGT erhalten. Allerdings sollte man einen genauen Blick auf die ICO-Bedingungen werfen, da hier einige Besonderheiten vorliegen:

bancor ico verteilung

Im eigentlichen Tokensale werden nur die Hälfte aller existenten Token Investoren zum Verkauf angeboten. Das ist ein vergleichsweise geringer Wert, vor dem Hintergrund des Overfundings anderer ICOs, wie beispielsweise BAT oder Gnosis, aber nicht verwunderlich. Wieso mehr abgeben als notwendig? Insgesamt bekommt das Team, Berater und Gründer 10% und werden weitere 20% als Operating Budget in einer Foundation halten. Partner und die Bounty-Kampagne verbuchen 20%.

Zur maximalen Funding-Höhe ist nur bekannt, dass es ein Hidden Cap gibt, welches offengelegt wird, sobald 80% dieses Caps erreicht wurde. Zusätzlich ist diese Beschränkung innerhalb der ersten Stunde des ICOs deaktiviert, sodass dort das Cap überschritten werden könnte und der ICO folglich nach einer Stunde beendet würde. Diese Regelung soll sicherstellen, dass ein Szenario wie beim BAT ausgeschlossen werden kann und jeder interessierte Investor auch investieren kann. So ist leider vollkommen unklar, ob Bancor gerne 20, 50 oder 100 Mio. Dollar einnehmen möchte. Die maximale Laufzeit des ICOs beträgt 14 Tage und gegen Zahlungen von einem ETH erhalten Teilnehmer 100 BNT.

Einschätzung

Bancor stellt meiner Meinung nach eine sehr gute Idee und ein vielversprechendes Projekt dar. Unter “normalen” ICO-Konditionen würde ich daher augenblicklich zu einem Investment raten. Leider stellen die Distribution, das Hidden Cap und die einstündige Aufhebung des Caps Probleme dar.

Es ist aus Investorensicht unglücklich zu wissen, dass die Hälfte aller Token in Händen der Entwickler, Partner oder ähnlichen Stellen sind. Auch wenn diese Funds gevested sind (sie können erst ab einem bestimmten Zeitpunkt oder zu bestimmten Konditionen ausgezahlt und/oder verkauft werden) besteht für einen langfristig denkenden ICO-Teilnehmer die Gefahr, dass eine dieser Parteien große Anteile verkauft und somit den Preis drückt.

Beim BAT ICO vor einigen Tagen konnte man die riesige Nachfrage nach guten ICOs sehen: Investoren versuchten insgesamt 836.123 ETH (*$262 = $219 Mio.) in den ICO einzuzahlen und es gelang nur sehr wenigen Investoren innerhalb weniger Sekunden erfolgreich daran teilzunehmen. Crypto-Investoren haben im letzten Jahr sehr viel Geld verdient und suchen nun nach Möglichkeiten dieses Geld unterzubringen. Es erscheint daher möglich, dass innerhalb der ersten Stunde das Hidden Cap (wo auch immer es liegt) bei weitem überschritten wird und Bancor eine Summe von $100 Mio. einsammelt. Ein so hohes Funding birgt die Gefahr, dass sehr hohes Wachstum kaum noch möglich ist. So wäre von Anfang an halbwegs klar, dass Bancor niemals eine Rendite wie Ethereum oder Iota erbringen kann. Diese Aussage ist allerdings nicht wirklich relevant, da man bei einem ICO natürlich insgeheim auf IOTA-ähnliche Renditen hofft, letztendlich und langfristig aber mit einem “bescheidenen” mal-2 bis mal-3 hochzufrieden ist und auch sein sollte. In Kryptomärkten haben wir aktuell den angenehmen Zustand in Multiples und nicht in Prozentwerten zu denken. Dieses mal-2 bis mal-3 Potential sehe ich bei Bancor, da die Anwendungsfälle des Bancor Protokolls gut sind und meiner Meinung nach auch nachgefragt werden.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

BAT: Eine Ära neuer ICOs?

Am 31.5 hat BAT, auch bekannt als Basic Attention Token, ein ICO abgehalten bei dem in unter einer Minute 156,250 ETH (zu dem Zeitpunkt knapp unter 36 Mio. USD) eingesammelt wurden. Klingt nicht schlecht auf den ersten Blick, dazu aber später mehr. Zunächst einmal, was ist der Use-case von BAT?

