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Exklusiv: Das Pre-ICO von Modum!–Ein Gastbeitrag von Markus Bohl

Heute findet eine exklusive Premiere beim Altcoinspekulant statt. Etwas, was es in dieser Form noch niemals auf diesem Blog gegeben hat: Die exklusive Ankündigung eines Pre-ICO mit sattem Rabatt auf den Ausgabepreis und einer äußerst geringen Zeichnungssumme. Also genau die Faktoren welche ein Pre-ICO im Verhältnis zu einem späteren ICO umso interessanter machen! Genau diese Chance hat mich dazu bewogen noch einen letzten Beitrag hier zu verfassen. Es geht um das Pre-ICO von Modum. Bei Modum handelt es sich um ein Schweizer Start-Up mit Sitz in Zürich. Modum wurde zwar erst im Jahr 2016 gegründet hat aber bereits einen Blitzstart hingelegt und wurde beim Schweizer Förderprogramm „Kickstart Accelerator“ mit dem ersten Preis in der Kategorie „Future & Emerging Technologies“ ausgezeichnet und hat bereits bezahlte Pilotprojekte mit grossen Playern im Schweizer Markt erfolgreich abgeschlossen.

Das Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik der Universität Zürich eine technische Lösung entwickelt, um die Temperatur beim Transport von Medikamenten zu überwachen. Dabei wird ein Sensor in das Medikamentenpaket beigelegt und zeichnet die Temperatur während des Transports auf. Beim Empfänger werden die Daten des Sensors dann ausgelesen und direkt an die Ethereum Blockchain übermittelt und darin gespeichert. Damit sind sie fälschungssicher und nachträglich nicht mehr veränderbar. Diese Technologie soll Kostenersparnisse von bis zu 50% ermöglichen, da bei einem Einsatz der üblichen Kühltransporter auch Medikamente gekühlt werden, bei denen dies nicht zwingend notwendig wäre. Dies hängt mit regulatorischen Vorgaben zusammen, die eine Temperaturüberwachung für sämtliche Medikamente vorsieht, auch für Temperatur-unempfindliche. Solche Medikamente könnten dann in der Zukunft schlicht per Postpaket inklusive eines Sensors verschickt werden, was eine erhebliche Kosteneinsparung bedeuten würde. Die Hardware ist kurz vor der Serienreife und soll bereits im August voll funktional vorliegen. Zu diesem Zeitpunkt kommt evtl. auch ein Deal mit der Schweizer Post zustande, welche mit dem Einsatz von Modum-Sensoren viele zusätzliche Paketkunden zusätzlich gewinnen könnte. Also eine Win-Win-Situation. Für die Zukunft sind weitere Sensoren und Anwendungsgebiete geplant. So könnten die Sensoren auch bei Lebensmittellieferungen zum Einsatz kommen. Oder lichtempfindliche Sensoren, welche feststellen können, ob das Paket während des Versands geöffnet worden ist. Oder Erschütterungssensoren, welcher fragilen Transportgütern wie Glas oder Flatscreen-Monitoren beigelegt werden. Es gibt bereits vielfache Ideen für eine Weiterentwicklung mit verschiedensten Anwendungsgebieten.

modum idee

Kommen wir zu den Details des ICOs: Zunächst findet das Pre-ICO statt. Dabei werden maximal 2.1 Millionen der 30 Millionen Token angeboten. Der Rabatt liegt dabei bei 50% auf den Ausgabepreis von USD 1.00. Beim Pre-ICO kann also eine Gesamtsumme von maximal USD 1.05 Millionen investiert werden. Die Tokens geben den Investoren das Recht, am Gewinn von modum.io zu partizipieren, indem Zahlungen in Höhe der beschlossenen Dividenden an die Tokenholder ausgeschüttet werden. Das Pre-ICO dient in erster Linie dazu, die Kosten für das ICO abzudecken und fällt deshalb nicht besonders groß aus. Ist das Pre-ICO überzeichnet, fallen die Investoren in die jeweils vorgesehenen Bonustöpfe des ICO, mit etwas tieferen Bonis, was selbstverständlich dann auch klar angezeigt wird. Das offizielle ICO soll im September stattfinden. Dabei werden nochmals bis zu 18 Millionen Token angeboten. Sollten hier nicht alle Token verkauft werden können, werden die überzähligen Anteile konsequent ausgebucht/verbrannt. Es bleiben 10 Millionen Token übrig. Hier kommt eine weitere interessante Besonderheit bei Modum ins Spiel: Diese fließen nicht einfach den Modum-Eigentümern zu, sondern sie müssen sich die Token über erreichte Milestones Stück für Stück verdienen. Das spannende dabei ist, dass die Token-Halter selbst über das Erreichen dieser Milestones abstimmen werden. Nur wenn die Mehrheit zustimmt, werden die Token Stück für Stück freigeben. Eine hervorragende Idee auch die Community aktiv zu halten und auch ein Beweis dafür, dass es das Modum-Team ernst meint der Weiterentwicklung. Wenn Sie nicht liefern und die Community nicht überzeugt werden kann, dann fällt auch ihr Anteil an Modum-Token viel kleiner aus. Ein Mechanismus den man sich für jedes ICO gerne wünschen würde.

Neben der Weiterentwicklung verschiedenster Sensoren je nach Anwendungsbereich ist Modum auch anderen Crypto-Protokollen gegenüber offen. So sind bereits die Meilensteine definiert, dass in der Zukunft auch IOTA, Tezos oder ein anderes Protokoll für die Anbindung der Sensoren genutzt werden können. Das Team will sich nicht auf Jahre hinweg an Ethereum binden und ist hier flexibel.

Fazit: Modum bietet ein sehr gutes Gesamtpaket. Das Team hat in kurzer Zeit sehr viel erreicht und bietet sehr gute Zukunftsperspektiven. Modum nutzt die Blockchain auf sinnvolle Art und Weise und ist nicht irgendein ERC 20-Apptoken. Die Firma hat in ihrem einjährigen Bestehen schon ein bemerkenswertes Tempo vorgelegt und es deutet vieles darauf hin, dass die nächsten Jahre äußerst erfolgreich werden können.

Die Nachfrage nach dem Pre-ICO wird das Angebot bei Weitem übersteigen. Das Altcoinspekulant-Team muss deshalb zu besonderen Mitteln greifen um das Community-Building zu ermöglichen: Interessenten können sich zwar ab dem 8. August unter https://modum.io/tokensale für den Pre-ICO mit Ihrer E-Mail Adresse anmelden und das Whitepaper und weitere Informationen bekommen, die Möglichkeit des Investierens bekommen allerdings nur vorab ausgewählte wichtige Multiplikatoren der Crypto-Community. Es steht eben nur eine beschränkte Anzahl von Tokens im Pre-ICO zur Verfügung und diese müssen sinnvoll im Hinblick auf das zukünftige Community-Building verteilt werden. Modum bittet um Verständnis für diese restriktive Vorgehensweise. Aber nur so lässt sich vermeiden, dass sich wenige „ICO-Flipper“ ohne langfristiges Interesse einen Großteil der Token nur unter spekulativen Gesichtspunkten sichern. Und ab September dann steht das „große“ ICO allen Investoren ohne Einschränkung offen. Wer also jetzt leer ausgeht hat bereits in wenigen Wochen eine erneute Chance!

-Markus Bohl

Disclaimer: Hinweis auf Interessenkonflikt – Der Autor wird selbst in das Modum Pre-ICO investieren.

Nametoken-Das dezentrale Domain-Ökosystem

Inmitten einer schwierigen Phase des ICO-Marktes wagt Nametoken die ersten Schritte. Warum ich das Projekt trotz der aktuellen Lage interessant finde, erkläre ich in diesem Post.

Was ist das Projekt Nametoken?

Nametoken ist ein Projekt, dass sich rund um einen gigantischen, stetig wachsenden Markt dreht: den Markt der Internet Domains.

Domain Markt.jpg
Quelle: denic.de

Einzelne Teammitglieder von Nametoken haben dabei schon in der Vergangenheit erfolgreich mit Domains gehandelt und wollen dies nun skaliert und professionell auf Basis der Blockchaintechnologie fortführen. Hierzu will Nametoken einen Online-Handelsplatz für Domains mit Hilfe von Ethereum aufbauen. Der Kauf, Verkauf sowie viele weitere Features werden dabei über Smart Contracts abgewickelt. Im Verhältnis zu herkömmlichen Handelsplätzen können so eine Menge Gebühren eingespart werden. Sämtliche Aktionen wären somit billiger und auch noch transparent auf der Blockchain nachvollziehbar.

