Santiment: Die Daten- und Informationsplattform für die Kryptomärkte

Santiment arbeitet daran eine Daten- und Informationsplattform für Kryptomärkte zu erstellen, über die sich User frei ihre relevanten Datengrundlagen zusammenstellen können. Am ehesten lässt sich dies mit den Geschäftsmodellen von Bloomberg oder Thomson Reuters vergleichen. Santiment wird am 04.07.17 einen ICO abhalten. Im Folgenden wird ein Überblick zu Santiment und dem anstehenden ICO geliefert und abschließend eine persönliche Einschätzung zu diesem gegeben.

Santiment

Santiment baut eine Plattform für jegliche Form von relevanten Daten im Bereich der Kryptomärkte. User können auf bestimmte Features kostenfrei zugreifen und detaillierte, beziehungsweise spezielle Daten mit Hilfe des Santiment Tokens (SAN) erwerben. Dies erfolgt mittels sogenanntem Staking, das heißt, dass Token für eine bestimmte Zeit weggeschlossen werden um so zusätzlichen Wert zu generieren. Kurz gesagt kann ich beispielsweise 100 SAN staken um neben den kostenfreien Daten ebenfalls spezielle Informationsgrundlagen freizuschalten. Hierdurch wird freies Supply weggeschlossen, was zu einer Knappheit auf dem freien Markt führt. Je mehr Anwender ihre Token staken, desto höher wird auch der Preis von SAN-Token sein.

Als Kunden der Plattform identifiziert das Projekt drei verschiedene Arten von Usern:

  1. Professionelle Krypto-Trader und -Investoren (z.B. Hedge Funds oder sogenannte Whales)
  2. “Normale” Krypto-Trader und -Investoren (z.B. mich)
  3. Externe Daten- und Informationsanbieter (z.B. Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen)

Alle diese drei Arten von Usern sind auf der Suche nach aussagekräftige Daten und Informationen, wenngleich unterschiedlich in Form, Detailschärfe und Menge. Normale Krypto-Trader können auf freie Informationen zugreifen oder aber SAN Token staken um auf weitere persönlich ausgewählte Information zuzugreifen. So kann sich jeder Trader und Investor sein persönliches Santiment-Terminal zusammenstellen, auf dem relevante Daten oder Feeds angezeigt werden. Genauso verhält es sich für professionelle Investoren. Diese können ihrerseits relevante Informationen anzeigen lassen und müssen hierfür voraussichtlich eine höhere Anzahl an SAN staken. Die dritte Gruppe der Kunden umfasst beispielsweise Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen, welche selbst SAN staken um ihrem Kundenstamm Zugriff auf Santiment-Daten zu ermöglichen. Als Beispiel kann hier Iconomi aufgeführt werden, welches frühzeitig in Santiment investiert hat – wahrscheinlich um Iconomi Kunden auf die Daten der Santiment Plattform zugreifen lassen zu können. So baut Santiment eine anpassbare Plattform, auf der jeder Nutzer sich seine Daten individuell zusammenstellen kann.

utility

Im Februar 2017 hat Santiment in einem Presale 18% der Token verkauft. Die dort gesammelten Mittel hat das Team genutzt um eine App zu entwickeln, welche sich aktuell in der Alpha Version befindet. Diese umfasst zum jetzigen Zeitpunkt unter anderem bereits Charts mit historischen Preisentwicklungen verschiedener Coins und ein krypto-finanzielles Spiel, welches Daten für die Sentimentanalyse zukünftiger Preisentwicklungen von Kryptowährungen sammelt. Santiment plant ein Terminal, wie es beispielsweise Bloomberg für “reguläre” Märkte anbietet, das sowohl im Browser als auch mobil aufzurufen ist. Die bereits zu weiten Teilen entwickelte App verkürzt daher das Zeitfenster der notwendigen zukünftigen Entwicklung.

santiment Terminal

Um den Zugang zur Plattform zu erleichtern kann der Zugang zu bestimmten Kanälen von Marktinformationen ebenfalls durch Euro oder Dollar erkauft werden. Kanäle können beispielsweise ICO-Analyse, Marktinformationen oder rechtliche Updates umfassen. Neben offiziellen Santiment-Kanälen können ebenfalls Partner Kanäle erstellen um ihre relevanten Informationen zu Verfügung zu stellen und gegebenenfalls zu verkaufen. Außer Kanälen werden ebenfalls Datafeeds angeboten, welche spezielle Einblicke beziehungsweise Muster von Kryptomärkten offenlegen. Solche Feeds können beispielsweise auf Sentimentanalyse basieren und Informationen hinsichtlich der Volatilität, Akkumulation oder Trollboxen liefern.

Ein weiteres, meiner Meinung nach äußerst relevantes, Feature ist die “Sanbase”. Diese soll eine Art Wikipedia für Kryptoprojekte und -währungen werden. Researcher und Partner von Santiment recherchieren hierzu relevante Informationen, stellen diese bereit und aktualisieren diese sobald es möglich ist. Nutzer des Netzwerks können Änderungen und Updates vorschlagen beziehungsweise bemängeln, sodass eine Art Wikipedia für Kryptomärkte entsteht. Ein gewissen Maß an zentraler Verwaltung ist hier allerdings notwendig um Missbrauch auszuschließen und Researcher für ihre Arbeit entlohnen zu können. Die Umsetzung einer solchen Lösung begrüße ich sehr, da ich selber bezeugen kann, wie aufwendig und kleinteilig die Recherche einzelner Projekte sein kann.

Im kürzlich veröffentlichten Whitepaper Draft wird das Projekt detailliert erläutert und eine Roadmap aufgeführt. Für das jahr 2017 werden neben der Durchführung des Crowdsales und der Veröffentlichung des Whitepapers  die Veröffentlichung der App sowie der Erstellung zweier erster Datafeeds (Preishistorie und Slack-Sentimentanalyse) geplant. Bis in das Jahr 2018 sollen über 200 Datafeeds, diverse Informationskanäle und verschiedene Sentiment-Tracker in die Plattform integriert werden.

ICO

 

santiment ico verteilungAm 04.07.2017 startet Santiment den Verkauf 54% der kompletten Token des Netzwerks in einem ICO. 18% der Token wurden bereits im Februar im Presale verkauft und 18% behält das Team ein. Die restlichen 10% verteilen sich auf Network Rewards (also Ausschüttungen bestimmte Teilnehmer im Santiment Netzwerk) und Berater/Partner. Somit werden insgesamt 72% aller Token öffentlich ausgeschüttet, was im vergleich zu anderen aktuellen ICOs ein vergleichsweise hoher Wert ist.

SAN ist ein Ethereum-Token, der folglich über einen Smart Contract zum Preis 1 ETH = 1000 SAN verkauft wird. Hierbei ist ein minimales Cap von 15.000 ETH und ein maximales Cap von 45.000 ETH festgelegt. Aktuell entspricht das MaxCap somit etwa $15,2 Millionen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen ICO-Mania at Santiment einen dreistufigen Plan für den Verkauf der Token geplant. So soll effektiv ausgeschlossen werden, dass einzelne Investoren sehr große Positionen kaufen und eine unvorteilhafte Distribution auftritt (wie es beispielsweise beim BAT ICO der Fall war). In der ersten Stufe können Mitglieder der Santiment Community einen Teil des ICOs kaufen. Hierzu müssen sie sich auf eine Whitelist eintragen und einen minimalen und einen maximalen Betrag ihres Investments angeben. Am Whitelisting-Prozess kann aktuell noch jeder partizipieren. Hierzu muss man Mitglied im Santiment Slack (Link) sein und den santiment Newsletter abonniert haben (Link). Mittels dieser Informationen kann man sich dann eintragen. Die zweite Stufe des ICO (25-35% des Crowdsales) wird über den Cofound.it Priority Pass abgewickelt. Cofound.it hat vor kurzem selbst einen ICO durchgeführt und versteht sich als Plattform für Blockchain Venture Capital. Im dritten Schritt wird der Crowdsale dann vollkommen für alle Teilnehmer geöffnet.

Einschätzung

Kryptomärkte erfreuen sich aktuell einem so hohen Wachstum, dass einzelne Exchanges am absoluten Limit ihrer Kapazitäten operieren und nicht mehr mal weitere Coins adden können. Meiner Einschätzung nach ergibt sich für Santiment schon jetzt ein sehr großer Kundenstamm, welcher ohne Probleme die langfristige Profitabilität des Netzwerks gewährleisten kann. Dies ist allerdings selbstverständlich klar abhängig von der Güte der angebotenen Informationen. Tatsächlich existieren diverse Nischenanbieter, die einzelne Aspekte der Santiment Produkte abdecken, allerdings fehlt ein übergreifender Anbieter. Meiner Meinung nach bietet das Projekt eine äußerst vielversprechende Chance frühzeitigen Zugriff auf eine überlegene Informationsgrundlage zu gewinnen. Sobald der tatsächliche Mehrwert der Plattform der breiten Masse klar wird, wird zu einem Netzwerkeffekt kommen und mehr und mehr Nutzer werden die Produkte aufrufen und selbst Produkte generieren. Hierdurch werden die vorliegenden Daten zunehmends besser, wodurch wiederum weitere Nutzer gewonnen werden. Da Datenzugriff über Staken der Token erzeugt wird, führt eine höhere Nutzung des Netzwerks zu einer zunehmenden Knappheit von SAN – und folglich einem steigenden Wert der Token.

Als Alpha-Tester der App und nach diversen persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Mitgliedern des Santiment Teams bin ich der vollen Überzeugung, dass sie die gesetzten Ziele erreichen können.

Sehr angenehm finde ich, dass Santiment einen “normalen” ICO ohne Unwägbarkeiten durchführt. So gibt es kein Hidden Cap wie bei Projekten wie Status oder Bancor, sondern die maximale Funding-Höhe ist mit 45.000 ETH klar. Das Cap entspricht einer geeigneten Höhe, sodass das Santiment-Team wachsen kann, das Produkt entwickelt werden kann und zeitgleich noch viel Raum für Wachstum besteht. Hier ist ein Multiplikator von x2-x3 absolut vorstellbar, allerdings sind auch deutlich höhere Zuwächse denkbar.

Zusammengefasst halte ich Santiment für ein äußerst vielversprechendes Projekt, dessen geplanten Produkte ich aktuell klar vermisse. Mit zunehmenden Nutzerzahlen wird immer mehr Supply zwecks Staking weggeschlossen, wodurch es durchaus lohnend sein könnte, dieses frühzeitig zu erwerben.

 

Disclaimer: Der Autor arbeitet mit Santiment in beratender Tätigkeit zusammen (Link) und ist selbst in oben genannte Kryptowährungen investiert.

IOTA: an Update on Token Distribution and Exchange Launch


Vorwort von Lukas Fiedler: Mit dem neuen Autoren Team versucht der Altcoinspekulant nun seine Artikel auch einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Daher ist dies der erste Post auf Englisch, dem zu gegebener Zeit weitere folgen werden. Feedback hierzu ist gerne erwünscht. Sollte sich eine breite Mehrheit der Leser für ausschließlich deutschsprachige Artikel aussprechen, so werden wir hierfür eine Lösung finden (ggf. z.B Übersetzung).

Hauptartikel von Dr. Ingo Fiedler:

IOTA is a third generation blockchain that is actually working without blocks and without a chain. It uses the concept of a tangle instead. This allows to solve three crucial issues that severely limit current blockchain solutions. The IOTA protocol

  1. is highly scalable,
  2. has zero transaction costs, and
  3. allows offline transactions.

This makes IOTA the perfect fit for a Machine Based Economy, that is, the Internet of Things as I laid out before in in a series of blog posts.

IOTA is different compared to other blockchain innovations. Instead of building hype and become listed on an exchange as fast as possible to the current wave of enthusiasm that many already consider a bubble, IOTA was developed for years with the sole purpose of getting things done before anything else. This includes a lot of collaborations with heavyweights from various industries for real world use cases rendering IOTA a technology solving actual problems instead of a technology searching for problems it can solve. Recently the IOTA mainnet was upgraded and the network is now fast and stable clearing the way to the first exchange listing on Bitfinex on the 13th of June 2017.

As a guest author of Altcoinspekulant I take this as an opportunity to reflect on the updated distribution of IOTA tokens that can be analyzed by the latest snapshot from 09th June 2017 and compare it to the distribution after the last two snapshots. This will give us insights into how IOTA has grown and spread across the community in the past months.

Since no mining process is involved in IOTA, all 2,779,530,283,277,761 Iota or roughly 2,800,000 Gigaiota (Gi) exist since the very beginning. All of these tokens were sold to investors in an ICO that ran from 25th November to 21st December 2015. That is, no tokens were kept by the developers. Instead the developers used the collected Bitcoin to finance themselves and the technology. In addition, the IOTA community built its reputation as being generous donators and financed various projects in the meantime while the developers have set up a foundation (“Stiftung”) in Berlin to further foster the non-profit character of IOTA.

On November 27th around 48% of all Iota was claimed by their owners. Until the 4th of February, additional 12% of Iota was claimed for a total of 60%. The number of addresses with a positive balance increased from 472 to 657 (+39%) and the number of addresses with more than 1 Gi increased from 334 to 494 (+48%). The time to claim IOTA ran out before the recent snapshot so that now all tokens are issued – with all unclaimed tokens now being in the sphere of the developers. It is not known how much remained unclaimed, but a good guess could be to add the top two addresses, which are known to belong to the foundation/the devs. This would be 406,834Gi or around 14.6% of total supply.

Over the past months the OTC (“over the counter”) trading of IOTA intensified with the help of Yassin and his exchange ran on a slack channel (it is closed by now in anticipation of the trading launch at Bitfinex). Before the snapshot there were still 1,151 traders with a positive IOTA balance at YDX (Yassin’s slack) – these are more positive balances than addresses with positive balances existed at the snapshot on 04th February 2017. Adding the balances from YDX to the addresses at the snapshot (and taking out the IOTA address of the exchange) yields 5,229 IOTA addresses with a positive balance on the 9th June 2017. That is +696% than on the 04th February and +1,008% more than in the 27th November and it shows that IOTA got much more widespread recently.

Given that all claimed IOTA are in circulation, it is no wonder that the number of addresses increased for all sizes of holdings. At the same time, addresses with smaller balances increased much stronger than high value addresses: for example addresses with more than 1Gi increased from 494 to 2,851 (+477%) since the last snapshot while those with more than 10,000Gi increased from 48 to 55 (+15%). This suggests that new addresses are less often whales compared to old addresses and that tokens are distributed from the old investors to new investors.

27th November 2016

04th February 2017

09th June 2017

Total Supply in Gi

2,779,530

2,779,530

2,779,530

Total distributed

1,331,355

1,683,137

2,779,530

Total addresses with positive balance

472

657

5,229

Total addresses > 1Gi

334

494

2,850

Total addresses >10 Gi

307

455

1,770

Total addresses >100 Gi

266

385

899

Total addresses >1,000 Gi

171

233

385

Total addresses > 10,000 Gi

39

48

55

Largest address in Gi

86,046

86,046

86,046

% of ten largest addresses

34.92%

29.22%

22,38%

GINI-coefficient

81.82%

82.16%

90,65%

Change in %
11/16-02/17
Change in %
11/16-06/17
Change in %
02/17-06/17
Total Supply in Gi 0% 0% 0%
Total distributed +26% +108% +65%
Total addresses with positive balance +39% +1,008% +696%
Total addresses > 1Gi +48% +754% +477%
Total addresses >10 Gi +48% +477% +289%
Total addresses >100 Gi +45% +238% +134%
Total addresses >1,000 Gi +36% +126% +65%
Total addresses > 10,000 Gi +23% +44% +15%
Largest address in Gi 0% 0% 0%
% of ten largest addresses -5.7% -36% -23%
GINI-coefficient +0.34% +10.79% +10.33%

This drain of tokens from the large addresses to the new addresses can also be seen by the % holdings of the top ten addresses: it decreased from 35% in November to 29% in February to 22% in June. (The Foundation funds were taken out of consideration here, since they were not included in the earlier snapshots. Also, the balance of Yassin’s exchange was excluded, since it represents many smaller investors.)

IMAGE 2017-06-11 17:26:41

While the concentration among the top group has decreased, the GINI coefficient as a general measure of wealth has actually increased from 82% to 91%. Since the wealth of the top holders has decreased, this can only be due to the sharp increase in lower value addresses.

IMAGE 2017-06-11 17:26:39IMAGE 2017-06-11 17:23:13

For comparison: the GINI coefficient of global wealth was 91.5% in 2015 and for Bitcoin, the GINI coefficient lies at 99% suggesting a much higher concentration of wealth. With the launch of exchange trading it is to expected that IOTAs will change hands from early investors to new investors. This will distribute the tokens across a larger user base and further reduce the risk of a token being hijacked by a small group of investors making the token their play ball to, for example, manipulate prices.

For investors in the crypto space the big question in whether IOTA is a good investment. The short answer is a big YES. IOTA is the only technology in the blockchain space with scalable real world applications. It is still young and needs development. But it has a huge potential to become the one protocol of the Internet of Things and the backbone of a Machine Based Economy. This makes IOTA a must for everyone looking for a long-term investment in the crypto space.

The question is when to invest: before the exchange launch or afterwards? On the OTC market the price increased from 0.068BTC/GI (or 0.000068BTC/Mi) to 0.2BTC/Gi (or 0.0002BTC/Mi) in anticipation of the trading launch. Some people raise the voice that whales will use the opportunity to load off some of their investment leading to a decrease in price. Both points are valid: (1) it is perfectly sensibly for early investors to reduce risk by rebalance their portfolio by taking some profits, some selling pressure is indeed to be expected and (2) Exchange listing will expose IOTA to many new traders and others. Since IOTA was trading OTC for such a long time already, it can be expected that many early investors already sold off parts of their investment. At the same time, not all potential investors have trusted the current escrow system in slack channels and are waiting for a regular exchange to launch trading. A further increase in price is thus not unlikely – but might be priced in already.

Of course, there is no way of predicting the actual price action due to an exchange launch. And this is why potential investors should focus on the long term. Investors looking to buy IOTA might want to use one part of their funds to buy OTC before the exchange launch, another part at exchange launch and a third part in 2-4 weeks, when most of the price action has settled. The acquired IOTA should then be locked away for the long term or, even better, used for the development of new applications on this fabulous technology.

-Dr. Ingo Fiedler

Bancor ICO im Detail: Maßgeschneiderte Token für jedermann

In vier Tagen (12.06.2017) steht der Bancor ICO an. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um ein sehr vielversprechendes Projekt, weshalb ich das Projekt, die Investmentkonditionen und meine persönliche Meinung vorstellen will.

Bancor

Bancor ist eine Plattform auf der Ethereum Blockchain, die es ermöglicht “Smart Tokens” zu erstellen, die durch eine oder mehrere zugrundeliegende Reservewährungen (wie beispielsweise Ethereum und den “hauseigenen” Bancor Token, BGT) besichert werden. Ethereum und Bancor wird in einem Smart Contract eingefroren und Anwender können eine beliebige Konversionsrate wählen. Hier ein simples Beispiel:

  • Ich verfüge eine Konversionsrate von 0,001 ETH und 1 BGT pro AST (AltcoinSpekulantToken) in den Smart Contract und transferiere 10 ETH und 10.000 BGT dorthin.
  • Der Smart Contract erstellt 10.000 neue AST und schickt mir diese zu.
  • Andere Personen können nun ebenfalls ETH und BGT an the Contract schicken und im Gegenzug AST erhalten.
  • Ich schicke 5.000 AST an den Smart Contract und erhalte im Gegenzug wieder 5 ETH und 5.000 BGT ausgeschüttet.

Somit erstellt Bancor einen Service für eine Art Zentralbank-Smart-Contract, bei dem die vorliegende Geldpolitik immer klar vorhersehbar und unveränderlich ist. Dies ermöglicht diverse Anwendungsfälle, die es in dieser Form aktuell noch nicht gibt.

bij

 

Use Case ETF:

Mit Bancor kann eine Art Blockchain-ETF erstellt werden, der diverse (auf Ethereum-basierende) Tokens als Basiswährungen nutzt. So kann man beispielsweise einen Token erstellen, der als zugrundeliegenden Wert genau 50% GNT (Golem) und 50% MLN (Melon) besitzt. Dies lässt sich beliebig erweitern, sodass ein einzelner Bancor Token ein Portfolio von einer Vielzahl von ERC20 Token (ERC20 ist der Ethereum Standard-Token, den alle Projekte nutzen) entsprechen kann. Ein solcher Portfolio-Token kann auf Kryptobörsen gehandelt werden, so dass Anleger direkt mittels Bitcoin, Euro oder Dollar ein diversifiziertes Kryptoportfolio in Form eines einzigen Tokens erwerben können.

Weitere Use Cases: Crowdfunding, Lokalwährungen & Exchange:

Weitere Anwendungsfälle umfassen die Finanzierung von Unternehmen in Form von Crowdfunding, den dezentralen Tausch von Token oder die Generierung von komplementären Währungen für spezielle Zwecke wie Kundenbindung. So können mittels des Bancor Protokolls Währungen oder Token für bestimmte Zwecke erstellt werden, die einen tatsächlichen Gegenwert haben und einfach nach Nutzung wieder zurückgetauscht werden können. Spannend ist außerdem, dass Reserven auch eingezahlt werden können, ohne dass Smart Tokens ausgeschüttet werden. Beim Anwendungsfalls des Tauschs von Tokens kann im Smart Contract eine Gebühr verankert werden. Wann immer ich dieses Contract nutze um beispielsweise Augur gegen Gnosis zu tauschen zahle ich eine bestimmte Gebühr (bspw. 0,01%, also günstiger als auf Kryptobörsen). Diese Gebühr wird der zugrundeliegenden Reserve hinzugefügt, sodass sich der Wert aller dieser Smart Tokens erhöht. Streng genommen handelt es sich dann um eine dezentrale Kryptobörse, bei der Halter von Smart Tokens sämtliche Gebühren erhalten.

chatbot

Token und/oder Crowdsale mittels Chatbot: Chatbots dürften vielen Lesern ja beispielsweise durch das Byteball Wallet bereits bekannt sein. Falls ordentlich implementiert, halte ich Chatbots für tolle Features. Bancor gestaltet ihr Produkt so, dass Anwender ohne technische Kenntnisse mittels eines Chatbots Smart Token erstellen können. Eine solche Anwenderfreundlichkeit halte ich für sehr vorteilhaft. Theoretisch könnte man Bancor Token in Zukunft auf jeder Internetplattform, jeder Mensa und jedem Volksfest sehen. Neben Telegram, WeChat und Status.IM wird ein Chatbot im Facebook Messenger unterstützt.

Im Rahmen ihrer Bountykampagne präsentiert Bancor aktuell das Potential ihres Produktes. Interessierte Personen können sich für die Kampagne anmelden und bekommen für entsprechende Leistungen spezielle Ethereum-Token. So könnten Individuen, die Bugs in der Bancor Software finden ECoins (BNCECO) Tokens erhalten. Nach Ablauf des ICOs und darüber hinaus können Teilnehmer des Bug Bounties ihre Token gegen Bancor Token eintauschen. Insgesamt existieren fünf verschiedene Bountytoken für verschiedene Kampagnen.

bancor network tokenDer Bancor Network Token (BGT) wird eine einzige Reserve in Form von Ethereum (aus Teilen des ICOs) als Liquiditätsreserve in dem (Haupt-) Smart Contract verankern. Hierdurch wird ein intrinsischer Wert des Tokens sichergestellt. Als Besitzer von BGT besitzt man somit jederzeit die Option seine Token wieder gegen ETH umzutauschen. Smart Token nutzen dann BGT als (eine der theoretisch vielen) Reserven und verbinden sich dadurch mit dem Bancor Netzwerk. Hierdurch entsteht eine Finanzstruktur, durch die mit höherer Nutzung des Netzwerks der entsprechende Bedarf nach BGT steigt. Somit führt eine höhere Nutzung des Bancor Protokolls zu einem steigenden Tokenpreis. Interessant ist auch, dass mit einem steigenden Preis des Bancor Tokens automatisch alle mit Bancor generierten Währungen im Preis steigen, da diese ja zumindest einen Teil BGT als Reserve halten.

Initial Coin Offering

Bancor nutzt Bitcoin Suisse als Möglichkeit des Presales. Hier können Investoren sich mit Fiatwährungen wie Euro vor Start des ICOs einkaufen. Die Konditionen entsprechen denen des normalen ICOs abzüglich einer statischen Gebühr in Höhe von 100 CHF und einer variablen Gebühr von bis zu 1,5%. Aufgrund der Gebühren ergibt diese Art der Partizipation nur unter bestimmten Voraussetzungen (wie Zeitmangel oder hohen Summen) Sinn. Sobald der ICO startet, werden diese vorab erworbenen Funds (maximal 20.000 ETH Wert) dem regulären ICO hinzugefügt.

Am 12.06.2017 startet Bancor seinen eigentlichen ICO. Der prinzipielle Ablauf sieht vor, dass Teilnehmer ETH an einen Smart Contract senden und im Gegenzug BGT erhalten. Allerdings sollte man einen genauen Blick auf die ICO-Bedingungen werfen, da hier einige Besonderheiten vorliegen:

bancor ico verteilung

Im eigentlichen Tokensale werden nur die Hälfte aller existenten Token Investoren zum Verkauf angeboten. Das ist ein vergleichsweise geringer Wert, vor dem Hintergrund des Overfundings anderer ICOs, wie beispielsweise BAT oder Gnosis, aber nicht verwunderlich. Wieso mehr abgeben als notwendig? Insgesamt bekommt das Team, Berater und Gründer 10% und werden weitere 20% als Operating Budget in einer Foundation halten. Partner und die Bounty-Kampagne verbuchen 20%.

Zur maximalen Funding-Höhe ist nur bekannt, dass es ein Hidden Cap gibt, welches offengelegt wird, sobald 80% dieses Caps erreicht wurde. Zusätzlich ist diese Beschränkung innerhalb der ersten Stunde des ICOs deaktiviert, sodass dort das Cap überschritten werden könnte und der ICO folglich nach einer Stunde beendet würde. Diese Regelung soll sicherstellen, dass ein Szenario wie beim BAT ausgeschlossen werden kann und jeder interessierte Investor auch investieren kann. So ist leider vollkommen unklar, ob Bancor gerne 20, 50 oder 100 Mio. Dollar einnehmen möchte. Die maximale Laufzeit des ICOs beträgt 14 Tage und gegen Zahlungen von einem ETH erhalten Teilnehmer 100 BNT.

Einschätzung

Bancor stellt meiner Meinung nach eine sehr gute Idee und ein vielversprechendes Projekt dar. Unter “normalen” ICO-Konditionen würde ich daher augenblicklich zu einem Investment raten. Leider stellen die Distribution, das Hidden Cap und die einstündige Aufhebung des Caps Probleme dar.

Es ist aus Investorensicht unglücklich zu wissen, dass die Hälfte aller Token in Händen der Entwickler, Partner oder ähnlichen Stellen sind. Auch wenn diese Funds gevested sind (sie können erst ab einem bestimmten Zeitpunkt oder zu bestimmten Konditionen ausgezahlt und/oder verkauft werden) besteht für einen langfristig denkenden ICO-Teilnehmer die Gefahr, dass eine dieser Parteien große Anteile verkauft und somit den Preis drückt.

Beim BAT ICO vor einigen Tagen konnte man die riesige Nachfrage nach guten ICOs sehen: Investoren versuchten insgesamt 836.123 ETH (*$262 = $219 Mio.) in den ICO einzuzahlen und es gelang nur sehr wenigen Investoren innerhalb weniger Sekunden erfolgreich daran teilzunehmen. Crypto-Investoren haben im letzten Jahr sehr viel Geld verdient und suchen nun nach Möglichkeiten dieses Geld unterzubringen. Es erscheint daher möglich, dass innerhalb der ersten Stunde das Hidden Cap (wo auch immer es liegt) bei weitem überschritten wird und Bancor eine Summe von $100 Mio. einsammelt. Ein so hohes Funding birgt die Gefahr, dass sehr hohes Wachstum kaum noch möglich ist. So wäre von Anfang an halbwegs klar, dass Bancor niemals eine Rendite wie Ethereum oder Iota erbringen kann. Diese Aussage ist allerdings nicht wirklich relevant, da man bei einem ICO natürlich insgeheim auf IOTA-ähnliche Renditen hofft, letztendlich und langfristig aber mit einem “bescheidenen” mal-2 bis mal-3 hochzufrieden ist und auch sein sollte. In Kryptomärkten haben wir aktuell den angenehmen Zustand in Multiples und nicht in Prozentwerten zu denken. Dieses mal-2 bis mal-3 Potential sehe ich bei Bancor, da die Anwendungsfälle des Bancor Protokolls gut sind und meiner Meinung nach auch nachgefragt werden.

-Lennart Ante

BAT: Eine Ära neuer ICOs?

Am 31.5 hat BAT, auch bekannt als Basic Attention Token, ein ICO abgehalten bei dem in unter einer Minute 156,250 ETH (zu dem Zeitpunkt knapp unter 36 Mio. USD) eingesammelt wurden. Klingt nicht schlecht auf den ersten Blick, dazu aber später mehr. Zunächst einmal, was ist der Use-case von BAT?

Das Basic Attention Token für bessere und sichere Online-Werbung

Das BAT Projekt baut auf dem Brave Browser auf, der im Januar 2016 vorgestellt wurde. Dieser Open Source Browser basiert auf Chromium und kommt mit einem integrierten Ad-Blocker und blockt Tracking-Software, um so die Sicherheit des Users im Web zu erhöhen. Weiterhin ermöglicht der Browser so, Webseiten schneller zu laden.

pageload_graph
Von der Brave Webseite: Vergleich von Ladezeiten. Oben mit Tracking und Werbung, unten mit beidem geblockt

Wozu braucht man also ein Token? Momentan sind, wenn man Onlinewerbung schalten möchte, extrem viele Drittanbieter involviert und es ist extrem schwer eine Zielgruppe genau zu erreichen, geschweige denn zu evaluieren in welchem Maße sie erreicht wurde. Zudem ist die Anzahl von betrügerischen Werbeanzeigen von 2015-2016 um 132% (RiskIQ Report, letztes Jahr) gestiegen. Im BAT Whitepaper werden noch weitere Gründe genannt, weshalb sich das Schalten von Onlinewerbung ändern muss.

market
Drittparteien im Bereich Advertising. Je mehr Parteien involviert, desto schwieriger das Schalten und Verfolgen von Werbung

Das soll sich mit dem BAT, einem ERC20 Token, zunächst auf der Basis des Brave Browsers ändern. Während der Brave Browser reguläre Werbung weiterhin blockt, soll auf BAT basierte Werbung hingegen angezeigt werden. Um eine Werbeanzeige zu schalten bezahlt der Advertiser mit BAT Tokens. Der Hauptteil dieser geht an den sog. Publisher auf dessen Seite die Werbung angezeigt wird. Aber auch die User bekommen bei einer Interaktion mit der Werbung BAT (im Whitepaper sind verschiedene Möglichkeiten für Algorithmen genannt).

BAT flowAuch das Team von BAT sieht vor allem mit Founder Brendan Eich, dem Entwickler von JavaScrip und Co-founder von Mozilla und Firefox, vielversprechend aus.

Der ICO

Der BAT ICO war innerhalb von 24s ausverkauft und sammelte insgesamt 156.250,00 ETH in diesem Zeitraum. Das klingt erstmal sehr Erfolgreich, aber wenn man genauer hinschaut, kommen Risse in die Fassade. Von insgesamt 9866 Transaktionen, die bei der BAT ICO teilnehmen wollten, kamen nur 185 Transaktionen erfolgreich in den Contract. Das bedeutet dass nur 1,88% aller Interessierten tatsächlich BAT erhielten. Zudem muss man die Transaktionskosten (ETH Gas) betrachten, mit der die erfolgreichen Transaktionen durchgeführt wurden: Für die erfolgreichen Transaktionen wurden ca 69,97 ETH und für die nicht erfolgreichen 306,74ETH (mehr als $60.000 für nichts!) an Transaktionsgebühren ausgegeben. Zum Beispiel hat ein Investor ca 6000$ an Transaktionsgebühren bezahlt, nur um dann festzustellen, dass er keine BAT Token erhalten wird. Weitere Statistiken kann man hier einsehen. Außerdem wurde durch den ETH Anstieg zuvor mehr an Wert eingesammelt als eigentlich geplant. Es gab eine Abstimmung in der Community, die ergab, dass die Mehrheit für eine Auszahlung des Überschusses stimmte, allerdings wurde dies nicht realisiert und es gab generell sehr wenig Infos des Teams nach der ICO, obwohl viele User verärgert waren.

Alles in allem finde ich, dass BAT ein interessantes Konzept hat, das auf ein bereits existierendes Produkt aufbaut (was selten ist in der Krypto-Welt). Die ICO war zwar erfolgreich, aber sind die Tokens sehr ungünstig verteilt, und auch die hohen Transaktionskosten sind mit ein Grund warum BAT auf Liqui.io momentan 6x über ICO Level traded. Interessierten rate ich hier zum Abwarten ab. Entweder es ergibt sich eine Gelegenheit noch günstig einzukaufen, oder aber man sollte sich auf andere spannende Projekte fokussieren, und hoffen, dass dort die ICO anders abläuft.

-Lukas Fiedler

PS: Ich habe den angezeigten Accountnamen auf meinen Namen geändert, daher wird leider angezeigt dass ich sämtliche Artikel auf diesem Blog verfasst habe. Dies ist aber nicht der Fall, ich erstelle Posts lediglich seitdem ich den Blog übergeben bekommen habe.

Air: Digitale Identität auf der Blockchain + Interview

Air ist ein Produkt des IT-Unternehmens Sphre, welches mittels Blockchain Anwendern eine sichere digitale Identität ermöglichen will. Das Projekt wird am 01. Juni einen ICO starten, um die Produktentwicklung zu finanzieren.

Daren Seymour, Direktor von Sphre, war so nett mir einige Fragen zu dem Projekt zu beantworten. Als Grundlage für das folgende Interview werde ich vorab einen kurzen Überblick über das Projekt liefern. Abschließend beschreibe ich noch meine persönliche Einschätzung des Projekts und des anstehenden ICOs.

Air

Mit Air möchte Sphre eine Plattform für sichere digitale Identitäten erstellen. Als Basistechnologie hierfür wird die “private” Hyperledger-Blockchain genutzt – im Gegensatz zu der Vielzahl von neuen Projekten, die auf Ethereum basieren. Hyperledger lässt sich als privat ansehen, da nur ausgewählte Netzwerkteilnehmer Transaktionen bestätigen dürfen. Als Blockchain nutzt Hyperledger kein Proof of Work, sondern Practical Byzantine Fault Tolerance (PBFT). Oberflächlich lässt sich diese Methode des Konsens als: “7 von 10 müssen zustimmen” beschreiben. Vertrauenswürdige Netzwerkteilnehmer validieren Transaktionen im Netzwerk und sobald eine notwendige Anzahl von Konsens erreicht ist, gilt die Transaktion als bestätigt. Dieser Ansatz bietet Vorteile in Form von Skalierbarkeit und geringen Transaktionskosten, aber auch Nachteile in Form von direkten Abhängigkeiten und einem geringeren Maß an Dezentralisierung. Persönlich halte ich die Wahl von Hyperledger für durchaus nachvollziehbar, da man so in einer vergleichsweise sicheren beziehungsweise ruhigen Umgebung agiert. Durch die hohe Skalierbarkeit lassen sich Prozesse für Mikrotransaktionen gestalten, die so in Bitcoin oder Ethereum noch nicht möglich sind (es aber wohl zukünftig durch das Lightning Network und das Raiden Network sein werden). Da im Hyperledger-Netzwerk keine Miner entlohnt werden müssen, verzichtet das Netzwerk komplett auf eine native Kryptowährung. Air wird aus diesem Grund Token (XID) in Form von Omnilayer-Assets erstellen. Omni (ehemals Mastercoin) ist kurz gefasst ein Protokoll, welches es ermöglicht Token beziehungsweise Assets auf der Bitcoin-Blockchain zu erstellen. Andere Projekte, wie Maidsafe oder Tether, nutzen ebenfalls Omni.

Technisch gliedert sich die Anwendung in drei essentielle Bausteine:

  1. Smart Contracts (bzw. in Hyperledger nennt es sich Chaincode), um zugrundeliegende Prozesse darzustellen, zugänglich zu machen und sicherzustellen.
  2. API, die Dritte nutzen können, um mit Nutzern der Plattform zu interagieren. Nutzer können hierbei beispielsweise Personen, Unternehmen, Organisationen oder Geräte sein.
  3. Eine App, durch welche Anwender zu jeder Zeit Zugriff auf ihre digitale Identität haben, indem sie Transaktionen prüfen oder veranlassen. Anwender erhalten eine Mikrotransaktion in Höhe von einem XID Token (der Token von Air), wenn sie sich erfolgreich verifiziert haben.

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Überblick der Hauptaktivitäten im Air Netzwerk: User verdienen XID auf Basis ihrer Identität und Transaktionen. Content Provider machen Usern Informationen auf Basis derer festgelegten Interessen zugänglich. Ausschließlich interessierte User bekommen entsprechende Informationen angezeigt und werden hierfür in Form von XID entlohnt. Data Analytics Provider fragen Netzwerkuser für Datenzugriff an und entlohnen gewährte Zugriffe mit XID.

Am 01. Juni startet Air seinen ICO, in dem 90% aller XID Tokens veräußert werden. Die übrigen 10% setzen sich aus einer Beteiligung für die Gründer in Höhe von 2,5%, einem Bug Bounty in Höhe von 6,5% und generellen Bounties in Höhe von 1% aller Tokens zusammen. Zusammen existieren somit 55 Mio. XID, welche nach Abschluss des ICOs verteilt werden.

Der Token-Sale gliedert sich in drei Bonusstufen. Die ersten 25% der 50 Mio. XID werden zum Preis von 0.0000760 BTC pro XID verkauft (20% Bonus für die ersten 950 Bitcoin). Danach werden weitere 30% mit einem Bonus von 10% (0.0000855 BTC/XID, insgesamt 1282.5 Bitcoin) verkauft, bis die restlichen 45% ohne Bonus zu einem Preis von 0.0000950 veräußert werden. Die restlichen 45% entsprechen einer Summe von 2137.5 Bitcoin. Somit möchte Sphre mit dem Air ICO maximal 4370 Bitcoin einnehmen. Eingesammelte Bitcoin werden in einer Escrow-Adresse gehalten und auf Basis verschiedener Meilensteine freigegeben. Sollte man am ICO teilnehmen wollen, ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass man während der ersten Bonusstufe investiert.

Interview

DS

Daren Seymour ist Director des IT-Unternehmens Sphre, welches sich auf Lösungen der Blockchain- und Quantum-Computing-Technologie spezialisiert hat. Er arbeitet seit über 25 Jahren als IT-Spezialist.

Hi Daren, thank you for answering my questions on your project. I believe that digital identity is one of blockchain’s most promising use cases, as it offers so many different applications. I provided a brief introduction to Air, so readers will have a fundamental knowledge of your project. Could you elaborate how you came up with the idea of Air?

DS: Many thanks for this opportunity. The idea for Air really came via the realisation of the full potential of blockchain within the digital identity arena and how we could allow individuals to control and commercialise their identity data for their own benefit, this was a paradigm changing moment! In an increasingly digital society, personal data has become a new form of currency. The biggest challenge for our leaders today in my view is to establish the trust that enables that currency to flow, and our aim is quite simply to facilitate this for consumers and enterprises.

Is Air your first blockchain project?

DS: No, however my previous projects were based on research requirements only, so Air is my first publicly shared project.

You are building Air on Hyperledger and use the Omnilayer for token creation. Why did you choose these platforms (and not Ethereum)?

DS: Ethereum is a great platform for sure. However Hyperledger was selected for initial development due to its modular design approach, and also its implementation of Practical Byzantine Fault Tolerance (PBFT) based consensus. This allows for very large-scale transaction scaling which is a key consideration in regards to identity based transactions.

For Omnilayer there were several considerations, the first of which was liquidity, as Omnilayer is integrated with numerous top exchanges and has a massive pool of existing assets. Secondly, ease of application integration, and finally, the stability of the Bitcoin blockchain as our first ‘connector’. However we will consider further connectors in the future, and Ethereum would certainly be on the list as the platform continues to stabilise and implement its roadmap, in particular Casper.

Various other (blockchain) projects like the Digital Identity Foundation (DIF), Cambridge Blockchain or Uport are working on digital identity solutions. What is your opinion on other digital identity projects and why do you think Air stands out?

DS: Yes, these are all great initiatives for sure. I think that Air stands out because of its modular technology approach. We will also implement a novel approach to user adoption whereby the individual will receive an XID digital token micropayment to their Air consumer application digital wallet, when a successful identity transaction has taken place, and we feel that this builds a new paradigm not just for digital identity, but for digital economic engagement.

With Eon and Ctrl, you are already working on additional use cases for medical data and access rights on the Air platform. Which use cases do you find most relevant on top of digital identity?

DS: There are many, if you think about how many times per day an individual transacts using some form of identity credential, from online login to banking and healthcare. However, I think the rise of automation and the inevitable implementation of Universal Basic Income is a key topic. If we imagine a world where most jobs are automated, and therefore most jobs no longer exist, then how can an individual increase their person income? This is one of the areas that we are exploring with Air, that being the enablement of an individual to monetise their digital identity and personal data for their own financial benefit.

Another interesting area is Artificial Intelligence ‘Automated Trust Verification’.  An example of this is that today, I leave my home and I trust myself to drive my car to my destination, but in the future an Artificial Intelligence will drive my car for me, but how do I know that I can trust my car to deliver me safely, should I rely on implicit trust as in effect, my car will make all driving decisions and is therefore an ‘identity’?  This is where I will be able to independently verify my car’s AI identity history, and not just my car, but every car of the same type, to ensure that my car is not being driven by HAL from the film 2001. I see such systems as increasingly important as more and more AI based ‘identities’ enter our lives.

When can we expect an MVP and/or a full product?

DS: We expect the Air Platform to be live and ready for use by the end of 2017.

Einschätzung

Meiner Meinung nach bietet das ICO aus verschiedenen Gründen eine durchaus vielversprechende Gelegenheit. Digitale Identität stellt möglicherweise den „besten“ Anwendungsfall für Blockchaintechnologie dar, da hierdurch erst eine Vielzahl von weiteren Use Cases, wie Identifikation und Bezahlung im Onlinehandel, ermöglicht werden. Air arbeitet aktuell schon an Anwendungsfällen für Healthcare und Zugriffsrechte.

Mit dem aktuell stark schwankenden Bitcoinpreis entspricht das 4370 BTC Cap von Air einem Gegenwert von etwas über (4370 * 1980€ =) 8,65 Mio. Euro. Mit einer Marktkapitalisierung von 8,65 Mio. Euro würde sich das Projekt aktuell auf Platz 95 der Kryptoprojekte auf Coinmarketcap befinden. Ich empfehle jedem Leser einmal den Link anzuklicken und sich selbst ein Bild zu machen, ob Air bei den Projekten mit einem Cap von ca. 8-9 Mio. Euro richtig liegt oder ob noch Luft nach oben besteht. ICOs mit geringem Cap bieten prinzipiell die Möglichkeit höherer prozentualer Zuwächse im Vergleich zu ICOs mit höherem Fundingvolumen. Beispiele hierfür sind Next (etwa x1600 in BTC bzw. x4600 in Dollar seit dem ICO), Foldingcoin oder in näherer Vergangenheit Spectrecoin. Diese Projekte stellen allerdings seltene Perlen dar, da vergleichsweise viel mehr Projekte mit niedrigem Funding untergegangen sind. Aus diesem Grund halte ich es für prinzipiell sinnvoll in mittelgroße Projekte mit einem ICO Cap zu investieren. Hier besteht ein geringere Ausfallwahrscheinlichkeit aber es gibt viel Raum für Wachstum. Ich denke, dass Air kurzfristig eine Marktkapitalisierung von mindestens 20 Millionen Euro erreichen kann, wodurch sich ein ICO-Investment mehr als verdoppeln würde. Die Token werden kurzfristig nach dem ICO handelbar sein, weshalb die Möglichkeit besteht, dass XID schnell auf Exchanges gelistet wird. Sämtliche relevanten Börsen führen Omnitoken (wie beispielsweise Maidsafe oder Tether Dollar), sodass eine Integration leicht vonstatten gehen sollte.

Das Unternehmen Sphre arbeitet mit Air an einem Anwendungsfall, der jedem Mensch auf der Welt Vorteile bringen kann. Aus diesem Grund halte ich viel von dem Projekt und werde am ICO teilnehmen. Air stellt verschiedene neue Eigenschaften eines ICOs dar, was zusätzlich zu Aufmerksamkeit führen wird: Erster ICO zum Thema Digital Identity und erstes ICO Projekt auf Hyperledger. Ich sehe sowohl kurzfristiges als auch langfristiges Ertragspotential bei dem Projekt. Eine Strategie kann sein, auf einen kurzfristigen Preisanstieg zu warten, das initiale Investment abzuziehen, und in Folge mit sogenannten “Free Bags” restliche XID Token langfristig zu halten.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in oben genannte Kryptowährungen selbst investiert.

Großes IOTA Update

Seit dem letzten Artikel zu IOTA hat sich hier viel getan. Neben neuen Foundation Mitgliedern tut sich viel bezüglich Kooperation mit Firmen und einem verbesserten Netzwerk. Doch der Reihe nach.

Der aktuelle Zustand

Momentan ist es im „Mainnet“ sehr schwierig Transaktionen durchzuführen,  man benötigt sehr viele „Replays“ und viel Geduld. Dieses Problem ist vor allem auf die jetzige Version on Verbindung mit schlechter Topologie des Netzwerks zurückzuführen. Daher arbeitet das Core Team von IOTA seit mehreren Monaten an einer neuen Version, mit der  die aktuellen Probleme gelöst werden sollen. Unter anderem wurde hierzu die alte „Data Base“ Architektur mit RocksDB verbessert, der Tip (Tip = momentan unbestätigte Transaktion) Selektion Algorithmus wurde verbessert und TCP Support wurde hinzugefügt. Die neue Version wird momentan intensiv im IOTA „Testnet“ auf Herz und Nieren überprüft und wurde auch vereinzelt vom Core-Team erfolgreich im Mainnet getestet. Hierzu hat die Foundation extra ein großes Bug Bounty angekündigt. Wer an den Tests teilnehmen möchte sollte generelle IOTA Erfahrung mitbringen und dem Slack-channel #testnet beitreten.

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Aufgrund der Andeutungen des Core Teams auf Slack lässt sich vermuten, dass die Implementierung der neuen Version nur noch Tage entfernt ist (allerdings gab es in der Vergangenheit teilweise Verspätungen – dies ist keine Garantie, nur eine Spekulation).

Die Stresstests

Im vergangenem Monat wurden mit der neuen Version zahlreiche Stresstests gesondert durchgeführt. Ziel dabei war es, möglichst viele Transaktionen pro Sekunde zu verarbeiten/zu bestätigen und so das Potenzial von IOTA aufzuzeigen.

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Momentaufnahme aus dem Stresstest-Dashboard; 70% Confirmation Rate heißt nicht, dass bei IOTA manche Transaktionen nie bestätigt werden, sondern dass einige Transaktionen zur Bestätigung „replayed“ werden müssen.

Das folgende Bild zeigt einen der Tests, bei dem 112,2 bestätigte Transaktionen pro Sekunde durchgeführt wurden. Damit zeigt IOTA sein wahres Potential: Skalierbarkeit, die die der Blockchain weit übertrifft. Zudem wurde so bewiesen, dass mit der neuen Version tatsächlich die aktuellen Probleme gelöst werden. Momentan wird mit zwei großen IOTA Partnern daran gearbeitet einen weiteren, extrem großen Stresstest durchzuführen. Nach diesem sollen dann sämtliche Ergebnisse zu den Tests veröffentlicht werden. Zukünftige Tests können im Stresstest-Dashboard live beobachtet werden.

Die Roadmap

Auch eine detaillierte Roadmap, die die Zukunft des Projekts aufzeigt, wurde veröffentlicht. Besonders interessant sind hier die folgenden zwei Punkte:

-Automatisierte Snapshots: IOTA Snapshots machen einen Momentaufnahme des Tangles und ermöglichen es, alle Transaktionen bis zu diesem Zeitpunkt zu löschen, ohne dass dabei Informationen oder IOTA „verloren“ gehen. Der Vorteil ist eine Reduzierung des benötigten lokalen Speicherplatzes. Diese Snapshots werden momentan noch manuell durchgeführt. Weiterhin gibt es Anzeichen, dass es in Zukunft eine Option gibt, bei der nach einem Snapshot keine Adressen re-generiert werden müssen.

-Masked Authenticated Messaging (MAM): DAS IOTA Feature schlechthin. Dieses Feature wird es z.B. Sensoren ermöglichen ihre Daten sicher mit Hilfe von IOTA zu versenden. Es befindet sich zurzeit laut der Roadmap in der Beta Phase, und es werden sicherlich viele neue Kooperationen durch dieses Feature entstehen.

Der IOTA Preis

IOTA ist weiterhin nur auf einem externen Slack, der von der Escrow Yassin (YDX) geleitet wird, handelbar. In letzter Zeit ist das Trading dort allerdings stark angestiegen.

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Es gab bereits über 6000 Trades und der IOTA Preis hat zeitweise ein Allzeithoch von 0.06 BTC pro Gi (entspricht ca 120 Euro; 1 Gi = 1.000.000.000 IOTA) erreicht. Bei diesem Preis hat IOTA eine Marktkapitalisierung von über 333 Mio. Euro (bei einem Bitcoin Preis von 2000 Euro). Für Investoren ist anzumerken dass man die gekauften IOTA aufgrund des oben genannten Mainnet-Problems momentan nicht von Yassins Service abziehen kann. Dies soll wieder mit der neuen Version möglich sein. Bei einem Börsenlisting, für das es leider immer noch keinen Termin gibt, lässt sich schwer spekulieren in welche Richtung sich der IOTA Preis bewegen wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass momentan nur kleine Mengen IOTA bei begrenztem Supply gehandelt werden. Der IOTA Preis kann hier verfolgt werden.

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 Der IOTA Preis hat sich innerhalb von 3 Monaten ca. verfünffacht!

Der Ecosystem Fonds

Zusätzlich wurde ein Ecosystem Fonds mit einem Volumen von mehr als 2 Millionen Dollar erstellt. Durch diesen sollen Developer angelockt werden und deren Use-cases gesponsert werden. Ein weiterer Augenmerk des Fonds liegt auf der Webseite IOTA Learn. Dort sollen Entwickler durch monetären Anreiz Tutorials zu IOTA-Konzepten dokumentieren. Außerdem werden zukünftige Hackathons durch den Fonds unterstützt. Wenn ihr eure Idee zur Förderung anmelden wollt, könnt ihr dieses Formular verwenden. Wie bereits zuvor beim sog. „Big Deal“ haben auch hier einzelne Community Mitglieder Großes zur Realisierung des Fonds geleistet.

IOTA News

Über die letzten Monate hinweg hat IOTA zahlreiche Partnerschaften mit Unternehmen angekündigt und war auf zwei großen Messen vertreten. Weiterhin erschienen einige interessante Artikel:

-Auf dem Mobile World Congress wurde die Zusammenarbeit mit Canonical angekündigt

-IOTA wurde auf dem IOT Summit, dem Webit- und dem tech-UK Kongress sowie auf dem KPMG Fintech Event präsentiert

-IOTA arbeitet zusammen mit innogy an diversen Prototypen. Mit Carsten Stöcker ist der Leiter des Innogy Innovation Hubs in der IOTA Foundation vertreten

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-IOTA wird von einem Forschungsprojekt an der Lancester Universität verwendet, bei dem es darum geht ein sicheres elektronisches Wahlsystem zu erstellen

-Auf der Consensus 2017 in New York wurde IOTA durch Dominik Schiener vertreten, sowie eine Kooperation hinsichtlich dezentraler Identitäten vorgestellt (u.a mit Microsoft und uPort)

Auch das IOTA Team wurde um einige Namen ergänzt: Neben Regine Hascka Helmer und Wilfried Pimenta de Miranda wurden die Core Developer Paul Handy, Alfred Keller Alon Emaliah sowie der Designer Sabri Goldberg vorgestellt. Die Entwickler haben bis jetzt sehr gute Entwicklungsarbeit geleistet und besonders Paul Handy und Alfred Keller sind rege auf Slack aktiv.

Zusammenfassung

Trotz des schlechten Zustands des Mainnets kann man sagen, dass es bei IOTA gut vorangeht und die neue Version vermutlich aktuelle Probleme lösen wird. Besonders die  neu eingegangenen Kooperationen werden IOTA helfen in der Szene weiter Fuß zu fassen. Solltet ihr euch weiter mit IOTA befassen wollen, tretet einfach dem IOTA Slack bei oder informiert euch auf IOTA Support!

-Lukas Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert.

 

Der Altcoinspekulant wird fortgeführt!

Liebe Community! Wie Markus Bohl schon angekündigt hat, wird er sich aus dem Bloggeschehen zurückziehen, weshalb es hier in letzter Zeit auch ein wenig stiller geworden war. Aber: Der Blog wird nicht aufgegeben, sondern von mir, Lukas Fiedler, fortgeführt. Dieser Post soll die Zukunftspläne des Blogs erläutern und vorstellen.

Zunächst: Ein paar Informationen über mich selbst

lukasIch studiere zurzeit Wirtschaftsingenieurwesen und bin leidenschaftlicher Fotograf. Ich bin seit über einem Jahr in der Crypto-Szene aktiv, insbesondere in der IOTA Community, in die ich relativ früh eingetreten bin. Sicherlich kennen mich einige von euch auch über die Webseite IOTA Support, die ich zusammen mit Scott (einem weiteren IOTA Community Mitglied) betreibe. Mir ist bewusst, dass ich alleine schwerlich die nötige Erfahrung mitbringe um einen Blog wie diesen mit der gewohnten Qualität fortzuführen. Daher möchte ich euch…

Das Autorenteam

…die zukünftigen Autoren auf diesem Blog vorstellen. Neben mir als Hauptautor
werden folgende Personen Artikel schreiben und als Berater fungieren:

ingo
-Dr. Ingo Fiedler: Mit Dr. Ingo Fiedler ist ein Krypto-Experte der ersten Stunde mit an Bord. Er hat Kontakt zu vielen wichtigen Spielern in der Crypto-Welt, und kennt sich besonders mit Krypto-Börsen aus. Aktuell leitet er das Blockchain Research Lab in Hamburg und untersucht den volkswirtschaftlichen Nutzen der Blockchain Technologie.

 

image1-Lennart Ante: Lennart Ante forscht an der Universität Hamburg im Rahmen seiner Promotion zum Thema Blockchain und Kryptowährungen. Einer seiner Forschungsschwerpunkte sind Finanzierungsmöglichkeiten mittels Blockchain, wie beispielsweise ICOs. Zu dieser Thematik wird er einzelne Projekte vorstellen und diese hinsichtlich verschiedener Aspekte, wie der Eignung als Investment oder des jeweiligen Geschäftsmodells analysieren.

 

thomas
-Thomas F.: Thomas F. ist beruflicher TYPO3 Entwickler und stieg 2012 mit dem Kauf seiner ersten Bitcoins in die Szene ein. Seitdem befasst er sich intensiv mit den Themen finanzielle Selbstbestimmung, Sicherheit im Internet, Bitcoin und Kryptowährung im Allgemeinen.

 

 

Die Zukunftspläne

Sollte alles nach Plan laufen, so wird in der nächsten Zeit das Design des Blogs geändert. Natürlich bleiben alle Posts erhalten, diese sollen nur übersichtlicher aufbereitet und erreichbarer sein. Wie gewohnt wird es auch Artikel zu ICOs sowie Projektupdates geben.

Weiterhin gilt, wie schon zuvor bei Markus Bohl: Qualität > Quantität. Dieser Blog soll euch mit spannenden Insights zu diversen Projekten versorgen. Fragen, Feedback, Wünsche oder Anregungen sind gerne gesehen, bevorzugt aber über Twitter und Bitcointalk, da ich aus zeitlichen Gründen nicht auf jede E-mail antworten kann.

-Lukas Fiedler

Byteball: Dritte Gratis-Ausschüttung am 12. März

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Byteball hat in den letzten Wochen den positiven Trend bestätigt, obwohl die Altcoins wegen dem Bitcoin-Anstieg erneut unter Druck kamen. Die zweite Ausschüttung erfolgte am 11. Februar, wie ich bereits berichtete. Ingesamt wurden 1.76% neu ausgeschüttet. Davon gingen exakt 1% an die bisherigen Byteballhalter, welche pauschal +10% auf Ihre Bestände erhielten. Die restlichen 0.76% gingen an verlinkte Bitcoinguthaben. Insgesamt sind also gerade einmal 11.76% aller Byteball ausgeschüttet worden. Die nächste Ausschüttung mit exakt gleichen Bedingungen erfolgt am 12. März. Wer neu dabei ist und wissen möchte, wie er denn seine Gratis-Byteball erhalten kann, dem wird hier geholfen. Die Community ist gewachsen in der Zwischenzeit, die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei über 5 mio Dollar. Neben Cryptox.pl wird Byteball seit einigen Tagen auch bei der kleinen Exchange bitsquare gehandelt. Es ist wahrscheinlich, dass weitere Altcoinbörsen folgen werden in den nächsten Wochen. Zusätzlich wird demnächst ein Community-Fonds eingerichtet werden um die weitere Entwicklung und Verbreitung zu unterstützen. Dafür werden nicht abgerufene Blackbytes verwendet. Blackbytes werden nämlich nur dann ausgeschüttet, wenn sie auf bereits registrierten Airdrop-Adressen liegen. Wer dies versäumt erhält zwar Byeteball aber keine Blackbytes. Diese „vergessenen“ Blackbytes fliessen in diesen Fonds.

Auch technisch tut sich einiges. Tony und sein Team von mindestens zwei weiteren Entwicklern haben die Version 1.3.0 veröffentlicht. Neben einigen Bugfixes ist es nun direkt möglich TOR zu aktivieren, was insbesondere bei Transaktionen von Blackbyte ein enorm hohes Mass an Anonymität ermöglicht:
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Insgesamt wirklich eine hervorragende Arbeit welche hier geleistet wird. Zusätzlich hat sich Tony mit Lisk und ICONOMI abgesprochen, die beide gemeinsam weiterhin um die 20% aller Byteball/Blackbytes halten. Beide stimmten wohl zu, dass sie ihre Byteball halten bis zum Ende der Ausschüttungsperiode. Das hilft beiden Seiten: Die Byteball-Community muss mittelfristg keine Dumps befürchten, welche von diesen „Mega-Walen“ ausgeht und gleichzeitig hilft ein stabiler Preis bei Byteball den inneren Wert von Lisk und ICONOMI zu erhöhen. Vielleicht ergibt sich daraus sogar noch eine Coin-übergreifende Kooperation. So hätte sich Tonys Strategie die Bitcoin-Menge je Interessent nicht zu begrenzen sich im Nachhinein doch noch ausgezahlt.

Fazit: Es stehen weiterhin alle Ampeln auf grün. Investoren rate ich ihre Bestände auf jeden Fall über die nächsten Ausschüttungen hinweg zu halten. Das sieht alles sehr vielversprechend aus und das Momentum dürfte in diesem Jahr hoch bleiben, schliesslich gibt es neben Byteball aktuell nur IOTA als Coin der dritten Generation mit Tangle anstatt der Blockchain. Der Tangle-Hype beginnt erst, da bin ich mir relativ sicher. Setzt sich die positive Entwicklung von Byteball (und IOTA) fort, sind beides Kandidaten für eine Marktkapitalisierung von über 100 mio Dollar. Die aktuellen Kurse  von unter 0.05 BTC je GBYTE sind zudem für Neuinvestoren interessant. Der gestiegene Bitcoinkurs hat hier noch einmal für attraktive Einstiegskurse gesorgt. Wer bisher noch nicht dabei war, hat nun die Chance sich einen Teil vom Kuchen abzuschneiden und damit an den weiteren Ausschüttungen zu partizipieren. Nicht vergessen: 88.24% werden noch verteilt!

Der Altcoinspekulant geht in den Ruhestand. Meine zu knappen zeitlichen Ressourcen lassen auf Dauer eine qualitativ hochwertige Altcoinberichterstattung leider nicht zu. Ich bitte meine Leser um Verständnis und danke für das Vertrauen und das viele positive Feedback, welches ich in den letzten Jahren erhielt. Es war mir eine Ehre!

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert.

OpenLedger: Schnäppchenjagd bei Incent und Blockpay

Das Altcoingeschäft ist extrem kurzlebig. Zwischen Hype und dem Vergessen liegen oft nur wenige Wochen. Das eröffnet Chancen, wenn man seine Hausaufgaben gemacht hat. Ich möchte heute auf zwei Werte eingehen, welche bei OpenLedger gehandelt werden. OpenLedger ist eine Börse, welche direkt über die Bitshares-Blockchain läuft. Dadurch hat man kein Gegenparteirisiko bei Transaktionen, da diese direkt über die Blockchain gesettled werden. Allerdings ist die Liquidität grausam niedrig, es gibt kaum Käufer und nur ein Gesamtvolumen von einigen Bitcoin täglich. Zudem ist die Börse nicht sehr benutzerfreundlich und das Handling benötigt gute Nerven. Für geduldige Käufer, sind das aber sehr interessante Bedingungen. Ich habe zwei Werte herausgepickt, welche ich für sehr interessant halte:

Incent
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Über das Incent ICO hatte ich bereits im September gebloggt. Incent ist eine sogenannte Appcoin und läuft als Token auf der Waves-Blockchain. Das ICO war erfolgreich und es konnten bis Ende November über 1‘000 Bitcoin und 832‘000 Waves eingesammelt werden, was damals rund 1 Million Dollar entsprach. Der ICO-Preis betrug in den ersten 24 Stunden 10‘000 Satoshi, der Preis stieg dann bis zum Ende der Zeichnungsmethode auf 16‘667 an. Es gab allerdings einige Investoren, die mit einem Blockdiscount weniger als die ersten ICO-Investoren zahlen mussten. Incent hat das Ziel eine Art Treuprämienplattform als App zu bauen, welche blockchainbasiert ist. Also ganz grob gesagt eine Art Blockchain-Payback-Karte, nur halt als Smartphone-App. Die erste Version soll im 2. Quartal heraus kommen. Es gibt bereits interessierte Händler welche dieses System in der Praxis einsetzen wollen. Wichtig zu wissen ist, dass diese Geschäfte die Incent zum festgesetzten Preis von 20‘000 Satoshi erwerben müssen, wenn sie ihren Kunden Prämien gewähren wollen. Incent muss diese Token für die Händler über den freien Markt besorgen (sofern der Kurs bei unter 20‘000 Satoshi liegt) hat aber auch das Recht noch einmal die gleiche Anzahl an Tokens zu erschaffen, wie an der ICO ausgegeben wurden. Aber eben zu mindestens 20‘000 Satoshi und nur wenn zu diesem Preis keine Incent auf dem freien Markt erworben werden können. Nun haben wir aber die Situation, dass Incent noch nicht fertig entwickelt worden ist und erst im 2. Quartal starten wird. Zusätzlich wird Incent aktuell an keiner grösseren Börse gelistet. Aktuell kosten die Incent-Token nur rund 5000 Satoshi bei OpenLedger, also rund 50% unter dem ersten ICO-Preis und nur rund ¼ des Preises, welchen Händler für Incent später bezahlen müssen bzw. Incent von der Börse später zurückgekauft werden. Das hat mit der Ungeduld von Investoren zu tun und auch damit, dass durch die ICO-Signatur-Kampagne viele geschenkte Coins verscherbelt werden, ohne Rücksicht auf irgendwelche Preisbarrieren. Die Chance für mittelfristige Investoren! Wer sich zu Preisen von unter 10‘000 Satoshi eindeckt, sollte später noch viel Freude an seinen Incent haben, da ich davon ausgehe, dass sich der Kurs im zweiten Quartal in Richtung des Händlerpreises von 20‘000 Satoshi entwickeln werden wird. Als ich diesen Beitrag begann war Incent nur bei OpenLedger gelistet. In den letzten Tagen sind noch Cryptopia, Liqui und Tidex hinzugekommen, welche aber ebenfalls nicht sehr liquide sind und dem Kurs auch nicht helfen konnten. Aktuell ist die Liquidität bei Cryptopia allerdings besser als bei OpenLedger.

Blockpay
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Bei Blockpay handelt es sich um einen Zahlungsanbieter für Händler. Die Idee ist, dass Kunden bei Geschäften welche Blockpay unterstützen mit jeder gängigen digitalen Währung bezahlen können, also nicht nur Bitcoin, sondern auch Ethereum und andere Altcoins. Dazu benötigen die Händler lediglich eine App, zudem ist Blockpay mit dem Odoo-System voll kompatibel welches bei vielen Händlern Verwendung findet. Das Bild oben zeigt ein schönes Beispiel, wie Blockpay in der Praxis als Zahlungssystem Verwendung finden könnte. Hier im Detail:
blockpay
Blockpay wird sogar in die Richtung weiterentwickelt, dass es praktisch auf allen Hardware-Geräten laufen soll und sogar in Richtung Microzahlungen und IOT Verwendung finden soll. Die Münchener Firma führte im Sommer ein kleines Pre-ICO durch um eine Anschubfinanzierung für die ersten Monate zu erhalten. Von den 100‘000‘000 Blockpay-Token wurden 6‘500‘000 für das Pre-ICO angeboten und zwar mit einem Rabatt von bis 42% auf den regulären Preis von 0.0005 Bitcoin oder eben 50’000 Satoshi. Die Investoren zahlten also mindestens 28’800 Satoshi je Token. Das Marketing lief auf Sparflamme, so dass nicht einmal sämtliche Token von Investoren erworben wurden. Selbst ich verpasste dieses Pre-ICO, obwohl ich gerne daran teilgenommen hätte. Blockpay läuft über die Bitshares BlockChain, so dass die Coin schnell auf OpenLedger angeboten wurde. Aber auch hier das gleiche Bild wie bei Incent, das Interesse verflachte, Investoren versuchen auszusteigen, ohne Käufernachfrage. Ein reiner Verkaufsmarkt entstand, ohne nennenswerte Nachfrage bröckelte der Kurs immer weiter ab, auf aktuell unter 15’000 Satoshi je Token. Nun ist Blockpay aber gerade einmal am Beginn des Weges. Das richtige ICO soll im Frühjahr erfolgen und auch entsprechend mit Marketingmassnahmen unterstützt werden. Blockpay hat zum Beispiel nun eine Community-Managerin eingestellt um das ICO professionell zu begleiten. Zusätzlich wird das Unternehmen auf einer „World Tour“ sein Geschäftsmodell auf fast allen Kontinenten erläutern. Und es ist wichtig zu erläutern, dass der Preis auf jeden Fall höher sein sollte als 30’000 Satoshi. Die späteren Investoren müssen ja mehr zahlen als die Pre-ICO-Investoren, sonst würde das Projekt an Glaubwürdigkeit einbüssen. Es ist also sehr sehr wahrscheinlich, dass bei der offiziellen ICO-Ankündigung bei OpenLedger bis zum ICO-Kurs leergekauft wird. Hierzu sind nur wenige Bitcoin erforderlich. Faktor 2 ist also auf jeden Fall drin für heutige Investoren und das bereits innerhalb weniger Monate.

Wichtig ist bei beiden Werten: Streng limitiert vorgehen. Das geringe Volumen nötigt Investoren einige Tage Geduld ab. Aber diese Geduld sollte sich entsprechend auszahlen. Bei beiden Werten gibt es ungeduldige Wale, welche sich einen Schluck zuviel aus der ICO-Pulle gegönnt haben und dankbar sind für Volumen auf der Käuferseite, damit sie ihren Anteil ermässigen können. Die Ungeduld der Verkäufer von heute ermöglicht die Profite von Morgen der Käufer!

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert.

Update IOTA/IOTATOKEN: Android-Wallet, Light-Wallet und Foundation

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Ein kleines Update zu IOTA. Neben einer Light-Wallet, welche IOTA bereits viel benutzerfreundlicher gemacht hat, gibt es seit heute ein Android-Wallet. IOTA kann nun also problemlos auf vielen Smartphones und Tablets genutzt werden, allerdings nicht bei Apple iOS Geräten. Ganz einfach bei Google Play downloaden:
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Hier noch ein Blogbeitrag dazu in Verbindung mit einem tollen Video, in welchem die wichtigsten Funktionen zu sehen sind.

Das Entwicklerteam hat einen sehr guten Job gemacht! Ich rufe deshalb zu Spenden auf, da diese Arbeit weitgehend unentgeltlich erfolgte:
Bitcoin: 1MyCJP3yZtSJ3bMVEoQRPSY3D6Ev7CTvzo
IOTA: DBPECSH9YLSSTQDGERUHJBBJTKVUDBMTJLG9WPHBINGHIFOSJMDJLARTVOXXWEFQJLLBINOHCZGYFSMUEXWPPMTOFW

Auch der Handel mit IOTA wurde erleichtert. Es gibt nun einen Chatbot um IOTA über Slack zu handeln und es wurden so bereits über 200 Transaktionen im Gegenwert von über 200’000 Euro abgewickelt. Wer genaueres wissen will und IOTA kaufen oder verkaufen will, hier geht es zum Handel über den Chatbot: https://iotatangle.slack.com/messages/trading/

Heute fand noch ein Hackathon im Office der IOTA-Foundation in Berlin statt unter dem Motto „Hacking.Law: Connecting Law and Code.“
IOTA beteiligte sich zudem am Hackathon im Cryptovalley von Thomson Reuters in Zug Ende Januar. Diese Veranstaltungen helfen IOTA einem breiteren Publikum bekannt zu machen und Entwicklungen on top anzustoßen. Die Adresse der IOTA-Foundation ist übrigens die Schlüterstr. 55 in 10629 Berlin. Man kann IOTA also im weitesten Sinne als deutsches Kryptoprojekt bezeichnen.

Zum Börsenlisting und zum sogenannten BigDeal gibt es noch keine Neuigkeiten. Zuerst soll die Foundation rechtlich korrekt in Berlin registriert werden. Allerdings wurde die Zeit auch genutzt um IOTA technisch zu verbessern sowie die IOTA-Foundation mit Starmitgliedern aus der Fintech-Branche zu bestücken, so dass hier tatsächlich versucht wird einen möglichst großen Einfluss bei zukünftigen IOT-Projekten zu gewinnen. Insbesondere Carsten Stöcker, Chris Skinner und Per Lind sind klingende Namen. Hier sind sämtliche Details zur IOTA-Foundation. Mit Carsten Stöcker hätte man evtl. Zugriff auf Projekte wie diese hier, bei dem zum Beispiel auch die UBS und Daimler beteiligt sind. Es ist ein überragender Erfolg für das IOTA-Team ein derartiges „Fintech-Allstar-Team“ für die Foundation gewinnen zu können. Das kann man nicht hoch genug einschätzen und gibt dem ganzen Projekt einen sehr optimistischen Ausblick für die kommenden Monate!

Noch in eigener Sache: Teilweise schon über ein Jahr halte ich treuhänderisch von Käufern bei mir erworbene IOTA. Langsam wird es wirklich Zeit diese IOTA bei mir abzurufen. Die Light-Wallet ist auch leicht zu benutzen. Am sichersten sind die IOTA in eurer eigenen Wallet. Auch ich bin nicht unsterblich und gegen einen „Bus-Event“ immun. Also bitte aus eigenem Interesse bei mir melden und eure IOTA bei mir abholen.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert.