Archiv der Kategorie: Initial Coin Offering

Decentraland: Virtual Reality Plattform auf Ethereum

Decentraland arbeitet an einer VR (Virtual Reality) Plattform, welche auf der Ethereum Blockchain läuft. Anwender können virtuelles Land kaufen und auf diesem Inhalte gestalten, welche sie dann wiederum verkaufen können. Am 17. August startet das Projekt seinen ICO. Ich muss zugeben, dass ich das Projekt auf den ersten Blick nicht ernst genommen haben, auf den zweiten Blick halte ich es aber für äußerst interessant.

Decentraland

Die Idee von Decentraland ist es ein virtuelles Ökosystem zu erstellen, welches komplett im Besitz seiner Community ist. Zum jetzigen Zeitpunkt sind vergleichbare Ökosysteme in der Hand von einzelnen Unternehmen, wodurch hohe gebühren, Restriktionen und Willkür. Durch Nutzung der Ethereum Blockchain als Basistechnologie kann volle Transparenz sichergestellt werden. Virtuelles Land (LAND) wird über Smart Contracts zur Verfügung gestellt. Somit erhalten die jeweiligen Entwickler von Anwendungen auch die vollständige Vergütung für ihre Arbeit und müssen keine Gebühren an einen Provider zahlen.

Bei LAND handelt es sich um eine endliche und einmalige Ressource, die beispielsweise mit Ethereum Name System (ENS) Domains vergleichbar ist. Somit wird der grundlegende Preis von LAND bei zunehmender Nachfrage steigen. Besitzer von LAND können jegliche Form von Content darauf verankern. Hierbei könnte es sich beispielsweise um statischen 3D-Content oder virtuelle Shops handeln.

Für Anwendungen im Decentraland-Ökosystem lassen sich jede Menge Beispiele aufzählen. So können beispielsweise Anwendungen im Bereich Gaming oder Gambling erstellt werden, welche diverse Features, wie virtuelle Objekte, Texturen, Klänge, Zahlungen etc. besitzen können. Jeglicher Content kann angepasst oder verändert werden, wodurch sich eine Art Wettbewerb entwickeln wird. Da Advertising auch in Decentraland möglich ist, kann beispielsweise eine virtuelle Kopie des Time Square in New York programmiert werden, woraus Werbende den Besitzer des LAND für Anzeigen bezahlen.

Auf der technischen Seite besitzt das Decentraland-Protokoll drei verschiedene Layer:

  • Auf dem Consenus Layer wird Besitz sichergestellt.
  • Auf dem Land Content Layer wird sichergestellt, dass sie virtuelle Assets in das System laden lassen.
  •  Auf dem Real-time Layer können User direkt miteinander interagieren.

Das Team hat bereits eine Demoversion fertiggestellt und eine Roadmap veröffentlicht. Hierfür und für mehr Informationen kann man sich das Whitepaper oder die Website ansehen.

Team

team decentraland

Das Team von Decentraland liest sich sehr beeindruckend, da hier sehr viel Blockchain-Expertise zu finden ist. Esteban Ordano und Manuel Araoz sind beide Co-Founder von Open Zeppelin, dem möglicherweise geachtetsten Untenehmen für Smart Contract Auditing. Open Zeppelin hat unter anderem die Crowdsale Contracts von Projekten wie Golem, Brave order Blockchain Capital auf Herz und Nieren überprüft. Zusätzlich gehen aus dem Decentraland weitere Blockchain-Projekte und -Lösungen, wie Proof of Existence, Streamium oder Bitcore hervor. Adviser des Projekts sind außerdem namenhafte Größen, wie Luis Cuence (Gründer Aragon) oder Jake Brukhman (Gründer CoinFund). Alles in allem versammelt sich bei Decentraland ein enormes Blockchain-Wissen, mit einem Team, das weitläufige Kontakte hat.

ICO

ico distribution

Am 17. August startet Decentraland seinen ICO, in dem 40% aller MANA Tokens verkauft werden. LAND ist ein unbewegliches digitales Asset und kann mittels MANA (1000 MANA = 1 LAND) erworben werden.

 

bonus levels

Der ICO hat ein Cap bei $20 Mio. und besitzt verschiedene Bonusstufen, die von 40% Bonus bis auf 0% im Zeitverlauf absinken.

 

 

Was ich von dem Projekt halte

Ich muss zugeben, dass ich das Projekt auf den ersten Blick nicht wirklich ernst genommen habe. Dies hat sich nach einem zweiten Blick allerdings geändert. Aus diesem Grund kann ich allen Lesern nur empfehlen, sich etwas genauer mit Decentraland zu beschäftigen (beispielsweise 1-2 YouTube Videos gucken). Meiner Meinung nach kann Decentraland durchaus zu einem sehr großen und erfolgreichen Projekt heranwachsen, was auch an der Güte des Teams liegt.

VR Hardware und Software wird im Zeitverlauf immer günstiger und zeitgleich besser werden, weshalb kein Zweifel besteht, dass der VR-Markt wächst. Unter den Lesern des Altcoinspekulanten herrscht wahrscheinlich ebenfalls die Meinung, dass der Blockchain-Markt ebenfalls weiter wächst. So befindet sich Decentraland ist zwei starken Wachstumsmärkten und bietet Investoren so die potentielle Möglichkeit das Wachstum beider Märkte mitzunehmen. Die Kombination der Technologien VR und Blockchain ermöglicht es Zentralisierung auszuschließen und somit fair und transparent virtuelles Land zu erwerben und zu „bebauen“.

Als endliche und nicht-bewegliche Ressource steigt der Wert von LAND bzw. MANA mit höherer Nutzung des Netzwerks, worauf potentielle Investoren spekulieren können. Sollte man ein Interesse am ICO haben, sollte man ganz klar direkt investieren um den höchstmöglichen Bonus von 40% mitzunehmen. Der ICO wird meiner Meinung nach nicht augenblicklich dicke Renditen bringen und sollte daher als mittel- bis langfristiges Projekt angesehen werden. Es ist einfach unrealistisch, dass VR-Produkte in kürzester Zeit Mainstream werden – in 3 bis 4 Jahren halte ich es allerdings für durchaus möglich.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert oder werden in diese investieren.(Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Exklusiv: Das Pre-ICO von Modum!–Ein Gastbeitrag von Markus Bohl

Heute findet eine exklusive Premiere beim Altcoinspekulant statt. Etwas, was es in dieser Form noch niemals auf diesem Blog gegeben hat: Die exklusive Ankündigung eines Pre-ICO mit sattem Rabatt auf den Ausgabepreis und einer äußerst geringen Zeichnungssumme. Also genau die Faktoren welche ein Pre-ICO im Verhältnis zu einem späteren ICO umso interessanter machen! Genau diese Chance hat mich dazu bewogen noch einen letzten Beitrag hier zu verfassen. Es geht um das Pre-ICO von Modum. Bei Modum handelt es sich um ein Schweizer Start-Up mit Sitz in Zürich. Modum wurde zwar erst im Jahr 2016 gegründet hat aber bereits einen Blitzstart hingelegt und wurde beim Schweizer Förderprogramm „Kickstart Accelerator“ mit dem ersten Preis in der Kategorie „Future & Emerging Technologies“ ausgezeichnet und hat bereits bezahlte Pilotprojekte mit grossen Playern im Schweizer Markt erfolgreich abgeschlossen.