Das Initial Coin Offering von Nametoken startet heute und soll maximal 18000 Bitcoin bis zum 30. September über verschiedene Bonusstufen einbringen. Besonders dabei ist, dass 90% aller Token an die Investoren ausgeschüttet werden, und nur 7% für das Team und 3% für   Legal/Advisory zurückbleiben. Nicht verkaufte Token werden am Ende des ICO für Belohnungen im Markt verwendet.  Außerdem soll das Token deflationär sein (Gegenteil von inflationär), d.h mit 50% der erzielten Gewinne des Projekts sollen Token aufgekauft und „vernichtet“ werden, um so den Preis der verbleibenden Token zu steigern. Die Allokation der eingesammelten Bitcoin wird dabei wie folgt aussehen:

Nametoken Distribution.jpg

Demnach würde Nametoken nicht nur einen Handelsplatz erstellen, sondern zugleich auch selbst in vielversprechende Domains investieren. Wie bereits erwähnt werden hier 50% vom Gewinn für den Kauf von Token verwendet, der Rest wird reinvestiert. Um das Projekt und seine Ziele im Detail zu verstehen, war Jens Peterssen (Mitgründer und CEO neben Frank Menze, dem Gründer von Druckerpatronen.de) so freundlich mir einige Fragen zu beantworten.

jenspeterssen

Hi Jens, danke dass du dir die Zeit nimmst meine Fragen bezüglich Nametoken zu beantworten. Im Vorfeld habe ich das Projekt schon grob umrissen, jetzt soll es ein bisschen mehr ins Detail gehen. Zunächst einmal: Wie kam es zu der Idee hinter Nametoken und den ersten Schritten?

Die Idee hinter Nametoken ist bereits in den letzten Jahren gereift. Durch unser Kerngeschäft, dem Domainhandel, hielten wir es schon immer für sinnvoll, eine eigene Domain Plattform auf die Beine zu stellen. Für unser Domainportfolio haben wir bereits einige Algorithmen, die uns bei der Suche nach potenziellen Domaininteressenten helfen, programmiert.

Dadurch, dass wir seit einiger Zeit selbst in Cryptowährungen investieren (Bitcoin, Altcoins sowie ICOs), fanden wir es eine gute Idee, diese beiden Dinge zu kombinieren.

Laut euren Angaben wollt ihr 18000 BTC (ohne Berücksichtigung der Boni) mit eurem ICO einsammeln. Das ist für ein Start-Up sehr viel Geld. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

JP: Ohne die nötigen Strukturen kann man kein vernünftiges Projekt im Bereich Domains auf die Beine stellen. Alleine die Entwicklungs- sowie Marketingkosten sind immens. Heutzutage gibt es nach wie vor lediglich Sedo als seriöse Domainhandelsplattform. Andere kleinere Plattformen sind entweder an der Umsetzung oder am Marketing gescheitert. Wir möchten diesen Fehler nicht machen.

Weiterhin möchten wir unsere Expertise als Domain Broker dazu nutzen, über Nametoken attraktive Domains zu kaufen und wieder zu verkaufen. Dieses Business betreiben wir nun schon seit über 20 Jahren mit großem Erfolg. Der ICO würde uns die Möglichkeit geben, dieses Business zu skalieren – von dem Erlös werden die Nutzer von Nametoken ebenfalls profitieren.

Neben der Akquirierung von Domains und deren Verkauf ist auch die Entwicklung eines Dezentralen Domain-Marktplatzes geplant. Inwieweit wird sich dieser aufgrund der Dezentralität von herkömmlichen Anbietern unterscheiden und wie groß sind hier die Einsparungen hinsichtlich Gebühren?

JP: Er wird sich immens von anderen unterscheiden. Zum Einen arbeiten wir bereits mit automatisierten Methoden, um Domains besser vermarkten zu können. Durch Nametoken wird dieser Algorithmus noch viel weiter verfeinert. So möchten wir unsere User einbinden, um Domains besser bewerten zu können. Die User können „spielerisch“ (Stichwort „Tinder for Domains“) mit Hilfe unserer App Domains bewerten, Daten pflegen und vieles mehr. Für diese Nutzung werden sie Nametokens erwirtschaften können. Somit können unsere bestehenden Algorithmen in Verbindung mit User Generated Big Data dafür sorgen, dass Domainverkäufer den perfekten Käufer finden können. Das Ganze ist einzigartig. Es ist noch nie Jemandem gelungen, eine Domainplattform zu starten, bei dem der Nutzer nahezu perfekte Ergebnisse erhält. Derzeit ist es ja meist so, dass man bei Millionen von eingestellten und nicht verschlagwortenden Domains den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Auch im Hinblick auf Gebühren werden wir deutlich günstiger sein. Während man auf herkömmlichen Plattformen für einen Domaintransfer bis zu 15% Gebühren zahlen muss, können wir alles über Smart Contracts erheblich vereinfachen, so dass wir am Ende bei ca. 1% Gebühr landen werden.

Werdet ihr neben herkömmlichen Domains auch in .eth Domains investieren?

JP: Die ganzen neuen Endungen sollte man erst einmal vorsichtig genießen. Es gibt Endungen, wie zum Beispiel .shop, die haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Welche von den anderen neuen Endungen, wozu auch .eth gehören wird, interessant sein werden, wird sich erst noch zeigen. Unser Gespür hat uns hier bisher immer geholfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Als Nutzer soll man für die Registrierung, den Kauf und vieles mehr von Domains NAT Token erhalten. Woher kommen diese?

JP: Diese NAT Tokens werden hauptsächlich aus den erzielten Gebühren vergütet.

Weiterhin soll euer bewährter Domain-Bewertungs-Algorithmus mit Daten von Benutzern gepaart werden. Kannst du mir mehr darüber verraten?

JP: Auf die meisten Punkte bin ich bereits vorher eingegangen. Zu viel möchte ich noch nicht Preis geben. Erste Tests zeigen allerdings schon: Das Ganze funktioniert und wird Domainhändlern eine Menge Spass bereiten!

Zu guter Letzt: Welche Risiken und Chancen siehst du in den kommenden Monaten, und wo siehst du Nametoken in einem Jahr?

JP: Die Risiken befinden wir für sehr Überschaubar. Auf Grund unserer Expertise und Erfolgen der Vergangenheit können wir den Domainmarkt und die Chancen sehr gut einschätzen.

Wir sind sehr Überzeugt von unserem Projekt, so dass ich hier vielmehr die Chancen sehe. Der Domainmarkt wächst von Jahr zu Jahr. Immer mehr Firmen drängen ins Netz. Und ohne eine vernünftige Domain hat man kaum eine Chance, dort zu bestehen. Dies wird den Wert von Domains weiter steigern.

Wie sagte Bill Gates schon in den Neunzigern? „Domains have and will continue to go up in value faster than any other commodity ever known to man.“ Der Nametoken wird in einem Jahr an vielen Exchanges vertreten sein. Spätestens in einem Jahr wird auch unser Domainmarktplatz online gehen.

Persönliche Einschätzung

Insgesamt möchte ich abschließend sagen, dass das Team sowie der Use-Case hinter Nametoken für mich, trotz hoher Zielsetzungen, positiv aussieht. Allerdings muss man in der aktuellen Marktlage aufpassen, zu welchem Zeitpunkt man investiert, da aktuell die meisten ICOs aufgrund ihres hohen Caps nach der ICO unter dem ICO-Preis gehandelt werden (sollte man keine Boni in dem ICO bekommen haben). Eine Mögliche Lösung ist hier die Hälfte seines geplanten Investments im Zeitraum des 50% Bonusses zu tätigen und die andere Hälfte nach dem Ende des ICO. Weiterhin sollte man genau beobachten, wie viele Token in dem ICO letztendlich verkauft worden sind und wie groß der hieraus resultierende Reward-Pool ist. Anders als bei anderen ICOs muss hier aber auch darauf vertraut werden, dass die Investitionen des Teams in Domains lohnen sind, da sowohl ein großer Teil der Gelder hier verwendet wird, als auch die Deflation des Tokens hiervon abhängt.

-Lukas Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Investment vs. Spekulation vs. Spiel anhand des Beispiels Minereum (MNE)

In diesem Post möchte ich auf die Unterschiede von Spekulant und Investor eingehen, sowie die aktuelle Marktsituation erklären und anhand dessen das Projekt Minereum analysieren.

Investor vs. Spekulant vs. Spieler

Ein Investment liegt immer dann vor, wenn nach einer gründlichen Analyse in erster Linie Sicherheit und erst im Anschluß daran eine zufriedenstellende Rendite steht. – Benjamin Graham 

Verwendet man Grahams Sichtweise kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass der gesamte Krypto Markt kein Investment darstellt, sondern höchstens Spekulation. Dies ist der Fall durch das vergleichsweise geringe Alter des Markts und die vielen (teilweise unvorhergesehenen) Gefahren für diesen. Während Graham eine vergleichsweise negative Meinung über den Spekulanten hat (mit Spekulation verdient man langfristig kein Geld) und sich auf die Analyse des Investors fokussiert, unterscheidet der Börsenguru André Kostolany zusätzlich zwischen Spekulanten und Spielern. Die erstere Gruppe macht sich Gedanken um ihre spekulative Anlage und hat zuvor den Markt analysiert. Die Spieler hingegen spielen wortwörtlich mit ihrem Geld und informieren sich nicht, bevor sie eine Anlage tätigen. Ein weiterer Unterschied ist das Durchhaltevermögen und der Umgang mit Emotionen. Der Spieler neigt zu „Panic-Sells“ und lässt sich vom Markt leicht beeinflussen, wohingegen der Spekulant wohl überlegt und mit wenig Emotionen vorgeht.