Das Basic Attention Token für bessere und sichere Online-Werbung

Das BAT Projekt baut auf dem Brave Browser auf, der im Januar 2016 vorgestellt wurde. Dieser Open Source Browser basiert auf Chromium und kommt mit einem integrierten Ad-Blocker und blockt Tracking-Software, um so die Sicherheit des Users im Web zu erhöhen. Weiterhin ermöglicht der Browser so, Webseiten schneller zu laden.

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Von der Brave Webseite: Vergleich von Ladezeiten. Oben mit Tracking und Werbung, unten mit beidem geblockt

Wozu braucht man also ein Token? Momentan sind, wenn man Onlinewerbung schalten möchte, extrem viele Drittanbieter involviert und es ist extrem schwer eine Zielgruppe genau zu erreichen, geschweige denn zu evaluieren in welchem Maße sie erreicht wurde. Zudem ist die Anzahl von betrügerischen Werbeanzeigen von 2015-2016 um 132% (RiskIQ Report, letztes Jahr) gestiegen. Im BAT Whitepaper werden noch weitere Gründe genannt, weshalb sich das Schalten von Onlinewerbung ändern muss.

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Drittparteien im Bereich Advertising. Je mehr Parteien involviert, desto schwieriger das Schalten und Verfolgen von Werbung

Das soll sich mit dem BAT, einem ERC20 Token, zunächst auf der Basis des Brave Browsers ändern. Während der Brave Browser reguläre Werbung weiterhin blockt, soll auf BAT basierte Werbung hingegen angezeigt werden. Um eine Werbeanzeige zu schalten bezahlt der Advertiser mit BAT Tokens. Der Hauptteil dieser geht an den sog. Publisher auf dessen Seite die Werbung angezeigt wird. Aber auch die User bekommen bei einer Interaktion mit der Werbung BAT (im Whitepaper sind verschiedene Möglichkeiten für Algorithmen genannt).

BAT flowAuch das Team von BAT sieht vor allem mit Founder Brendan Eich, dem Entwickler von JavaScrip und Co-founder von Mozilla und Firefox, vielversprechend aus.

Der ICO

Der BAT ICO war innerhalb von 24s ausverkauft und sammelte insgesamt 156.250,00 ETH in diesem Zeitraum. Das klingt erstmal sehr Erfolgreich, aber wenn man genauer hinschaut, kommen Risse in die Fassade. Von insgesamt 9866 Transaktionen, die bei der BAT ICO teilnehmen wollten, kamen nur 185 Transaktionen erfolgreich in den Contract. Das bedeutet dass nur 1,88% aller Interessierten tatsächlich BAT erhielten. Zudem muss man die Transaktionskosten (ETH Gas) betrachten, mit der die erfolgreichen Transaktionen durchgeführt wurden: Für die erfolgreichen Transaktionen wurden ca 69,97 ETH und für die nicht erfolgreichen 306,74ETH (mehr als $60.000 für nichts!) an Transaktionsgebühren ausgegeben. Zum Beispiel hat ein Investor ca 6000$ an Transaktionsgebühren bezahlt, nur um dann festzustellen, dass er keine BAT Token erhalten wird. Weitere Statistiken kann man hier einsehen. Außerdem wurde durch den ETH Anstieg zuvor mehr an Wert eingesammelt als eigentlich geplant. Es gab eine Abstimmung in der Community, die ergab, dass die Mehrheit für eine Auszahlung des Überschusses stimmte, allerdings wurde dies nicht realisiert und es gab generell sehr wenig Infos des Teams nach der ICO, obwohl viele User verärgert waren.

Alles in allem finde ich, dass BAT ein interessantes Konzept hat, das auf ein bereits existierendes Produkt aufbaut (was selten ist in der Krypto-Welt). Die ICO war zwar erfolgreich, aber sind die Tokens sehr ungünstig verteilt, und auch die hohen Transaktionskosten sind mit ein Grund warum BAT auf Liqui.io momentan 6x über ICO Level traded. Interessierten rate ich hier zum Abwarten ab. Entweder es ergibt sich eine Gelegenheit noch günstig einzukaufen, oder aber man sollte sich auf andere spannende Projekte fokussieren, und hoffen, dass dort die ICO anders abläuft.

-Lukas Fiedler

PS: Ich habe den angezeigten Accountnamen auf meinen Namen geändert, daher wird leider angezeigt dass ich sämtliche Artikel auf diesem Blog verfasst habe. Dies ist aber nicht der Fall, ich erstelle Posts lediglich seitdem ich den Blog übergeben bekommen habe.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).