Das Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik der Universität Zürich eine technische Lösung entwickelt, um die Temperatur beim Transport von Medikamenten zu überwachen. Dabei wird ein Sensor in das Medikamentenpaket beigelegt und zeichnet die Temperatur während des Transports auf. Beim Empfänger werden die Daten des Sensors dann ausgelesen und direkt an die Ethereum Blockchain übermittelt und darin gespeichert. Damit sind sie fälschungssicher und nachträglich nicht mehr veränderbar. Diese Technologie soll Kostenersparnisse von bis zu 50% ermöglichen, da bei einem Einsatz der üblichen Kühltransporter auch Medikamente gekühlt werden, bei denen dies nicht zwingend notwendig wäre. Dies hängt mit regulatorischen Vorgaben zusammen, die eine Temperaturüberwachung für sämtliche Medikamente vorsieht, auch für Temperatur-unempfindliche. Solche Medikamente könnten dann in der Zukunft schlicht per Postpaket inklusive eines Sensors verschickt werden, was eine erhebliche Kosteneinsparung bedeuten würde. Die Hardware ist kurz vor der Serienreife und soll bereits im August voll funktional vorliegen. Zu diesem Zeitpunkt kommt evtl. auch ein Deal mit der Schweizer Post zustande, welche mit dem Einsatz von Modum-Sensoren viele zusätzliche Paketkunden zusätzlich gewinnen könnte. Also eine Win-Win-Situation. Für die Zukunft sind weitere Sensoren und Anwendungsgebiete geplant. So könnten die Sensoren auch bei Lebensmittellieferungen zum Einsatz kommen. Oder lichtempfindliche Sensoren, welche feststellen können, ob das Paket während des Versands geöffnet worden ist. Oder Erschütterungssensoren, welcher fragilen Transportgütern wie Glas oder Flatscreen-Monitoren beigelegt werden. Es gibt bereits vielfache Ideen für eine Weiterentwicklung mit verschiedensten Anwendungsgebieten.

modum idee

Kommen wir zu den Details des ICOs: Zunächst findet das Pre-ICO statt. Dabei werden maximal 2.1 Millionen der 30 Millionen Token angeboten. Der Rabatt liegt dabei bei 50% auf den Ausgabepreis von USD 1.00. Beim Pre-ICO kann also eine Gesamtsumme von maximal USD 1.05 Millionen investiert werden. Die Tokens geben den Investoren das Recht, am Gewinn von modum.io zu partizipieren, indem Zahlungen in Höhe der beschlossenen Dividenden an die Tokenholder ausgeschüttet werden. Das Pre-ICO dient in erster Linie dazu, die Kosten für das ICO abzudecken und fällt deshalb nicht besonders groß aus. Ist das Pre-ICO überzeichnet, fallen die Investoren in die jeweils vorgesehenen Bonustöpfe des ICO, mit etwas tieferen Bonis, was selbstverständlich dann auch klar angezeigt wird. Das offizielle ICO soll im September stattfinden. Dabei werden nochmals bis zu 18 Millionen Token angeboten. Sollten hier nicht alle Token verkauft werden können, werden die überzähligen Anteile konsequent ausgebucht/verbrannt. Es bleiben 10 Millionen Token übrig. Hier kommt eine weitere interessante Besonderheit bei Modum ins Spiel: Diese fließen nicht einfach den Modum-Eigentümern zu, sondern sie müssen sich die Token über erreichte Milestones Stück für Stück verdienen. Das spannende dabei ist, dass die Token-Halter selbst über das Erreichen dieser Milestones abstimmen werden. Nur wenn die Mehrheit zustimmt, werden die Token Stück für Stück freigeben. Eine hervorragende Idee auch die Community aktiv zu halten und auch ein Beweis dafür, dass es das Modum-Team ernst meint der Weiterentwicklung. Wenn Sie nicht liefern und die Community nicht überzeugt werden kann, dann fällt auch ihr Anteil an Modum-Token viel kleiner aus. Ein Mechanismus den man sich für jedes ICO gerne wünschen würde.

Neben der Weiterentwicklung verschiedenster Sensoren je nach Anwendungsbereich ist Modum auch anderen Crypto-Protokollen gegenüber offen. So sind bereits die Meilensteine definiert, dass in der Zukunft auch IOTA, Tezos oder ein anderes Protokoll für die Anbindung der Sensoren genutzt werden können. Das Team will sich nicht auf Jahre hinweg an Ethereum binden und ist hier flexibel.

Fazit: Modum bietet ein sehr gutes Gesamtpaket. Das Team hat in kurzer Zeit sehr viel erreicht und bietet sehr gute Zukunftsperspektiven. Modum nutzt die Blockchain auf sinnvolle Art und Weise und ist nicht irgendein ERC 20-Apptoken. Die Firma hat in ihrem einjährigen Bestehen schon ein bemerkenswertes Tempo vorgelegt und es deutet vieles darauf hin, dass die nächsten Jahre äußerst erfolgreich werden können.

Die Nachfrage nach dem Pre-ICO wird das Angebot bei Weitem übersteigen. Das Altcoinspekulant-Team muss deshalb zu besonderen Mitteln greifen um das Community-Building zu ermöglichen: Interessenten können sich zwar ab dem 8. August unter https://modum.io/tokensale für den Pre-ICO mit Ihrer E-Mail Adresse anmelden und das Whitepaper und weitere Informationen bekommen, die Möglichkeit des Investierens bekommen allerdings nur vorab ausgewählte wichtige Multiplikatoren der Crypto-Community. Es steht eben nur eine beschränkte Anzahl von Tokens im Pre-ICO zur Verfügung und diese müssen sinnvoll im Hinblick auf das zukünftige Community-Building verteilt werden. Modum bittet um Verständnis für diese restriktive Vorgehensweise. Aber nur so lässt sich vermeiden, dass sich wenige „ICO-Flipper“ ohne langfristiges Interesse einen Großteil der Token nur unter spekulativen Gesichtspunkten sichern. Und ab September dann steht das „große“ ICO allen Investoren ohne Einschränkung offen. Wer also jetzt leer ausgeht hat bereits in wenigen Wochen eine erneute Chance!

-Markus Bohl

Disclaimer: Hinweis auf Interessenkonflikt – Der Autor wird selbst in das Modum Pre-ICO investieren.

Nametoken-Das dezentrale Domain-Ökosystem

Inmitten einer schwierigen Phase des ICO-Marktes wagt Nametoken die ersten Schritte. Warum ich das Projekt trotz der aktuellen Lage interessant finde, erkläre ich in diesem Post.

Was ist das Projekt Nametoken?

Nametoken ist ein Projekt, dass sich rund um einen gigantischen, stetig wachsenden Markt dreht: den Markt der Internet Domains.

Domain Markt.jpg
Quelle: denic.de

Einzelne Teammitglieder von Nametoken haben dabei schon in der Vergangenheit erfolgreich mit Domains gehandelt und wollen dies nun skaliert und professionell auf Basis der Blockchaintechnologie fortführen. Hierzu will Nametoken einen Online-Handelsplatz für Domains mit Hilfe von Ethereum aufbauen. Der Kauf, Verkauf sowie viele weitere Features werden dabei über Smart Contracts abgewickelt. Im Verhältnis zu herkömmlichen Handelsplätzen können so eine Menge Gebühren eingespart werden. Sämtliche Aktionen wären somit billiger und auch noch transparent auf der Blockchain nachvollziehbar.

Das Initial Coin Offering von Nametoken startet heute und soll maximal 18000 Bitcoin bis zum 30. September über verschiedene Bonusstufen einbringen. Besonders dabei ist, dass 90% aller Token an die Investoren ausgeschüttet werden, und nur 7% für das Team und 3% für   Legal/Advisory zurückbleiben. Nicht verkaufte Token werden am Ende des ICO für Belohnungen im Markt verwendet.  Außerdem soll das Token deflationär sein (Gegenteil von inflationär), d.h mit 50% der erzielten Gewinne des Projekts sollen Token aufgekauft und „vernichtet“ werden, um so den Preis der verbleibenden Token zu steigern. Die Allokation der eingesammelten Bitcoin wird dabei wie folgt aussehen:

Nametoken Distribution.jpg

Demnach würde Nametoken nicht nur einen Handelsplatz erstellen, sondern zugleich auch selbst in vielversprechende Domains investieren. Wie bereits erwähnt werden hier 50% vom Gewinn für den Kauf von Token verwendet, der Rest wird reinvestiert. Um das Projekt und seine Ziele im Detail zu verstehen, war Jens Peterssen (Mitgründer und CEO neben Frank Menze, dem Gründer von Druckerpatronen.de) so freundlich mir einige Fragen zu beantworten.

jenspeterssen

Hi Jens, danke dass du dir die Zeit nimmst meine Fragen bezüglich Nametoken zu beantworten. Im Vorfeld habe ich das Projekt schon grob umrissen, jetzt soll es ein bisschen mehr ins Detail gehen. Zunächst einmal: Wie kam es zu der Idee hinter Nametoken und den ersten Schritten?

Die Idee hinter Nametoken ist bereits in den letzten Jahren gereift. Durch unser Kerngeschäft, dem Domainhandel, hielten wir es schon immer für sinnvoll, eine eigene Domain Plattform auf die Beine zu stellen. Für unser Domainportfolio haben wir bereits einige Algorithmen, die uns bei der Suche nach potenziellen Domaininteressenten helfen, programmiert.

Dadurch, dass wir seit einiger Zeit selbst in Cryptowährungen investieren (Bitcoin, Altcoins sowie ICOs), fanden wir es eine gute Idee, diese beiden Dinge zu kombinieren.

Laut euren Angaben wollt ihr 18000 BTC (ohne Berücksichtigung der Boni) mit eurem ICO einsammeln. Das ist für ein Start-Up sehr viel Geld. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

JP: Ohne die nötigen Strukturen kann man kein vernünftiges Projekt im Bereich Domains auf die Beine stellen. Alleine die Entwicklungs- sowie Marketingkosten sind immens. Heutzutage gibt es nach wie vor lediglich Sedo als seriöse Domainhandelsplattform. Andere kleinere Plattformen sind entweder an der Umsetzung oder am Marketing gescheitert. Wir möchten diesen Fehler nicht machen.

Weiterhin möchten wir unsere Expertise als Domain Broker dazu nutzen, über Nametoken attraktive Domains zu kaufen und wieder zu verkaufen. Dieses Business betreiben wir nun schon seit über 20 Jahren mit großem Erfolg. Der ICO würde uns die Möglichkeit geben, dieses Business zu skalieren – von dem Erlös werden die Nutzer von Nametoken ebenfalls profitieren.

Neben der Akquirierung von Domains und deren Verkauf ist auch die Entwicklung eines Dezentralen Domain-Marktplatzes geplant. Inwieweit wird sich dieser aufgrund der Dezentralität von herkömmlichen Anbietern unterscheiden und wie groß sind hier die Einsparungen hinsichtlich Gebühren?

JP: Er wird sich immens von anderen unterscheiden. Zum Einen arbeiten wir bereits mit automatisierten Methoden, um Domains besser vermarkten zu können. Durch Nametoken wird dieser Algorithmus noch viel weiter verfeinert. So möchten wir unsere User einbinden, um Domains besser bewerten zu können. Die User können „spielerisch“ (Stichwort „Tinder for Domains“) mit Hilfe unserer App Domains bewerten, Daten pflegen und vieles mehr. Für diese Nutzung werden sie Nametokens erwirtschaften können. Somit können unsere bestehenden Algorithmen in Verbindung mit User Generated Big Data dafür sorgen, dass Domainverkäufer den perfekten Käufer finden können. Das Ganze ist einzigartig. Es ist noch nie Jemandem gelungen, eine Domainplattform zu starten, bei dem der Nutzer nahezu perfekte Ergebnisse erhält. Derzeit ist es ja meist so, dass man bei Millionen von eingestellten und nicht verschlagwortenden Domains den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Auch im Hinblick auf Gebühren werden wir deutlich günstiger sein. Während man auf herkömmlichen Plattformen für einen Domaintransfer bis zu 15% Gebühren zahlen muss, können wir alles über Smart Contracts erheblich vereinfachen, so dass wir am Ende bei ca. 1% Gebühr landen werden.

Werdet ihr neben herkömmlichen Domains auch in .eth Domains investieren?

JP: Die ganzen neuen Endungen sollte man erst einmal vorsichtig genießen. Es gibt Endungen, wie zum Beispiel .shop, die haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Welche von den anderen neuen Endungen, wozu auch .eth gehören wird, interessant sein werden, wird sich erst noch zeigen. Unser Gespür hat uns hier bisher immer geholfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Als Nutzer soll man für die Registrierung, den Kauf und vieles mehr von Domains NAT Token erhalten. Woher kommen diese?

JP: Diese NAT Tokens werden hauptsächlich aus den erzielten Gebühren vergütet.

Weiterhin soll euer bewährter Domain-Bewertungs-Algorithmus mit Daten von Benutzern gepaart werden. Kannst du mir mehr darüber verraten?

JP: Auf die meisten Punkte bin ich bereits vorher eingegangen. Zu viel möchte ich noch nicht Preis geben. Erste Tests zeigen allerdings schon: Das Ganze funktioniert und wird Domainhändlern eine Menge Spass bereiten!

Zu guter Letzt: Welche Risiken und Chancen siehst du in den kommenden Monaten, und wo siehst du Nametoken in einem Jahr?

JP: Die Risiken befinden wir für sehr Überschaubar. Auf Grund unserer Expertise und Erfolgen der Vergangenheit können wir den Domainmarkt und die Chancen sehr gut einschätzen.

Wir sind sehr Überzeugt von unserem Projekt, so dass ich hier vielmehr die Chancen sehe. Der Domainmarkt wächst von Jahr zu Jahr. Immer mehr Firmen drängen ins Netz. Und ohne eine vernünftige Domain hat man kaum eine Chance, dort zu bestehen. Dies wird den Wert von Domains weiter steigern.

Wie sagte Bill Gates schon in den Neunzigern? „Domains have and will continue to go up in value faster than any other commodity ever known to man.“ Der Nametoken wird in einem Jahr an vielen Exchanges vertreten sein. Spätestens in einem Jahr wird auch unser Domainmarktplatz online gehen.

Persönliche Einschätzung

Insgesamt möchte ich abschließend sagen, dass das Team sowie der Use-Case hinter Nametoken für mich, trotz hoher Zielsetzungen, positiv aussieht. Allerdings muss man in der aktuellen Marktlage aufpassen, zu welchem Zeitpunkt man investiert, da aktuell die meisten ICOs aufgrund ihres hohen Caps nach der ICO unter dem ICO-Preis gehandelt werden (sollte man keine Boni in dem ICO bekommen haben). Eine Mögliche Lösung ist hier die Hälfte seines geplanten Investments im Zeitraum des 50% Bonusses zu tätigen und die andere Hälfte nach dem Ende des ICO. Weiterhin sollte man genau beobachten, wie viele Token in dem ICO letztendlich verkauft worden sind und wie groß der hieraus resultierende Reward-Pool ist. Anders als bei anderen ICOs muss hier aber auch darauf vertraut werden, dass die Investitionen des Teams in Domains lohnen sind, da sowohl ein großer Teil der Gelder hier verwendet wird, als auch die Deflation des Tokens hiervon abhängt.

-Lukas Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Tezos: Die sich selbst anpassende Blockchain

Tezos. Jeder, der sich mit Altcoins und ICOs beschäftigt, hat zwangsweise bereits diesen Namen gehört. Nach dem Entwicklungs-Start in 2014 beginnt nun am 1. Juli um 8 Uhr morgens deutscher Zeit das Initial Coin Offering!

Welche Probleme will Tezos lösen?

Folgendes Beispiel wird zur Verdeutlichung der aktuellen Situation in der Krypto-Welt verwendet (Quelle: Tezos Position Paper, Seite 3):

Man stelle sich den Vergleich zwischen Krypto-Währungen und einem Smartphone vor. Alle paar Wochen erscheint ein neues Smartphone auf dem Markt, oft ausgestattet mit neuen Features und neuer Technik. Obwohl Menschen, die ein altes Smartphone besitzen, eventuell neidisch auf diejenigen mit dem neuesten Modell sein können, bedeutet dies nicht, dass die alten Smartphones nicht mehr funktionieren. Was würde sich ändern, wenn nun alte Smartphones nicht mehr mit den neuen Modellen/Designs kompatibel wären? Der Wert eines Smartphones wäre abhängig von den Nutzern genau dieses Modells, viel geringer!

Eine solche Situation haben wir zurzeit betreffend Kryptowährungen. Für jede neue Innovation entsteht zurzeit eine neue Blockchain, es werden kaum bestehende Chains verbessert. Wie auch, wenn die einzigen Möglichkeiten eine Sidechain oder eine Fork sind. Weiterhin wird von Tezos angesprochen, dass in etablierten Proof-of-Work Systemen anstatt der Stakeholder einige große Mining Pools immer mehr Macht bezüglich Netzwerkentscheidungen bekommen/haben.

Wie löst Tezos die angesprochenen Probleme?

Tezos ist eine Blockchain, welche sich verändern kann. Dies wird realisiert, indem Stakeholder mehrheitlich, anhand bestimmter Regeln, für eine Veränderung stimmen.  (Je mehr Token man besitzt, desto mehr Stimmrechte hat man). Diese wurde zuvor in einem Testnetz getestet. Subjekt der Veränderung kann, wortwörtlich, alles sein. Das Wort „alles“ schließt hier sogar die Bedingungen einer Abstimmung und Annahme einer Veränderung mit ein. Weiterhin verwendet Tezos zu Beginn anstatt Proof-of-Work einen „Delegated Proof-of-Stake“ (DPOS) Algorithmus, welcher es jedem Tezos Halter ermöglicht, an der Blockerstellung teilzunehmen (oder einen Delegierten für sich zu bestimmen; je höher dabei der Tezos-Betrag hinter einem Delegierten, desto öfter wird dieser Blöcke erstellen). Aufgrund des Potenzials zur Veränderung ist es allerdings auch möglich, dass in Zukunft dieses System verändert wird, beispielsweise hin zu einem Proof-of-Work Algorithmus oder sogar zu einem zentralisierten Protokoll (die Tezos Foundation vermutet einen Verbleib beim DPOS). Ein besonderes Augenmerk haben die Entwickler bei der Programmierung auf die mathematische Beweisbarkeit des Codes gelegt (mathematische Beweise von Software sind aufwendig, stellen aber sicher, dass sich keine Logik-Fehler im Code befinden). Um die Beweisbarkeit zu vereinfachen wurde Tezos in der Programmiersprache OCaml geschrieben (als Smart Contract Sprache wurde Michelson verwendet).

Smart Contracts? Check. 100% private Transaktionen? Geplant.

Ähnlich wie Ethereum, sind auch in Tezos die Erstellung von Smart-Contracts (ein Stück Code hinter einer Adresse, welcher durch eine Transaktion zu dieser Adresse eine vorbestimmte Aktion durchführt) möglich. Ein Unterschied ist dabei, dass Smart Contracts in Tezos nur eine begrenzte Anzahl an Schritten zur Ausführung zur Verfügung haben (in Ethereum ist diese unbegrenzt, allerdings steigen die Transaktionskosten proportional zur Komplexität). Da die meisten Smart Contracts nicht allzu kompliziert sind, sind in Tezos die Anzahl der Schritte, die pro Transaktion durchgeführt werden können, begrenzt. Dies verhindert laut dem Position-Paper zudem CPU-basierte DDoS Attacken. Als ein zusätzliches Feature sind komplett anonyme Transaktionen, wie zum Beispiel ZCash sie ermöglicht, geplant (nicht umsonst wird der Leiter des ZCash Projekts, Zooko Wilcox, als Berater aufgeführt). Dazu soll zunächst ein spezieller Token auf der Tezos Blockchain eingeführt werden. Dieser würde ZCash Technologie verwenden und wäre 1 zu 1 gegen Tezos eintauschbar. Langfristig ist dieses Feature für die komplette Tezos Blockchain geplant.

Das Tezos Team & die Foundation

Die Tezos Blockchain wird primär von Dynamic Ledger Solutions Inc., einem US basierten Unternehmen entwickelt. Gegründet wurde dieses Unternehmen unter anderem von Kathleen und Arthur Breitman. Weiterhin stehen momentan 10 weitere Core Entwickler hinter Tezos, die hauptsächlich in Paris ansässig sind. Diese werden besonders im Anfangsstadium die Entwicklung und Adaption von Tezos vorantreiben. Das Entwicklerteam kooperiert dabei mit OCamlPro, einer Softwarefirma, die sich auf die Programmiersprache OCaml spezialisiert hat. Die Gründer von Tezos hielten es für sinnvoll, dass die ersten Schritte auch durch eine Tezos Foundation unterstützt werden. Diese ist unabhängig und in der Schweiz angesiedelt. Sie besteht zurzeit aus Johann Gevers, Diego Ponz, und Guido Schmitz- Krummacher und besitzt, beginnend ab dem Genesis Block, ein einjähriges Vetorecht bezüglich Veränderungen der Tezos Blockchain.

tezos plan

Das Initial Coin Offering

Sämtliche Infos können unter https://crowdfund.tezos.com gefunden werden (stelle sicher, dass du die richtige Seite besuchst!). Start des Initial Coin Offerings ist der 1. Juli um 8 Uhr morgens und dauert 2000 BTC Blocks (ca 2 Wochen). Dabei gibt es einen Bonus, der sich, beginnend bei 20%, alle 400 BTC Blocks (ca. 2 Tage und 18 Stunden) verringert.

tezos bonus

Zwischen September 2016 und März 2017 wurden bereits $612,000 von Hedge-Fonds zur Finanzierung einiger letzter Schritte gesammelt. Diese werden mit einem Bonus über 31,48% in dem ICO berücksichtigt. Weiterhin hat der Milliardär Tim Draper angekündigt, in Tezos zu investieren. Zu Beachten ist für Anleger, dass es bei Tezos kein ICO-limit gibt.

Insgesamt finde ich Tezos persönlich sehr spannend und kann kaum erwarten, wie die Evolution dieser Blockchain beginnt. Es gibt jedoch einen wichtigen Punkt, weshalb ich nicht an dem ICO teilnehmen werde: Es gibt, wie bereits erwähnt, kein ICO-Limit. In der Vergangenheit wurden bei ICOs stark steigende Geldbeträge eingesammelt, und Tezos ist ein bereits seit längerer Zeit gehyptes Projekt.

ICO trend
ICO Trend; Quelle: Twitter @myetherwallet

Ich vermute daher, dass sämtliche Interessenten innerhalb der zwei Wochen in das Projekt investieren werden. Dies wiederum resultiert meiner Meinung nach in einem  neuen Rekord bezüglich des eingesammelten Geldes. Dadurch gibt es kaum Raum für kurzfristige und mittelfristige Gewinne und es ist eventuell mit einem Preisverfall nach der ICO zu rechnen, bei dem sich potentielle Interessenten günstig in das Projekt einkaufen können. Dieses Szenario ist abhängig davon, wie viel tatsächlich während dem ICO investiert wird. Ich empfehle daher diesen genau zu verfolgen. Außerdem ist es bei dezentralisierten Steuerungen wichtig, dass die Token gut verteilt sind und nicht nur auf Börsen „rumliegen“. Sollte dies der Fall sein, so hätte das Tezos Team zusammen mit den Hedge-Fonds vermutlich den größten Stimmenanteil.

-Lukas Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Santiment: Die Daten- und Informationsplattform für die Kryptomärkte

Santiment arbeitet daran eine Daten- und Informationsplattform für Kryptomärkte zu erstellen, über die sich User frei ihre relevanten Datengrundlagen zusammenstellen können. Am ehesten lässt sich dies mit den Geschäftsmodellen von Bloomberg oder Thomson Reuters vergleichen. Santiment wird am 04.07.17 einen ICO abhalten. Im Folgenden wird ein Überblick zu Santiment und dem anstehenden ICO geliefert und abschließend eine persönliche Einschätzung zu diesem gegeben.

Santiment

Santiment baut eine Plattform für jegliche Form von relevanten Daten im Bereich der Kryptomärkte. User können auf bestimmte Features kostenfrei zugreifen und detaillierte, beziehungsweise spezielle Daten mit Hilfe des Santiment Tokens (SAN) erwerben. Dies erfolgt mittels sogenanntem Staking, das heißt, dass Token für eine bestimmte Zeit weggeschlossen werden um so zusätzlichen Wert zu generieren. Kurz gesagt kann ich beispielsweise 100 SAN staken um neben den kostenfreien Daten ebenfalls spezielle Informationsgrundlagen freizuschalten. Hierdurch wird freies Supply weggeschlossen, was zu einer Knappheit auf dem freien Markt führt. Je mehr Anwender ihre Token staken, desto höher wird auch der Preis von SAN-Token sein.

Als Kunden der Plattform identifiziert das Projekt drei verschiedene Arten von Usern:

  1. Professionelle Krypto-Trader und -Investoren (z.B. Hedge Funds oder sogenannte Whales)
  2. “Normale” Krypto-Trader und -Investoren (z.B. mich)
  3. Externe Daten- und Informationsanbieter (z.B. Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen)

Alle diese drei Arten von Usern sind auf der Suche nach aussagekräftige Daten und Informationen, wenngleich unterschiedlich in Form, Detailschärfe und Menge. Normale Krypto-Trader können auf freie Informationen zugreifen oder aber SAN Token staken um auf weitere persönlich ausgewählte Information zuzugreifen. So kann sich jeder Trader und Investor sein persönliches Santiment-Terminal zusammenstellen, auf dem relevante Daten oder Feeds angezeigt werden. Genauso verhält es sich für professionelle Investoren. Diese können ihrerseits relevante Informationen anzeigen lassen und müssen hierfür voraussichtlich eine höhere Anzahl an SAN staken. Die dritte Gruppe der Kunden umfasst beispielsweise Krypto-Exchanges oder Asset Management Plattformen, welche selbst SAN staken um ihrem Kundenstamm Zugriff auf Santiment-Daten zu ermöglichen. Als Beispiel kann hier Iconomi aufgeführt werden, welches frühzeitig in Santiment investiert hat – wahrscheinlich um Iconomi Kunden auf die Daten der Santiment Plattform zugreifen lassen zu können. So baut Santiment eine anpassbare Plattform, auf der jeder Nutzer sich seine Daten individuell zusammenstellen kann.

utility

Im Februar 2017 hat Santiment in einem Presale 18% der Token verkauft. Die dort gesammelten Mittel hat das Team genutzt um eine App zu entwickeln, welche sich aktuell in der Alpha Version befindet. Diese umfasst zum jetzigen Zeitpunkt unter anderem bereits Charts mit historischen Preisentwicklungen verschiedener Coins und ein krypto-finanzielles Spiel, welches Daten für die Sentimentanalyse zukünftiger Preisentwicklungen von Kryptowährungen sammelt. Santiment plant ein Terminal, wie es beispielsweise Bloomberg für “reguläre” Märkte anbietet, das sowohl im Browser als auch mobil aufzurufen ist. Die bereits zu weiten Teilen entwickelte App verkürzt daher das Zeitfenster der notwendigen zukünftigen Entwicklung.

santiment Terminal

Um den Zugang zur Plattform zu erleichtern kann der Zugang zu bestimmten Kanälen von Marktinformationen ebenfalls durch Euro oder Dollar erkauft werden. Kanäle können beispielsweise ICO-Analyse, Marktinformationen oder rechtliche Updates umfassen. Neben offiziellen Santiment-Kanälen können ebenfalls Partner Kanäle erstellen um ihre relevanten Informationen zu Verfügung zu stellen und gegebenenfalls zu verkaufen. Außer Kanälen werden ebenfalls Datafeeds angeboten, welche spezielle Einblicke beziehungsweise Muster von Kryptomärkten offenlegen. Solche Feeds können beispielsweise auf Sentimentanalyse basieren und Informationen hinsichtlich der Volatilität, Akkumulation oder Trollboxen liefern.

Ein weiteres, meiner Meinung nach äußerst relevantes, Feature ist die “Sanbase”. Diese soll eine Art Wikipedia für Kryptoprojekte und -währungen werden. Researcher und Partner von Santiment recherchieren hierzu relevante Informationen, stellen diese bereit und aktualisieren diese sobald es möglich ist. Nutzer des Netzwerks können Änderungen und Updates vorschlagen beziehungsweise bemängeln, sodass eine Art Wikipedia für Kryptomärkte entsteht. Ein gewissen Maß an zentraler Verwaltung ist hier allerdings notwendig um Missbrauch auszuschließen und Researcher für ihre Arbeit entlohnen zu können. Die Umsetzung einer solchen Lösung begrüße ich sehr, da ich selber bezeugen kann, wie aufwendig und kleinteilig die Recherche einzelner Projekte sein kann.

Im kürzlich veröffentlichten Whitepaper Draft wird das Projekt detailliert erläutert und eine Roadmap aufgeführt. Für das jahr 2017 werden neben der Durchführung des Crowdsales und der Veröffentlichung des Whitepapers  die Veröffentlichung der App sowie der Erstellung zweier erster Datafeeds (Preishistorie und Slack-Sentimentanalyse) geplant. Bis in das Jahr 2018 sollen über 200 Datafeeds, diverse Informationskanäle und verschiedene Sentiment-Tracker in die Plattform integriert werden.

ICO

 

santiment ico verteilungAm 04.07.2017 startet Santiment den Verkauf 54% der kompletten Token des Netzwerks in einem ICO. 18% der Token wurden bereits im Februar im Presale verkauft und 18% behält das Team ein. Die restlichen 10% verteilen sich auf Network Rewards (also Ausschüttungen bestimmte Teilnehmer im Santiment Netzwerk) und Berater/Partner. Somit werden insgesamt 72% aller Token öffentlich ausgeschüttet, was im vergleich zu anderen aktuellen ICOs ein vergleichsweise hoher Wert ist.

SAN ist ein Ethereum-Token, der folglich über einen Smart Contract zum Preis 1 ETH = 1000 SAN verkauft wird. Hierbei ist ein minimales Cap von 15.000 ETH und ein maximales Cap von 45.000 ETH festgelegt. Aktuell entspricht das MaxCap somit etwa $15,2 Millionen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen ICO-Mania at Santiment einen dreistufigen Plan für den Verkauf der Token geplant. So soll effektiv ausgeschlossen werden, dass einzelne Investoren sehr große Positionen kaufen und eine unvorteilhafte Distribution auftritt (wie es beispielsweise beim BAT ICO der Fall war). In der ersten Stufe können Mitglieder der Santiment Community einen Teil des ICOs kaufen. Hierzu müssen sie sich auf eine Whitelist eintragen und einen minimalen und einen maximalen Betrag ihres Investments angeben. Am Whitelisting-Prozess kann aktuell noch jeder partizipieren. Hierzu muss man Mitglied im Santiment Slack (Link) sein und den santiment Newsletter abonniert haben (Link). Mittels dieser Informationen kann man sich dann eintragen. Die zweite Stufe des ICO (25-35% des Crowdsales) wird über den Cofound.it Priority Pass abgewickelt. Cofound.it hat vor kurzem selbst einen ICO durchgeführt und versteht sich als Plattform für Blockchain Venture Capital. Im dritten Schritt wird der Crowdsale dann vollkommen für alle Teilnehmer geöffnet.

Einschätzung

Kryptomärkte erfreuen sich aktuell einem so hohen Wachstum, dass einzelne Exchanges am absoluten Limit ihrer Kapazitäten operieren und nicht mehr mal weitere Coins adden können. Meiner Einschätzung nach ergibt sich für Santiment schon jetzt ein sehr großer Kundenstamm, welcher ohne Probleme die langfristige Profitabilität des Netzwerks gewährleisten kann. Dies ist allerdings selbstverständlich klar abhängig von der Güte der angebotenen Informationen. Tatsächlich existieren diverse Nischenanbieter, die einzelne Aspekte der Santiment Produkte abdecken, allerdings fehlt ein übergreifender Anbieter. Meiner Meinung nach bietet das Projekt eine äußerst vielversprechende Chance frühzeitigen Zugriff auf eine überlegene Informationsgrundlage zu gewinnen. Sobald der tatsächliche Mehrwert der Plattform der breiten Masse klar wird, wird zu einem Netzwerkeffekt kommen und mehr und mehr Nutzer werden die Produkte aufrufen und selbst Produkte generieren. Hierdurch werden die vorliegenden Daten zunehmends besser, wodurch wiederum weitere Nutzer gewonnen werden. Da Datenzugriff über Staken der Token erzeugt wird, führt eine höhere Nutzung des Netzwerks zu einer zunehmenden Knappheit von SAN – und folglich einem steigenden Wert der Token.

Als Alpha-Tester der App und nach diversen persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Mitgliedern des Santiment Teams bin ich der vollen Überzeugung, dass sie die gesetzten Ziele erreichen können.

Sehr angenehm finde ich, dass Santiment einen “normalen” ICO ohne Unwägbarkeiten durchführt. So gibt es kein Hidden Cap wie bei Projekten wie Status oder Bancor, sondern die maximale Funding-Höhe ist mit 45.000 ETH klar. Das Cap entspricht einer geeigneten Höhe, sodass das Santiment-Team wachsen kann, das Produkt entwickelt werden kann und zeitgleich noch viel Raum für Wachstum besteht. Hier ist ein Multiplikator von x2-x3 absolut vorstellbar, allerdings sind auch deutlich höhere Zuwächse denkbar.

Zusammengefasst halte ich Santiment für ein äußerst vielversprechendes Projekt, dessen geplanten Produkte ich aktuell klar vermisse. Mit zunehmenden Nutzerzahlen wird immer mehr Supply zwecks Staking weggeschlossen, wodurch es durchaus lohnend sein könnte, dieses frühzeitig zu erwerben.

 

Disclaimer: Der Autor arbeitet mit Santiment in beratender Tätigkeit zusammen (Link) und ist selbst in oben genannte Kryptowährungen investiert.

Bancor ICO im Detail: Maßgeschneiderte Token für jedermann

In vier Tagen (12.06.2017) steht der Bancor ICO an. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um ein sehr vielversprechendes Projekt, weshalb ich das Projekt, die Investmentkonditionen und meine persönliche Meinung vorstellen will.

Bancor

Bancor ist eine Plattform auf der Ethereum Blockchain, die es ermöglicht “Smart Tokens” zu erstellen, die durch eine oder mehrere zugrundeliegende Reservewährungen (wie beispielsweise Ethereum und den “hauseigenen” Bancor Token, BGT) besichert werden. Ethereum und Bancor wird in einem Smart Contract eingefroren und Anwender können eine beliebige Konversionsrate wählen. Hier ein simples Beispiel:

  • Ich verfüge eine Konversionsrate von 0,001 ETH und 1 BGT pro AST (AltcoinSpekulantToken) in den Smart Contract und transferiere 10 ETH und 10.000 BGT dorthin.
  • Der Smart Contract erstellt 10.000 neue AST und schickt mir diese zu.
  • Andere Personen können nun ebenfalls ETH und BGT an the Contract schicken und im Gegenzug AST erhalten.
  • Ich schicke 5.000 AST an den Smart Contract und erhalte im Gegenzug wieder 5 ETH und 5.000 BGT ausgeschüttet.

Somit erstellt Bancor einen Service für eine Art Zentralbank-Smart-Contract, bei dem die vorliegende Geldpolitik immer klar vorhersehbar und unveränderlich ist. Dies ermöglicht diverse Anwendungsfälle, die es in dieser Form aktuell noch nicht gibt.

bij

 

Use Case ETF:

Mit Bancor kann eine Art Blockchain-ETF erstellt werden, der diverse (auf Ethereum-basierende) Tokens als Basiswährungen nutzt. So kann man beispielsweise einen Token erstellen, der als zugrundeliegenden Wert genau 50% GNT (Golem) und 50% MLN (Melon) besitzt. Dies lässt sich beliebig erweitern, sodass ein einzelner Bancor Token ein Portfolio von einer Vielzahl von ERC20 Token (ERC20 ist der Ethereum Standard-Token, den alle Projekte nutzen) entsprechen kann. Ein solcher Portfolio-Token kann auf Kryptobörsen gehandelt werden, so dass Anleger direkt mittels Bitcoin, Euro oder Dollar ein diversifiziertes Kryptoportfolio in Form eines einzigen Tokens erwerben können.

Weitere Use Cases: Crowdfunding, Lokalwährungen & Exchange:

Weitere Anwendungsfälle umfassen die Finanzierung von Unternehmen in Form von Crowdfunding, den dezentralen Tausch von Token oder die Generierung von komplementären Währungen für spezielle Zwecke wie Kundenbindung. So können mittels des Bancor Protokolls Währungen oder Token für bestimmte Zwecke erstellt werden, die einen tatsächlichen Gegenwert haben und einfach nach Nutzung wieder zurückgetauscht werden können. Spannend ist außerdem, dass Reserven auch eingezahlt werden können, ohne dass Smart Tokens ausgeschüttet werden. Beim Anwendungsfalls des Tauschs von Tokens kann im Smart Contract eine Gebühr verankert werden. Wann immer ich dieses Contract nutze um beispielsweise Augur gegen Gnosis zu tauschen zahle ich eine bestimmte Gebühr (bspw. 0,01%, also günstiger als auf Kryptobörsen). Diese Gebühr wird der zugrundeliegenden Reserve hinzugefügt, sodass sich der Wert aller dieser Smart Tokens erhöht. Streng genommen handelt es sich dann um eine dezentrale Kryptobörse, bei der Halter von Smart Tokens sämtliche Gebühren erhalten.

chatbot

Token und/oder Crowdsale mittels Chatbot: Chatbots dürften vielen Lesern ja beispielsweise durch das Byteball Wallet bereits bekannt sein. Falls ordentlich implementiert, halte ich Chatbots für tolle Features. Bancor gestaltet ihr Produkt so, dass Anwender ohne technische Kenntnisse mittels eines Chatbots Smart Token erstellen können. Eine solche Anwenderfreundlichkeit halte ich für sehr vorteilhaft. Theoretisch könnte man Bancor Token in Zukunft auf jeder Internetplattform, jeder Mensa und jedem Volksfest sehen. Neben Telegram, WeChat und Status.IM wird ein Chatbot im Facebook Messenger unterstützt.

Im Rahmen ihrer Bountykampagne präsentiert Bancor aktuell das Potential ihres Produktes. Interessierte Personen können sich für die Kampagne anmelden und bekommen für entsprechende Leistungen spezielle Ethereum-Token. So könnten Individuen, die Bugs in der Bancor Software finden ECoins (BNCECO) Tokens erhalten. Nach Ablauf des ICOs und darüber hinaus können Teilnehmer des Bug Bounties ihre Token gegen Bancor Token eintauschen. Insgesamt existieren fünf verschiedene Bountytoken für verschiedene Kampagnen.

bancor network tokenDer Bancor Network Token (BGT) wird eine einzige Reserve in Form von Ethereum (aus Teilen des ICOs) als Liquiditätsreserve in dem (Haupt-) Smart Contract verankern. Hierdurch wird ein intrinsischer Wert des Tokens sichergestellt. Als Besitzer von BGT besitzt man somit jederzeit die Option seine Token wieder gegen ETH umzutauschen. Smart Token nutzen dann BGT als (eine der theoretisch vielen) Reserven und verbinden sich dadurch mit dem Bancor Netzwerk. Hierdurch entsteht eine Finanzstruktur, durch die mit höherer Nutzung des Netzwerks der entsprechende Bedarf nach BGT steigt. Somit führt eine höhere Nutzung des Bancor Protokolls zu einem steigenden Tokenpreis. Interessant ist auch, dass mit einem steigenden Preis des Bancor Tokens automatisch alle mit Bancor generierten Währungen im Preis steigen, da diese ja zumindest einen Teil BGT als Reserve halten.

Initial Coin Offering

Bancor nutzt Bitcoin Suisse als Möglichkeit des Presales. Hier können Investoren sich mit Fiatwährungen wie Euro vor Start des ICOs einkaufen. Die Konditionen entsprechen denen des normalen ICOs abzüglich einer statischen Gebühr in Höhe von 100 CHF und einer variablen Gebühr von bis zu 1,5%. Aufgrund der Gebühren ergibt diese Art der Partizipation nur unter bestimmten Voraussetzungen (wie Zeitmangel oder hohen Summen) Sinn. Sobald der ICO startet, werden diese vorab erworbenen Funds (maximal 20.000 ETH Wert) dem regulären ICO hinzugefügt.

Am 12.06.2017 startet Bancor seinen eigentlichen ICO. Der prinzipielle Ablauf sieht vor, dass Teilnehmer ETH an einen Smart Contract senden und im Gegenzug BGT erhalten. Allerdings sollte man einen genauen Blick auf die ICO-Bedingungen werfen, da hier einige Besonderheiten vorliegen:

bancor ico verteilung

Im eigentlichen Tokensale werden nur die Hälfte aller existenten Token Investoren zum Verkauf angeboten. Das ist ein vergleichsweise geringer Wert, vor dem Hintergrund des Overfundings anderer ICOs, wie beispielsweise BAT oder Gnosis, aber nicht verwunderlich. Wieso mehr abgeben als notwendig? Insgesamt bekommt das Team, Berater und Gründer 10% und werden weitere 20% als Operating Budget in einer Foundation halten. Partner und die Bounty-Kampagne verbuchen 20%.

Zur maximalen Funding-Höhe ist nur bekannt, dass es ein Hidden Cap gibt, welches offengelegt wird, sobald 80% dieses Caps erreicht wurde. Zusätzlich ist diese Beschränkung innerhalb der ersten Stunde des ICOs deaktiviert, sodass dort das Cap überschritten werden könnte und der ICO folglich nach einer Stunde beendet würde. Diese Regelung soll sicherstellen, dass ein Szenario wie beim BAT ausgeschlossen werden kann und jeder interessierte Investor auch investieren kann. So ist leider vollkommen unklar, ob Bancor gerne 20, 50 oder 100 Mio. Dollar einnehmen möchte. Die maximale Laufzeit des ICOs beträgt 14 Tage und gegen Zahlungen von einem ETH erhalten Teilnehmer 100 BNT.

Einschätzung

Bancor stellt meiner Meinung nach eine sehr gute Idee und ein vielversprechendes Projekt dar. Unter “normalen” ICO-Konditionen würde ich daher augenblicklich zu einem Investment raten. Leider stellen die Distribution, das Hidden Cap und die einstündige Aufhebung des Caps Probleme dar.

Es ist aus Investorensicht unglücklich zu wissen, dass die Hälfte aller Token in Händen der Entwickler, Partner oder ähnlichen Stellen sind. Auch wenn diese Funds gevested sind (sie können erst ab einem bestimmten Zeitpunkt oder zu bestimmten Konditionen ausgezahlt und/oder verkauft werden) besteht für einen langfristig denkenden ICO-Teilnehmer die Gefahr, dass eine dieser Parteien große Anteile verkauft und somit den Preis drückt.

Beim BAT ICO vor einigen Tagen konnte man die riesige Nachfrage nach guten ICOs sehen: Investoren versuchten insgesamt 836.123 ETH (*$262 = $219 Mio.) in den ICO einzuzahlen und es gelang nur sehr wenigen Investoren innerhalb weniger Sekunden erfolgreich daran teilzunehmen. Crypto-Investoren haben im letzten Jahr sehr viel Geld verdient und suchen nun nach Möglichkeiten dieses Geld unterzubringen. Es erscheint daher möglich, dass innerhalb der ersten Stunde das Hidden Cap (wo auch immer es liegt) bei weitem überschritten wird und Bancor eine Summe von $100 Mio. einsammelt. Ein so hohes Funding birgt die Gefahr, dass sehr hohes Wachstum kaum noch möglich ist. So wäre von Anfang an halbwegs klar, dass Bancor niemals eine Rendite wie Ethereum oder Iota erbringen kann. Diese Aussage ist allerdings nicht wirklich relevant, da man bei einem ICO natürlich insgeheim auf IOTA-ähnliche Renditen hofft, letztendlich und langfristig aber mit einem “bescheidenen” mal-2 bis mal-3 hochzufrieden ist und auch sein sollte. In Kryptomärkten haben wir aktuell den angenehmen Zustand in Multiples und nicht in Prozentwerten zu denken. Dieses mal-2 bis mal-3 Potential sehe ich bei Bancor, da die Anwendungsfälle des Bancor Protokolls gut sind und meiner Meinung nach auch nachgefragt werden.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).