Die aktuelle Situation

Nach einem sehr langen Bullenmarkt und einem drastischen Anstieg von ICOs und deren eingesammelten Volumina ist der komplette Krypto Markt seit circa einer Woche in einem Abwärtstrend. Es stellt sich die Frage, wie es zu diesen intensiven Bullenmärkten und Abwärtstrends kommen kann. Um diese Frage beantworten zu können muss man zuerst folgendes verstehen: Der Preis (sei es an der Börse oder am Krypto-Markt) wird nur direkt durch die Nachfrage beeinflusst. Wird mehr gekauft als verkauft steigt der Preis und umgekehrt. Positive oder negative Nachrichten wirken sich nur dann auf den Preis aus, wenn aufgrund dieser Spekulanten und/oder Spieler zum Kauf oder Verkauf bewegt werden. Nun zum ersten Teil der Frage: Wie konnte es zu so einem gigantischen Bullenmarkt kommen, der zu enormen Gewinnen bei nahezu jeder Coin führte?

Ein Hauptgrund hierfür ist sicherlich der konstante Zufluss an Spekulanten, die Kryptowährungen „entdeckt“ haben und so für eine steigende Nachfrage (und somit einen steigenden Preis) nach Bitcoin erzeugt haben. Hier kommt nun die Psychologie der bereits im Markt vorhandenen Spieler (aus denen der Krypto Markt hauptsächlich besteht) ins Spiel. Diese bemerken, dass der Bitcoin Kurs steigt und kaufen nun auch mehr Bitcoin, da sie davon ausgehen sich in einer starken Aufwärtsbewegung zu befinden. Dieser Effekt verstärkt sich natürlich mit steigendem Kurs weiter. Wie kommt nun der Anstieg nicht nur von Bitcoin sondern des gesamten Marktes zustande?

Zunächst hängen viele Altcoins von den Kursbewegungen von Bitcoin ab, da die Stimmung der Spieler an Bitcoin gekoppelt ist. Durch die Euphorie des Bitcoin Anstiegs und die meist ausschließlich positive Erfahrung vorangegangener Investments (beispielsweise ICOs) steigt nun die Nachfrage nach Altcoins. Auch hier gibt es den Effekt, dass ein Anstieg an sich sich selbst verstärkt. Am Hochpunkt der Aufwärtsspirale gibt es kaum eine Möglichkeit sein Geld sinnvoll anzulegen, da jede Coin bereits stark angestiegen ist. Zu diesem Zeitpunkt stürzen sich Spieler auf sämtliche Chancen ihr Geld anzulegen, wobei ihnen dabei völlig egal scheint welchen Use-case ein Projekt hat oder bei welchem Preis es steht. Dies führt beispielsweise zu Rekord-ICOs wie wir sie in letzter Zeit häufiger gesehen haben (BAT, Banco, Tezos…). Anleger hoffen dabei, basierend auf den überaus positiven Emotionen, die in der Vergangenheit mit einem ICO verbunden wurden, auf schnelle Gewinne. Dabei wird vernachlässigt, dass vergangene ICOs im wesentlich kleineren Rahmen und mit geringer Reichweite abgehalten wurden. So konnte nach dem ICO der Preis ansteigen. Bei den aktuell aufkommenden Projekten investieren allerdings große Teile des Marktes bereits während der ICO und nicht danach. Hierdurch kommt es zu einer Überbewertung und die Nachfrage (zusammen mit dem Preis) fällt nach dem ICO. Aktuell sollte man also das Ende der ICOs abwarten und später zu günstigeren Preisen ggf. kaufen.

Ist dieser Hochpunkt erreicht und ein Großteil der Coins am Markt überbewertet, reicht schon ein kleines Ereignis um den Markt in einen Abwärtstrend zu stürzen. Im aktuellen Fall ist dies höchstwahrscheinlich die Angst vor einer Bitcoin-Fork gewesen. Die ersten Anleger beginnen nun, durch Emotionen verleitet, (noch) mit Gewinn zu verkaufen. Der Preis allerdings beginnt nun aufgrund eines Überangebotes am Markt zu fallen. Wie auch beim Aufwärtstrend kommt es hier zu einer Verstärkung der Abwärtsbewegung durch das fallen der Kurse an sich: Die Anleger bekommen Angst vor Verlusten und verkaufen sogar teilweise tatsächlich mit Verlust, da sie einen noch tieferen Sturz des Marktes vermuten. Diese Spirale endet in einer Unterbewertung verschiedener Coins zu der Spekulanten wieder zu einem Kauf bereit sind.

Buy-Sell
Ein ganz normaler Tag am spielerdominierten Krypto Markt

Bei diesen Stürzen (aber nicht nur bei diesen, sondern auch langfristig gesehen) verlieren besonders Projekte, die einen schwachen Use-case oder fast keine technologische Weiterentwicklung aufweisen.

Es ist also empfehlenswert zu jeder Zeit zum Kreis der Spekulanten zu gehören und sich Gedanken um jede Geldanlage zu machen. Ansonsten kann es schnell passieren, dass man in Projekte mit schwachem Use-case investiert, die langfristig keine Chance am Markt haben. Zudem ist man ohne die nötigen Nachforschungen viel anfälliger für Panikverkäufe oder emotionsgesteuertes Verhalten. Folgende Fragen können bei der Evaluation eines Projektes helfen:

  • Besitzt der Use-case einen gesellschaftlichen Mehrwert oder stellt das Projekt einen technologischen Fortschritt dar?
  • Bin ich persönlich vom Erfolg des Projektes überzeugt? (Diese Frage darf man nicht unterschätzen. Man selbst muss mit einer Geldanlage leben können, ansonsten ist man anfälliger für Panikverkäufe. Man muss bei einer guten Anlage emotional in der Lage sein einen Bärenmarkt zu überstehen!)
  • Wer steht hinter dem Projekt? Wer sind die Entwickler? Welche Reputation genießen diese?
  • Gibt es fertige und echte Anwendungsfälle (oder mit welcher Wahrscheinlichkeit wird es diese geben)?
  • Ist das Projekt eine Kopie existierender Technologie?

Anhand dieser Erkenntnisse möchte ich nun auf Minereum eingehen.

Was ist Minereum?

Minereum ist ein Token, welches sich über einen Ethereum smart contract eigenständig mined. Das Mining ist dabei an das der Ethereum Blockchain geknüpft. Hierzu wurden zu Beginn Ethereum Adressen (sogenannte Genesis Adressen) auf verschiedenen Foren gesammelt, die nun pro ETH Block je 0.00032 MNE automatisch erhalten. Insgesamt erhält jede der existierenden Genesis Adressen über einen Zeitraum von ca. 47 Jahren 32000 Minereum Coins. Minerum arbeitet daran, einen einfachen Service zur Erstellung von ERC23 und ERC20 Token (>was ist ERC20?) für Jedermann anzubieten. Dieser Service funktioniert bereits für ERC20 tokens und kostet momentan 1 MNE (Minerum). Zusätzlich soll bald eine App entwickelt werden, die basierend auf GPS Koordinaten Minereum verteilt und so möglichst viele neue Nutzer mit der Krypto-Welt vertraut machen soll. Weiterhin sind laut der Roadmap eventuell eine Lotterie sowie ein Minereum Faucet geplant. Momentan sind circa 571.114 MNE im Umlauf, wobei sich der Preis von einem MNE auf etwa $1,3 (mit einem Allzeithoch von extremen $12) beläuft. Minereum wird auf Livecoin, HitBTC und Cryptopia gehandelt.

Analyse von Minereum hinsichtlich einer überlegten Spekulation

Hier möchte ich zunächst auf den Mining Prozess von Minereum eingehen. Dabei stellt sich mir als erstes die Frage, warum Minereum überhaupt „Mining“ benötigt. Es werden hier Token basierend auf ETH Blocks ausgeschüttet, aber genauso gut hätte man einfach sämtliche Token sofort zur Verfügung stellen können, da keine Miner benötigt werden. Das smart contract Mining ist aber laut Minereum Webseite das Alleinstellungsmerkmal. Zudem besteht besteht die Frage, ob Minereum es schaffen kann einen zukunftsträchtigen Use-Case zu etablieren. Das Erstellen von eigenen ERC20/23 Token mit nur einer Minereum Transaktion ist zwar ein nettes Gimmick, kann aber langfristig nicht genug Nachfrage generieren (höchstens Spielerei, da auch hinter den meisten erzeugten Token vermutlich kein Use-case stehen wird). Auch eine Lotterie und die oben erwähnte App bilden noch keinen gut durchdachten real-life Use-Case. Bezüglich des Entwicklers oder des Teams hinter Minereum findet man auf der Webseite nichts. Zusätzlich muss man noch erwähnen, dass die Distribution von Minereum nicht wirklich fair genannt werden kann, da es durchaus Partizipationen mit weit mehr als einer Genesis Adresse gab.

Zusammenfassend stellt Minereum für mich keine überzeugende Geldanlage dar. Der aktuelle Use-case wirkt schwach und dies wird durch die Roadmap nicht genug kompensiert. Dies bedeutet nicht, dass man durch Spielerei nicht doch Gewinne mit MNE machen kann, allerdings schätzte ich das Risiko für eine überlegte Spekulation als zu hoch ein.

Zuletzt noch zwei Buchempfehlungen zum Thema Investition und Spekulation:

-Lukas Fiedler

Coinlend: der benutzerfreundliche Bot für Margin-Lending

Margin Lending stellt eine attraktive Möglichkeit für Langzeitinvestoren dar, mit lagernden Coins oder USD zusätzlich Geld zu verdienen. Dieser Post beschäftigt sich mit dem Grundprinzip Margin Lending und einem Bot, der den lending Vorgang automatisiert.

(Margin) Lending-Was ist das überhaupt?

Lending bedeutet nichts anderes als etwas zu Verleihen. Entsprechend bezogen auf die Krypto-Welt: Bitcoin, Altcoins, oder auch USD zu einem bestimmten Zinssatz zu verleihen. Dazu gibt es verschiedene Seiten, auf denen man als Privatperson an andere Privatperson Kredite vergeben kann. Dies ist für diesen Post aber nicht weiter von Belang. Im Gegensatz zum Lending beschreibt das sogenannte Margin-Lending das verleihen von Coins/USD an Trader, die mit dem geliehenen Geld auf den Anstieg oder den Fall einer Coin wetten. Ersteres wird als Long-Position, letzteres als Short-Position bezeichnet.

Wie funktioniert ein Short/Long?

Ein Beispiel: Ernie denkt, dass das Währungspaar BTC/USD fallen wird. Da Ernie auf den fallenden Preis wetten möchte, leiht er sich auf Poloniex (oder Bitfinex) durch Margin-Lending einen Bitcoin von Frank. Somit ist Ernie nun verpflichtet Frank zu gegebener Zeit in der Zukunft einen Bitcoin plus Zinsen zurückzuzahlen. Ernie verkauft den geliehenen Bitcoin anschließend für 2600USD. Am Tag darauf ist der Bitcoin Preis gefallen und ein Bitcoin kostet nur noch 2200USD. Das sind großartige Neuigkeiten für Ernie, denn er kann jetzt den Bitcoin, den er Frank schuldet, für 2200USD zurückkaufen. Sein Gewinn würde sich somit auf 400USD abzüglich der Zinsen für Frank belaufen. Analog würde ein Long ablaufen, nur dass sich Ernie in diesem Fall USD leihen würde um Bitcoin zu kaufen. Frank ist in diesem Beispiel der Verleiher, der mit seinen auf der Börse lagernden Coins Zinsgewinne erzielt.

Margin Lending: Welche Risiken bestehen beim Verleihen?

Was würde jetzt allerdings passieren, wenn in dem oben genannten Beispiel der BTC/USD Kurs stark ansteigt und Ernie nicht genug Geld hat, um den Bitcoin zurückzuzahlen? Dies ist durch die Börsen gelöst, die Margin-Trading & Lending anbieten (zu den bekanntesten gehören Poloniex und Bitfinex): Möchte man einen Long oder Short eingehen, so haftet man automatisch mit seinen restlichen Coins/USD hierfür. Geht ein Short/Long nach hinten los, so wird dieser zudem automatisch geschlossen, sobald der Verlust die Absicherungsgrenze erreicht. Das Risiko, dass geliehenes Geld nicht zurückgezahlt wird ist also extrem unwahrscheinlich und ist nur dann überhaupt möglich, wenn der automatisierte Prozess, der den Verlust mit der verfügbaren Sicherheit vergleicht, überlastet und somit „verspätet“ ist (ein solcher Fall ist mir bis heute nicht bekannt geworden und ist äußerst unwahrscheinlich). Ein tatsächliches Risiko hingegen stellt die Börse an sich sowie der komplette Krypto-Markt dar. Während das Risiko des Zusammenbruchs des kompletten Krypto-Markts ein eher geringes Risiko darstellt, kann die Börse auf der man Lending betreibt jederzeit gehackt werden. Weiterhin muss man bedenken, dass man nicht einfach aus einem laufendem Verleih „aussteigen“ kann. Die Liquidität ist somit eingeschränkt.

Margin Lending: Welcher Gewinn kann erzielt werden?

Dennoch sind die eben genannten Risiken verglichen mit dem Trading von Altcoins relativ gering. Da die Zinssätze wie auch beim Altcoinhandel durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden, sind diese relativ variabel und bewegen sich circa zwischen 0.02% und 0.04% pro Tag. Auch wenn das erstmal gering klingt, summiert sich das über ein Jahr zu 7-10% auf, was teilweise sogar besser ist als sein Geld am Aktienmarkt anzulegen. Hier sei angemerkt, dass die Börsen einen Betrag von 15% des Gewinns für sich behalten. Um mit dem Verleihen zu beginnen, muss man zunächst die zu Verleihenden Coins auf das Lending Wallet des Börsenaccounts bewegen. Anschließend kann man manuell beginnen damit Coins zu verleihen, langfristig ist dies aber zu viel Aufwand, weshalb ich an dieser Stelle den Coinlend Bot vorstellen möchte.

coinlend zinsen
Aktuelle Zinnsätze pro Jahr bei gleichbleibenden Zinnsätzen pro Tag

Der Coinlend Bot

Anstatt seine Lendings manuell zu verwalten kann man diese durch die Börsen API und einen Bot automatisch gestalten lassen. Dies verursacht wesentlich weniger Arbeit und garantiert, dass seine Coins durchgängig verliehen sind. Hierzu gibt es verschiedene open source Optionen, die allerdings für Einsteiger nicht besonders geeignet sind. An dieser Stelle kommt Coinlend ins Spiel. Coinlend ist ein kleines, über Deutschland verteiltes Entwicklerteam, welches einen Bot speziell für Margin Lending auf Poloniex und Bitfinex entwickelt hat. Um den Bot zu verwenden, muss man sich lediglich einen Account auf www.coinlend.de erstellen und die entsprechende API Schnittstelle der Börse mit diesem verlinken. Der Bot ist zwar nicht Open Source, hat aber meiner Meinung nach ein paar bestechende Features, die ihn für Einsteiger äußerst geeignet machen:

  • Der Bot verleiht automatisch nach dem besten Zinssatz. Jeder Verleih kann durch Feedback bewertet werden, durch das sich der Algorithmus des Bot verbessert
  • Einfaches und verständliches User Interface, gepaart mit guten Tutorials
  • Kein Risiko durch das hinterlegen von API Keys! Diese können so angelegt werden, dass sie keinen Zugriff auf Trading, Funding oder Account Informationen haben. Der Coinlend Bot kann also nur Geld verleihen-niemals mehr!
  • Neben der Fähigkeit einzustellen, welche Coins verliehen werden sollen, kann man auch eine gewünschte Menge reservieren, die nicht verliehen werden soll. Weiterhin gibt es die Option immer nur für maximal 2 Tage zu verleihen.
  • Der Bot ist komplett gratis und wird nur über freiwillige Spenden finanziert

Momentan kann man mit Coinlend lediglich auf Poloniex und Bitfinex verleihen, allerdings ist eine Erweiterung um z.B Quoine geplant. Hier geht es zu den entsprechenden Tutorials zu Poloniex und Bitfinex. Es gilt dabei zu beachten, dass diese jeweils eine Mindestverleihgrenze haben. Die spezifischen Mindestwerte können in der Coinlend FAQ gefunden werden.

Einschätzung

Meiner Meinung nach stellt Margin-Lending eine attraktive, zusätzliche Einnahmequelle für Langzeitinvestoren sowie für Investoren mit niedriger Risikobereitschaft dar. Um hier das Risiko möglichst gering zu halten, rate ich davon ab mit seinem gesamten Portfolio Margin Lending zu betreiben und die für das Lending bereitgestellten Mittel über die verfügbaren Börsen zu verteilen. Zudem halte ich Coinlend für eine sehr gute Option, um Margin Lending automatisiert zu betreiben.

Wichtiges Update: Die entsprechenden Kursgewinne der Coins, die man zum Lending benutzt sind NICHT nach einem Jahr steuerfrei, sondern erst nach 10 Jahren und die Ertraege aus dem Lending werden pauschal mit 25% versteuert. 

-Lukas Fiedler

Tezos: Die sich selbst anpassende Blockchain

Tezos. Jeder, der sich mit Altcoins und ICOs beschäftigt, hat zwangsweise bereits diesen Namen gehört. Nach dem Entwicklungs-Start in 2014 beginnt nun am 1. Juli um 8 Uhr morgens deutscher Zeit das Initial Coin Offering!

Welche Probleme will Tezos lösen?

Folgendes Beispiel wird zur Verdeutlichung der aktuellen Situation in der Krypto-Welt verwendet (Quelle: Tezos Position Paper, Seite 3):

Man stelle sich den Vergleich zwischen Krypto-Währungen und einem Smartphone vor. Alle paar Wochen erscheint ein neues Smartphone auf dem Markt, oft ausgestattet mit neuen Features und neuer Technik. Obwohl Menschen, die ein altes Smartphone besitzen, eventuell neidisch auf diejenigen mit dem neuesten Modell sein können, bedeutet dies nicht, dass die alten Smartphones nicht mehr funktionieren. Was würde sich ändern, wenn nun alte Smartphones nicht mehr mit den neuen Modellen/Designs kompatibel wären? Der Wert eines Smartphones wäre abhängig von den Nutzern genau dieses Modells, viel geringer!

Eine solche Situation haben wir zurzeit betreffend Kryptowährungen. Für jede neue Innovation entsteht zurzeit eine neue Blockchain, es werden kaum bestehende Chains verbessert. Wie auch, wenn die einzigen Möglichkeiten eine Sidechain oder eine Fork sind. Weiterhin wird von Tezos angesprochen, dass in etablierten Proof-of-Work Systemen anstatt der Stakeholder einige große Mining Pools immer mehr Macht bezüglich Netzwerkentscheidungen bekommen/haben.

Wie löst Tezos die angesprochenen Probleme?

Tezos ist eine Blockchain, welche sich verändern kann. Dies wird realisiert, indem Stakeholder mehrheitlich, anhand bestimmter Regeln, für eine Veränderung stimmen.  (Je mehr Token man besitzt, desto mehr Stimmrechte hat man). Diese wurde zuvor in einem Testnetz getestet. Subjekt der Veränderung kann, wortwörtlich, alles sein. Das Wort „alles“ schließt hier sogar die Bedingungen einer Abstimmung und Annahme einer Veränderung mit ein. Weiterhin verwendet Tezos zu Beginn anstatt Proof-of-Work einen „Delegated Proof-of-Stake“ (DPOS) Algorithmus, welcher es jedem Tezos Halter ermöglicht, an der Blockerstellung teilzunehmen (oder einen Delegierten für sich zu bestimmen; je höher dabei der Tezos-Betrag hinter einem Delegierten, desto öfter wird dieser Blöcke erstellen). Aufgrund des Potenzials zur Veränderung ist es allerdings auch möglich, dass in Zukunft dieses System verändert wird, beispielsweise hin zu einem Proof-of-Work Algorithmus oder sogar zu einem zentralisierten Protokoll (die Tezos Foundation vermutet einen Verbleib beim DPOS). Ein besonderes Augenmerk haben die Entwickler bei der Programmierung auf die mathematische Beweisbarkeit des Codes gelegt (mathematische Beweise von Software sind aufwendig, stellen aber sicher, dass sich keine Logik-Fehler im Code befinden). Um die Beweisbarkeit zu vereinfachen wurde Tezos in der Programmiersprache OCaml geschrieben (als Smart Contract Sprache wurde Michelson verwendet).

Smart Contracts? Check. 100% private Transaktionen? Geplant.

Ähnlich wie Ethereum, sind auch in Tezos die Erstellung von Smart-Contracts (ein Stück Code hinter einer Adresse, welcher durch eine Transaktion zu dieser Adresse eine vorbestimmte Aktion durchführt) möglich. Ein Unterschied ist dabei, dass Smart Contracts in Tezos nur eine begrenzte Anzahl an Schritten zur Ausführung zur Verfügung haben (in Ethereum ist diese unbegrenzt, allerdings steigen die Transaktionskosten proportional zur Komplexität). Da die meisten Smart Contracts nicht allzu kompliziert sind, sind in Tezos die Anzahl der Schritte, die pro Transaktion durchgeführt werden können, begrenzt. Dies verhindert laut dem Position-Paper zudem CPU-basierte DDoS Attacken. Als ein zusätzliches Feature sind komplett anonyme Transaktionen, wie zum Beispiel ZCash sie ermöglicht, geplant (nicht umsonst wird der Leiter des ZCash Projekts, Zooko Wilcox, als Berater aufgeführt). Dazu soll zunächst ein spezieller Token auf der Tezos Blockchain eingeführt werden. Dieser würde ZCash Technologie verwenden und wäre 1 zu 1 gegen Tezos eintauschbar. Langfristig ist dieses Feature für die komplette Tezos Blockchain geplant.

Das Tezos Team & die Foundation

Die Tezos Blockchain wird primär von Dynamic Ledger Solutions Inc., einem US basierten Unternehmen entwickelt. Gegründet wurde dieses Unternehmen unter anderem von Kathleen und Arthur Breitman. Weiterhin stehen momentan 10 weitere Core Entwickler hinter Tezos, die hauptsächlich in Paris ansässig sind. Diese werden besonders im Anfangsstadium die Entwicklung und Adaption von Tezos vorantreiben. Das Entwicklerteam kooperiert dabei mit OCamlPro, einer Softwarefirma, die sich auf die Programmiersprache OCaml spezialisiert hat. Die Gründer von Tezos hielten es für sinnvoll, dass die ersten Schritte auch durch eine Tezos Foundation unterstützt werden. Diese ist unabhängig und in der Schweiz angesiedelt. Sie besteht zurzeit aus Johann Gevers, Diego Ponz, und Guido Schmitz- Krummacher und besitzt, beginnend ab dem Genesis Block, ein einjähriges Vetorecht bezüglich Veränderungen der Tezos Blockchain.

tezos plan

Das Initial Coin Offering

Sämtliche Infos können unter https://crowdfund.tezos.com gefunden werden (stelle sicher, dass du die richtige Seite besuchst!). Start des Initial Coin Offerings ist der 1. Juli um 8 Uhr morgens und dauert 2000 BTC Blocks (ca 2 Wochen). Dabei gibt es einen Bonus, der sich, beginnend bei 20%, alle 400 BTC Blocks (ca. 2 Tage und 18 Stunden) verringert.

tezos bonus

Zwischen September 2016 und März 2017 wurden bereits $612,000 von Hedge-Fonds zur Finanzierung einiger letzter Schritte gesammelt. Diese werden mit einem Bonus über 31,48% in dem ICO berücksichtigt. Weiterhin hat der Milliardär Tim Draper angekündigt, in Tezos zu investieren. Zu Beachten ist für Anleger, dass es bei Tezos kein ICO-limit gibt.

Insgesamt finde ich Tezos persönlich sehr spannend und kann kaum erwarten, wie die Evolution dieser Blockchain beginnt. Es gibt jedoch einen wichtigen Punkt, weshalb ich nicht an dem ICO teilnehmen werde: Es gibt, wie bereits erwähnt, kein ICO-Limit. In der Vergangenheit wurden bei ICOs stark steigende Geldbeträge eingesammelt, und Tezos ist ein bereits seit längerer Zeit gehyptes Projekt.

ICO trend
ICO Trend; Quelle: Twitter @myetherwallet

Ich vermute daher, dass sämtliche Interessenten innerhalb der zwei Wochen in das Projekt investieren werden. Dies wiederum resultiert meiner Meinung nach in einem  neuen Rekord bezüglich des eingesammelten Geldes. Dadurch gibt es kaum Raum für kurzfristige und mittelfristige Gewinne und es ist eventuell mit einem Preisverfall nach der ICO zu rechnen, bei dem sich potentielle Interessenten günstig in das Projekt einkaufen können. Dieses Szenario ist abhängig davon, wie viel tatsächlich während dem ICO investiert wird. Ich empfehle daher diesen genau zu verfolgen. Außerdem ist es bei dezentralisierten Steuerungen wichtig, dass die Token gut verteilt sind und nicht nur auf Börsen „rumliegen“. Sollte dies der Fall sein, so hätte das Tezos Team zusammen mit den Hedge-Fonds vermutlich den größten Stimmenanteil.

-Lukas Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

IOTA: an Update on Token Distribution and Exchange Launch


Vorwort von Lukas Fiedler: Mit dem neuen Autoren Team versucht der Altcoinspekulant nun seine Artikel auch einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Daher ist dies der erste Post auf Englisch, dem zu gegebener Zeit weitere folgen werden. Feedback hierzu ist gerne erwünscht. Sollte sich eine breite Mehrheit der Leser für ausschließlich deutschsprachige Artikel aussprechen, so werden wir hierfür eine Lösung finden (ggf. z.B Übersetzung).

Hauptartikel von Dr. Ingo Fiedler:

IOTA is a third generation blockchain that is actually working without blocks and without a chain. It uses the concept of a tangle instead. This allows to solve three crucial issues that severely limit current blockchain solutions. The IOTA protocol

  1. is highly scalable,
  2. has zero transaction costs, and
  3. allows offline transactions.

This makes IOTA the perfect fit for a Machine Based Economy, that is, the Internet of Things as I laid out before in in a series of blog posts.

IOTA is different compared to other blockchain innovations. Instead of building hype and become listed on an exchange as fast as possible to the current wave of enthusiasm that many already consider a bubble, IOTA was developed for years with the sole purpose of getting things done before anything else. This includes a lot of collaborations with heavyweights from various industries for real world use cases rendering IOTA a technology solving actual problems instead of a technology searching for problems it can solve. Recently the IOTA mainnet was upgraded and the network is now fast and stable clearing the way to the first exchange listing on Bitfinex on the 13th of June 2017.

As a guest author of Altcoinspekulant I take this as an opportunity to reflect on the updated distribution of IOTA tokens that can be analyzed by the latest snapshot from 09th June 2017 and compare it to the distribution after the last two snapshots. This will give us insights into how IOTA has grown and spread across the community in the past months.

Since no mining process is involved in IOTA, all 2,779,530,283,277,761 Iota or roughly 2,800,000 Gigaiota (Gi) exist since the very beginning. All of these tokens were sold to investors in an ICO that ran from 25th November to 21st December 2015. That is, no tokens were kept by the developers. Instead the developers used the collected Bitcoin to finance themselves and the technology. In addition, the IOTA community built its reputation as being generous donators and financed various projects in the meantime while the developers have set up a foundation (“Stiftung”) in Berlin to further foster the non-profit character of IOTA.

On November 27th around 48% of all Iota was claimed by their owners. Until the 4th of February, additional 12% of Iota was claimed for a total of 60%. The number of addresses with a positive balance increased from 472 to 657 (+39%) and the number of addresses with more than 1 Gi increased from 334 to 494 (+48%). The time to claim IOTA ran out before the recent snapshot so that now all tokens are issued – with all unclaimed tokens now being in the sphere of the developers. It is not known how much remained unclaimed, but a good guess could be to add the top two addresses, which are known to belong to the foundation/the devs. This would be 406,834Gi or around 14.6% of total supply.

Over the past months the OTC (“over the counter”) trading of IOTA intensified with the help of Yassin and his exchange ran on a slack channel (it is closed by now in anticipation of the trading launch at Bitfinex). Before the snapshot there were still 1,151 traders with a positive IOTA balance at YDX (Yassin’s slack) – these are more positive balances than addresses with positive balances existed at the snapshot on 04th February 2017. Adding the balances from YDX to the addresses at the snapshot (and taking out the IOTA address of the exchange) yields 5,229 IOTA addresses with a positive balance on the 9th June 2017. That is +696% than on the 04th February and +1,008% more than in the 27th November and it shows that IOTA got much more widespread recently.

Given that all claimed IOTA are in circulation, it is no wonder that the number of addresses increased for all sizes of holdings. At the same time, addresses with smaller balances increased much stronger than high value addresses: for example addresses with more than 1Gi increased from 494 to 2,851 (+477%) since the last snapshot while those with more than 10,000Gi increased from 48 to 55 (+15%). This suggests that new addresses are less often whales compared to old addresses and that tokens are distributed from the old investors to new investors.

27th November 2016

04th February 2017

09th June 2017

Total Supply in Gi

2,779,530

2,779,530

2,779,530

Total distributed

1,331,355

1,683,137

2,779,530

Total addresses with positive balance

472

657

5,229

Total addresses > 1Gi

334

494

2,850

Total addresses >10 Gi

307

455

1,770

Total addresses >100 Gi

266

385

899

Total addresses >1,000 Gi

171

233

385

Total addresses > 10,000 Gi

39

48

55

Largest address in Gi

86,046

86,046

86,046

% of ten largest addresses

34.92%

29.22%

22,38%

GINI-coefficient

81.82%

82.16%

90,65%

Change in %
11/16-02/17
Change in %
11/16-06/17
Change in %
02/17-06/17
Total Supply in Gi 0% 0% 0%
Total distributed +26% +108% +65%
Total addresses with positive balance +39% +1,008% +696%
Total addresses > 1Gi +48% +754% +477%
Total addresses >10 Gi +48% +477% +289%
Total addresses >100 Gi +45% +238% +134%
Total addresses >1,000 Gi +36% +126% +65%
Total addresses > 10,000 Gi +23% +44% +15%
Largest address in Gi 0% 0% 0%
% of ten largest addresses -5.7% -36% -23%
GINI-coefficient +0.34% +10.79% +10.33%

This drain of tokens from the large addresses to the new addresses can also be seen by the % holdings of the top ten addresses: it decreased from 35% in November to 29% in February to 22% in June. (The Foundation funds were taken out of consideration here, since they were not included in the earlier snapshots. Also, the balance of Yassin’s exchange was excluded, since it represents many smaller investors.)

IMAGE 2017-06-11 17:26:41

While the concentration among the top group has decreased, the GINI coefficient as a general measure of wealth has actually increased from 82% to 91%. Since the wealth of the top holders has decreased, this can only be due to the sharp increase in lower value addresses.

IMAGE 2017-06-11 17:26:39IMAGE 2017-06-11 17:23:13

For comparison: the GINI coefficient of global wealth was 91.5% in 2015 and for Bitcoin, the GINI coefficient lies at 99% suggesting a much higher concentration of wealth. With the launch of exchange trading it is to expected that IOTAs will change hands from early investors to new investors. This will distribute the tokens across a larger user base and further reduce the risk of a token being hijacked by a small group of investors making the token their play ball to, for example, manipulate prices.

For investors in the crypto space the big question in whether IOTA is a good investment. The short answer is a big YES. IOTA is the only technology in the blockchain space with scalable real world applications. It is still young and needs development. But it has a huge potential to become the one protocol of the Internet of Things and the backbone of a Machine Based Economy. This makes IOTA a must for everyone looking for a long-term investment in the crypto space.

The question is when to invest: before the exchange launch or afterwards? On the OTC market the price increased from 0.068BTC/GI (or 0.000068BTC/Mi) to 0.2BTC/Gi (or 0.0002BTC/Mi) in anticipation of the trading launch. Some people raise the voice that whales will use the opportunity to load off some of their investment leading to a decrease in price. Both points are valid: (1) it is perfectly sensibly for early investors to reduce risk by rebalance their portfolio by taking some profits, some selling pressure is indeed to be expected and (2) Exchange listing will expose IOTA to many new traders and others. Since IOTA was trading OTC for such a long time already, it can be expected that many early investors already sold off parts of their investment. At the same time, not all potential investors have trusted the current escrow system in slack channels and are waiting for a regular exchange to launch trading. A further increase in price is thus not unlikely – but might be priced in already.

Of course, there is no way of predicting the actual price action due to an exchange launch. And this is why potential investors should focus on the long term. Investors looking to buy IOTA might want to use one part of their funds to buy OTC before the exchange launch, another part at exchange launch and a third part in 2-4 weeks, when most of the price action has settled. The acquired IOTA should then be locked away for the long term or, even better, used for the development of new applications on this fabulous technology.

-Dr. Ingo Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

BAT: Eine Ära neuer ICOs?

Am 31.5 hat BAT, auch bekannt als Basic Attention Token, ein ICO abgehalten bei dem in unter einer Minute 156,250 ETH (zu dem Zeitpunkt knapp unter 36 Mio. USD) eingesammelt wurden. Klingt nicht schlecht auf den ersten Blick, dazu aber später mehr. Zunächst einmal, was ist der Use-case von BAT?

Das Basic Attention Token für bessere und sichere Online-Werbung

Das BAT Projekt baut auf dem Brave Browser auf, der im Januar 2016 vorgestellt wurde. Dieser Open Source Browser basiert auf Chromium und kommt mit einem integrierten Ad-Blocker und blockt Tracking-Software, um so die Sicherheit des Users im Web zu erhöhen. Weiterhin ermöglicht der Browser so, Webseiten schneller zu laden.

pageload_graph
Von der Brave Webseite: Vergleich von Ladezeiten. Oben mit Tracking und Werbung, unten mit beidem geblockt

Wozu braucht man also ein Token? Momentan sind, wenn man Onlinewerbung schalten möchte, extrem viele Drittanbieter involviert und es ist extrem schwer eine Zielgruppe genau zu erreichen, geschweige denn zu evaluieren in welchem Maße sie erreicht wurde. Zudem ist die Anzahl von betrügerischen Werbeanzeigen von 2015-2016 um 132% (RiskIQ Report, letztes Jahr) gestiegen. Im BAT Whitepaper werden noch weitere Gründe genannt, weshalb sich das Schalten von Onlinewerbung ändern muss.

market
Drittparteien im Bereich Advertising. Je mehr Parteien involviert, desto schwieriger das Schalten und Verfolgen von Werbung

Das soll sich mit dem BAT, einem ERC20 Token, zunächst auf der Basis des Brave Browsers ändern. Während der Brave Browser reguläre Werbung weiterhin blockt, soll auf BAT basierte Werbung hingegen angezeigt werden. Um eine Werbeanzeige zu schalten bezahlt der Advertiser mit BAT Tokens. Der Hauptteil dieser geht an den sog. Publisher auf dessen Seite die Werbung angezeigt wird. Aber auch die User bekommen bei einer Interaktion mit der Werbung BAT (im Whitepaper sind verschiedene Möglichkeiten für Algorithmen genannt).

BAT flowAuch das Team von BAT sieht vor allem mit Founder Brendan Eich, dem Entwickler von JavaScrip und Co-founder von Mozilla und Firefox, vielversprechend aus.

Der ICO

Der BAT ICO war innerhalb von 24s ausverkauft und sammelte insgesamt 156.250,00 ETH in diesem Zeitraum. Das klingt erstmal sehr Erfolgreich, aber wenn man genauer hinschaut, kommen Risse in die Fassade. Von insgesamt 9866 Transaktionen, die bei der BAT ICO teilnehmen wollten, kamen nur 185 Transaktionen erfolgreich in den Contract. Das bedeutet dass nur 1,88% aller Interessierten tatsächlich BAT erhielten. Zudem muss man die Transaktionskosten (ETH Gas) betrachten, mit der die erfolgreichen Transaktionen durchgeführt wurden: Für die erfolgreichen Transaktionen wurden ca 69,97 ETH und für die nicht erfolgreichen 306,74ETH (mehr als $60.000 für nichts!) an Transaktionsgebühren ausgegeben. Zum Beispiel hat ein Investor ca 6000$ an Transaktionsgebühren bezahlt, nur um dann festzustellen, dass er keine BAT Token erhalten wird. Weitere Statistiken kann man hier einsehen. Außerdem wurde durch den ETH Anstieg zuvor mehr an Wert eingesammelt als eigentlich geplant. Es gab eine Abstimmung in der Community, die ergab, dass die Mehrheit für eine Auszahlung des Überschusses stimmte, allerdings wurde dies nicht realisiert und es gab generell sehr wenig Infos des Teams nach der ICO, obwohl viele User verärgert waren.

Alles in allem finde ich, dass BAT ein interessantes Konzept hat, das auf ein bereits existierendes Produkt aufbaut (was selten ist in der Krypto-Welt). Die ICO war zwar erfolgreich, aber sind die Tokens sehr ungünstig verteilt, und auch die hohen Transaktionskosten sind mit ein Grund warum BAT auf Liqui.io momentan 6x über ICO Level traded. Interessierten rate ich hier zum Abwarten ab. Entweder es ergibt sich eine Gelegenheit noch günstig einzukaufen, oder aber man sollte sich auf andere spannende Projekte fokussieren, und hoffen, dass dort die ICO anders abläuft.

-Lukas Fiedler

PS: Ich habe den angezeigten Accountnamen auf meinen Namen geändert, daher wird leider angezeigt dass ich sämtliche Artikel auf diesem Blog verfasst habe. Dies ist aber nicht der Fall, ich erstelle Posts lediglich seitdem ich den Blog übergeben bekommen habe.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).

Großes IOTA Update

Seit dem letzten Artikel zu IOTA hat sich hier viel getan. Neben neuen Foundation Mitgliedern tut sich viel bezüglich Kooperation mit Firmen und einem verbesserten Netzwerk. Doch der Reihe nach.

Der aktuelle Zustand

Momentan ist es im „Mainnet“ sehr schwierig Transaktionen durchzuführen,  man benötigt sehr viele „Replays“ und viel Geduld. Dieses Problem ist vor allem auf die jetzige Version on Verbindung mit schlechter Topologie des Netzwerks zurückzuführen. Daher arbeitet das Core Team von IOTA seit mehreren Monaten an einer neuen Version, mit der  die aktuellen Probleme gelöst werden sollen. Unter anderem wurde hierzu die alte „Data Base“ Architektur mit RocksDB verbessert, der Tip (Tip = momentan unbestätigte Transaktion) Selektion Algorithmus wurde verbessert und TCP Support wurde hinzugefügt. Die neue Version wird momentan intensiv im IOTA „Testnet“ auf Herz und Nieren überprüft und wurde auch vereinzelt vom Core-Team erfolgreich im Mainnet getestet. Hierzu hat die Foundation extra ein großes Bug Bounty angekündigt. Wer an den Tests teilnehmen möchte sollte generelle IOTA Erfahrung mitbringen und dem Slack-channel #testnet beitreten.

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Aufgrund der Andeutungen des Core Teams auf Slack lässt sich vermuten, dass die Implementierung der neuen Version nur noch Tage entfernt ist (allerdings gab es in der Vergangenheit teilweise Verspätungen – dies ist keine Garantie, nur eine Spekulation).

Die Stresstests

Im vergangenem Monat wurden mit der neuen Version zahlreiche Stresstests gesondert durchgeführt. Ziel dabei war es, möglichst viele Transaktionen pro Sekunde zu verarbeiten/zu bestätigen und so das Potenzial von IOTA aufzuzeigen.

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Momentaufnahme aus dem Stresstest-Dashboard; 70% Confirmation Rate heißt nicht, dass bei IOTA manche Transaktionen nie bestätigt werden, sondern dass einige Transaktionen zur Bestätigung „replayed“ werden müssen.

Das folgende Bild zeigt einen der Tests, bei dem 112,2 bestätigte Transaktionen pro Sekunde durchgeführt wurden. Damit zeigt IOTA sein wahres Potential: Skalierbarkeit, die die der Blockchain weit übertrifft. Zudem wurde so bewiesen, dass mit der neuen Version tatsächlich die aktuellen Probleme gelöst werden. Momentan wird mit zwei großen IOTA Partnern daran gearbeitet einen weiteren, extrem großen Stresstest durchzuführen. Nach diesem sollen dann sämtliche Ergebnisse zu den Tests veröffentlicht werden. Zukünftige Tests können im Stresstest-Dashboard live beobachtet werden.

Die Roadmap

Auch eine detaillierte Roadmap, die die Zukunft des Projekts aufzeigt, wurde veröffentlicht. Besonders interessant sind hier die folgenden zwei Punkte:

-Automatisierte Snapshots: IOTA Snapshots machen einen Momentaufnahme des Tangles und ermöglichen es, alle Transaktionen bis zu diesem Zeitpunkt zu löschen, ohne dass dabei Informationen oder IOTA „verloren“ gehen. Der Vorteil ist eine Reduzierung des benötigten lokalen Speicherplatzes. Diese Snapshots werden momentan noch manuell durchgeführt. Weiterhin gibt es Anzeichen, dass es in Zukunft eine Option gibt, bei der nach einem Snapshot keine Adressen re-generiert werden müssen.

-Masked Authenticated Messaging (MAM): DAS IOTA Feature schlechthin. Dieses Feature wird es z.B. Sensoren ermöglichen ihre Daten sicher mit Hilfe von IOTA zu versenden. Es befindet sich zurzeit laut der Roadmap in der Beta Phase, und es werden sicherlich viele neue Kooperationen durch dieses Feature entstehen.

Der IOTA Preis

IOTA ist weiterhin nur auf einem externen Slack, der von der Escrow Yassin (YDX) geleitet wird, handelbar. In letzter Zeit ist das Trading dort allerdings stark angestiegen.

bookkeeper

Es gab bereits über 6000 Trades und der IOTA Preis hat zeitweise ein Allzeithoch von 0.06 BTC pro Gi (entspricht ca 120 Euro; 1 Gi = 1.000.000.000 IOTA) erreicht. Bei diesem Preis hat IOTA eine Marktkapitalisierung von über 333 Mio. Euro (bei einem Bitcoin Preis von 2000 Euro). Für Investoren ist anzumerken dass man die gekauften IOTA aufgrund des oben genannten Mainnet-Problems momentan nicht von Yassins Service abziehen kann. Dies soll wieder mit der neuen Version möglich sein. Bei einem Börsenlisting, für das es leider immer noch keinen Termin gibt, lässt sich schwer spekulieren in welche Richtung sich der IOTA Preis bewegen wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass momentan nur kleine Mengen IOTA bei begrenztem Supply gehandelt werden. Der IOTA Preis kann hier verfolgt werden.

price
 Der IOTA Preis hat sich innerhalb von 3 Monaten ca. verfünffacht!

Der Ecosystem Fonds

Zusätzlich wurde ein Ecosystem Fonds mit einem Volumen von mehr als 2 Millionen Dollar erstellt. Durch diesen sollen Developer angelockt werden und deren Use-cases gesponsert werden. Ein weiterer Augenmerk des Fonds liegt auf der Webseite IOTA Learn. Dort sollen Entwickler durch monetären Anreiz Tutorials zu IOTA-Konzepten dokumentieren. Außerdem werden zukünftige Hackathons durch den Fonds unterstützt. Wenn ihr eure Idee zur Förderung anmelden wollt, könnt ihr dieses Formular verwenden. Wie bereits zuvor beim sog. „Big Deal“ haben auch hier einzelne Community Mitglieder Großes zur Realisierung des Fonds geleistet.

IOTA News

Über die letzten Monate hinweg hat IOTA zahlreiche Partnerschaften mit Unternehmen angekündigt und war auf zwei großen Messen vertreten. Weiterhin erschienen einige interessante Artikel:

-Auf dem Mobile World Congress wurde die Zusammenarbeit mit Canonical angekündigt

-IOTA wurde auf dem IOT Summit, dem Webit- und dem tech-UK Kongress sowie auf dem KPMG Fintech Event präsentiert

-IOTA arbeitet zusammen mit innogy an diversen Prototypen. Mit Carsten Stöcker ist der Leiter des Innogy Innovation Hubs in der IOTA Foundation vertreten

innogy

-IOTA wird von einem Forschungsprojekt an der Lancester Universität verwendet, bei dem es darum geht ein sicheres elektronisches Wahlsystem zu erstellen

-Auf der Consensus 2017 in New York wurde IOTA durch Dominik Schiener vertreten, sowie eine Kooperation hinsichtlich dezentraler Identitäten vorgestellt (u.a mit Microsoft und uPort)

Auch das IOTA Team wurde um einige Namen ergänzt: Neben Regine Hascka Helmer und Wilfried Pimenta de Miranda wurden die Core Developer Paul Handy, Alfred Keller Alon Emaliah sowie der Designer Sabri Goldberg vorgestellt. Die Entwickler haben bis jetzt sehr gute Entwicklungsarbeit geleistet und besonders Paul Handy und Alfred Keller sind rege auf Slack aktiv.

Zusammenfassung

Trotz des schlechten Zustands des Mainnets kann man sagen, dass es bei IOTA gut vorangeht und die neue Version vermutlich aktuelle Probleme lösen wird. Besonders die  neu eingegangenen Kooperationen werden IOTA helfen in der Szene weiter Fuß zu fassen. Solltet ihr euch weiter mit IOTA befassen wollen, tretet einfach dem IOTA Slack bei oder informiert euch auf IOTA Support!

-Lukas Fiedler

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert.

 

Der Altcoinspekulant wird fortgeführt!

Liebe Community! Wie Markus Bohl schon angekündigt hat, wird er sich aus dem Bloggeschehen zurückziehen, weshalb es hier in letzter Zeit auch ein wenig stiller geworden war. Aber: Der Blog wird nicht aufgegeben, sondern von mir, Lukas Fiedler, fortgeführt. Dieser Post soll die Zukunftspläne des Blogs erläutern und vorstellen.

Zunächst: Ein paar Informationen über mich selbst

lukasIch studiere zurzeit Wirtschaftsingenieurwesen und bin leidenschaftlicher Fotograf. Ich bin seit über einem Jahr in der Crypto-Szene aktiv, insbesondere in der IOTA Community, in die ich relativ früh eingetreten bin. Sicherlich kennen mich einige von euch auch über die Webseite IOTA Support, die ich zusammen mit Scott (einem weiteren IOTA Community Mitglied) betreibe. Mir ist bewusst, dass ich alleine schwerlich die nötige Erfahrung mitbringe um einen Blog wie diesen mit der gewohnten Qualität fortzuführen. Daher möchte ich euch…

Das Autorenteam

…die zukünftigen Autoren auf diesem Blog vorstellen. Neben mir als Hauptautor
werden folgende Personen Artikel schreiben und als Berater fungieren:

ingo
-Dr. Ingo Fiedler: Mit Dr. Ingo Fiedler ist ein Krypto-Experte der ersten Stunde mit an Bord. Er hat Kontakt zu vielen wichtigen Spielern in der Crypto-Welt, und kennt sich besonders mit Krypto-Börsen aus. Aktuell leitet er das Blockchain Research Lab in Hamburg und untersucht den volkswirtschaftlichen Nutzen der Blockchain Technologie.

 

image1-Lennart Ante: Lennart Ante forscht an der Universität Hamburg im Rahmen seiner Promotion zum Thema Blockchain und Kryptowährungen. Einer seiner Forschungsschwerpunkte sind Finanzierungsmöglichkeiten mittels Blockchain, wie beispielsweise ICOs. Zu dieser Thematik wird er einzelne Projekte vorstellen und diese hinsichtlich verschiedener Aspekte, wie der Eignung als Investment oder des jeweiligen Geschäftsmodells analysieren.

 

thomas
-Thomas F.: Thomas F. ist beruflicher TYPO3 Entwickler und stieg 2012 mit dem Kauf seiner ersten Bitcoins in die Szene ein. Seitdem befasst er sich intensiv mit den Themen finanzielle Selbstbestimmung, Sicherheit im Internet, Bitcoin und Kryptowährung im Allgemeinen.

 

 

Die Zukunftspläne

Sollte alles nach Plan laufen, so wird in der nächsten Zeit das Design des Blogs geändert. Natürlich bleiben alle Posts erhalten, diese sollen nur übersichtlicher aufbereitet und erreichbarer sein. Wie gewohnt wird es auch Artikel zu ICOs sowie Projektupdates geben.

Weiterhin gilt, wie schon zuvor bei Markus Bohl: Qualität > Quantität. Dieser Blog soll euch mit spannenden Insights zu diversen Projekten versorgen. Fragen, Feedback, Wünsche oder Anregungen sind gerne gesehen, bevorzugt aber über Twitter und Bitcointalk, da ich aus zeitlichen Gründen nicht auf jede E-mail antworten kann.

-Lukas Fiedler

Byteball: Dritte Gratis-Ausschüttung am 12. März

byteball-maerz
Byteball hat in den letzten Wochen den positiven Trend bestätigt, obwohl die Altcoins wegen dem Bitcoin-Anstieg erneut unter Druck kamen. Die zweite Ausschüttung erfolgte am 11. Februar, wie ich bereits berichtete. Ingesamt wurden 1.76% neu ausgeschüttet. Davon gingen exakt 1% an die bisherigen Byteballhalter, welche pauschal +10% auf Ihre Bestände erhielten. Die restlichen 0.76% gingen an verlinkte Bitcoinguthaben. Insgesamt sind also gerade einmal 11.76% aller Byteball ausgeschüttet worden. Die nächste Ausschüttung mit exakt gleichen Bedingungen erfolgt am 12. März. Wer neu dabei ist und wissen möchte, wie er denn seine Gratis-Byteball erhalten kann, dem wird hier geholfen. Die Community ist gewachsen in der Zwischenzeit, die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei über 5 mio Dollar. Neben Cryptox.pl wird Byteball seit einigen Tagen auch bei der kleinen Exchange bitsquare gehandelt. Es ist wahrscheinlich, dass weitere Altcoinbörsen folgen werden in den nächsten Wochen. Zusätzlich wird demnächst ein Community-Fonds eingerichtet werden um die weitere Entwicklung und Verbreitung zu unterstützen. Dafür werden nicht abgerufene Blackbytes verwendet. Blackbytes werden nämlich nur dann ausgeschüttet, wenn sie auf bereits registrierten Airdrop-Adressen liegen. Wer dies versäumt erhält zwar Byeteball aber keine Blackbytes. Diese „vergessenen“ Blackbytes fliessen in diesen Fonds.

Auch technisch tut sich einiges. Tony und sein Team von mindestens zwei weiteren Entwicklern haben die Version 1.3.0 veröffentlicht. Neben einigen Bugfixes ist es nun direkt möglich TOR zu aktivieren, was insbesondere bei Transaktionen von Blackbyte ein enorm hohes Mass an Anonymität ermöglicht:
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Insgesamt wirklich eine hervorragende Arbeit welche hier geleistet wird. Zusätzlich hat sich Tony mit Lisk und ICONOMI abgesprochen, die beide gemeinsam weiterhin um die 20% aller Byteball/Blackbytes halten. Beide stimmten wohl zu, dass sie ihre Byteball halten bis zum Ende der Ausschüttungsperiode. Das hilft beiden Seiten: Die Byteball-Community muss mittelfristg keine Dumps befürchten, welche von diesen „Mega-Walen“ ausgeht und gleichzeitig hilft ein stabiler Preis bei Byteball den inneren Wert von Lisk und ICONOMI zu erhöhen. Vielleicht ergibt sich daraus sogar noch eine Coin-übergreifende Kooperation. So hätte sich Tonys Strategie die Bitcoin-Menge je Interessent nicht zu begrenzen sich im Nachhinein doch noch ausgezahlt.

Fazit: Es stehen weiterhin alle Ampeln auf grün. Investoren rate ich ihre Bestände auf jeden Fall über die nächsten Ausschüttungen hinweg zu halten. Das sieht alles sehr vielversprechend aus und das Momentum dürfte in diesem Jahr hoch bleiben, schliesslich gibt es neben Byteball aktuell nur IOTA als Coin der dritten Generation mit Tangle anstatt der Blockchain. Der Tangle-Hype beginnt erst, da bin ich mir relativ sicher. Setzt sich die positive Entwicklung von Byteball (und IOTA) fort, sind beides Kandidaten für eine Marktkapitalisierung von über 100 mio Dollar. Die aktuellen Kurse  von unter 0.05 BTC je GBYTE sind zudem für Neuinvestoren interessant. Der gestiegene Bitcoinkurs hat hier noch einmal für attraktive Einstiegskurse gesorgt. Wer bisher noch nicht dabei war, hat nun die Chance sich einen Teil vom Kuchen abzuschneiden und damit an den weiteren Ausschüttungen zu partizipieren. Nicht vergessen: 88.24% werden noch verteilt!

Der Altcoinspekulant geht in den Ruhestand. Meine zu knappen zeitlichen Ressourcen lassen auf Dauer eine qualitativ hochwertige Altcoinberichterstattung leider nicht zu. Ich bitte meine Leser um Verständnis und danke für das Vertrauen und das viele positive Feedback, welches ich in den letzten Jahren erhielt. Es war mir eine Ehre!

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert.